Freitag, 27.4.: Über Kassel - Würzburg - Lindau (größere Pause) - Übernachtung in Nauders
Samstag, 28.4.: über den Reschenpass - durch`s Vinschgau bis Meran (Altstadtbesichtigung) - Nachmittags ins Schnalstal
Sonntag, 29.4.: Skifahren am Schnalstaler Gletscher - am Nachmittag über Meran - Bozen - Brenner - Stubaital
Montag, 30.4.: Skifahren am Stubaier Gletscher
Dienstag, 1.5.: Skifahren am Stubaier Gletscher - Rückfahrt über Inntal - München -Nürnberg etc.
Wetter:
Sonne, blauer Himmel, Schneeschauer, alles dabei
Temperatur:
von 30 Grad C (Meran) bis -5 Grad C (Stubai am Dienstag)
Schneehöhe:
ganz egal - auf jeden Fall viel zu wenig
Schneezustand:
Morgens hart - am Mittag weich - am Nachmittag sulzig
Geöffnete Anlagen:
Schnalstal: alles ausser
Stubai: alles ausser
Geschlossene Anlagen:
Schnalstal: - Teufelsegg, Roter Kofel, Final II, Gletschersee II
Stubai: DSB Gamsgarten, SL Fernau I,
Wartezeiten:
Schnalstal: überhaupt keine Wartezeiten
Stubai: deutlich voller, von Wartezeiten kann man aber nicht sprechen
Gefallen:
Schnalstal: tolles Hotel Grawand, neues Gebiet kennengelernt, gute Schneequalität
Stubai: ich kenn´s Stubai - mir gefällt´s hier einfach!!!
Nicht gefallen:
Schalstal: schlechte Schneelage, Teufelsegg geschlossen, Gebiet ist sehr klein, off-Piste fast nicht möglich
Stubai: gute Schneequalität nur im oberen (^2900m) Bereich
Fazit:
Schnalstal:
Stubai:
Abzüge: "Nicht gefallen"
Dann will ich mal loslegen und anhand meiner Bilder unsere kleine Odyssee am Alpenhauptkamm berichten.
Am Freitag habe ich mich bei Arbeit pünktlich verabschiedet, schnell das Auto gepackt und los ging´s bei herrlichstem Sonnenschein auf der üblichen Route in Richtung Süden.
Diesmal war ich mit meiner Frau unterwegs, die ich mit einer Übernachtung im höchstgelegenen Hotel der Alpen, dem Hotel Grawand im Schnalstal, überrascht habe. Erst ein paar Tage vor der Abfahrt habe ich Ihr davon erzählt. In der Tat war sie zunächst sehr skeptisch und hat sich nicht wirklich drauf gefreut. War halt wieder mal ne Stresstour, aber am Ende hat es ihr doch sehr gut gefallen.
Schon nach ca. 5 Stunden erreichten wir Lindau und weil wir bis hierher gut in der Zeit lagen, beschlossen wir kurzfristig, uns die nette Altstadt von Lindau anzusehen. Ich bitte Oscar an dieser Stelle um Entschuldigung, dass ich mich nicht bei ihm gemeldet habe. Aber der Zwischenstopp war wirklich nicht geplant.
Von Lindau aus ging es dann noch ein Stückchen weiter bis nach Nauders. Hier bezogen wir eine kleine Pension unterhalb der Burg Nauders. Interessanter Name, oder?
Was mir in Nauders besonders auffiel: Völlig ausgestorben das Nest. Nur eine einzige Gaststätte hatte geöffnet. Hier tranken an der Theke ein paar Einheimische ihr Ziper-Bier aus der Flasche. Das war´s. Auf den Strassen keine Menschenseele. Vor ein paar Tagen war hier sicher noch der Teufel los.
Am Samstagmorgen ging es dann ganz früh weiter. Am Reschensee ein ungewöhnliches Bild. Rund um die versunkene Kirche hat sich, aufgrund des niedrigen Wasserstandes, ein See im See gebildet, der eine ruhige Oberfläche hervorbrachte und somit ein beeindruckende Spiegelung der schneebedeckten Berge im Hintergrund lieferte.
