Gefrorenen Leichnam wieder erkannt
Auf dem Nanga Parbat im Himalaja sind die sterblichen Überreste des Bruders von Reinhold Messner gefunden worden. Günther Messner war 1970 bei der Besteigung des Berges, zu der er mit seinem Bruder aufgebrochen war, tödlich verunglückt.
Er habe die Schuhe und die Jacke seines Bruders wieder erkannt, sagte Messner nach Angaben seines Sprechers in Islamabad vom Mittwoch. Der Südtiroler Extrembergsteiger hält sich gegenwärtig in der Region auf. Der gefrorene Körper seines Bruders sei bereits vor Wochen von anderen Bergsteigern entdeckt worden.
Weltruhm und Tod des Bruders
Der Südtiroler Extrembergsteiger Reinhold Messner gelangte im Mai 1970 zu internationaler Berühmtheit, als er mit seinem jüngeren Bruder Günther den Himalaja-Riesen Nanga Parbat (8.125 m) nicht nur erstmals über die gefürchtete Rupal-Wand bezwang, sondern auch eine Überschreitung schaffte, indem er auf der Diamir-Flanke abstieg.
Bei dieser riskanten Unternehmung kam Günther unter bis heute nicht ganz geklärten Umständen ums Leben.
Zweifel der Kameraden
Noch mehr als drei Jahrzehnte nach der verhängnisvollen Expedition wirft der Nanga Parbat lange Schatten auf Messners Lebensweg. Die ehemaligen Bergkameraden Max von Kienlin und Hans Saler zweifeln in ihren Büchern Reinholds Version vom Tod Günthers an.
Unter anderem ist von krankhaftem Ehrgeiz und Fahrlässigkeit die Rede.
Streit vor Gericht
Messner publizierte Gegendarstellungen und klagte - nach aktuellem Stand konnte er sich juristisch weitgehend durchsetzen.
Messner beschuldigte die Kameraden seinerseits, sie hätten seinen Bruder und ihn nicht gesucht, als die beiden nicht vom Gipfel des 8.125 Meter hohen Berges zurückkamen. Doch abgeschlossen ist der Fall für keine der beiden Seiten.
Wadenbein als Beweis?
Bereits im Jänner 2004 legte Messner das Wadenbein der Gletscherleiche als Beweis dafür vor, dass er Günther damals nicht im Stich gelassen hatte. Der auf seiner Abstiegsroute in etwa 4.300 Metern Höhe gefundene Knochen sei nach Gentests der Universität Innsbruck mit hoher Wahrscheinlichkeit dem Bruder zuzuordnen.
Das beweise, dass Günther mit ihm zusammen abgestiegen sei und er ihn nicht über einen anderen Weg ins Lager zurückgeschickt habe. "Dass das eine Lügengeschichte ist, ist jetzt eindeutig nachgewiesen", sagte Messner damals.
Knochenstück jahrelang gelagert
Ein Bergkamerad Messners, Hans-Peter Eisendle, hatte den Knochen bei einer Expedition schon lange zuvor an einer Flanke des Nanga Parbat gefunden. Drei Jahre lag das Knochenstück bei Messner zu Hause.
Experten hätten ihm gesagt, der Knochen sei für seinen Bruder zu groß, sagte Messner später. Er habe geglaubt, das Teil gehöre einem pakistanischen Bergsteiger, der ebenfalls in der Region verschollen war. Erst nachdem dieser gefunden wurde, habe er an der Universität Innsbruck eine DNA-Analyse für den Knochen in Auftrag gegeben.
Kampf mit Höhenkrankheit
1970 hatten Günther und sein um ein Jahr älterer Bruder Reinhold den 8.125 Meter hohen Gipfel bestiegen. Beim Abstieg wurde Günther - so Reinhold Messners Darstellung - höhenkrank.
Reinhold ging vor, um das unbekannte Terrain der Abstiegsroute an der Diamir-Flanke zu erkunden. Günther wurde Minuten später von einer Eislawine in die Tiefe gerissen und blieb verschollen, berichtete der Überlebende.
Schwere Vorwürfe
Mit dem gerichtsmedizinischen Laborergebnis hoffte Messner, seine Kritiker verstummen zu lassen.
