TT, 12.08.2005:
Den Alpenbogen von Nizza bis Wien entlang werden am Wochenende wieder Bergfeuer entfacht, um auf den bedrohten Natur- und Lebensraum aufmerksam zu machen.
Wirklich den gesamten Alpenbogen entlang? Nein, der Vize-Häuptling einer kleinen Stadt im Herzen der Alpen leistet Widerstand. Denn der Innsbrucker Umweltreferent und Vizebürgermeist Eugen Sprenger (ÖVP) befiehlt: In Innsbruck soll es dunkel bleiben.
In einem offenen Brief begründete er am Donnerstag, warum er das Bergfeuer der Naturfreunde auf der Nordkette nicht billigt.
"Wir kämpfen in Innsbruck und Tirol permanent gegen die Luftbelastung - insbesondere gegen die Feinstaubbelastung - und dann wollen Sie - paradoxerweise noch als Umweltaktion deklariert - tausende Fackeln abbrennen, die Millionen von Feinstaubpartikel in ökologisch sensible Gebiete emittieren", wirft er den Naturfreunden eine "massive Luftverschmutzung" vor. Stattdessen sollen die Naturfreunde "auch im ökologischen Sinn Freunde der Natur werden und den Umweltschutz umfassend und weitergehend sehen, als nur im Rahmen von oberflächlichen Aktionen", schließt Sprenger seinen Brief.
Der Chef der Tiroler Naturfreunde, Thomas Pupp ist perplex: Als Argument für das Verbot im Nachhinein den Naturfreunden das Mäntelchen der Umweltverschmutzer umzuhängen, sei schon "eine ganz schlaue Taktik". "Dann dürften aber auch keine Sonnwend- oder Herz-Jesu-Feuer abgebrannt werden und schon gar kein Bergsilvester." Das seien traditionelle Veranstaltungen, die er durchaus akzeptieren könne, meint dazu Sprenger.
"Das ist ja lächerlich", reagiert der Alpenverein - das schwarze und sehr viel größere Pendant zu den roten Naturfreunden, auf Sprengers Argumentation. Gerade das vermeintlich traditionellen Sonnwendfeuer sei längst zu touristischen Events verkommen, erinnert Essl an die heurige Termindiskussion, ob es am 18. oder am 21. Juni stattfinden soll. Da gehe es doch nur darum, an welchem Tag mehr Touristen im Land seien. Vom Bergsilvester wolle er gar nicht reden.
Essl vermutet, dass Sprenger den wahren Hintergrund der schon lange bestehenden Aktion nicht kennt. "Hier geht es um den Schutz des Lebensraum." Deshalb beteiligten sich seit jeher auch die Sektionen des Alpenvereins an diesen Bergfeuern, weil "sie tiefgründige Botschaften" vermitteln und keine Events seien. Zudem gebe es längst umweltfreundliche Fackeln, leistet er den Naturfreunden Schützenhilfe.
Doch Sprenger bleibt unerbittlich. Im Naturschutzgesetz explizit verboten seien die Feuer zwar nicht, bedauert der Vizebürgermeister. Er werde sich aber anders helfen, sollten die Naturfreunde ihre Fackeln trotz seines Verbots anzünden. "Dann sollte die Stadt als Grundeigentümerin mit einer Besitzstörungsklage gegen die Naturfreunde vorgehen."
In der Funktion als vermeintlicher Vertreter der Grundbesitzerin Stadt hat Sprenger übrigens schon einmal ein Bergfeuer abseits von Sonn- und Herz-Jesu-Feuern auf der Nordkette erlaubt: Jenen feurigen Werbeschriftzug eines Möbelhauses nämlich, der 2003 für einigen Wirbel gesorgt hat.
Innsbruck: Vize-Bgm verbietet Bergfeuer-Aktion
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Innsbruck: Vize-Bgm verbietet Bergfeuer-Aktion
Ist zwar etwas Off Topic, aber es regt doch zum Schmunzeln an wenn man bedenkt dass sich Innsbruck als Weltstadt bezeichnet.
- TPD
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Ich denke die Entscheidung des Bgm ist eine Ohrfeige für die Grünen und Umweltschützer.
Einerseits wollen die Grünen allen Vorschreiben, wie man leben muss. Andererseits ist der Umweltschutz unwesentlich, wenn es um die eigenen Interessen geht.
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Sorry, Du hast recht. Es ist der Vize-Bgm.
Aber ich denke in diesem Fall ist es ziemlich egal, ob es nun der Bgm oder der Vize-Bgm ist.
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Hehe Geil!

^^"Hey Amigo, 3000 Dollar und die Papiere sind in Ordnung."
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Seit 1999 sind die EU-Grenzwerte bekannt. Da haben einige einfach geschlafen - ich find's höchst amüsant, daß die übliche Taktik "Sand in den Kopf - Problemlösen durch Aussitzen" mal nicht funktioniert hat.In Europa wurden mit der Richtlinie 1999/30/EG des Rates vom 22. April 1999 über Grenzwerte für Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid und Stickstoffoxide, Partikel und Blei in der Luft (in deutsches Recht umgesetzt mit der Verordnung über Immissionswerte für Schadstoffe in der Luft – 22. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) vom 11. September 2002) Grenzwerte für Feinstaub festgelegt.
Zum Thema "bekannt":
Die Definition des Feinstaubs geht zurück auf den im Jahre 1987 eigeführten National Air Quality Standard for Particulate Matter (kurz als PM-Standard bezeichnet) der US-amerikanischen Umwelschutzbehörde EPA (Environmental Protection Agency).
Dove vai senza sci?
Wege entstehen, indem man sie geht.
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