„Nachträglich bin ich diesen Tag wohl falsch angegangen und hätte mich doch besser vorbereiten müssen. Mein Gedanke war: Das Gebiet ist eh zu groß für einen Tag, also einfach mal in jede Ecke fahren und dabei das mitnehmen, was gerade auf dem Pistenplan am interessantesten aussieht. Leider entpuppten sich dabei viele im Pistenplan gut aussehende rote und schwarze Abfahrten als eben diese flachen und quer zum Hang angelegten Pisten. Ein Großteil der (vermutlich spannendsten) schwarzen Pisten war geschlossen und auch der Schnee im Gelände häufig nicht ansprechend oder fehlend. Zudem geriet ich in die Handlungsweise, die man bei Großgebieten besser nicht verfolgt: Unter innerlichem Stress von einem zum nächsten Sektor fahren und dabei viele volle, flache Verbindungspisten mitnehmen. Besser wäre ich in Gebieten, wo es mir gut gefiel, z.B. Pic Blanc/Herpie, Montfrais, Marmottes, Auris länger geblieben. Nach Maronne schaffte ich es trotzdem nicht mehr. So kamen Freude und Begeisterung während des Skitags immer nur für kurze Momente auf - und nicht dauerhaft. Die hohen Erwartungen wurden nicht ganz erfüllt und ich bin froh, bisher doch keine ganze Woche hier gebucht zu haben. Vermutlich war auch einfach die Umstellung von einer Woche Südalpen (leer, mehr Bäume und Atmosphäre) zu groß.“
Also versuchte ich nun beim Zweitbesuch, mich auf interessante Bereiche zu konzentrieren und auch ein paar der schwarzen Varianten zu fahren, die ich letztes Mal nicht schaffte.
Übersicht der Westalpentour im Frühjahr:
12.03.2022: Flumserberg
13.03.2022: Portes du Soleil Champéry-Les Crosets-Champoussin-Morgins-Avoriaz
14.03.2022: Portes du Soleil Champéry-Les-Crosets-Avoriaz-Morzine-Les Gets
15.03.2022: Portes du Soleil Champéry-Les Crosets-Avoriaz-Châtel-Torgon-La Chapelle
16.03.2022: Chamonix Brévent-Flégère
17.03.2022: Les 7 Laux
18.03.2022: Les Karellis
19.03.2022: Les Sybelles
20.03.2022: Valloire-Valmeinier
21.03.2022: St-François-Longchamp Valmorel
22.03.2022: Villard-de-Lans Corrençon
23.03.2022: Chamrousse
24.03.2022: Alpe d’Huez
25.03.2022: ViaLattea Montgenèvre-Claviere
26.03.2022: Monterosa Alagna-Gressoney-Champoluc
27.03.2022: Valmalenco
> Skigebiet:
1.125-3.330 m
250 Pistenkm
3 PB, 1 FUN, 1 DMC, 1 Korb, 8 EUB, 6 TMX, 7 KSB, 9 SB, 19 SL
Interaktiver Pistenplan: http://live.skiplan.com/moduleweb/2.0/alpedhuez.php
Tageskarte 56 €
> Schneelage und Wetter:
Oz 1350 m: 90 cm, 3 bis 12°C
Villard Reculas 1500 m: 40 cm, 4 bis 11°C
Alpe d’Huez 1860 m: 117 cm, -2 bis 6°C
Dôme des Rousses 2800 m: 130 cm, -6 bis -4°C
Pic Blanc 3330 m: 190 cm, -8°C
Zunächst hart, stellenweise auch eisig, nachmittags sulzig oder firnig
> Wartezeiten:
Meist nur wenige Sessel, insbesondere an Marmottes 1 deutlich länger
> Geschlossen:
TSF Glacier
Pisten Combe Charbonnière, La Fuma, Mur, Forêt, Roche Noire
Mehrere Pisten nicht oder nur schlecht präpariert.