In den vergangenen Jahren hatten einige Expeditionsteilnehmer von 1970 spekuliert, dass der damals 24-Jährige seinen alpinistisch schwächeren und zudem erkrankten Bruder in Gipfelnähe im Stich gelassen haben könnte, um die erste Überschreitung des als äußerst schwierig und gefährlich geltenden Nanga Parbat zu machen: Aufstieg über die Rupal-Wand, Abstieg über die Diamir-Flanke.
Messner will Bruder in Südtirol bestatten
Anfang 2004 sagte Reinhold Messner, er habe Einheimische gebeten, in der Nähe der Fundstelle nach weiteren Überresten seines Bruders zu suchen. Diese wolle er im Familiengrab im Südtiroler Villnöss-Tal bestatten lassen.
günther messner am nanga parbar gefunden
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berg
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jetzt sag blos, du hast noch nicht die Autobiografie von Reinhold Messner gelesen (wollte ich auch schon immer mal machen).Oscar hat geschrieben:hmm heftige story.....
Ich halte persönlich nicht sehr viel von dem Kerl, der einerseits Extrembergsteiger und auf der anderen Seite Naturschützer ersten Ranges seit will. Noch dazu nutzte er seinen Bekanntheitsgrad als Bergsteiger, um in der Politik auch noch ein paar Euronen gut zu machen.
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^^
genau und dann in Sulden ein Lokal betreiben, dort Vorträge halten und sich dadruch von Alpinskifahrern die in den ach so sensiblen Bereich der Bergwelt (Suldens Skigebiete reichen bis 3250 m) vordringen finanzieren zu lassen. Und im SOmemr werden dann noch die Yacks auf diese schon genug beanspruchte Fläche zum weiden getrieben.
genau und dann in Sulden ein Lokal betreiben, dort Vorträge halten und sich dadruch von Alpinskifahrern die in den ach so sensiblen Bereich der Bergwelt (Suldens Skigebiete reichen bis 3250 m) vordringen finanzieren zu lassen. Und im SOmemr werden dann noch die Yacks auf diese schon genug beanspruchte Fläche zum weiden getrieben.
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Mein Tipp: Mal n Buch* von dem Mann in die Hand nehmen und lesen was er so zu sagen hat - unverfälscht von irgendwelchen Medienfuzzis. Dann urteilen und wegen mir gerne auch weiter draufhauen.
Aber bitte wenigstens vorher damit auseinandersetzen und nicht auf das verlassen, was in den Zeitungen geschrieben wird.
Ansonsten halt ich es mit Stefan.
* "Die Freiheit, aufzubrechen wohin ich will" kostet 12,90 - da kann man nicht viel falsch machen.
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"Seilbahnen sind komplexe technische Systeme. Sie sind Werke innovativen vielschichtigen Schaffens und bilden ein spannungsvolles Zusammenspiel technischer und wirtschaftlicher, politischer, sozio-kultureller und landschaftlicher Faktoren." (Schweizerisches Bundesamt für Kultur)
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Wenn der gute Mann in aller Öffentlichkeit an Talkrunden teilnimmt und Müll erzählt ist das dann verfälscht oder nicht ?k2k hat geschrieben:Mein Tipp: Mal n Buch* von dem Mann in die Hand nehmen und lesen was er so zu sagen hat - unverfälscht von irgendwelchen Medienfuzzis.
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Gegenfrage: Wenn der Mann zu einem bestimmten Sachthema in aller Öffentlichkeit Müll erzählt, inwiefern lässt das dann Rückschlüsse auf die Gesamtperson und deren Weltanschauung zu?
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Es zeigt, dass diese Person einen ausgeprägten Drang danach hat sich öffentlich auch zu Themen zu äußern, von denen sie keine Ahnung hat. Oder Meinungen und Ansichten preiszugeben, die bei vielen Menschein einfach nur Kopfschütteln hervorrufen.k2k hat geschrieben:Gegenfrage: Wenn der Mann zu einem bestimmten Sachthema in aller Öffentlichkeit Müll erzählt, inwiefern lässt das dann Rückschlüsse auf die Gesamtperson und deren Weltanschauung zu?
Da wäre es vielleicht einmal besser den Schwanz einzuziehen und frei nach Dieter Nuhr die "Fresse zu halten".
Mag sein, dass er "live" ein begnadeter Geschichtenerzähler ist und ein Ausnahmebergsteiger ist er sowiso.
