Pendolino
Zur Person:
Quelle: Elbeschifffahrtsmuseum LauenburgBellingrath (1838-1903) war der Initiator der "Kettenschleppschiffahrt der Oberelbe“ in Dresden. Die von ihm geleitete Gesellschaft hatte sich zum führenden Unternehmen der Elbschiffahrt entwickelt. Ferner hat er sich um die deutsche Binnenschiffahrt und die Entwicklung der Schiffstechnik sehr verdient gemacht. Seine herausragenden Aktivitäten lagen zweifelsohne in der Einführung der Kettenschiffahrt in Dresden 1869. Er hatte klar erkannt, daß eine Revolution der bis dahin unbedeutend gewordenen Elbschiffahrt nur mit Einsatz moderner Technik erfolgen konnte. Das aus Frankreich stammende, in Magdeburg erprobte System, an einer im Fluß versenkten eisernen Kette spezielle Schlepper fahren zu lassen, war zu damaliger Zeit wohl allein in der Lage, größere Ladungsmengen über weite Strecken zu transportieren. Bellingrath kommt das große Verdienst zu, durch zähe Bemühungen und Überwindung aller politischen und behördlichen Schwierigkeiten eine durchgehende Kettenschiffahrt auf 745 km Länge von Melnik in Böhmen bis Harnburg organisiert zu haben. Er wird daher auch zurecht als "Vater der Kettenschiffahrt" bezeichnet. Ein 4,7 rn langes Originalstück der 745 km langen Elbekette, Zeichnungen verschiedener Kettenschlepper und eine Bilddokumentation zeigen diese heute kaum vorstellbare Schiffahrtsart auf. Begleitend dazu wird ein einzigartiges Video zum "Kettenwechsel" - dem Begegnen zweier Kettendampfer -in der Ausstellung gezeigt.
Ein weitere herausragende Aktivität Bellingraths lag im Bereich der 1878 übernommenen kleinen Schiffswerft in Dresden-Übigau. Hier entstand unter seiner Leitung eine hochqualifizierte Schiffbauanstalt. Höhepunkt war die Etablierung der ersten Schiffbauversuchsanstalt in Deutschland 1883. Es galt u.a. die günstigste Schiffsform für ein einheitliches Kanalnetz in Deutschland zu finden; ein Themenbereich, welcher noch heute von großer Aktualität ist!
Dieser Bereich bildet den zweiten Schwerpunkt der Sonderausstellung. Daraus hervorzuheben sind die Zeichnungen zur Versuchsanstalt und der weiteren Forschungen Bellingraths zum deutschen Kanalnetz. Interessant ist auch der Hinweis auf eine heute noch in Betrieb befindliche "Alternativ-Fertigung" der Werft: die Schwebebahn in Dresden-Loschwitz. Hierfür lieferte die Werft damals den oberen Hauptantriebsmechanismus!