Die Erderwärmung durch den Treibhauseffekt wird möglicherweise doppelt so stark ausfallen wie bislang angenommen. Das britische Wissenschaftsmagazin "Nature" veröffentlicht in seiner jüngsten Ausgabe erste Ergebnisse von weltumspannenden Computersimulationen, die an der Universität Oxford ausgewertet wurden.
Danach könnte die Erderwärmung noch in diesem Jahrhundert bis zu 11,5 Grad Celsius erreichen, während die alarmierendsten offiziellen Schätzungen bisher von höchstens 5,8 Grad Erwärmung ausgingen.
Im Schnitt 3,4 Grad plus
Den Angaben der britischen Forscher zufolge ergaben die ersten mehr als 2.000 Computersimulationen eine durchschnittliche Erderwärmung von 3,4 Grad. In fünf Prozent der Berechnungen kam sogar eine Erwärmung um mehr als acht Grad heraus.
Düsteres Szenario
Experten der internationalen Task-Force zum Klimawandel gehen davon aus, dass bereits eine Erderwärmung um zwei Grad seit dem Beginn des Industriezeitalters zu weitflächiger Dürre, Ernteausfällen und Trinkwassermangel führen wird.
Seit 1750 stiegen die Temperaturen bereits um durchschnittlich knapp ein Grad. Kommt ein weiterer Grad hinzu, ist mit dem Abschmelzen der Polkappen zu rechnen.
Modellrechnungen via "Distributed Computing"
Die Studie der britischen Wissenschaftler wird mittels "Distributed Computing" durchgeführt. Dabei werden statt Großrechnern die Kapazitäten Tausender normaler Rechner, großteils von Privatpersonen, genutzt.
Wiener Expertin: Auch extremere Szenarien möglich
Die Ergebnisse lagen zwischen zwei und 11,5 Grad, berichten die Forscher. Die große Bandbreite erklären sie damit, dass in ihre Studie deutlich mehr Simulationen einflossen als bisher üblich. Eine deutliche Häufung verzeichneten sie bei 3,4 Grad Erwärmung - ein Wert, von dem auch die internationale Taskforce zum Klimawandel bisher ausging.
"Im Grunde genommen bestätigen die Rechnungen die bisherigen Ergebnisse. Aber sie zeigen auf, dass es auch extremere Situationen geben kann, als man bisher vermutet hat", sagt die Wiener Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb im ORF Radio. Wie wahrscheinlich eine Erwärmung um elf Grad ist, sei aber aus dem Zwischenbericht nicht herauszulesen.
Da tickt eine Bombe"
Forscher warnen: Klimawandel könnte in nur zehn Jahren unumkehrbar sein. Schon in zehn Jahren könnte die Klimaerwärmung laut einer internationalen Studie bereits unumkehrbar sein und dann katastrophale Folgen haben.
Punkt, an dem es kein Zurück mehr gibt
Wie die britische Zeitung "The Independent" berichtete, ist es das erste Mal, dass eine internationale Studie einen Punkt benennt, von dem an es "kein Zurück mehr" geben soll.
Der Bericht, der am Dienstag veröffentlicht wurde, wurde von Politikern, Wirtschaftsmanagern und Wissenschaftlern finanziert.
Die kritische Marke
Die kritische Marke ist nach Forschermeinung bei einer Kohlendioxid-Konzentration erreicht, die die durchschnittliche Welttemperatur im Vergleich zum Jahr 1750 um mehr als zwei Grad Celsius ansteigen lässt.
Das Jahr 1750 wählten die Forscher, weil in den darauf folgenden Jahrzehnten die Industrielle Revolution in Europa einsetzte und der damit einhergehende Klimawandel begann. Bisher liegt der Temperaturanstieg den Angaben zufolge bei 0,8 Grad.
Ab 400 ppm unumkehrbar
Noch bedenklicher sei, dass die Kohlendioxid-Konzentration in rund zehn Jahren auf 400 ppm (parts per million/Teile pro Millionen Teile) gestiegen sein werde, schreibt "The Independent". Bei dieser Konzentration sei eine künftige Steigerung der Globaltemperatur um zwei Grad unvermeidbar.
"Ökologische Bombe"
"Da tickt eine ökologische Bombe", sagte der ehemalige britische Verkehrsminister Stephen Byers, der den Bericht mit initiiert hatte.
Neben Byers ist die republikanische US-Senatorin Olympia Snowe Vorsitzende der Untersuchung. Die US-Regierung blockiert ja nach wie vor die im Kyoto-Protokoll international angestrebte Reduzierung der Treibhausgase.
Auch US-Forscher mit dabei
Federführend bei der Studie waren das britische Institute for Public Policy Research (IPPR), das Center for American Progress in den USA und das Australia Institute.
Aufruf zur Trendumkehr
Der Bericht ruft die acht größten Industriestaaten, die G-8-Länder, dazu auf, bis 2025 ein Viertel ihrer Elektrizität aus erneuerbaren Energien zu gewinnen.
Der Klimaschutz soll dieses Jahr neben einem Schuldenerlass für die ärmsten Länder das wichtigste Thema der britischen G-8-Präsidentschaft sein.
Klimaerwärmung: 11,5 Grad Temperaturanstieg in 100 Jahren?
- lanschi
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11,5 Grad??
das finde ich zu viel
aber nach 70 Jahren wirds keine Skifahren mehr in Australien geben..
das finde ich zu viel
aber nach 70 Jahren wirds keine Skifahren mehr in Australien geben..
..Unter veränderten Bedingungen, welche für den Zeitraum 2030-2050
erwartet werden, können nur noch Skigebiete oberhalb 1600 bis 2000 m ü,M als schneesicher bezeichnet werden, Bei einem solchen Szenario wären in der Schweiz nur noch rund 44% der Skigebiete und 2% der Einzelanlagen schneesicher
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Zu den 11,5 Grad: 4,2 % der im Artikel genannten Simulationen geben Werte >8°C aus. Das heißt nicht daß die Eintrittswahrscheinlichkeit 4,2 % ist, sondern dass manche Modelle zu sehr hohen Werten kommen. Wenn man "realitätsnahe" Zahlen möchte, sollte man nur Bereiche nennen, in denen sich ein Großteil der Simulationen bewegt (+3,4°C). Aber auch 3,4°C hätten sehr massive Auswirkungen (aber 11 °C ist halt für die Presse besser, weil katastrophaler).
Zum Thema Australien:

+ bedeutet wirtschaftlich rentabel
- bedeutet wirtschaftlich unrentabel
Bei einer anderen Studie, die die Beschneiung miteinbezieht kommt man zu dem Ergebnis, daß im schlimmsten Fall bis 2020 (!) die Schneeproduktion um 73-200 % (je nach Höhenlage) erhöht werden müsste, im besten Fall um 11-24 %.
Zum Thema Australien:
+ bedeutet wirtschaftlich rentabel
- bedeutet wirtschaftlich unrentabel
Bei einer anderen Studie, die die Beschneiung miteinbezieht kommt man zu dem Ergebnis, daß im schlimmsten Fall bis 2020 (!) die Schneeproduktion um 73-200 % (je nach Höhenlage) erhöht werden müsste, im besten Fall um 11-24 %.