Hahnenklee im Harz will in Beschneiung investieren

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Harzwinter
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Hahnenklee im Harz will in Beschneiung investieren

Beitrag von Harzwinter »

Hallo,

am 29. März 2005 stand dieser Artikel über geplante Investitionen im Harzer Ort Hahnenklee in der Goslarschen Zeitung:
Drei neue Schneekanonen geplant

HAHNENKLEE. In ein Schneeparadies soll der Bocksberg im kommenden Winter verwandelt werden. So will es zumindest der neue Eigentümer der Bocksbergseilbahn. Er plant, mehrere 100.000 Euro in den nächsten Jahren in den Standort zu investieren, teilte Geschäftsführerin Dr. Britta Holdorf mit.

Um den Traum von der ausreichenden weißen Pracht realisieren zu können, würden aber die bisherigen Schneekanonen und die 8000 Kubikmeter Wasser nicht ausreichen, die derzeit aus dem See entnommen werden dürfen. Der neue Betreiber will künftig 40.000 Kubikmeter Wasser nutzen dürfen und drei große neue Schneekanonen anschaffen. Die so genannte „schwarze Abfahrt“, die von ihrem Mitgeschäftsführer Rolf Borrmann zurzeit nur an den Wochenenden geöffnet werde, soll dann zur steilsten Skiabfahrtsstrecke des gesamten Harzes ausgebaut werden, kündigen Holdorf sowie ihr Rechtsanwalt und Berater Dr. Klaus Goutier an. Seit November vergangenen Jahres ist die „KEG Venture Capital and Consult GmbH“ mit Sitz in Bad Soden am Taunus Eigentümer der „Bocksberg-Seilbahn Raabe GmbH & Co. KG“.

Auch in die Freizeitaktivitäten des Sommers soll die Bocksbergseilbahn künftig stärker einbezogen werden. Bereits in diesem Jahr soll aber mit dem Bau der Mountainbike-Strecke begonnen werden. Er werde noch 2005 abgeschlossen. Der neue Eigentümer verspricht sich davon eine zusätzliche Attraktion und eine weitere Einnahmequelle, denn die Radler sollen künftig nicht mehr selbst auf den Gipfel fahren müssen, sondern können ihr Zweirad per Kabine auf den 726 Meter hohen Bockserg bringen lassen. „Die können wir dann einfach außen einhängen“, so Goutier. Unklar sei allerdings noch, wer die Verkehrssicherungspflicht dafür übernimmt, erklärt der Berater weiter.

Um die Seilbahn attraktiver zu gestalten, überlegen die Investoren zudem, ein Großbildfernsehgerät in der Talstation so aufzustellen, dass bei Spitzenauslastung den Nutzern die Wartezeit mit einem Unterhaltungsprogramm verkürzt werden kann. Weiter sei geplant, eine Kombinationen der Karten für Seilbahn und Kinderlift zu schaffen, so Holdorf abschließend.

Fraglich ist bei den Vorhaben jedoch, ob die Umweltschützer mitspielen. Die jetzige Beschneiungsanlage konnte erst nach einem Rechtsstreit mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) durchgesetzt werden. Der BUND bezweifelte seinerzeit unter anderem, ob die klimatischen Bedingungen ausreichen, um eine Beschneiungsanlage zu betreiben. Das Verwaltungsgericht Braunschweig hat jedoch am 15. November 2000 entschieden, dass die Beschneiungsanlage gebaut werden darf. Im September 2001 war der künstliche Schnee-Erzeuger dann Realität. Investorin Holdorf ist sich sicher, das Vorhaben realisieren zu können. Sie unterstreicht, dass allein in diesem Winter mehrfach hätte künstlich beschneit werden können, wenn denn genügend Kapazitäten vorhanden gewesen wären.
Das sind seit langer Zeit erstmals wieder positive Nachrichten vom Harzer Bocksberg. Es gibt eine neue Geschäftsführung (von der ich hoffe, dass sie ihre Aufgabe ernst nimmt), und sie will investieren. Zwar noch nicht in die veraltete, kapazitätsschwache Seilbahn, aber immerhin in mehr Beschneiung und in den Lift II, der momentan nur am Wochenende und bei guter Schneelage in Betrieb ist. Angesichts des Alters der Anlagen sind die genannten "mehreren 100.000 Euro in den nächsten Jahren" allerdings nicht viel Geld, das darf man nicht verkennen. Aus dem Bauch heraus würde ich allein die ohnehin anfallenden Ersatzinvestitionen auf diese Höhe beziffern. Außerdem fehlt die Angabe des konkreten Zeithorizonts für die geplanten Investitionen.

Bild

Bevor nun der große Jubel über das bevorstehende "Schneeparadies" ausbricht, bleibt abzuwarten, was wirklich geschieht, denn ankündigen und behaupten lässt sich nun mal viel. Bislang ist noch jedes Harzer Beschneiungsprojekt nach seiner Minimalrealisierung wieder weitgehend eingeschlafen. Außerdem bin ich sicher, dass die fundamentalistischen Fraktionen von BUND und NABU nichts unversucht lassen werden, um das Projekt zu torpedieren.

