Erneut Prozess wegen Seilbahnunglück mit 20 Toten
Fast sechs Jahre nach dem verheerenden Seilbahnunglück mit 20 Toten am Alpengipfel Pic de Bure wird die Katastrophe erneut vor Gericht aufgerollt. In der französischen Stadt Grenoble begann der Berufungsprozess, bei dem sich acht Angeklagte und die Betreibergesellschaft IRAM wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten haben.
Im Februar vergangenen Jahres waren die drei Hauptangeklagten in Gap zu jeweils zweieinhalb Jahren Haft auf Bewährung sowie Geldstrafen von 10.000 bis 15.000 Euro verurteilt worden. Die Gesellschaft IRAM sollte 200.000 Euro Strafe zahlen. Dagegen hatten die Verurteilten Berufung eingelegt. Das Hauptverfahren vor dem Berufungsgericht soll zweieinhalb Wochen dauern.
Der 80 Meter tiefe tödliche Absturz einer Kabine am Morgen des 1. Juli 1999 war eines der schwersten Seilbahnunglücke der vergangenen 30 Jahre. Bei den Opfern handelte es sich um Techniker auf dem Weg zu ihrer Arbeit im Observatorium des Radioastronomie-Instituts IRAM auf dem 2552 Meter hohen Pic de Bure. Durch die Katastrophe wurden 28 Kinder zu Halbwaisen. Sie gehören zu den 233 Nebenklägern, die bei dem Prozess auftreten. In erster Instanz wurden ihnen ingesamt 4,1 Millionen Euro Schadensersatz und Schmerzensgeld zugebilligt.
Das Gericht in Gap hatte bei der Seilbahn schwere Sicherheitsmängel festgestellt. So war 1986 auf Anweisung des damaligen IRAM-Chefs Marinus De Jonge ein Bremssystem ausgebaut worden. De Jonge sitzt nun in Grenoble erneut auf der Anklagebank, ebenso wie der damals verantwortliche Seilbahn-Techniker Aldo Oberti und der ehemalige Technische Prüfer Edouard Ponchier.
© 2005 AFP
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