Bergbahnen planen Zukunft
Wildhaus. Die Verantwortlichen der Toggenburger Bergbahnen und Vertreter des Kantons diskutierten darüber, wie die Bergbahnen in die Zukunft gehen sollen.
Die Verwaltungsräte und Geschäftsführer der Obertoggenburger Bergbahnen trafen sich am Donnerstag zu einer Versammlung, zu der das Amt für Wirtschaft des Kantons St.Gallen eingeladen hatte. Ziel war die Initiierung eines Prozesses zur Prüfung einer engeren Zusammenarbeit der Obertoggenburger Bergbahnen. Ausgangspunkt dieser Zusammenarbeit sind die Verfügungen des Amtes für Wirtschaft des Kantons St.Gallen, wodurch den drei grossen Gesellschaften (Bergbahnen Unterwasser-Iltios-Chäserrugg AG, Sportanlagen Alt St.Johann-Selamatt AG, Sesselbahn und Skilift AG in Wildhaus) Investitionshilfedarlehen unter der Bedingung gewährt wurden, dass eine wei-tergehende Integration oder gar Fusion angestrebt werde.
Gedanken ausgetauscht
Die Versammlung fand unter der Leitung von Regierungsrat Joe Keller statt. Im Anschluss daran machte der Leiter des Amtes für Wirtschaft, Nicolo Paganini, einige Ausführungen zu den Vor- und Nachteilen der kantonalen Auflagen zu den Krediten. Als letzter Redner im ersten Teil legte der Experte Arnold Kappeler seine Ansicht einer Fusion dar. Nach einer Pause fand ein ausführliches Gespräch statt. Dabei betonten sämtliche Bahnunternehmer, dass im Obertoggenburg schon seit langem die Vereinigung Obertoggenburger Sportbahnen (VOSP) bestehe und dadurch in den verschiedensten Bereichen wie Tarifverbund, Marketing, Einkauf und dergleichen eng zusammengearbeitet werde. Erwähnt wurde auch, dass die VOSP-Mitglieder vor zwei Jahren den für das Ober- toggenburger Skigebiet äusserst wichtigen Verbindungsweg für gut eine Million Franken gemeinsam realisiert haben und mithin den regierungsrätlichen Integrationsbestrebungen schon nachgekommen sei, bevor sie von Seiten des Kantons ausdrücklich verlangt worden sind. Die Unternehmen erklärten sich bereit, eine Arbeitsgruppe ins Leben zu rufen, die eine weiter gehende Integration und Kooperation vorantreiben soll.
Wie geht es weiter?
In einem ersten Schritt haben es sich die einzelnen Bahnen zur Aufgabe gemacht, ihre eigene Situation eingehend zu prüfen sowie Chancen und Gefahren zu analysieren. Wie eng die Kooperation sein wird, ist zurzeit offen. Möglich ist eine lose Kooperation in der bisherigen Form oder auch eine gemeinsame Betriebsgesellschaft. Eine Fusion sämtlicher Bahnen zu einer einheitlichen Aktiengesellschaft wird ebenso wenig ausgeschlossen wie die Weiterführung der bestehenden autonomen Gesellschaften. Der wohl wichtigste Teil dieses Projektes wird die Realisierung dieser Zusammenarbeit sein. Viele Fusionen und Kooperationen scheitern an der mangelnden Berücksichtigung von Unternehmensphilosophien und -kulturen. Diese Phase des Projektes soll laut Bergbahnen vorsichtig an die Hand genommen werden, damit «die zurzeit hohe Identifikation der Mitarbeitenden mit ihren Unternehmen nicht nur beibehalten, sondern verstärkt werden kann». (pd.)
Bergbahnen planen Zukunft (Toggenburg)
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Jay
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Von Tagblatt.ch
Toggenburger Skilifte auf dem Weg zur Fusion
Die Zusammenführung der Obertoggenburger Bergbahnbetriebe nimmt Gestalt an. Laut dem Gutachten einer Beratungsfirma ist die Fusion notwendige Voraussetzung für langfristigen Erfolg. Ob es so weit kommt, entscheiden die Bergbahnen Ende Jahr.
Die Bergbahnbetriebe von Wildhaus, Unterwasser und Alt St. Johann beauftragten Anfang Jahr die Bündner Beratungsfirma Grischconsulta damit, nach Möglichkeiten für eine künftige Zusammenarbeit zu suchen. Die Bergbahnen im Obertoggenburg taten dies nicht (nur) freiwillig, sondern weil der Kanton ihnen ein Ultimatum gestellt hatte: Sollten sie bis 2008 nicht enger kooperieren, gebe es keine Investitionshilfedarlehen mehr.
In zu kleinen Strukturen
Vor einem halben Jahr war die Fusion nur eine Variante von mehreren Modellen der Zusammenarbeit. Nun aber kommt das Gutachten von Grischconsulta zum Schluss, dass die Obertoggenburger Bergbahnen in zu kleinen Strukturen arbeiten, um in Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben. Die Zusammenführung der Betriebe sei «sowohl für die Unternehmen als auch für die gesamte Region eine notwendige Voraussetzung für langfristigen Erfolg», heisst es in einer Medienmitteilung der Bergbahnen.
Entscheidung im Dezember Am Dienstag wurde das Gutachten den Verwaltungsräten der beteiligten Gesellschaften und dem St. Galler Amt für Wirtschaft vorgestellt. Die Verwaltungsräte aller Unternehmungen haben die Vertreter ihrer Gesellschaften bevollmächtigt, Bewertungsgrundlagen, eine Führungsorganisation sowie eine Strategie für eine neue Unternehmung zu erarbeiten. Bis zum Dezem-ber wollen sich die Bergbah- nen dafür Zeit nehmen. Erst dann entscheiden sie, ob sie auf einen gemeinsamen Bergbahnbetrieb zusteuern wollen oder nicht. (red.)