Aufgrund der gemeldeten Temperaturen von ca. 30 Grad C haben wir uns entschlossen, uns den ersten Tag als Skitag zu schenken und lieber die Innenstadt von Meran zu erkunden. Zunächst fielen uns aber die unzähligen Bewässerungsanlagen auf, die schon im April dafür sorgen müssen, dass uns im Sommer Äpfel auf den Märkten angeboten werden können.
Meran kannte ich bisher nur von der Durchreise. Jetzt muss ich sagen - ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Hier einfach ein paar Bilder aus dem grünen Meran:
^^Am Nachmittag verabschieden wir uns aus Meran und fahren im Konvoi zurück in Richtung Naturns und von da ins Schnalstal. Das zunächst sehr enge Seitental weitet sich nach ein paar Kilometern. Ein paar kleine Ortschaften lassen wir liegen und erreichen nach ca. 20 Minuten den Stausee. Wie schon im Reschensee, sehen wir auch hier nur ganz wenig Wasser. Und ebenfalls wie im Reschensee gibt es hier einen Turm im Wasser. Ist das etwa auch eine versenkte Kirche? Kennt jemand den Hintergrund?
^^Ein paar Kurven weiter sehen wir erstmals die steile Wand mit der hoch oben thronenden Bergstation.
Die wenigen Klamotten für die eine Nacht in den Rucksack gepackt und los geht´s. Hier gut zu sehen - die Talabfahrt, die angeblich am Mittwoch vorher noch offiziell geöffnet war. Bei fast 20 Grad C an der Talstation auf 2000m ist es aber wohl kein Wunder, dass auch hier der Frühling ausgebrochen ist.
^^Ein Blick aus der Gondel auf den Talschluss¸ und den Ort Kurzras. Auf der gegenüberliegenden Talseite die DSB Lazuaun. Hier hat man, mit genug Kunstschnee, die beiden Abfahrten aufrecht erhalten können. Und ein paar Leute sind hier sogar noch gefahren.
Was mich aber mal interessieren würde: Die Parkplätze waren am nächsten Tag komplett gefüllt und trotzdem hatte man den Eindruck, im Skigebiet selbst ist nichts los. Wo parken denn die ganzen Autos in der Hochsaison? Oder ist hier etwas nie mehr los?
^^An der Bergstation angekommen geht es zunächst zur Rezeption des Hotels. Hier bekommen wir eine kleine Einweisung und den Hinweis, dass wir doch auf die Nutzung des Schwimmbades und der Sauna am ersten Tag verzichten mögen. Schade nur, dass wir nur eine Nacht bleiben. Aber der Hinweis hat schon seine Berechtigung. Schon als wir uns auf dem Bett ein paar Minuten ausruhen bemerken wir, dass die Luft hier oben deutlich knapper ist. Spätestens in der Nacht bestätigt sich das. Ich habe immer das Gefühl "man müsse einfach mal das Fenster aufmachen". So habe ich mir ein paar Stunden in der Nacht um die Ohren geschlagen.
Unser Blick aus dem Fenster in Richtung Talstation und den weit unten liegenden Lazaunlift. In der Nacht, ich habe ja eh nicht so gut geschlafen, habe ich hier ein paar Minuten gestanden und mir die Berge bei klarem Mondlicht angesehen. Gigantisch!!!
Die letzte talfahrende Gondel am Samstag um 16.30 Uhr. Tief unten die Talstation.
^^Die Bergstation von der Sonnenterasse. Unten (rot) sind gut die Panoramafenster der Hotelzimmer zu sehen.
^^Vor dem Abendessen ist noch ein wenig Zeit. So machen wir uns auf den Weg und "besteigen" noch schnell die Grawandspitze direkt neben der Talstation. Auf halbem Wege fällt mir auf, dass ich bessere Turnschuhe an den Füssen und eine Postkarte in der Hand habe. So müssen Turnschuhalpinisten aussehen. Peinlich!!!
