Die Zeit für Kitzbüheler Bichlalmlift ist abgelaufen

Medienberichte rund um den Wintersport: Aktuelle TV-Tipps, Presseartikel, Unfallmeldungen und Diskussionen zu Nachrichten aus der Alpinwelt.
Gesperrt
Benutzeravatar
MN
Vogelsberg (520m)
Beiträge: 533
Registriert: 13.02.2003 - 12:11
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Ort: Hamburg
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 1 Mal
Kontaktdaten:

Die Zeit für Kitzbüheler Bichlalmlift ist abgelaufen

Beitrag von MN »

Eine aktuelle Meldung aus der Tiroler Tageszeitung vom 20.07.05:

Artikel online
Die Zeit für Kitzbüheler Bichlalmlift ist abgelaufen
Ob die Bergbahn AG Kitzbühel einen neuen Lift auf die Bichlalm baut, ist noch immer offen. Die Entscheidung könnte in den nächsten Wochen fallen.


"Wir arbeiten mit Seilbahngesellschaften an Ersatzlösungen", erklärt Bergbahnvorstand Georg Hechenberger auf Anfrage der TT. Bis spätestens Mitte August - so seine Einschätzung - soll eine Gesprächsrunde mit Stadtchef Klaus Winkler und den Grundbesitzern einberufen werden, in der mögliche Projekte präsentiert werden.

Dem Bichlalmlift schlägt mit Beendigung der Sommersaison aber die letzte Stunde: Wie Hechenberger bestätigt, wird der Sessellift nach 48 Jahren am 2. Oktober zum letzten Mal in Betrieb gehen.

"Die zuständige Behörde hat die Konzession für den Winter nicht mehr verlängert", erklärt Hechenberger. Eine zum Neubau kostengünstigere Alternative gäbe es nicht. "Gebrauchte Anlagen dürfen im EU-Raum nicht aufgestellt werden." Die positive Meldung: Kündigungen seien mit der Betriebseinstellung nicht verbunden.

Bichlalm-Besitzerin Susi Bachler kämpft indessen um den Neubau eines Lifts in das Ski- und Wandergebiet unverdrossen weiter. Die Kitzbüheler Bevölkerung weiß sie hinter sich: "Wir haben bereits mehr als 4000 Unterschriften zusammengebracht", freut sich Bachler.

Trotzdem könnten es noch mehr sein: "Nach dem Grundsatzbeschluss, mit dem sich die Gemeinderäte für den Erhalt des Bichlalmliftes ausgesprochen haben, herrschte in der Stadt allgemein der Irrglauben vor, dass der Lift gerettet ist", sagte Bachler. Jetzt hofft sie auf weitere Unterstützung durch die Kitzbüheler: "Unterschriftenlisten werden noch immer gerne entgegengenommen."

Die Tourengeher müssen sich im kommenden Winter ihre Jause selbst mitnehmen: Der Gastbetrieb Bichlalm bleibt vorerst geschlossen. Dazu Pächter Hannes Kumpitsch: "Aufsperren rentiert sich nicht."

Von Alexandra Fusser
19.07.2005 19:34
Also, wer nochmal fahren will > nix wie los.
Gruß MN

A fool in a high position is like a man on the top of a high mountain;
everything appears small to him and he appears small to everybody.
↓ Mehr anzeigen... ↓

Benutzeravatar
Downhill
Moderator a.D.
Beiträge: 6672
Registriert: 13.11.2002 - 21:58
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Germering
Hat sich bedankt: 576 Mal
Danksagung erhalten: 673 Mal

Re: Die Zeit für Kitzbüheler Bichlalmlift ist abgelaufen

Beitrag von Downhill »

MN hat geschrieben:"Gebrauchte Anlagen dürfen im EU-Raum nicht aufgestellt werden."
Seit wann das? Es gelten verschärfte Vorschriften, nach denen es sich nicht mehr so richtig rentiert. Von einem Verbot hör ich das erste Mal...
Dove vai senza sci?
Wege entstehen, indem man sie geht.
Benutzeravatar
tipe
Wurmberg (971m)
Beiträge: 1095
Registriert: 23.07.2002 - 23:31
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Ort: Ratingen / Münster
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 1 Mal
Kontaktdaten:

Beitrag von tipe »

Es dürfte sich um eine Vereinfachung handeln, natürlich ist es nicht verboten, die Vorschriften kommen de facto aber einem Verbot gleich, da eine gebrauchte Bahn in Preisvorteil durch die neuen Vorschriften verliert
Benutzeravatar
Jens
Wildspitze (3774m)
Beiträge: 3960
Registriert: 26.08.2002 - 11:31
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: nähe Würzburg
Hat sich bedankt: 784 Mal
Danksagung erhalten: 180 Mal

