Wintersportorte setzen auf moderne Technik
Schneekanonen und Superlifte locken
Von Joachim Hofer, Handelsblatt
Die Wintersportorte in den Alpen haben vor Beginn der neuen Saison so viel Geld in Lifte und Schneekanonen gesteckt wie schon lange nicht mehr. Im harten Konkurrenzkampf der Skigebiete kann nur mithalten, wer moderne, schnelle Liftanlagen mit kurzen Wartezeiten bieten kann.
MÜNCHEN. „Wir wollen die Vorreiterrolle zurückgewinnen“, lautet die Kampfansage von Manfred Filzer, Chef der Kitzbüheler Bergbahn AG, an die Wettbewerber. Jahrelang hat der Tiroler Prominentenort vergleichsweise wenig Geld für neue Lifte ausgegeben. Die Folge: Viele Gäste drohten in Gebiete mit moderneren Seilbahnen abzuwandern. Jetzt schlägt Kitzbühel mit aller Macht zurück: 13 Mill. Euro hat die Bergbahngesellschaft in eine neue Gondel investiert.
Die Tiroler stehen mit ihren Investitionen nicht alleine da; von Südtirol bis Oberbayern sind die Bagger angerückt, um neue Bahnen zu bauen. So entstand im Südtiroler Gröden eine 1,2 Kilometer lange U-Bahn. Ischgl in Tirol beschert den Urlaubern gleich zwei neue 6er-Sessellifte. Vorbild auf diesem Gebiet ist Frankreich mit riesigen, fast perfekt ausgebauten Wintersportstationen.
In den Alpen gibt es etwa 10 000 Lifte und Seilbahnen. Doch viele davon sind veraltet und werden durch neue ersetzt, die mehr Gäste befördern können und bequemer sind. Weil in den vergangenen Wintern oft der Schnee fehlte, stecken die Skiorte zudem Millionen in große Beschneiungsanlagen.
Ohne den Wintertourismus könnten viele Alpenorte nicht überleben. Nach Angaben des bayerischen Wirtschaftsministeriums übernachten im Freistaat im Winter zwar weniger Urlauber als im Sommer. Die Skitouristen geben dafür aber mehr aus.
Dass sich das Geschäft trotz der hohen Investitionen lohnt, versucht die Schörghuber-Gruppe (Paulaner, Arabella-Hotels) zu beweisen. Am Spitzingsee, im traditionellen Hausgebiet der Münchener, will der Konzern in den nächsten Jahren mehr als zehn Mill. Euro in neue Lifte und Schneekanonen stecken. Eine erste Anlage wird in diesen Tagen eingeweiht, ein weiterer Sessellift soll nächstes Jahr folgen. Zudem betreibt die Gruppe Anlagen am Tegernsee und in Lenggries. „Operativ sind die Anlagen alle profitabel“, sagt ein Sprecher.
Die Bauarbeiten stoßen nicht überall auf Zustimmung. Umweltschützer stören sich an den gestiegenen Kapazitäten und den Schneekanonen. In Bayern werden derzeit zwar nur elf Prozent der Pisten künstlich beschneit, doch in Österreich sind es schon 30 Prozent, in Südtirol sogar fast 80 Prozent. Bundesumweltminister Jürgen Trittin forderte deshalb jüngst ein Öko-Siegel für Skigebiete.
Ein Ende des Baubooms in den Wintersportregionen ist nicht abzusehen. Im Gegenteil: Allein Kitzbühel werde jährlich zehn bis 15 Mill. Euro in neue Lifte und Beschneiungsanlagen investieren, verspricht Bergbahn-Chef Filzer.
HANDELSBLATT, Dienstag, 30. November 2004, 07:50 Uhr
Schneekanonen und Superlifte locken
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Jay
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Schneekanonen und Superlifte locken
Das Handelsblatt berichtet:
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Anscheinend hat das Handelsblatt heute ein Seilbahn-Special in seiner Ausgabe? Ein weiterer Bericht über DM:
Asien verspricht starkes Wachstum
Der Boom bei Bergbahnen hält an
Beim größten Seilbahn-Produzenten der Welt geht es aufwärts: „Wir hatten ein ausgezeichnetes Jahr“, freut sich Michael Doppelmayr, Vorstandschef und Eigentümer der Doppelmayr Holding AG.
jojo WOLFURT. Trotz Wirtschaftsflaute verkaufte das Vorarlberger Familienunternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr (31. März) 160 Gondelbahnen und Sessellifte.
Die Firma aus Wolfurt bei Bregenz profitiert von einer Nachfrage, wie sie die Branche lange nicht mehr erlebt hat. Weil im Frühjahr eine neue, europaweit gültige Seilbahn-Richtlinie in Kraft trat, investierten vorher noch zahlreiche Bahn-Betreiber. Zudem gibt es in Italien üppige Fördermittel für Lifte. Entsprechend positiv fielen die Zahlen aus: Der Gewinn kletterte um mehr als das Doppelte auf 26 Mill. Euro, der Umsatz stieg von 418 auf 464 Mill. Euro.