> (Kartenbasis Opentopomap mit Opensnowmap)
> Positives:
+ Tolle Aussichten, insbesondere vom Pic Blanc
+ Zufälligerweise Tomorrowland, mit sehr guter Musik an vielen Stellen im Skigebiet
+ Lange, sonnige Abfahrten
+ Komfortabler Einstieg ins Skigebiet für Tagesgäste mit der neuen EUB Allemond-Oz (spart viel Fahrerei)
+ Schritt für Schritt werden die letzten langsamen Lifte ersetzt. Die neue Kombibahn Clos Giraud sowie die neue 6KSB Chalvet beschleunigen die Verbindungen deutlich
+ Spannender Ort Alpe d’Huez mit Pisten durch die Häuserlandschaft
+ Mehrere nette schwarze Abfahrten und Geländevarianten
> Negatives:
- Mehrere Pisten, insbesondere im Bereich Oz und Dôme des Rousses, sind sehr unnatürlich und unattraktiv in die Landschaft gebaut
- Rund um Alpe d’Huez ist es flach, voll und wuselig
- Für einen Wochentag ziemlich viel los und erheblich voller als alle Skigebiete der Tage zuvor
- auch wenn es hier häufig sonnig ist: für schlechtes Wetter fehlen attraktive Waldabfahrten
- SB Glacier leider außer Betrieb, damit die hochgelegenen Pisten am Pic Blanc nur umständlich wiederholbar
> Fazit:
Das Ziel, sich auf die spannenden Bereiche zu konzentrieren, ging durchaus auf. Vormittags schaffte ich gleich zweimal die Sarenne, bevor sie zu extreme Sulzbuckel aufweisen würde. Mit Col de Cluy, Balme, Cristaux und Forêt befuhr ich immerhin vier neue, schöne schwarze Pisten. Die Tunnel ging nachmittags auch noch auf und sah aus der Seilbahn so gut präpariert wie keine andere Piste aus, der Einstieg nach dem Tunnel schien aber zu steinig und eisig. Vielleicht beim nächsten Mal.
Auch wenn Alpe d’Huez ursprünglich in dieser Tour gar nicht geplant und die Erwartung nach dem Erstbesuch nicht zu hoch war, ergab sich durch das schöne, frühlingshafte Licht und vor allem die tolle musikalische Untermalung doch ein spezieller, besonderer Skitag.
> Start morgens am sehr praktischen Eau d’Olle Express. Wäre in 7 Laux, Karellis, Sybelles, Valmeinier, SFL und Chamrousse auch sehr nützlich gewesen und hätte viele Höhenmeter mit dem Auto gespart.
> Morgenlicher Start Richtung Vaujany entlang der neuen Kombibahn
> Nach einer Fahrt bis La Villette nun in der Kombibahn, die die Rückkehr erheblich beschleunigt
> Blick nach Alpe d‘Huez
> Hinten die Nordhänge am Signal de l‘Homme
> Piste Bartavalles
> Kombibahn von MND/Bartholet
> Und Vergleich mit einem älteren Stationsdesign
> Piste Dôme
> Und am höchsten Punkt, dem Pic Blanc auf 3.330 m. Schon bei der Stationseinfahrt wunderte ich mich über laute Geräusche. Auf der kleinen Terrasse an der Bergstation angekommen fühlte ich mich gleich wie bei einem Set von Cercle (https://www.youtube.com/channel/UCPKT_c ... VX0XrMtagQ) mit guter Musik. Und tatsächlich: Im Rahmen des Tomorrowland Winter legte hier oben eine gute Djane auf. Was für eine besondere Stimmung
> Tiefblick nach Alpe d‘Huez
> Die Pisten hier oben sind sicher ein Highlight von AdH
> Nur die SB Glacier, die die hochgelegenen Pisten Sarenne, Cassini und Glacier erschließt, war leider außer Betrieb.
> Blick hinüber nach Les 2 Alpes, das ich bisher nur vom Sommerski kenne
> Gletscher-SL von La Grave
> Gletscherskigebiet von L2A
> Mittlerer Gebietsteil von L2A. Muss ich doch auch mal im Winter besuchen, zumal dann der nervige Jandri Express umgangen werden könnte
> Aiguilles d’Arves, die den Skitag in den Sybelles wenige Tage zuvor prägten
> Hinten links Les 2 Alpes
> Auf der Cassini, die stellenweise doch sehr eisig war. Gegenüber SB Herpie mit gleichnamiger Piste
> Herpie vormittags bereits mit gutem Firn
> Erste Runde auf der Sarenne. Relativ voll und unten bereits sehr weich.
> Und am Ende leider ewig flach
> Aber zumindest der neue TSD6 Chalvet verkürzt die Rückkehr nach Alpe d’Huez deutlich
> Chaotisch bebautes Alpe d’Huez. Das Festzelt vermutlich auch für das Tomorrowland.
> Spezieller Skihügel: Signal
> Und (zu) eisig an diesem Tag: Fontfroide
> Neuerdings als Kombibahn mit kleinen 6er Kabinen: Marmottes 1. Da an der Bergstation ebenfalls ein Musikevent stattfand, gab es ganztags (und vor allem am Nachmittag) lange Schlangen am Kabinenzugang
> Über den Pic Blanc erreichte ich die schöne Piste Glacier und über die SB Herpie die nette Piste Cristaux. Danach wartete die zweite Runde Sarenne, die unten nun zur Mittagszeit bereits höhere Sulzbuckel aufwies (einfach zu viele Leute und zu südseitig ausgerichtet).
