Die Schweiz ist für Wintergäste gerüstet

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Jay
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Die Schweiz ist für Wintergäste gerüstet

Beitrag von Jay »

Aus der NZZ:
Die Schweiz ist für Wintergäste gerüstet
Mit Spezialangeboten die Jungen wieder auf die Piste bringen

Mit kräftigen Investitionen in die Infrastruktur der Schneesportregionen hofft die Schweiz verlorenes Terrain der letzten Jahre zurückzugewinnen. Die Seilbahnen ziehen mit, haben die Schweizer Seilbahnen für diesen Winter doch 93 Millionen Franken in neue Anlagen für Skifahrer, Snowboarder, Snowtuber, Schlittler und Wanderer sowie für künstliche Beschneiung investiert. Grösstenteils wurden alte Anlagen durch modernere, leistungsfähigere ersetzt.

Sechsersesselbahnen melden neu Lenk ins Skigebiet Metsch, Samnaun von der Alp Trida aufs Viderjoch sowie Champéry deren zwei von Grand Paradis nach Planachaux und weiter nach Croix de Culet. In Lenzerheide-Valbella wurde der Heimberglift als Zubringer zum gesamten Rothorngebiet sowie zur neu errichteten Trainingsstrecke «Silvano Beltrametti» durch eine kuppelbare Vierersesselbahn ersetzt. Neue Vierersesselbahnen propagieren auch Innerwengen-Allmend, Zinal von Chiesso aufs Plateau de Sorebois und Melchsee-Frutt vom Distelboden auf die Erzegg. Feldis erhielt eine Zweiersesselbahn nach Mutta. Eine Neuheit bietet die Kägi-Fret-Bahn in Alt St. Johann an; sie ist mit einer Kombination aus Sesseln und Gondeln ausgerüstet. 40 Prozent der Seilbahnunternehmungen erhöhen ihre Abo-Preise um 2 bis 3 Prozent. Dies ist nachvollziehbar, da in den letzten fünf Jahren über 600 Millionen Franken in die Infrastruktur investiert wurden und in Zukunft mehr als 1,4 Milliarden für Ersatzanlagen aufgebracht werden müssen.

Um den Nachwuchs wieder vermehrt für den Wintersport zu gewinnen, haben einige Bahnen die Preise für Kinder und Jugendliche gesenkt. Das Wintersportgebiet Les Mosses bietet eine Familientageskarte für zwei Kinder und zwei Erwachsene für 100 Franken. In der Jungfrauregion fahren Kinder bis 15 Jahre mit ihren Eltern am Samstag gratis Ski oder Snowboard, falls Vater oder Mutter eine Tageskarte löst. Railaway bietet für über 30 Skiorte Snow'n'Rail-Packages mit 30 Prozent Ermässigung auf die Bahnfahrt und stark vergünstigte l-, 2- oder 6-Tage-Skipässe an. Jugendliche geniessen manchenorts noch einen Spezialpreis. Der Flumserberger Tarifverbund Meilenweiss ermöglicht freie Fahrt auf 273 Bahnanlagen und 772 km Pisten in 16 Wintersportgebieten, neu auch im benachbarten Deutschland und Österreich (www.meilenweiss.com). Zahlreiche Ferienregionen offerieren spezielle Snow Passes und Top Cards. Es lohnt sich, nachzufragen oder sich im Internet zu erkundigen.

3 Millionen Franken flossen in Beschneiungsanlagen. 1100 der total 7400 Pistenkilometer können mittlerweile beschneit werden, gegenüber dem letzten Winter bedeutet das eine Steigerung von 2 auf 15 Prozent. Der alpine Skisport bleibt das Paradepferd. Doch der Traum der adrenalinsüchtigen Skifahrer ist das Freeriden. Vermehrt werden ihnen, wie unter anderem in Grindelwald und in Kandersteg, unpräparierte, aber sichere Pisten bereitgestellt. Neu ist diejenige von Sunnbüel nach Kandersteg sowie eine für Snowboarder in Feldis. Wichtig ist, dass man die Verhaltensregeln abseits der Piste ernst nimmt. Auf Diavolezza steht das erste komplette Lawinensicherheitszentrum, Patagonia / Black Diamond Alpine Safety Center, zur kostenlosen Benützung offen, und auf dem Jakobshorn bei Davos wurde eine Lawinentrainingsanlage errichtet. In Zermatt, Lenzerheide, Grindelwald oder Saanenmöser veranstalten die Seilbahnen Schweiz mit dem SAC eintägige Kurse, die ein Basiswissen zum Freeriden und zur Lawinengefahr vermitteln.

Wandern auf Ski, zu Fuss - und Cruising
5500 Kilometer Loipen, verteilt auf 150 Regionen, stehen Langläufern zur Verfügung. In den letzten zwei Jahren nahm die Zahl der Gleiter auf langen Brettern um 14 Prozent ab, und dies ungeachtet der das Land überrollenden Fitnesswelle. Eine Neubelebung erhofft man sich nun durch den im Sommer ausgelösten Nordic-Walking- Boom - auf Brettern. Nordic Cruising nennt man diese neue Art der Bewegung. Die Technik entspricht mehr oder weniger der klassischen. Skifabrikanten lancieren bereits einen Ski, der etwas kürzer, dafür breiter ist als der herkömmliche, was besseren Stand verleiht und das Laufen im Neuschnee ermöglicht. Jeden Dienstag gibt es Schnupperkurse im Goms. Arosa hat als erste Destination ein 30 Kilometer langes Netz von Winter-Trails geschaffen, und am 8. Januar findet dort der erste Swiss Snow Walking Event statt.

