Pistenplan bitte hier klicken und sich dann zur gewünschten Panoramakarte durchklicken. Ich empfehle übrigens die html-Version.
Anfahrt:
Augwil, St. Gallen, Diepoldsau (Grenze) Dornbirn, Arlberg (oben drüber), St. Anton, Landeck, Ried, Serfaus
Rückfahrt:
Wie oben, einfach umgekehrt. (Irgendwie logisch, oder?)
Wetter:
Sonntag: Bewölkt mit einigen Aufhellungen. Kalt.
Montag: Schön mit einigen hohen Schleierwolken. Sehr kalt!
Dienstag & Mittwoch: Kaiserwetter bei nun „normalen“ Temperaturen.
Donnerstag: Geschlossene Wolkendecke
Freitag: Schön mit einigen hohen Schleierwolken
Temperaturen:
Tal: -12°C bis 0°C / Berg: -27°C (!) bis -12°C
Schneehöhe:
20cm - 150cm;
Schneezustand:
Pulver-, Hart- und Kunstschnee
Geöffnete Anlagen:
Alle
Geschlossene Anlagen:
Keine
Offene Pisten:
Alle ausser
Geschlossene Pisten:
Paschlonabfahrt
Wartezeiten:
Meistens keine. Nur einmal an der Schöngampbahn circa 5 Minuten. Bei der Dorfbahn in Serfaus bin ich allerdings praktisch jeden Morgen 10-15 Minuten angestanden
Gefallen:
Moderne Anlagen, Neuer Bereich Dorfbahn/ Bergbahnen, Wetter am Dienstag und Mittwoch, keine Wartezeiten, Pistenpflege, landschaftliche Abwechslung im Skigebiet
Nicht gefallen:
Überlastete Dorfbahn, Wetter und Kälte, gewisse übervolle Talabfahrten, viele Holländer.
Fazit:
Und nun gehen wir etwas ins Detail. Am Samstag sind wir bei strahlendem Wetter losgefahren. Bis zur Grenze ging alles glatt. Doch dann harzte es zum ersten Mal. Etwa zwanzig Minuten dauerte es, bis wir den Zoll passiert hatten. Aber nun ab auf die Autobahn und Richtung Arlberg! Und da begingen wir einen Fehler. Wir liessen den Schweizer Radiosender, der weit nach Vorarlberg hineinreicht, eingestellt. Nur wurden wir dort natürlich nicht über den Stau auf der Arlberg-Schnellstrasse informiert. Etwa 1½ km vor der Abzweigung ins Montafon ging’s los. Im Kriechgang quälten wir uns bis nach Braz. Dort riss uns endgültig der Geduldsfaden und wir verließen die Schnellstrasse. Nur um beim nächsten Blick auf die Strasse festzustellen, dass der Stau zu Ende ist! Problemlos erklommen wir dann dank Turbodieselpower die Arlbergwestrampe. Die meterhohen Schneewände und die zahlreichen Skifahrer ließen zum ersten Mal richtige Vorfreude aufkommen! Je näher wir allerdings Landeck kamen, desto größer wurde die Besorgnis. Die Schneehöhen nahmen fast mit jedem Kilometer ab! Wird es in Serfaus noch genug Schnee haben? Durch die Berichte im Alpinforum waren wir ja auch diesbezüglich vorgewarnt. Ich darf es vorwegnehmen, die Ängste waren unberechtigt! Nach einem kleinen Verfahrer in Landeck erreichten wir schließlich unser Ziel.
Bereits am nächsten Morgen war der gemeinsame Skitag mit Starli und dessen Vater Ferdinand angesagt. Mit ein bisschen Verspätung, wegen eines Defektes der Möseralmbahn, trafen die beiden ein. Danach ging’s gleich wieder zurück Richtung Serfaus. Leider wurde das Wetter im Lauf des Tages immer schlechter. Und kalt war es! Auf dem Pezid etwa -23°C! Trotzdem hielten wir uns wacker und trennten uns erst gegen 15.30 Uhr.
Der Montag brachte dann den Sonnenschein zurück. Die paar hohen Schleierwolken störten nun wirklich nicht. Wer nun aber gedacht hatte, mit der Sonne würden auch die Temperaturen steigen, hatte sich gewaltig getäuscht. Im Gegenteil, es war noch frostiger als gestern! Auf der Sattelbahn, die von mir den Titel eisigste Sesselbahn der Skidimension bekommt, war es kaum auszuhalten! Auf dem Schönjoch und dem Lazid war es auch nicht besser. Aber das Topresultat lieferte wieder der Pezid. Sage und schreibe -27°C! Am Mindersjoch war’s übrigens ähnlich kalt. Ich bin ja wirklich nicht frostempfindlich, aber das war sogar für mich über der Schmerzgrenze. Denn dummerweise habe ich mir damals keine der günstigen Tschibo-Gesichtsmasken besorgt und hatte auch keine andere dabei. Da hilft nur eines: Rollkragen des Alpinforum-Fleeces und Jackenkragen hoch und durch! Trotzdem drang die Kälte durch. Aber ein Alpinforumler ist hart im Nehmen wenn’s ums Ski fahren geht, und so startete ich erst gegen 16.00 Uhr zur letzten Abfahrt des Tages. Kleine Randbemerkung: Als wir gegen 19.00 Uhr die Unterkunft Richtung Abendessen verliessen, zeigte das Thermometer -16°C an. Bei der Rückkehr eine Stunde später war es schon 2°C kälter geworden!