Zusammen mit dem Südtiroler Konkurrenten Leitner dominiert Doppelmayr den weltweiten Seilbahnbau. Daneben gibt es noch ein Dutzend regionaler Wettbewerber. Auch Leitner geht es gut: Die Gruppe erzielte zuletzt einen Umsatz von 427 Mill. Euro, ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Dass es weiter so steil aufwärts geht wie im vergangenen Jahr erwartet in der Branche allerdings niemand. „Wir werden auf hohem Niveau stagnieren“, sagt Hanno Ulmer, Finanzvorstand von Doppelmayr.
Hoffnung schöpfen die Anbieter unter anderem aus dem Nachholbedarf in der Schweiz. Der Seilbahn- Verband des Landes rechnet damit, dass in den nächsten fünf Jahren 1,4 Mrd. Franken in neue Anlagen fließen werden. Im Gegensatz zu Österreich hat die stark fragmentierte Schweizer Seilbahn-Industrie in den vergangenen Jahren wenig investiert.
Die größten Wachstumschancen rechnen sich die Bahnhersteller aber jenseits von Matterhorn und Großglockner aus. Vor allem in Asien wollen sie stärker ins Geschäft kommen. „Die Länder sehen, dass sich Investitionen in den Tourismus schnell auszahlen“, sagt Michael Doppelmayr. Sein Unternehmen hat zuletzt Seilbahnen in Vietnam und Indonesien gebaut, Konkurrent Leitner hat jüngst einen Großauftrag aus Hongkong bekommen.
Zudem hofft Doppelmayr auf einem Umsatzschub durch selbst betriebene Anlagen. So unterhält die Firma in New York und Lissabon eigene Gondeln, in Andorra kommt demnächst eine weitere Bahn hinzu. Auch die Seilbahn auf der Bundesgartenschau in München, die im April beginnt, lässt die Firma unter eigener Regie laufen. Nach Ende der Blumenschau wird die Anlage wieder abgebaut, wie schon in Rostock, wo die Gondeln 2003 über den Köpfen der Besucher der Internationalen Gartenbau Ausstellung schwebten. Das sei „ein großer Erfolg“ gewesen, betont Michael Doppelmayr.
HANDELSBLATT, Dienstag, 30. November 2004, 07:52 Uhr
- Kris
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Hm...denke dass sich die lautstärke nach schneeeuros noch sehr verstärken wird, in den nächsten jahren.
Denn nun haben die meisten skigebiete investiert, ein ehemals vorhandener vorsprung (der die investitionen begründet hat) gegenüber konkurrenten ist nicht mehr vorhanden, da der konkurrent gleichgezogen hat.
Da der tourismus so lebenswichtig sei, müssen nun eben andere blechen. So wie in tirol jeder (selbständige direkt, oder indirekt bei angestellten über die firma ) eine zwangsabgabe zahlen muss, die garnichtmal so niedrig ist.
Eine art "Kohlepfennig" eben, wie auch immer eingehoben durch abgaben oder steuern, sich addierend zu milliarden...
Damit weiterhin ski- und hotelpäpste gut an den einfach verdienten euros aus russland deutschland england verdienen...
jojo...
NB: es will nicht jeder "Schneekanonen und Superlifte", und erst recht nicht auch noch dafür zwangsweise abkassiert werden...
Denn nun haben die meisten skigebiete investiert, ein ehemals vorhandener vorsprung (der die investitionen begründet hat) gegenüber konkurrenten ist nicht mehr vorhanden, da der konkurrent gleichgezogen hat.
Da der tourismus so lebenswichtig sei, müssen nun eben andere blechen. So wie in tirol jeder (selbständige direkt, oder indirekt bei angestellten über die firma ) eine zwangsabgabe zahlen muss, die garnichtmal so niedrig ist.
Eine art "Kohlepfennig" eben, wie auch immer eingehoben durch abgaben oder steuern, sich addierend zu milliarden...
Damit weiterhin ski- und hotelpäpste gut an den einfach verdienten euros aus russland deutschland england verdienen...
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Zuletzt geändert von Kris am 03.12.2004 - 19:37, insgesamt 1-mal geändert.
>> Die unaufhaltsame Industrialisierung des Skiraums führt zu Banalisierung und somit zum Verlust der magischen Skisportfreude<<
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Re: Schneekanonen und Superlifte locken
Na herzlichen Glückwunsch, Herr Trittin. Wie wärs denn mal mit nem Ökosiegel für Minister?Bundesumweltminister Jürgen Trittin forderte deshalb jüngst ein Öko-Siegel für Skigebiete.
Ist ja lachhaft!!! Müssen wir jetzt für jeden Scheiss mit Ökosiegeln überflutet werden, oder was? Als nächstes gibts wohl noch ein Ökosiegel für Naturkatastrophen und Tankerunglücke...
>>"Nein dieser Winter entsprach nicht unseren ökologischen Richtlinien"
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Umweltsiegel?
Es wüde vielleicht ausreichen, wenn man aufhören würde, die kohle-äh-
personenbeförderungsanlagen direkt oder indirekt durch abgaben oder verdünnte steuern zu subventionieren....
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