> Unten durch den weichen Schnee noch mühsamer
> An der Fontfroide mit Blick nach Alpe d’Huez. An der Talstation konnte man gut und günstig Mittag essen
> Marmottes 1 gegenüber
> Nach dem Mittag wartete eine weitere Piste, die ich letztes Mal auslassen musste: Col de Cluy
> Les 2 Alpes schon ziemlich schneearm
> Breite, ruhige Buckelpiste Col de Cluy mit relativ gutem Firn
> Untenraus relativ wenig Schnee. Gegenüber die neue Chalvet-Sesselbahn
> Zurück am Marmottes
> Gerade noch so geöffnet die schwarze Piste Balme
> Man musste allerdings etwas auf die Felsen achten
> Noch eine Etage höher: Marmottes 2
> Lac Blanc
> Wechsel zum Signal
> Gegenüber die zahlreichen Anfängerlifte/-pisten
> Auf der Rückseite dann der beste Firn des Tages am TSD4 Villarais
> Geschlossene Piste Mur ging noch gut
> Oisans-Tiefblick
> Zweite Abfahrt nach Villard Reculas: Geschlossene und nicht mehr markierte Piste Forêt
> Im Endeffekt ein überbreiter Firnhang, zeitweise relativ steil
> Zurück in Alpe d’Huez wollte ich doch noch gerne die Fahrt durch den Ort mitnehmen
> Diese führt an zahlreichen Gebäuden vorbei, bis man schließlich den Alpe Express erreicht
> Diesen Sommer ist nun die untere Verlängerung nach Huez 1500 dazugekommen (wodurch leider die Eier-Gruppenbahn abgerissen wurde). Perspektivisch soll die Bahn sogar bis in den Talraum von Bourg d’Oisans reichen, als zweiter Ascenseur Valléen neben dem Eau d’Olle Express.
> Teilweise autonomer Betrieb
> Am Riesenrad vorbei Richtung Marmottes/Romains/Rifnel
> Durch die lange Schlange am Marmottes 1 wählte ich doch lieber den leeren Romains
> Und erreichte ein Liveset des Tomorrowlands mit sehr bekannten Künstlern. Was für ein cooles Event.
> Um 16:30 nahm ich nochmal das DMC
> Piste Chamois mit musikalischer Begleitung
> 16:40, eigentlich soll man nun die Piste nach Oz nehmen (Pistensperre 16:40). Andererseits haben die Lifte hier ja noch bis 17 Uhr geöffnet, also erstmal nochmal hinüber zum Signal
> Blick von dort zurück zum DMC
> Oben an der Bergstation Signal gab es den ganzen Nachmittag über auch gute Musik. Da es mir zu kompliziert ist, meine Videos davon hier einzubinden, nachfolgend mal ein Link von Cercle aus dem Jahr 2019, der die Stimmung auf der Signal gut zeigt: https://www.youtube.com/watch?v=CQZYzGO8QlM&t=1400s
Sowie ein Video aus dem Jahr 2021 (ohne Gäste): https://www.youtube.com/watch?v=mBugT_x9l0Q
> 16:53 zurück in der Kombibahn Jeux. Hat ja bis 17 Uhr auf, also alles entspannt für die Rückfahrt nach Oz
> 17:00 Uhr, erstmal noch etwas die Musik genießen. Das Tomorrowland geht hier wohl die ganze Woche so, mit bekannten Künstlern wie Martin Solveig, Marting Garrix und auch Armin van Buuren (https://www.youtube.com/watch?v=M96GsegUDw8)
> Hätte ich in Alpe d’Huez geparkt und nicht in Allemond und müsste ich vor allem nicht noch über den Col de Lautaret nach Briançon und rechtzeitig zum Check-In im Hotel, wäre ich bei dem tollen Wetter wohl auch noch etwas länger hier oben geblieben.
> So musste ich eine halbe Stunde nach Sperrung der Abfahrten nach Oz unbemerkt an den Absperrungen vorbei auf die Piste Poutran. Wohl eine der modelliertesten Pisten überhaupt. Die Pistenkontrolle war noch nicht zu sehen (oder nicht mehr?
> Schließlich zurück in Oz. Da der Eau d’Olle Express bis 18 Uhr fährt, brauchte ich mich nicht beeilen.
> Kompakter Ort Oz-en-Oisans. Das Gelände hier eigentlich untauglich für Skipisten, wodurch die Abfahrten schräg zum Hang künstlich angelegt wurden.
> Auf knapp 3 km geht es 750 Hm hinab, vorbei am Lac du Verney
> Talstation auf 720 m Höhe
> 18:20, bei La Grave
> 18:30 am Lautaret
> Und weitere zweite Stunden später in der Altstadt von Briançon
> Ruhige, südfranzösische Altstadt. Starker Kontrast zum Tomorrowland-Spektakel
> Damit endet der vorerst letzte Abend in Frankreich. Morgen steht der Wechsel nach Italien an