^^Vom Gipfel aus in Richtung Venter Tal die Ötztaler Alpen.
Dani´s erster 3000er.
Ein Blick aus dem Panoramarestaurant. Schade - meine Kamera bekommt so was einfach nicht hin.
^^Morgens um 6 Uhr aus unserem Zimmer. Bei diesem Blick kann ich doch nicht mehr schlafen.
^^Am Grawandhang finden an diesem Tag Rennen statt. Für uns sehr schade, denn der einzige steile Gletscherhang ist somit gesperrt. Aber schon um 13 Uhr sind die Rennen beendet und wir sind hier noch ein paar Mal gefahren.
^^Der Gletscherhang von unten. Die Bergstation liegt in der morgendlichen Sonne.
^^Auch die 4SB Grawand ist nicht mehr wirklich ein Gletscherlift. Krampfhaft wird hier versucht, die Höhe zu halten.
^^Beim Abendessen am Vortag haben wir erfahren, dass morgen div. Rennen am Gletscher stattfinden, sodass die erste Gondel bereits um 7 Uhr fährt und der Liftbetrieb um 7.30 Uhr beginnt. Frühstück gibt es an diesem besonderen Tag schon ab 6.30 Uhr.
Jetzt ist es 8.10 Uhr, wir sind am Gletscherhang gegenüber schon ein paar Mal gefahren und stehen jetzt an der Abfahrt Hintereis.
^^Traumhafte Aussichten in Richtung Finailspitze.
^^Irgendwie mag ich diese witzigen Sprache. In der Tat bietet die Hütte "Bella Vista" (Schöne Aussicht) eine Sauna und ein beheiztes Aussenbecken auf ca. 2600m. Diese Hütte hat mir sehr gut gefallen.
^^In die spiegelnde Wand des Ski- und Heizungsraumes der "Bella Vista". Das runde Etwas ganz links ist die Sauna.
^^Die Finaillifte - definitiv der langweiligste Gletscherlift, den ich je gefahren bin. Einzig positives - Pulverschnee von oben bis unten.
^^Nette Route unter den Sesselliften Gletschersee. Aus meiner Sicht war das die einzige Möglichkeit im Gebiet noch irgendwo Off-Piste zu fahren. Insbesondere Gerrit hatte in seinem Bericht aus dem April 2006 auf zahlreiche Möglichkeiten auf der Hintereis-Seite verwiesen. Da die 4KSB Teufelsegg aber geschlossen war, war hier definitiv nichts mehr drin.
^^Das ganze von oben. War teilweise ganz schön eng. Aber auch hier nach wie vor noch sehr hart und von daher gut zu fahren.
Im Prinzip das gesamte Skigebiet in der Totalen. Auf der linken Seite die Finaillifte. Rechts oben die Bergstation und das Hotel Grawand. Darunter die 4SB Grawand. Etwas rechts der Bildmitte die beiden Sesselbahnen Gletschersee und auf dieser Hangseite die DSB Hintereis.
^^Hier sind die Querrillen sehr gut zu erkennen, die bei Schneefall und Wind den frischen Schnee auffangen sollen. Auch hier blitzt schon überall das Eis hervor.
^^Um kurz vor 15 Uhr beenden wir den Skitag, fahren ins Tal und düsen ab in Richtung Stubaital.
^^Zwischen Meran und Bozen zeigt mein Autothermometer 30 Grad C an. Wir entschliessen uns, nicht über den Jaufenpass, sondern über den Brennero zu fahren und 5,60 Euro Maut zu investieren um schnell ins Stubaital anzukommen. Um kurz nach 17 Uhr sind wir schon im Stubaital und geniessen die Wärme im Tal, geniessen das Abendessen auf einer Sonnenterasse und essen anschlienend noch ein Eis in einer neu eröffneten Eisdiele in Neustift. So ungefähr muss Sommerschi sein.
