Am Sonntagmorgen fuhr ich durch schönstes Frühlingswetter bis zum Allgäuer Alpenrand. Dort verschwand die Sonne zunächst hinter grauen Wolkenfeldern, zeigt sich in Oberstdorf aber wieder, wo ich um 8:30 Uhr nach nur 2:08 Stunden Anfahrt ab Ettlingen an den Parkplätzen eintraf. Diese waren so früh entgegen meiner Erwartung schon gut gefüllt. Der Hauptkamm der Allgäuer Alpen hing in trüben grauen Wolken, was nicht so recht zur Vorhersage passen wollte. Das Nebelhorn und sogar die PB-Talstation wurden aber von der Sonne beschienen. Also optimistisches Gesicht aufgesetzt, Tageskarte gekauft und erst einmal drei Gondeln voller Skifahrer und Gleitschirmflieger gewartet, bis ich gegen 9 Uhr mitfahren durfte. Von der Kabine aus war auf der gesperrten Talabfahrt noch viel Schnee auszumachen - Reste der massiven Beschneiung.
An der Bergstation Höfatsblick machte die Schneelage insgesamt noch einen sehr guten Eindruck. Leider verdeckten inzwischen einheitlich graue Wolken die Sonne. Zunächst fuhr ich zum Nebelhorngipfel. Hier schneite es unerwarteterweise bereits leicht. Die schwarze Gipfelabfahrt bot ohne Firnauflage im Wettergrau Spaßfaktor null. Die 4SB Koblat und ihre recht harten Pisten waren stark frequentiert. Die blaue Koblatabfahrt führt derzeit direkt an der kickerbestückten Schneeburg für das Nine Knights-Festival vorbei. Vom 20.-24. April trifft sich hier die internationale Freestyle-Elite. Der Anlaufhang wird von der Skipiste per Tunnel gequert. Ein paar Freaks übten schon ihre ersten Sprünge. An der DSB Sonngehren war weniger Betrieb, die Piste war genau so hart. Kurz nach zehn Uhr verschwand der Nebelhorngipfel in den Wolken, und um halb elf fing es im Skigebiet aus vollen Kräften an zu graupeln. Da Skifahren mit schmerzhafter Eiskugel-Gesichtsmassage nicht jedermanns Sache ist, flüchtete alles, was Bretter unter den Füßen hatte, ins Restaurant. Ich hielt noch eine Stunde durch, dann war meine Skihose von den graupel- und schneebedeckten Sesseln der 4SB und DSB durchweicht. Es blieb beim Dauerniederschlag, der den Pisten eine klebrige Feuchtschneeauflage verlieh. Nach dem Restaurantbesuch betrug die Sichtweite im Skigebiet noch 10 Meter, völlig sinnlos fürs Skifahren. Ich entschied mich für den Abbruch. Im Dauerregen fuhr ich hinunter zur Mittelstation Seealpe. Hier war ich schon so nass, dass es auf einen weiteren Aufenthalt im Regen auch nicht mehr ankam. Also nahm ich noch die gesperrte Talabfahrt mit. Mit lediglich 2x50m Ski tragen plus einmal Straßenüberquerung war dies die beste, nämlich leerste Piste des Tages.
Highlight des "Skitages" war das nachmittägliche Sonnenbad im Anschluss an die Fahrt daheim im Garten in Ettlingen.
Fazit: Das Nebelhorn bietet weiterhin sehr gute Frühjahrsskiverhältnisse. Wer die Zeit hat, sollte dort bis 2. Mai bei gutem Wetter ruhig einen Tag einplanen, am besten unter der Woche. Bei Sonnenschein ist ein Frühjahrsskitag am Nebelhorn eine feine Sache. Für mich war der beschriebene Skiausflug ein totaler Reinfall mit zum Fenster herausgeworfenem Geld und vergeigter Zeit. Die Wettervorhersage hatte völlig daneben gelegen. Keine Ahnung, wie das trotz eines engen Netzes von Messstationen und Computerberechnung im Jahr 2010 noch so massiv möglich ist. Wie die vollen Seilbahnparkplätze und die vielen Paraglider verrieten, war ich nicht der einzige, dem es so ergangen war. Einen so deutlichen, nicht angekündigten Wetterzusammenbruch habe ich beim Skifahren seit mindestens 10 Jahren nicht mehr erlebt. Nun hoffe ich, dass dies der Quoten-Reinfall-Tag für den nächsten Zehnjahreszeitraum war.
Eine Bewertung und Fotos erspare ich uns hier. Sie würden das Skigebiet nicht repräsentativ wiedergeben. Für den Saisonabschluss muss ich nun wohl einen weiteren Tag einplanen ...