Am 01.05. stand leider für diese Saison schon recht früh mein letzter Skitag an. Aufgrund dessen, dass der letzte Saisontag in Ischgl meist nicht so voll ist und das Angebot ja noch recht gut ist.
Außerdem zeigte sich das Wetter wieder von seiner besten Seite. Es gab den ganzen Tag Sonnenschein pur und fürs Skifahren angenehme Temperaturen.
Entgegen anderer Meinungen fand ich den Skitag eigentlich ziemlich gut. Natürlich liegt es auch daran, dass meine letzten paar Skitage sehr bescheiden waren. Natürlich ist auch zu sagen, dass die Präparation in Ischgl wieder nicht all zu gut war – wobei ich das hier schon viel schlechter erlebt habe – und es im Vergleich zu anderen Gebieten nicht gerade leer war, für Ischgl-Verhältnisse aber sehrwohl.
Gefahren bin ich gestern im Prinzip mein Ischgl-Standardprogramm. Nach dem Einstieg in Ischgl ging es in der Früh gleich nach Samnaun, wo ich dann bis Mittag blieb. Danach ging es auf die „Talabfahrten“ in Ischgl. Hier war gestern ja nur die Abfahrten zur Padoramabahn möglich. Danach ging es über den Palinkopf in den Gampen-Sektor. Gegen Ende des Tages verhinderte die rigerose Frühschließung mein eigentlichen Plan, sodass ich mich dann auf den Idalp-Sektor mit der Flimjochbahn konzentrieren musste.
Die Frühschließungen finde ich indiskutabel. Während auch das teilweise ausbleiben der Präparation in Sölden schon ein No-Go ist, so ist das Schließen von Liftanlagen aus purer Unlust noch viel schlimmer, denn auf nicht präparierten Pisten kann ich fahren, wenn der Lift nicht läuft, dann kann ich da ohne Tourenausrüstung auch nicht hin kommen. Es gibt ja Leute, die ein Haufen Geld für Skipässe ausgeben und diese Leute wurden gestern von den Ischgler Bergbahnen eiskalt betrogen. Dieses Vorgehen geht einfach gar nicht und ist wahrscheinlich sogar ein strafbarer Verstoß gegen die Beförderungs- und Vertragsbedingungen. Für mich ist das zwar finanziell mit einer TSC nicht entscheidend, aber linderte den Skispass, für den ich ja dem Hobby nach gehe, doch erheblich, da ich lieber bis 16:30 am Gampen, statt am Flimjoch gefahren wäre.
Es ist für mich keine Ausrede, dass gestern der letzte Tag war – Vertrag ist Vertrag und es ist nicht das Problem der Kunden, dass die Bergbahngesellschaft Geld sparen will, indem sie früher zu macht und somit in Summe weniger Zeit zum Aufräumen braucht.
Leider waren auf Ischgler Seite auch schon alle Talabfahrten ab Idalpe gesperrt – ohne wirklichen Grund, denn Schnee hätte es genug gegeben. Auf den Talabfahrten wurde den ganzen Tag Schnee verschoben und die Wege frei gelegt. Warum man das nicht mehr, so wie früher, am Tag nach dem letzten Betriebstag machen kann verstehe ich nicht. Purer Geiz halt und man merkt, wie sehr egal der Kunde den Bergbahnen ist. Es wäre absolut angebracht gewesen, mindestens eine Talabfahrt nach Ischgl offen zu halten. Hier konnte man sich aber immerhin darauf einstellen, da das angeschlagen war. Auf die verfrühten Betriebseinstellung nicht.
Wie gesagt, dieses Vorgehen ist arglistige Täuschung und nicht hinzunehmen. Wenn man sowas macht, müsste entweder der Skipass deutlich vergünstigt ausgegeben werden, oder an den Talstationen klar darauf hingewiesen werden, dass man heute seitens der Bergbahnen nicht gedenkt, den gegenseitig geschlossenen Vertrag zu erfüllen. Ischgl – setzen sechs!
Der Skitag ansonsten war aber absolut brauchbar und machte mir zum Schluss der Saison sehr viel Spaß. Die anderen hier im Forum vorgetragenen Punkte kann ich zwar gut verstehen – klar, die Pisten in Samnaun sind nicht steil und klar, Ischgl hat mal wieder nicht gut präpariert. Auf meiner Tour gestern hatte ich aber doch zumeist für Mai gute Bedingungen und auch ausreichend Platz. Lediglich an der Greitspitzbahn war es mir gegen 10:00 Uhr zu voll, sodass ich zum Visnitz wechselte.
Meiner Ansicht nach waren die Pisten in Samnaun gut und in Ischgl akzeptabel präpariert.
Nachdem es dann wärmer und weicher wurde, fand man auf den Nordhängen immer noch in den oberen Teilen Pulverschnee und unten raus war es halt weicher. Darauf kann man sich aber einstellen und sollte damit zurecht kommen. Hinzu kommt, dass mir Schnee, der leicht sulzig ist, sehr viel Spaß macht. Daher waren z.B. auch mal die Abfahrten am Gampen am Nachmittag sehr gut zu fahren – ansonsten sind die Pisten da ja immer ein Graus.
Gefallen:
Nicht gefallen:
Daher:
Bilder:

Morgendlicher, erster Blick von der Idalpe nach oben Richtung Flim- und Idjoch

Sieht ja nicht so schlecht aus

Der Ausblick vom Flimjoch in Richtung Schweiz ist immer wieder schön, denn auf Ischgler Seite finde ich die Landschaft immer absolut öde

Das gleiche Motiv nochmal etwas im Zoom. Zu sehen ist die Flimsattelbahn

Blick in Richtung Alp Trida. Die Pisten auf Samnauner Seite firnten die Pisten in der Früh bereits etwas auf

Unter der Viderjochbahn I

Blick von der Bergstation Viderjoch I Richtung Greitspitz

Schöner Ausblick

Der Greitspitzlift war leider schon im Sommerschlaf. Den Lift braucht man ja eigentlich nicht, denn er erschließt ja keine eigenen Pisten. Aber ja, zugegebenermaßen, der Lift an sich ist schon nett.