Beitrag von Jens »

Bichlalmlift wird zur Gerichtssache

Morgen Sonntag ist der letzte Betriebstag für den alten Bichlalmlift. Die ehemalige Besitzerfamilie will jetzt den Erhalt einer Aufstiegshilfe einklagen.
Ab kommenden Montag ist der Betrieb des Bichlalmlifts eingestellt. Ob ein neuer Lift kommt, ist nicht klar.
Bild: Obermoser

Zum Abschluss gibt sich die Bergbahn generös. Am letzten Betriebstag des alten Bichlalm-Sessellifts, der morgen Sonntag unwiderruflich kommen wird, heißt es: "Freie Fahrt für alle". Ab Montag ist der Lift, der 1958 vom bereits verstorbenen Liftpionier Andrä Bachler errichtet wurde, Geschichte.

Normalerweise würde kein Hahn danach krähen, wenn ein alter Lift abgerissen wird. Der Bichlalmlift ist hier aber eine Ausnahme. In Kitzbühel hat sich eine breite Lobby gebildet, die den Abriss des vor allem bei Einheimischen beliebten Lifts nicht hinnehmen will. Das Aus für die betagte Aufstiegshilfe bedeutet nämlich auch das Ende des Ski- und Wandergebietes auf der Bichlalm. Es gibt keinen weiteren technischen Zubringer in dieses Gebiet.

Die Bergbahn-Verantwortlichen stehen aber vor mehreren Problemen. Die Konzession für den Lift ist ausgelaufen und wird auch nicht mehr verlängert. Die strengen technischen Bestimmungen stehen dem entgegen. Es ist auch unbestritten, dass die geringen Beförderungszahlen keine Gewinne zulassen. Das ist mit ein Grund, warum von Seiten der Bergbahn nicht allzu viele Anstrengungen für einen neuen Lift getätigt wurden.

Nicht hinnehmen wollen das die Nachkommen von Liftpionier Bachler. "Wenn kein neuer Lift gebaut wird, ziehen wir vor Gericht", erklärt Bachler-Schwiegersohn Walter Hopfner im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung. Die Familien Bachler und Hopfner haben auch ein Ass im Ärmel. Als im Jahr 1971 die Kitzbüheler Bergbahn den Bichlalmlift von Bachler übernommen hat, wurde vertraglich zugesichert, dass eine Liftanlage während der Öffnungszeiten des Berggasthofes in Betrieb sein muss. Die Klage soll bereits im Oktober eingereicht werden.

Ein von der Bergbahn angedachtes Projekt, einen Lift von der derzeitigen Mittelstation aus zu errichten, lehnt Hopfner ab. "Das ist nicht sinnvoll, wenn die Leute mit dem Auto halb auf den Berg rauffahren müssen."

Wie es weiter geht, kann Hopfner nicht sagen. "Die Bergbahn-Vorstände haben versprochen, bis Ende September ein neues Konzept vorzulegen." Das sei aber nicht geschehen.

Unterstützung erhält Hopfner von Bürgermeister Klaus Winkler. "Wir werden den Druck auf die Bergbahn erhöhen." Eine Ersatzlösung müsse laut Winkler dringend realisiert werden.

Bergbahn-Vorstand Georg Hechenberger betont, dass weiterhin das Gespräch mit den Familien Hopfner und Bachler gesucht werde. "Die Drohung mit einer Klage, ist mir neu." Dass die vorgelegte Variante einer neuen Bahn von der Mittelstation aus abgelehnt wird, bedauert Hechenberger. "Wir haben nicht viele Alternativen." Die Bergbahn werde aber weiterhin an einer Lösung des Problems arbeiten, erklärt Hechenberger.
www.tirol.com
Benutzeravatar
GMD
Ski to the Max
Beiträge: 12601
Registriert: 25.02.2003 - 13:09
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 39 Mal
Danksagung erhalten: 206 Mal

Beitrag von GMD »

Ist das dieser uralte ESL?
Probably waking up
Benutzeravatar
br403
Matterhorn (4478m)
Beiträge: 4766
Registriert: 04.03.2005 - 09:24
Skitage 25/26: 13
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: München
Hat sich bedankt: 1283 Mal
Danksagung erhalten: 544 Mal

Beitrag von br403 »

^^ Ja, aber auf der Hornseite von Kizbühel, am Steinbergkogel gibt es auch noch einen Kult ESL.... :D
Gesperrt

Zurück zu „Medienberichte“