Ganzer Text und Grafiken hier:Die Oströhren des Ofenauertunnels, L = 1,39 km und des Hieflertunnels, L = 2,00 km an der A 10 Tauern Autobahn, Richtungsfahrbahn Salzburg im Bereich Golling/Paß Lueg, gehören zu den ältesten Autobahntunneln in Österreich.
Sie stehen nun bereits seit 30 Jahren - davon 6 Jahre als Gegenverkehrstunnel - unter Verkehr. Für die Planung und Errichtung (1968-1974) lagen weder österreichische Richtlinien noch Erfahrungswerte vor. Basierend auf den Erfahrungen überwiegend aus der Schweiz, sah die Projektierung nach dem damaligen Stand der Technik und in Hinblick auf die Gegenverkehrsführung eine nicht reversible Halbquerbelüftung vor.
Nach Fertigstellung des Rohausbruches trat nur geringfügig Bergwasser auf. Das zutretende Bergwasser (Vernässung sowie Wassereintritt durch Risse und Fugen unmittelbar nach Niederschlägen bzw. Schneeschmelze) beeinträchtigt den Gebrauchszustand der baulichen und E-technischen Anlagen. Die nicht reversible Halbquerlüftung erlaubt im Brandfall keine Einflussnahme; somit fehlt ein wesentlicher Sicherheitsaspekt.
Die Erneuerung der elektrotechnischen Einrichtungen ist schon wegen der altersbedingten Abnützung dringend erforderlich; bei der Beschaffung von Ersatzteilen ergaben sich zunehmend Lieferschwierigkeiten bzw. kostenintensive Anschaffungen von Ersatztypen. Die beiden Tunnelröhren werden nach der Sanierung den aktuellsten Sicherheitsstandards entsprechen und in ihrer Gebrauchsdauer einem neuen Tunnel entsprechen.
Mit 7. September 2004 starten die Bauarbeiten. Ab diesem Datum sind die beiden Oströhren des Ofenauer- und Hieflertunnels für den Verkehr gesperrt. Das durchschnittliche Verkehrsaufkommen beträgt rd. 38.000 KFZ/24h, vereinzelte Spitzenwerte bis zu 71.000 KFZ/24h. Durch die Sperre der Richtungsfahrbahn nach Salzburg sind Verkehrsprobleme vorprogrammiert. Um diese zu verringern, werden die Weströhren im Gegenverkehr geführt.
Als Ausweichroute soll den Verkehrsteilnehmern (nur PKW) die B 159 Salzachtal Bundesstraße zwischen der Anschlussstelle Golling und Paß Lueg angeboten werden. Die Steuerung der optionalen Ausleitung auf die B 159 erfolgt über eine EDV-unterstützte Verkehrsbeeinflussungsanlage. Die Kosten dieser Anlagen betragen ca. 3 Mio. EUR. Insgesamt wurden neun, an eigene Streckenstationen angeschlossene Erfassungs- und Anzeigequerschnitte, die beide Fahrtrichtungen abdecken, errichtet. Über Lichtwellenleiter gelangen die Messdaten zur Autobahnmeisterei Golling und werden dort per Computer ausgewertet. Bei Behinderungen oder sich abzeichnenden Staus starten situationsspezifische Verkehrssteuerungsprogramme. Die Information der Autofahrer erfolgt über Wechselverkehrszeichen. Dabei kommen vollgraphische Farbanzeigen ebenso zum Einsatz wie LED- und Wechseltextanzeigen.
Bei den Bauarbeiten werden alle Einrichtungen der Tunnelröhren - inkl. der Tunnelinnenschale bis auf die Gesteinsschichten abgetragen und durch neue, moderne Einrichtungen ersetzt. Die Arbeiten werden in einem 3-Schicht-Betrieb – also rund um die Uhr – durchgeführt.
http://www.asfinag.at/strassenbau/proje ... iefler.htm
Gruß Thomas