Ich mag das jetzt nicht weiter vertiefen, sonst steigt mein Blutdruck
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http://www.zeit.de/online/2005/34/messner_interviewInterview
Begräbnis am Nanga Parbat
Exklusiv-Interview mit Reinhold Messner über seinen toten Bruder
DIE ZEIT: Herr Messner, Sie sind auf einer ZEIT-Projektreise am Nanga Parbat unterwegs. Es heißt, im Diamirtal seien die sterblichen Überreste Ihres Bruders Günther gefunden worden.
Messner: Drei Einheimische aus dem Diamirtal, die in meinem Auftrag seit zwei Jahren regelmäßig den Gletscher absuchen, haben mir bei meiner Ankunft in Islamabad über den Fund des Körpers berichtet. Schuhe, Kleidung, Knochen, Haare, alle Details der Beschreibung stimmen.
DIE ZEIT: Sind Sie sich sicher, dass es sich dabei um Ihren seit 35 Jahren vermissten Bruder handelt?
Messner: Es ist so klar, dass es keine Zweifel gibt! Am Fuße des Berges ist noch ein anderer Körper gerfunden worden, der aber Plastikschuhe trägt, wie wir sie nicht verwendet haben.
DIE ZEIT: Nach Angaben Ihres Sprechers in Islamabad heißt es, der Körper sei in rund 4.600 Metern Höhe in der Nähe des Diamir-Basislagers gefunden worden, nachdem er 33 Jahre in 7.000 Metern Höhe gelegen hätte und aus dieser Höhe mit dem Schmelzwasser nach unten gewandert sei.
Messner: Das ist ein ganz großer Blödsinn. Der Körper ist eindeutig genau dort gefunden worden, wo vor fünf Jahren bereits der Knochen gefunden wurde. Es ist genau so, wie ich es immer vermutet habe.
DIE ZEIT: Wie ist die Meldung über den Fund dann nach Europa gelangt?
Messner: Ich habe keine offizielle Stellungnahme abgegeben. Einem slowenischen Bergsteiger, der vor kurzem auf spektakuläre aus der Wand des Nanga Parbat gerettet wurde, habe ich nebenbei von dem Fund berichtet. Vielleicht hat er es weitererzählt. Ich habe keinen Sprecher und keine Ahnung, wer das ist. Dies ist das erste Interview, das ich in Pakistan gebe.
DIE ZEIT: Wann werden Sie die Fundstelle erreichen?
Messner: Auf unserer Projektreise mit 15 ZEIT-Lesern befinde ich mich auf der Umrundung des Nanga Parbat. Derzeit sind wir im Muthat-Tal unter schwierigen Bedingungen unterwegs. Nach dem Erdbeben von 2002 haben Millionen Tonnen Geröll und Gletschereis die Landschaft hier total zerstört. Hier ist eine riesige Wüste. Aber wir haben eine gute Mannschaft und alle sind wohlauf. Wenn alles gut geht, erreichen wir Ende August das Diamir-Basislager und die Fundstelle.
DIE ZEIT: Was passiert, wenn Sie den Leichnam identifiziert haben?
Messner: Wenn es der Bruder ist, machen wir dort ein Begräbnis. Die Teilnehmer der ZEIT-Reise werden meine Zeugen sein.
Mit Reinhold Messner sprach Bernd Loppow
(c) ZEIT online, 20.8.2005
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Emilius3557
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Danke für den Artikel.
Es hat mich trotz Messners Wichtigkeit echt Wunder genommen, dass er in Pakistan (!) einen (Presse-)Sprecher besitzen hätte sollen.
Bei dieser "von 7000 auf 4600 m als Leiche"-Geschichte sieht man mal wieder beispielhaft wie Unsinn in die Zeitung kommt. So etwas bleibt dann wieder an Messner hängen ("der widerspricht sich, seine Geschichte ist unglaubwürdig", das habe ich bei dieser Sache schon als Kommentare gelesen!) und der steht blöd da. Gut, dass die ZEIT als wirklich seriöse Zeitung gelten kann.
Es hat mich trotz Messners Wichtigkeit echt Wunder genommen, dass er in Pakistan (!) einen (Presse-)Sprecher besitzen hätte sollen.
Bei dieser "von 7000 auf 4600 m als Leiche"-Geschichte sieht man mal wieder beispielhaft wie Unsinn in die Zeitung kommt. So etwas bleibt dann wieder an Messner hängen ("der widerspricht sich, seine Geschichte ist unglaubwürdig", das habe ich bei dieser Sache schon als Kommentare gelesen!) und der steht blöd da. Gut, dass die ZEIT als wirklich seriöse Zeitung gelten kann.