Tourenfahrer zur Kasse gebeten

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Jay
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Tourenfahrer zur Kasse gebeten

Beitrag von Jay »

Eine SDA meldung:
Freitag 7. Januar 2005, Diverses


Tourenfahrer zur Kasse gebeten
Im Engadin kassieren Bergbahnen auch Geld von Tourengängern. Das Hochgehen auf Pisten kostet 26 Franken.

St. Moritz - Nicht nur fürs Hochfahren am Lift, sondern auch fürs Hochgehen auf der Piste bezahlen: Diese Tarifpolitik der Diavolezza-Bahn hat einen Touristen ganz schön verärgert, zumal bei Zuwiderhandlung eine Busse von 100 Franken droht. In einem am Donnerstag in der Lokalzeitung «Engadiner Post» abgedruckten Leserbrief schreibt er von «Abzockerei». Dass derzeit mehr Tourenfahrer auf den Pisten anzutreffen sind, hat auch mit der geringen Schneehöhe zu tun. Abseits der Pisten ist das Hochgehen verschiedenenorts nicht so gut möglich.

Urs Grimm, Geschäftsführer des Bergbahnen-Verbundes Engadin/ St. Moritz, verwies auf Anfrage auf die Sicherheit. Wintersportler mit Ticket müssten sich an die Tarifbestimmungen halten, andere ohne Ticket dagegen nicht. Deshalb soll die Politik der Diavolezza-Bahn im ganzen Oberengadin zur Regel werden. Den Bahnen geht es auch um einen rechtlichen Aspekt. Nach einer Kollision zwischen einem Skifahrer und einem bergwärts steigenden Tourengänger könne eine Bergbahn zur Verantwortung gezogen werden, wie Grimm meint.

Die Verbände halten sich raus

Beim Dachverband der Bündner Bergbahnen weiss man von Problemen gewisser Bahnen mit Tourengängern auf den Pisten. Der Verband will sich aber nicht einmischen. Die Preispolitik sei Sache der einzelnen Unternehmungen. Keine Empfehlung gibt es auch von Seilbahnen Schweiz. Üblich sei das Kassieren für das Hochgehen auf der Piste nicht, sagte Mediensprecher Felix Maurhofer. Und wenn Tourenfahrer Pisten benutzten, sei es aus Imagegründen nicht unbedingt geschickt, Geld dafür zu verlangen, obschon eine Leistung der Bahnen beansprucht werde.
Im Walliser Skigebiet Saas Fee wird laut Geschäftsführer Bernhard Pfammatter darauf hingewiesen, dass Tourengänger am Rande der Pisten hochsteigen sollen. Die Frage nach einer Pistengebühr stelle sich aber nicht, weil fast alle Tourenfahrer die Bahn benutzten. Strengere Sitten herrschen in der norditalienischen Lombardei, wo das Hochgehen auf Pisten gesetzlich verboten ist.
(sda)

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Beitrag von TPD »

Eigentlich sind wir jetzt wieder beim Thema Ticketkontrollen auf der Skipiste. Und offensichtlich muss ich mich nun geschlagen geben. Ich hätte nicht gedacht, das sowas in der Schweiz möglich ist. Naja vielleicht gibt das noch ein bisschen Juristenfutter.

Aber ich denke, die Bergbahnen werden mit dieser Massnahme wohl ihr Ziel erreichen, dass es in Zukunft keine Tourenfahrer mehr auf der Piste hat.
Aber die Hotels sollen sich dann bitte nicht beklagen, dass sie weniger Gäste haben.
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Beitrag von GMD »

Anderseits kann ich die Bahn auch verstehen. Die Tourengeher profitieren von den Leistungen der Bahn, indem sie die, wenn möglich frisch präparierte, Piste hochgehen. Da kann man schon einen Obolus verlangen. Fr. 26.-- finde ich aber etwas zu hoch.
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Beitrag von gerrit »

Das Tourengehen auf Schipisten erfreut sich auch in Österreich immer größerer Beliebtheit, vor allem in schneearmen Wintern werden die (meist beschneiten) Pisten teilweise schon vor Saisonbeginn oder auch bei laufendem Betrieb für Aufstieg und Abfahrt benützt. In der Regel wurde das bis jetzt geduldet, allerdings gab´s schon gröbere mediale (und auch reale) Auseinandersetzungen, weil oft Tourenfahrer nach Betriebsschluß über die schon präparierten Pisten aufsteigen und natürlich auch abfahren. Besonders bei feuchten Schneeverhältnissen, also im Frühjahr, gibts dann Probleme, wenn es in der Nacht friert und am nächsten Tag die zahlenden Pistenbenützer tiefe Spuren in der eisharten Piste vorfinden.
Da kann ich die Betreiber auf jeden Fall verstehen, wenn sie dem einen Riegel vorschieben wollen.
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Beitrag von Christoph Nikolai »

Ähnlich war das auch schon in Beerfelden im Odenwald. Zwar keine Tourengeher, aber Skifahrer/Snowboarder, die zu Fuß hochgegangen und die Piste runtergefahren sind. Der ganze Schnee war aus den Schneekanonen und hat den Betreiber Geld gekostet. Diese Wintersportler haben davon profitiert, ohne etwas zu bezahlen.

Der Betreiber hat zwar nichts gesagt, aber was diese Wintersportler gemacht haben, finde ich auch nicht richtig.
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Beitrag von max »

TPD hat geschrieben:Aber die Hotels sollen sich dann bitte nicht beklagen, dass sie weniger Gäste haben.
ich bin mir sehr sicher, dass in den hotels diese art von tourengehern unter den "normalen" skifahrern völlig untergehen- soll heißen, dass es so gut wie keine auswirkungen auf die hotelauslastung haben wird, wenns keine pistengeher mehr gibt.
wir hatten doch das beschneiungseuro-thema: die hotels sollten was für die beschneiung zahlen, obwohl die liftbetreiber sowieso von denen profitieren, doch pistengeher sollten gratis perfekt beschneite und präparierte pisten benützen dürfen?
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Beitrag von Emilius3557 »

Da ich selbst als wenig erfahrener Tourengeher so etwas schon mehrmals praktiziert habe, möchte ich mich kurz äußern:
Am Spitzingsee/Taubenstein haben wir z.B. Parkgebühr bezahlt (2,50 ¤ pro Fahrzeug), das Skigebiet war geschlossen, die Abfahrten nicht gewalzt, beschneit wird sowieso nichts. Das ist okay, irgendein Einkommenseffekt soll ja auch in der Region bleiben.
Für eine beschneite und gewalzte Abfahrt würde ich in ähnlichem Bereich auch etwas bezahlen. Aber bitte nicht viel mehr, 5 ¤ fände ich schon zuviel, man fährt schließlich nur einmal runter.
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Downhill
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Beitrag von Downhill »

GMD hat geschrieben:Anderseits kann ich die Bahn auch verstehen. Die Tourengeher profitieren von den Leistungen der Bahn, indem sie die, wenn möglich frisch präparierte, Piste hochgehen. Da kann man schon einen Obolus verlangen. Fr. 26.-- finde ich aber etwas zu hoch.
Dem stimme ich zu. Gebühr: ja, wenn Leistungen (Präparation, Beschneiung) in Anspruch genommen werden. Die Größenordnung in diesem Fall ist allerdings leicht unverschämt.
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