Der Hinweis darauf, "ein Großbildfernsehgerät in der Talstation so aufzustellen, dass bei Spitzenauslastung den Nutzern die Wartezeit mit einem Unterhaltungsprogramm verkürzt werden kann", entbehrt nicht einer unfreiwilligen Komik. Immerhin würde die wochenendtypische Wartezeit von 30-45 Minuten durchaus für Soaps oder andere Serien ausreichen ... Bild

Wenn tatsächlich investiert wird, sollte die Bocksbergseilbahn die Installation einer Flutlichtanlage für die Krähennestabfahrt ins Auge fassen. Die kostet nicht viel und ist schnell installiert. Die neuen Betreiber des Harzer Skialpinums in Schulenberg ("Boardertown") haben im Winter 2004/2005 schnell erkannt, dass selbst ein nur improvisierter Flutlichtbetrieb zusätzliche Besucher aus dem einwohnerstarken nördlichen Harzer Umland (Hannover, Hildesheim, Baunschweig) bringt. Für diese Zielgruppe lohnt sich die abendliche Anfahrt zu den kurzen Flutlichthängen in Braunlage, Hohegeiß und Lerbach nämlich nicht. Da ist der Nordharz schneller erreichbar.

Vielleicht findet die Diskussion um den Bocksberg als Abschreibungsobjekt des Heideparks Soltau ja demnächst ihr glückliches Ende ...

Übrigens ist endlich auch ein eigener Internetauftritt der Bocksberg-Seilbahn in Vorbereitung.

Frank

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Ram-Brand
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Beitrag von Ram-Brand »

^^ Vielleicht sollte man auch über neuere Lifte nachdenken.

Alles Vermutungen ohne das ich da war:
Den Schlepper könnte man doch schon zu einem kuppelbaren 4er umbauen. Das würde dann die Gondelbahn von einem Teil der Wiederholungsfahrer erlösen :-)

Sicherlich muß die Bocksbergbahn selbst irgendwann ersetzt werden.
Die ist Baujahr 1970 und sieht schon nicht gerade mehr Top aus. :-/
^^ Vielleicht eine Gondel von LST? :-)


So ein besagter Fernseher hängt z.B. schon bei der Wurmbergseilbahn in Braunlage. Da läuft aber nur Werbung. :roll:
Außerdem soll es ab dieses Jahr in Braunlage "Monsterroller" geben.
Mountainbike Transport ist dort schon länger möglich :-)
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Beitrag von Harzwinter »

Hi Ram-Brand,
^^ Vielleicht sollte man auch über neuere Lifte nachdenken.
Alles Vermutungen ohne das ich da war:
Den Schlepper könnte man doch schon zu einem kuppelbaren 4er umbauen. Das würde dann die Gondelbahn von einem Teil der Wiederholungsfahrer erlösen. Sicherlich muß die Bocksbergbahn selbst irgendwann ersetzt werden. Die ist Baujahr 1970 und sieht schon nicht gerade mehr Top aus. :-/
^^ Vielleicht eine Gondel von LST?
Neue Lifte und Harz, das schließt sich irgendwie aus. Und Hahnenklee hat halt das übliche Problem, nämlich kein Geld. Die Übernachtungszahlen gehen krass zurück, Hotels und Läden schließen. Der Neubau der Wurmbergseilbahn war im Harz die absolute Ausnahme.
Der Schlepper ist mit ca. 550m Länge zu kurz für eine KSB. Außerdem ist die Anzahl seiner potenziellen Betriebstage zu niedrig, denn der Harzer Winter ist auch mit Beschneiung zu kurz (siehe Tabelle unten). Eine KSB würde sich dort wohl nicht amortisieren. Aber die lediglich 1150m lange Seilbahn könnte man gut durch eine 6KSB ersetzen - das wäre eine Alternative, über die die Seilbahngesellschaft nachdenken sollte. Vielleicht mit Bubble-Sesseln für den Winterbetrieb und ein paar Gondeln für den Sommerbetrieb (sprich: für die Rentner), so wie am Seebuck im Schwarzwald.
Winter in Hahnenklee
Auszüge aus einer Studie der ift GmbH Köln

Der Ort Hahnenklee (560 m ü. NN) befindet sich im äußersten Nordwesten des Harzes und liegt auf etwa 51°52' nördlicher Breite und 10°20' östlicher Länge. Der Bocksberg ist der am weitesten nach Nordwesten vorgeschobene Berggipfel mit einer Höhe von mehr als 700 m ü. NN im Harz. Die Mittel der Lufttemperatur betragen in Hahnenklee in den Monaten Dezember bis März zwischen -1,4°C und 2°C. Der kältete Monat ist jeweils der Januar.
Die absoluten Tiefstwerte der Luftemperatur wurden im Februar gemessen (-23°C). Die normale Schwankungsbreite der Monatsmittel um 7,0°C. Die Anzahl der Frosttage beträgt im Mittel 115, die der Eistage 44.

Skitage und Anzahl Tage mit Schneedecke >h cm von Januar bis März

Bild

Quelle: Daten des DWD

Die Anzahl der Tage mit Schneedecke ist von Winter zu Winter großen Schwankungen unterworfen und eine für den Wintersport ausreichende Schneedecke kann nicht garantiert werden. Der schneesicherste Monat ist der Februar. In diesem Monat wurden in der Regel die größten mittleren Schneehöhen, die größte mittlere maximale Schneehöhe und die höchste Zahl der Tage mit Schneedecke gemessen.
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