Für all diesen Unbill entschädigte der Dienstag mehr als genug. Strahlender Sonnenschein, stahlblauer, wolkenloser Himmel und frisch präparierte Pisten! Auch die Temperaturen waren wieder in den aushaltbaren Bereich gestiegen. Herz, was willst du mehr? Jeder Schwung liessen die Glückshormone durch meinen Körper fliessen. Es war wie im Traum, und ich fragte mich ernsthaft, wann ich wohl aufwachen würde. Aber alles war real, und mit einem Mal waren alle Sorgen ganz weit weg. Abfahrt an Abfahrt reihte sich aneinander, und ich genoss jede Minute davon. Die Zeit flog, und so war dieser Traumtag leider schneller vorbei als mit lieb war.
Doch der Mittwoch machte dort weiter wo der vorherige Tag aufgehört hatte. Der weisse Rausch konnte weitergehen! Diesmal hatte ich die Kamera dabei, die nachfolgenden Bilder stammen also grösstenteils von diesem Supertag. Zuerst ging es Richtung Fiss. Nach einigen Abfahrten im Bereich Möseralm und Wonne wechselte ich schliesslich aufs Schönjoch. Die Nordseite zeigte sich von ihrer besten, schneesicheren Seite! Vor allem die im Wald gelegene Urgabfahrt hatte es mir angetan. Aber auch die anderen Lifte und Pisten dort sind sehr zu empfehlen. Zum Abschluss des Kapitels Fiss gönnte ich mir die grösste am Stück mögliche Höhendifferenz des ganzen Skigebietes. Vom Schöngampjoch über die Frommesabfahrt nach Ladis, 1300 m am Stück! In Ladis galt es keine Zeit zu verlieren, schliesslich wollte ich noch ans genau entgegengesetzte Ende des Skigebietes, in den Bereich Masner! Mittels Sonnenbahn und Möseralmbahn ging es zurück nach Serfaus. Und dann via Lazid auf den Pezid. Dort gönnte ich mir eine Abfahrt auf der schwarzen Pezidabfahrt. Danach folgten zwei wunderbare Abfahrten am Mindersjoch. Das Masnergebiet mit seiner hochalpinen Landschaft zählt ohnehin zu meinen absoluten Lieblingsecken im Skigebiet. Aber auch die im Wald gelegene Schöngampalm auf der Fisser Nordseite gehört genauso dazu. Das ist es, was ich unter anderem an diesem Skigebiet so schätze: die sehr vielseitige Landschaft. Vom Bergwald über Almbereich bis zum Hochgebirge ist alles dabei. Aber zurück zum Skifahren! Die fortgeschrittene Zeit drängte zum Aufbruch. Ich kam allerdings so gut voran, dass noch ein Abstecher auf die obere Scheid drin lag. Kaum losgefahren, musste ich feststellen, dass bereits der grösste Teil der, sich übrigens im besten Zustand seit langem präsentierenden, Abfahrt bereits im Schatten lag. Und da stach mich der Hafer: Als ich sah, dass die Schleifplattenroute offen war, verliess ich die präparierte Piste. Hätte ich geahnt was mich erwartete, hätte ich mir das nochmals überlegt! Doch als ich an die Kante des Steilhanges kam, war es schon zu spät. Steil und buckelig lag er unter mir. Vom Sessellift aus hat das weniger heftig ausgesehen! Vorsichtig begann ich mit dem „Abstieg“. Als ich etwa die Hälfte geschafft hatte und ich zum fotografieren anhielt, rauschte plötzlich eine Gruppe deutscher Skilehrer und –lehrerinnen an mir vorbei. Einer hatte sich allerdings verschätzt und stürzte. Der Rest des Steilstückes bewältigte er dann auf dem Hosenboden, die Skier und die Stöcke hinterher! Zum Glück hatte es ihm nichts gemacht, als ich mit einem seiner Stöcke bei ihm eintraf, hatte er sich bereits wieder aufgerappelt. Kurz vor 16.00 Uhr war ich wieder auf dem Komperdell. Was macht da der Alpinforumler? Direkt die übervolle Mittelabfahrt ins Tal antreten? Natürlich nicht! Mit einem der lenzten Sessel fuhr ich auf die Plansegg. Erst dann nahm ich mit der längst nicht so bevölkerten Seablesabfahrt die letzte Piste des Tages in Angriff. Und damit war auch der zweite Traumtag (leider) zu Ende.
