Gemsstock-Bahn

Fachforum für Seilbahntechnik: Technische Diskussionen zu Kuppelsystemen, Steuerungen, Seilrechnung und Innovationen im Seilbahnbau.
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Chasseral
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Gemsstock-Bahn

Beitrag von Chasseral »

Die Gemstockbahnen führen in 2 Sektionen von Andermatt (1400m NN) über die Mittelstation Gurschenalp (2180m NN) zum Gemsstockgipfel (2963m NN). Die beiden Sektionen wurden Anfang der 1960er Jahre gebaut und in den 1990er Jahren von Garaventa komplett erneuert bzw. in weiten Teilen neu errichtet.

Die untere Sektion hat zwei Fahrbahnen mit Doppel-Tragseil und 60er-Kabinen. Sie hat im Winter fast ausschliesslich Zubringerfunktion. Die obere Sektion hat Doppel-Tragseil und 80er-Kabinen; sie dient im Winter als Beschäftigungsanlage. Eine technische Besonderheit ist der verschiebbare Mittel-Perron in der Talstation der oberen Sektion (=Mittelstation). Er gibt immer nur eine Fahrbahn frei und rückt dabei ganz an den Aussen-Perron der anderen Fahrbahn ran. Die Verschiebung erfolgt kaum merklich während der Perron mit Fahrgästen befüllt wird.

Das Trassee der oberen Sektion wurde bei der Erneuerung leicht seitlich nach links verlegt. Stützenfundamente der ursprünglichen Bahn sind noch zu sehen. Eine Stütze dieser Sektion ist gelenkig am Fels gelagert.

Hier die Bilder. Diese habe ich nicht mit dem Ziel einer Dokumentation gemacht sondern eher zufällig. Daher bitte ich zu entschuldigen, dass die Motive hinsichtlich Seilbahntechnik nicht umfassend und nicht optimal sind.

1. Sektion:

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^^ Blick aus der Talstation auf die steile Trasse


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^^ Blick aus der Kabine talwärts auf Andermatt. Die Scheiben sind leider schon ziemlich verkratzt.


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^^ 60er-Kabine mit Stütze (was sonst *g*)


2. Sektion:

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^^ 80er-Kabine bei der Ausfahrt aus der Mittelstation


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^^ Blick aus der Mittelstation auf die Strecker der 2. Sektion


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^^ ... noch mal aus einer etwas anderen Perspektive; hier erkennt man gut die gelenkig gelagerte Stütze am steilen Felshang


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^^ Kabine bei der Überfahrt der letzten Stütze; die Kabine sieht nicht nur so schief aus – sie ist es auch. Bei Stützenüberfahrt bergwärts schaukelt die Kabine so stark, dass immer wieder Fahrgäste umfallen. Links sieht man ein Fundament der ursprünglichen Bahn.


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^^ Kabine bei der Ausfahrt aus der Gipfelstation


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^^ Die Gipfelstation – krass im Fels verankert. man sieht die Treppe und Brücke; über die Treppe kann man auf das Dach der Station steigen (Tafeln erklären alle umliegenden Gipfel) und von dort über die Brücke rüber zum eigentlichen Gipfel.


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^^ Vom Dach der Station sieht man schön den Serpentinenweg, über den die Skifahren runter zum Gletscher gelangen.


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^^ ... von unten sieht man wie dieser Serpentinenweg mit bis zu 10 Meter hohen Schneewänden auf dem Gletscher aufgebaut wurde; ganz oben die Verankerung der Station


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^^ Ein sehr kritischer Seilbahninspekteur ...*g*; er hatte an dieser Anlage eigentlich nur auszusetzen, dass das Verschiebeperron verschoben wird während er befüllt wird. Schlechter sah es für die Skilifte aus – da lag einiges im Argen.


Was gibt es am Gemsstock noch so interessantes?:

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^^ Die Skiroute Gurschenstock! Die ist so ziemlich das krasseste was ich jemals an markierten Skiabfahrten gesehen hab. Brutal steil (jeweils hinter den zu erahnenden Kanten), teilweise nur 3 Meter breit zwischen Gletscherspalten (nicht überall ist eine Leine gespannt) und logischerweise nicht präpariert.


Bild
^^ Die DSB Gurschenalp im Bereich der Mittelstation. Sie ist ein typischer Doppelmayr-Nachbau von Garaventa aus Anfang der 1980er Jahre. Sie ist reine Sportbahn und im Sommer nicht in Betrieb.
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Beitrag von lift-master »

Eine schöne Foto Dokumentation.Weiter so :biggthumpup:
...willst du die berge sehn,dann mußt du zum schi fahrn gehn...
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Beitrag von Schmalspurfan »

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Beitrag von GMD »

Jep, die zweite Stütze der zweiten Sektion ist spassig zum drüberfahren. Erbauer der ursprünglichen Bahn war soviel ich weiss Bell.
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Andermatt