^^Der Montag bringt uns zunächst einen Regenschauer. Aber ganz schnell verziehen sich die Wolken und die Sonne kommt hervor. Die Baustelle an der Talstation vermittelt nicht den Eindruck, dass es hier voran geht. Sieht trotzdem gigantisch aus.
^^Im Stubai sind noch fast alle Anlagen geöffnet. Bei den Abfahrten fehlen nur die Routen und die beiden Abfahrten zur Mittelstation. Hier ist einzig die blaue 4a über Fernau ist geöffnet. Gefahren sind wir sie, wegen der Schneeverhältnisse, aber nicht.
^^Vom Gamsgarten in Richtung Eisjochferner.
^^Bergstation DSB Wildspitz. Bin mal gespannt, ob was an den Gerüchten dran ist und sie möglicherweise recht zeitnah erneuert wird.
^^An der 6KSB Fernau. Auch hier, genau wie im Schnalstal, sehr gut zu erkennen, dass die Stützenfüsse inzwischen weit über dem Eisniveau liegen. Ich hab da ein Bild von McMaf vor Augen, dass er ebenfalls im Stubai geschossen hat. Allerdings war das am 1. November und meines vom 1. Mai.
^^Oberhalb der Fernaubahn: Blick hinüber zum Eisgrat und Daunferner
^^Piste am Gaiskarferner
^^Der Daunferner. Selbst hier oben war der Schnee am Montag sehr weich. Ringsum ist sehr gut zu erkennen, wie wenig Schnee vorhanden ist.
^^Zwischen Eisgrat und Rotadl beginnt man schon mit der Vermattung. Und das ist sicher nur der Anfang. Überall im Gebiet liegen die Mattenrollen rum.
^^Das klassische Bild auf die Talstation. In den letzten Jahren war die Talabfahrt zwar nie offiziell geöffnet, man konnte sie aber am 1. Mai immer noch fahren. Daran war in diesem Jahr nicht zu denken.
^^Ein Bild für die Liftfreaks. In Milders hat man investiert und einen neuen Schlepplift samt Beleuchtungsanlage gebaut. Ob der, bei der Schneelage, in diesem Jahr in Betrieb war?
^^Am Dienstag (1.Mai) werde ich wieder um 6 Uhr wach und es erwartet mich ein viel versprechender Blick auf den Gletscher. Schon um 6.45 Uhr sitzen wir beim Frühstück und sind pünktlich um 7.30 Uhr an der Talstation, fahren mit der ersten Gondel um Punkt 8 Uhr nach oben und sitzen im zweiten Sessel der 6KSB Eisjoch. Und das bei 10cm Neuschnee. Ich danke meiner Dani, dass sie mich für diese Touren manchmal belächelt aber trotzdem mitzieht.
^^Die Abfahrt zu Mittelstation wird morgens sogar noch mal schnell präpariert. Trotzdem bleiben wir oben. Hier ist der Schnee einfach besser.
^^Ein lohnender Blick ins Ötztal.
^^Oben am Eisjochhang ziehen wir die (fast) ersten Spuren in den Schnee.
^^Am Daunferner war zunächst nicht viel los und der Neuschnee hielt sich ein paar Abfahrten.
^^ Noch ne Spur am Daunferner. Hätten ruhig 20cm mehr Neuschnee sein können. Aber ich will mal nicht unverschämt sein.
Was bleibt nach so einem Saisonabschluss noch zu sagen? Der 1. Mai hat sich auf jeden Fall wieder gelohnt. Das Wetter war traumhaft, die Schneeverhältnisse leider nicht. Einen Vergleich zwischen dem Stubaier und dem Schnalstaler Gletscher will ich hier nicht anstellen. Der Schnalstaler hätte definitiv keine Chance. Trotzdem hat mir (uns) der kleine Ausflug nach Italien sehr gut gefallen. Insbesondere die Übernachtung war das erwartete und erhoffte Erlebnis.