Das prunkvollste Hotel der Welt ist fertig
Noch drei Wochen, dann öffnet das größte und prunkvollste Hotel der Welt seine Palasttore: Der Emirates Palace in Abu Dhabi.
Größer, besser, schöner lauteten die Devisen für den Bau. Wenn das Nachbar-Emirat Dubai Tourismusprojekte der Superlativen baut, darf das "Chef"-Emirat Abu Dhabi nicht länger nachstehen. Scheich Said bin Sultan al Nayhan, Monarch von Abu Dhabi und Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, will mit dem gigantischen Hotel ein Zeichen setzen.
Nach drei Jahren Bauzeit ist der Palast nun fertig. Er erinnert - wie beabsichtigt - an "Tausendundeine Nacht". Böden und Säulen sind aus elfenbeinfarbenem Marmor. Wände, Decken und die 114 Kuppeln sind mit Mosaiken verziert und über und über mit Silber und Blattgold bestückt. Wo immer man geht, glänzt und funkelt es. Und blickt man aus den Fenstern, nimmt die Pracht kein Ende. Der Palast steht in einer 80 Hektar großen exotischen Parkanlage, direkt an einem 1,3 Kilometer langen Sandstrand - natürlich dem schönsten in Abu Dhabi.
EIGENER BUTLER
Um wirklich zu verstehen, um welche Dimensionen es sich hier handelt, muss man noch ein paar Zahlen und Fakten nennen:
Vom Westflügel bis zum Ostflügel misst die Fassade fast einen Kilometer. Wer ums Hotel gehen will, marschiert knappe drei Kilometer.
Die Kuppel des Atriums ist höher als die im Petersdom.
Die größte Suite hat 680 Quadratmeter und kostet die Kleinigkeit von 7700 Euro pro Nacht.
110.000 Kubikmeter Marmor wurden verarbeitet und 1002 Swarovski-Kristallluster montiert.
1000 Mitarbeiter aus 50 Ländern kümmern sich um das Wohl von maximal 800 Gästen.
Für jedes der 302 Zimmer und jede der 92 Suiten steht ein eigener Butler rund um die Uhr zur Verfügung.
Bei voller Auslastung entstehen monatliche Stromkosten von 400.000 Euro.
Jeder der beiden Pools ist 150 Meter lang.
Alle drei Tage werden zur Dekoration 18.000 Rosen geliefert, und für die Begrünung des Parks ließ man 8000 Dattelpalmen aus Südafrika kommen.
vorleser
Neben all dem Prunk und den Superlativen wird dem Gast auch modernster Komfort geboten. Das gesamte Areal ist mit Wireless-Technik ausgestattet. Egal ob man sich im Zimmer befindet oder am Pool sitzt - im Internet surfen ist immer und überall möglich. Wer sich lieber ein Buch zu Gemüte führen möchte, kann es sich von einem elektronischen Helferlein vorlesen lassen. Über das interaktive TV-System können nicht nur Licht und Klimaanlage koordiniert werden - man hat damit auch Zugang auf eine 3000 Bücher umfassende Online-Bibliothek. Alle Titel sind in Englisch, Französisch und Arabisch verfügbar.
brillenputzer
Überhaupt genügt es, mit dem Finger zu schnippen, um verwöhnt zu werden. Der Butler ist ja stets zu Diensten: Er reicht einem am Strand frische Früchte und putzt einem sogar die Sonnenbrille.
Geführt wird der Luxuspalast von der Hotelkette Kempinski, die alle anderen namhaften Hotelketten, die sich um die Führung des Emirates Palace bemüht hatten, ausstechen konnte.
Bis zum Herbst übt Kempinski noch den Probelauf. "Bis dahin haben wir ein Soft-Opening", sagt Pressesprecherin Birgit Abate-Daga. "Die offizielle Eröffnung ist im Herbst geplant." Dann werden auch die beiden Spa-Bereiche, die ebenfalls alles Gewohnte übertreffen sollen, fertig sein. Gesamtkosten des Hotels: 1,3 Milliarden Euro.
Bis Ende März ist der Emirates Palace mit 373 Euro fürs Doppelzimmer noch halbwegs erschwinglich. Danach zahlt man für das günstigste Doppel 550 Euro ohne Frühstück. Exklusiv günstige Sonderkonditionen haben KURIER-Leser (siehe auch Extratour unten).
acht sterne
Kategorisiert hat Kempinski den Hotel-Palast mit Fünf-Sterne-de-Luxe. "Mehr ist nicht möglich", sagt Kempinski-Pressesprecherin Birgit Abate-Daga. "Es gibt international keine Hotel-Kategorisierung mit mehr Sternen." Der Fantasie sind aber keine Grenzen gesetzt. Schon das segelförmige Hotel Burj al Arab in Dubai haben Hotel-Profis mit sechs Sternen eingestuft. Der Emirates Palace, meinen manche, verdiene wohl sieben wenn nicht sogar acht Sterne.