Ein billiges Vergnügen ist sicher Winterwandern an der frischen Luft. Neu errichtet wurde ein Höhenrundweg in Brüsti (Uri); auf der Grimmialp im Diemtigtal entstand ein Rätselweg. Der Wanderpfad am Hockenhorngrat hoch über der Lauchernalp im Wallis gilt als der höchstgelegene Europas. Mit dem Peak-Winterpass kommen in Zermatt Ausflügler und Winterwanderer auf ihre Rechnung.

Kinder allen Alters sehen den Schneesport nicht mehr als die einzige Möglichkeit, einen Winterferientag zu verbringen. Das Freizeitangebot wird immer vielseitiger. Mit der «Go and snow»-Kampagne möchte man die junge Generation wieder verstärkt für den Wintersport gewinnen. So werden in verschiedenen Städten Schneesporttage und Schneespektakel organisiert, und Wintersportregionen laden Stadtkinder zu sich in die Berge ein. Auch einzelne Ferienorte haben Neuerungen für Kinder parat, so in Lenk einen Kids-snow-cross-Park mit Tunnels, Steilwandkurve, ausgestecktem Slalom und weiteren Hindernissen. In Grüsch Danusa können sich Skihäschen auf der Geisterbahn-Skipiste austoben, und im Kinderland gibt's neuerdings ein Skikarussell, ein Baumxylophon und ein Füchslikino. Auch Crans Montana hat Neues, im neuen Fun-Park-Bibi sind Snowtubing-Piste und Babylift, Schlittelpiste und Rutschbahn vorhanden und im Diemtigtal bieten die Skilifte Springenboden ein neues Kinderparadies an. Mit «Ein Tag mit Mickymaus und ihren Freunden» lockt Arosa, mit einer Schatzsuche Brigels.

Auf Kufen, Racks und Pneus
Schlitteln ist und bleibt beliebt bei Jung und Alt. Schweiz Tourismus hat erstmals eine Klassifizierung nach «Race Runs» und «familienfreundlichen Strecken» vorgenommen, so dass alle Sportler auf ihre Kosten kommen. Neue Schlittelbahnen entstanden in Leukerbad, im Diemtigtal bei den Wiriehornbahnen, in Feldis von der Alp Ragutta hinunter ins Tal, von Ämpächli nach Elm, am Daubensee auf der Gemmi und von Iltios nach Unterwasser. Neu angelegt ist der Schlittelweg auf der Rigi vom Kulm nach Klösterli, und die Schlittelbahn Prätschli-Arosa ist jetzt breiter und hat eine neue Streckenführung. Die Pilatus-Bahnen bieten eine Tageskarte Fräkmüntegg-Kriens an. Eine Airboard-Schlittelpiste melden neuerdings der Stoos (Airboards können gemietet werden) und Filzbach. Neue Snowtubing-Anlagen entstanden in Bergün, auf der Grimmialp, am Daubensee auf der Gemmi, in Klosters Madrisa, Unterwasser Iltios und Les Mosses. Neu ist die Trottibike-Abfahrt auf Schnee vom Gamplüt (Wildhaus). Erstmals ist es möglich, auf einem Schlittschuhweg zwischen Surava und Alvaneu Bad der Albula entlangzugleiten.

Schneeschuhlaufen hat seit dem Aufkommen von Nordic Walking zusätzlichen Aufschwung genommen. Feriengegenden in den Voralpen wie das Toggenburg errichten ausgeschilderte Routen, denn schon wenig Schnee genügt für diesen Sport. Riederalp und Bettmeralp sind nun durch einen Schneeschuhweg miteinander verbunden. 3,5 Kilometer lang ist der neue Trail auf der Alp Iltios ob Unterwasser, auf 6 Kilometer erweitert wurde jener in St-Luc. Schneeschuhläufer können in Bad Ragaz mit einem Chip-System die Laufzeit messen und diese mit der eines Spitzenathleten vergleichen, Snowtubing ist weiterhin ein Renner. Neue Anlagen entstanden in Klosters, beim Daubensee ob Leukerbad (mit Förderlift), und bei Les Mosses ist die 500 Meter lange Snowtube-Piste auch nachts beleuchtet.

Und wer möchte sich nach einem Tag im Schnee nicht so richtig verwöhnen lassen? 57 qualifizierte Wellness-Hotels laden dazu ein. Neu sind die grosszügig konzipierte Anlage «Eau-là- là» in Davos, die zusätzliche Wohlfühl-Oase im Erlebnisbad von Sedrun und der Wellness-Kubus im Parkhotel Flims. Und übrigens: Schnee ist das Thema von Spezialausstellungen in den drei grossen Churer Museen.

Rita Ziegler


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