Blick von der Sattelbahn zur Alp Trida

Ausblick von der Bergstation der Visnitzbahn

An der Grivaleabahn waren mir die Bedingungen noch zu hart und besonders anspruchsvoll ist die Piste ja auch nicht. Daher blieb es dort bei einer Fahrt.

Blick in Richtung Flimsattel- und Viderjochbahn I. Normalerweise herrscht hier ja ein ganz anderes Treiben.

Alp Trida

Dann nahm ich für mich erstmal die Laret- Talabfahrt. In Samnaun waren selbstverständlich noch beide Talabfahrten in Betrieb und zumindest die Laret-Talabfahrt in einem erstklassigen Zustand.

Die Abfahrt war top präpariert, gerade im Firnfenster und führt landschaftlich nett gelegen ins Tal. Die Abfahrt war die beste Abfahrt des Tages

Nach dem Ausflug in die Schweiz ging es dann wieder zurück nach Ischgl. Ab Mittag war es dann im Gebiet noch einmal deutlich leerer. Hier der Blick vom Flimjoch in Richtung Idalpe

Da kaum einer wusste, dass die Padoramabahn läuft, ging es dorthin, um dort wahnsinnig leere Pisten zu fahren. Leider war die Präparation dort mit Abstand am schlechtesten.

Abfahrt an der Padoramabahn

Blick von der Abfahrt an der Padoramabahn zur Bergstation der Vellileckbahn. Schade um die alte Bahn. Dort waren schon alle Sessel demontiert.

Wieder an der Idalpe angekommen gab es der Vollständigkeit halber auch eine Fahrt an der Vellilbahn. Insgesamt bin ich gestern alle geöffneten Anlagen, mit Ausnahme der Pardatschgrat-, Fimbabahn und der Übungsbahn an der Idalpe gefahren. Wurden dann trotz der fehlenden Talabfahrten ca. 20.000hm

Blick in den Höllboden. Auf der gegenüberliegenden Seite liegt die Sassgalunbahn

In der Höllkarbahn

Blick zu den Bahnen am Palinkopf. Die Abfahrten waren dort aber auch schon mal besser, aber gut, es war ja auch schon ca. 14:00 Uhr.

Ausblick von der Langen Wand. Die Ziehwege rund um Lange Wand, Palinkopf, Gampen, Höllspitz waren leider alle recht steinig, da einige Steine von den Felsen auf die Piste abgebrochen sind.

Blick von der Abfahrt an der Zeblasbahn

Blick von der wieder guten Piste 41 zum Piz Valgronda. Dort war die Piste auch gut, aber hier stört mich der Weg zurück zur Talstation schon etwas.

Abfahrt am PVG. Die Pendelbahn fuhr leider nur in einem sehr großen Takt. Es wurde immer lange abgewartet, bis die Kabine zu ca. 50% voll war.

Rückblick PVG

Blick zur Talstation der Gampenbahn

Ausblick vom Gampen in Richtung PVG

Die sonst so schlechten Abfahrten an der Gampenbahn gingen gestern am Nachmittag sehr gut.

Abfahrt an der Höllspitzbahn

Am Höllspitz bin ich dann auch die andere Variante gefahren, die im oberen Bereich aber immer noch recht hart war.

Dito

Auch die Abfahrten an der Thayabahn wurden gefahren. Rund um die Hütte war es gestern angenehm ruhig. So müsste das immer sein.

Wir schreiben 15:50 Uhr und die Idjochbahn ist bei einer offiziellen letzten Bergfahrt von 16:30 Uhr bereits vollständig eingaragiert. Liebe Bergbahnen, bitte tut doch auch was für euer Geld und haltet euch an das, was ihr publiziert. Mangels Alternativen musste ich so bis zum Schluss an den Abfahrten an der Flimjoch- und Höllbodenbahn (lief wie geplant bis 17:00 Uhr) fahren.
Fazit:
Das war es mit meiner Skisaison 2018/2019. Mit nur 43 Skitagen im Vergleich zu früher eher eine kurze Saison. Als Student konnte man doch sehr viel mehr Skifahren gehen, als jetzt im Berufsleben.
Der letzte Skitag wurde aber sehr versöhnlich bei Kaiserwetter und guten Schneebedingungen abgeschlossen. Der heutige Tag war sicherlich nicht perfekt (ski-chrigel und pat_rick hatten es da in Zermatt bestimmt besser), aber der beste Ischgl-Tag seit langem. Sehr viel Spaß machten mir heute die verschiedenen Hangausrichtungen und der gute Schnee. Je nach dem was man gerade wollte, konnte man zwischen Hart, Pulver und Sulz wählen.
Die Punkte, die stören, habe ich ja bereits ausführlich angesprochen. Es ist einfach unsittlich teuer zahlende Kunden zu täuschen und Leuten den Skispaß zu nehmen, indem man viel früher als angeschlagen, das Angebot auf ein Minimum reduziert.
Nichts desto trotz konnte ich mit dem gestrigen Tag ruhigen Gewissens die Saison abschließen, die wieder mal neben einigen schlechten Tagen auch wieder viele gute Tage darbot. In gut 5 Monaten geht es ja aber dann auch schon wieder los