Beitrag von schifreak »

am Gemsstock bin ich auch vorbeigefahrn... aber so ne krasse Stützenüberfahrt hab ich auch noch nie gesehn-- iss das normal ? ( ich liebe ja sowas... nur manchmal - vor allem beim runterfahrn - wirds scho manchmal unheimlich-- beim rauffahrn find ichs meist net mal soo schlimm )
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Beitrag von Stefan »

solche überfahrten sind nicht ungewöhnlich, die bahn am gemsstock pendelt aber schon ordentlich. ähnlich hab ich nur die felskinnbahn in erinnerung. am gemsstock hat's übrigens auch schöne tourenabfahrten richtung gotthard-passstraße...
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schifreak
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PB

Beitrag von schifreak »

Rüfi II in Lech-- und Schloßalm in Bad Hofgastein sind auch net schlecht...
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Re: PB

Beitrag von crazy_chris »

schifreak hat geschrieben:Rüfi II in Lech
oh ja....die schaukelt ganz schön.....
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Beitrag von Stefan »

@Schmalspurfan: Stimmt, da han i ou gmerkt, abr isch erscht no lässig gsi, dur de schnee stapfe, machen ig no garn :lol:

Bertramo
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Beitrag von Bertramo »

Schmalspurfan hat geschrieben:Noch zu den Abfahrten (eines der beiden Gebiete wo ich Skifahren gelernt habe), es gibt in der Region noch ein paar schwierigere Routen (die sind dann aber nicht mehr markiert).
Wollte kein neues Topic eröffnen.
Kannst mir mal en paar Infos zu denn Skirouten oder einfach nur Tiefschneetouren geben? Gehe nämlich Ende Januar mit de Schule hin und würde dann en bissel Tiefschneefahren gehen.

Danke
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Beitrag von Michael Meier »

Uiii als Schule?? :lol: Da hat der Lehrer aber keine Freude.
Also die "einfachste" Route ist ausgeschildert und geht von der Bergstetion rechts neben der schwarzen Gletscherpiste (Bernhard Russi Run) weg über das Gurschenstöckli runter über die Gletscherkante über die Moröne auf die Gurschmatt. Da kommt man dann wieder auf die Piste die vom Lutersee kommt.

Route 2 geht hinter der Bergstation Gemsstockbahn (gegen Süden) weg. Rechts dem Hang entlang zum Guspis. Wenn es nicht reicht am Hang entlang zu traversieren kann man auch direkt runter fahren und kurz zum Guspis über den Schwarzbachfirn aufsteigen. Dann gehts auf der anderen Seite des Guspis gehts über den St. Anna Gletscher ins Felsental. Durchs Felsental Richtung St. Anna Wald. Oberhalb des Waldes endet die Forststrasse zwischen den Lawinenverbauungen. Bei der untersten Kurve der Strasse links abbiegen und auf der Strasse durch den Wald nach Hospental fahren. Zurück gehts mit der Bahn (Im Skipass inbegriffen) oder mit dem Skibus, Alternativ konnte man auch wieder mit der Winterhornbahn hochfahren und den Rest des Tages da verbringen.

Route 3 geht auch vom Gipfel richtung Süden ins Unteralptal. Dazu fährt man hinter der Bergstation rechts etwas dem Hang entlang und kommt so auf den Schwarzbachfirn. Auf dem Firn runter über die Moränen kommt man zur e Vermigelhütte. Da ist die steile Passage zu ende. Zurück nach Andermatt kommt man dann auf einer eher flachen 5km Abfahrt durch das Unteralptal nach Wiler Oberhalb Andermatt. Bei Neuschnee ist diese Route eher schlecht. Wenn der untere Teil schon vorgespurt ist ganz Prima. Alternativ nach Wilerli kann man am Nordhang des Gurschen traversieren (Achtung Lawinen) und so auf die Talabfahrt gelangen.

Das waren diejenigen für die "zwischendurch" Freerider.

Anders gehts dann an der Bergstation Gemsstockbahn richtung Osten über den Grad. Dazu muss man auf einer Hängebrücke etwa 300m über den Grad laufen der links und rechts 100m senkrecht abfällt. So kommt man zum Ausgangspunkt 2er Routen auf dem Gipfel des Gurschenstock. Eine führt wieder Richtung Süden durch die Gafallen (Couloir) wieder Richtung Vormigel und wieder über Unteralptal zurück. Oder nach Osten Wahlweise durchs Hinterälplital oder Vorderälpital ins Unteralptal. Für Freaks kann man auch Richtung Norden Richtung Lutersee abfahren.

Achtung kein Gewähr. Beachte Lawinenausrüstung (Schaufel, Suchgerät und Sondierstange) sowie Bergtauglichkeit und Fachwissen übeer Hochgebirge ist Voraussetzung. Lawinenstufe beachten unter www.slf.ch
Bertramo
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Beitrag von Bertramo »

Michael Meier hat geschrieben:Uiii als Schule?? :lol: Da hat der Lehrer aber keine Freude.
Doch doch, mein Vater ist an der Schule nämlich Lehrer und der heizt au immer gern im Powder rum. :lol: :lol:
Danke für die schnelle un präzise Antwort.
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