Den Japanern ist die Lust
am Skifahren vergangen
TOKIO. Computer und Handys statt Liftkarten, heißt es bei Japans Jugend. Auch Europas Skihersteller leiden mit.
Selbst an schneesicheren Wochenenden bleiben 70 Prozent der Lifte stehen. Japans Jugend gibt ihr Geld lieber für Handys und Computer aus. Die zweitgrößte Skifahrernation hat sich innerhalb einer Dekade quasi halbiert.
Vielen Japanern ist offenbar nach mehr als einer Dekade wirtschaftlicher Stagnation und Depression der Spaß an Sport und Vergnügen vergangen. Das trifft vor allem die Skiindustrie, in der es besonders massiv bergab geht.
Auf dem Höhepunkt der Leidenschaft 1993 versuchten sich 18,6 Millionen Japaner regelmäßig auf alpinen Brettern. Europa Skihersteller verkauften damals 2,5 Millionen Paar im Jahr, immer die neuesten, schicksten und teuersten Modelle. Am Ende dieser Saison waren es gerade einmal noch rund 500.000.
Keine 13 Millionen Skipässe wurden heuer verkauft, etwa zwei Drittel gemessen an den Boom-Zeiten vor zwölf Jahren. Zwar ist die Zahl der aktiven Ski-Ressorts von 722 nur um vier gesunken, aber das Bild trügt.
Die meisten Betreiber mussten ihr Business für den symbolischen Preis von einem Yen - den 135. Teil eines Euro-Cent - an die Gemeinden abgeben, weil sie die horrenden Grundstücks- und Gewerbesteuern nicht mehr aufbringen konnten.
Die adidas-Salomon-Gruppe in Japan schätzt, dass rund die Hälfte der kommerziell betriebenen Skigebiete in Japan praktisch bankrott ist. Die meisten machen jedoch weiter, weil das japanische Gesetz sie bei der Schließung zwingen würden, die Pisten wieder in den natürlichen Zustand zu versetzen. Sie müssten also auf eigene Kosten alle Lifte abbauen und die Berge wieder aufforsten.
Koreaner als Zielgruppe
So dümpelt eine ganze Freizeitindustrie vor sich hin. Die Gründe dafür liegen vorrangig in der Ökonomie. Gigantische Überkapazitäten lösten zuerst einen Preisverfall aus. Mit den sinkenden Erlösen konnten die Hotels und die Liftbetreiber nicht mehr investieren.
Immer mehr japanische Jugendliche geben ihr Geld für Computer und Mobil-phone aus, durchschnittlich 200 Euro im Monat. Wenn sie Wintersport wollen, lassen sie sich von preiswerten Angeboten nach Kanada locken. Für 500 Euro Flug und 20 Euro Übernachtung reicht ihr Geld mindestens doppelt so lang wie in Nippons Bergwelt.
Weil die eigenen Leute ihnen den Rücken kehren, hoffen die Tokioter Tourismusverantwortlichen nun auf eine Wende durch fremde Skifahrer. Vor allem Südkoreas vier Millionen Wintersportler, die sich daheim in 13 Skiressorts drängeln, sollen mit großzügigen Angeboten nach Japan gelockt werden.
Auch die Chinesen sind im Visier, selbst wenn dieses Freizeitvergnügen im Reich der Mitte bisher nur vergleichsweise lächerliche ein bis zwei Millionen Anhänger hat.
Japans Schigebiete in der Krise
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Japans Schigebiete in der Krise
Artikel in den OÖ Nachrichten vom 30 03
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http://www.niseko.ne.jp/en/index.htmlstarli2 hat geschrieben:krass..
.. hat einer zufällig ein paar Interessante Links zu Skigebieten in Japan/Asien? So ein paar Pistenpläne und Fotos von großen Skigebieten oder Kuriosen Dingen wären ja sicher nicht uninteressant...
http://www.yuzawakogen.com/english/index.html
http://www.hirafu.com/hirafurekisi/me.htm
http://www.naspa.co.jp/ski/map.htm
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