Zu meinem Leidwesen zeigte der Donnerstag ein völlig anderes Gesicht. Grau und bleischwer lag eine geschlossene Wolkendecke über den Bergen. Meine Skibrille mit der orangen Tönung lieferte zwar recht gute Sicht, trotzdem waren die Sichtverhältnisse miserabel! Blindflug mit den Knien war also angezeigt. Doch die Sicht wurde immer schlechter. Der Horizont, die Geländeverhältnisse und die Pistenränder waren alles nur noch ein graues Einerlei. Und so produzierte ich am Masner hinten schliesslich meinen persönlichen „Sturz der Woche“. Das kam folgendermassen: Auf der blauen Abfahrt vom Mindersjoch muss man etwa nach halber Strecke den Schlepplift queren. Doch davon war nichts zu sehen, alles orange (wegen der Brille)! Als ich das Schild „Achtung Liftkreuzung“ sah, zog ich nach links und überquerte hinter zwei bergwärts fahrenden Skifahrern das Trassee. Doch statt der erwartenden Piste ging es plötzlich hinunter in den Tiefschnee - ich war zu früh abgebogen! Ich überschlug mich einmal und kam schliesslich bäuchlings in der weissen Pracht zu liegen. Ohne den hier sehr hohen Schnee hätte das schlimm ausgehen können; so blieb ich aber glücklicherweise unverletzt. So schlecht war die Sicht, dass man nicht einmal die ein paar Meter weiter unten gelegene Kreuzung erkennen konnte. Dabei steckte man nicht einmal in den Wolken selbst! Auf den Schreck hin gönnte ich mir erst mal eine Pause im Restaurant Masner. Da das Wetter nicht besser wurde, bliesen wir zum Rückzug. Und so endete dieser Skitag halt bereits gegen 14.00 Uhr. Aber traurig war ich darüber nun wirklich nicht!
Am Freitag stand wieder die Sonne am Firmament. Inklusive ein paar sehr hohe Schleierwolken, aber die waren irrelevant. Und so ging ich ein letztes Mal Kilometer fressen. Ich durchmass das ganze Skigebiet nochmals. Zuerst am Masner, dann auf der Fisser Nordseite. Schliesslich landete ich nach der Frommesabfahrt wieder in Ladis. Ab in die Sonnenbahn! Doch schon nach etwa sechs Stützen stoppte die Bahn. Da sass ich nun mit zwei etwa zehnjährigen Holländerinnen in der Kabine fest. Und prompt steigt bei einer die Panik hoch und die ersten Tränen fliessen! Was tun? Leider können die beiden kein Deutsch und ich kein Holländisch. Als die eine nun das Stichwort Helikopter fallen lässt, interveniere ich. Radebrechend und unter Zuhilfenahme von Englisch probiere ich den beiden klar zu machen, dass unsere Lage doch nicht so dramatisch ist. Da gibt es einen Ruck und nach einem Stillstand von etwa zehn Minuten geht es weiter. Allerdings nur ein paar Meter, dann stehen wir wieder. Die Erleichterung der beiden Mädchen ist sofort verflogen. Zum Glück dauert der Unterbruch diesmal nur circa fünf Minuten und diesmal hält die Bahn durch. Die beiden stiegen, unglaublich erleichtert, in der Mittelstation aus. Leider hatte die Panne, die übrigens durch einen defekten Schalter ausgelöst wurde, meinen Zeitplan etwas durcheinander gebracht. So fuhr ich mit der Möseralmbahn hoch und wechselte zur Sattelbahn. Dann ein letztes Mal die schwarze Gfallabfahrt hinunter und dann ging es schon mit der Puinzbahn zurück nach Serfaus. Oben verabschiedete ich mich im Stillen vom Skigebiet und ganz speziell vom Waldlift. Hoffentlich kein Abschied für immer! Also von Tirols Skidimension meine ich, vom erwähnten Skilift ja leider schon.
Zum Schluss des Hauptteils noch zwei amüsante Episoden. Warum heisst die Rastbahn so? Weil sie zum ausrasten langsam ist! Oder weil man auf ihr gut eine Rast einlegen kann!
Der folgende Dialog fand auf dem Pezid zwischen mir und einem Liftler statt:
Ich: „Gratuliere noch zur neuen Bahn! Unglaublich, wie schnell ihr die noch hingekriegt habt.“
Liftler: „Danke, wir taten halt alle unser Bestes.“
I: „Ja schon, aber als die Bewilligung erst im September eintraf, dachte ich mir noch, das könnte knapp werden.“
L: „Du weißt aber gut Bescheid, bist du aus der Gegend?“
I: „Nein, aber ich bin Mitglied in einer Internetgemeinschaft zum Thema Ski fahren und Bergbahnen.“
L: „Wo denn?“
I: „Im Alpinforum.“
L: „Ja, kenn ich. Ich lese ab und zu mit. Aber es ist unglaublich, wie ihr Burschen manchmal schon Sachen wisst, die nicht einmal offiziell bekannt sind!“
I: „Tja, wir haben halt unsere Quellen!“
Toll nicht?