Saas Grund / Zwickmühle für die Bergbahnbranche: Während die Anforderungen der Gäste an moderne Anlagen immer grösser werden, wird die Finanzierung der Investitionen immer schwieriger. Die Bergbahnen Hohsaas zeigen, dass es bei der Mittelbeschaffung auch anders geht.
Ein Bericht der Bergbahnen Schweiz spricht Klartext: Beim gegenwärtigen Erneuerungsgrad von rund zwei Dutzend Anlagen pro Jahr beträgt die durchschnittliche Lebensdauer einer Schweizer Bergbahnanlage theoretische 80 Jahre. Die Folge: Die Branche läuft den nötigsten Reinvestitionen hinterher und droht den Anschluss ans Ausland zu verlieren. Hauptproblem ist dabei der Mangel an Kapital. Die Banken sind sehr zurückhaltend und privates Aktienkapital ist eine wenig ergiebige Quelle für Bergbahnen. Doch es gibt auch andere Beispiele.
Ein neuer Weg
Während der Löwenanteil des Fremdkapitals in der Schweizer Seilbahnbranche noch immer von den Banken kommt, gehen die Bergbahnen Hohsaas einen anderen Weg. „Wir haben wirklich einen Glückstreffer gelandet!“ Georg Anthamatten, VR-Präsident der Bergbahnen Hohsaas, steht die Freude über den Erfolg einer „beinahe Schnapsidee“ förmlich ins Gesicht geschrieben. Grund: „Wir haben einen Club ins Leben gerufen, in dem sich Freunde des Skigebietes Hohsaas zusammenfinden, die bereit sind, das Gebiet finanziell zu unterstützen – und das auf freiwilliger Basis“, so Anthamatten. Der Clou: Wer Mitglied werden will, zahlt einen Eintrittspreis von 2000 Franken und überlässt dieses Geld den Bergbahnen Hohsaas für zehn Jahre. Nach dieser Zeit erhält er den Betrag zurück. Und die Gegenleistung? Ein jährliches, freundschaftliches Treffen der Clubmitglieder und finanzielle Vergünstigungen für die Mitglieder und deren Familien beim Kauf von Abonnements und anderen Fahrkarten sind der Anreiz für den Clubbeitritt. „Offenbar ist dieser Anreiz interessant, denn die Clubidee bringts mittlerweile auf mehr als 1,5 Mio. Franken Beiträge!“, so Verwaltungsratspräsident Anthamatten.
Grosser Zulauf
Der Club zählt heute, kaum zwei Jahre nach Gründung, mehr als 750 Mitglieder. Alleine im ersten Jahr liessen sich über 500 Einheimische und Gäste aus Nah und Fern von der Idee des Hohsaas Clubs überzeugen. „Hätte man das selbe Ziel in Form einer Aktienkapitalerhöhung angestrebt, der Erfolg wäre wesentlich geringer gewesen“, ist Anthamatten überzeugt. Eine Meinung, die diverse seiner Amtskollegen im Oberwallis bestätigen könnten. So lancieren die Belalpbahnen zur Zeit bereits den zweiten Versuch, an Aktienkapital zum Bau einer neuen Sesselbahn zu kommen.
Investitionsbedarf gross
Dabei ist die Lage der zwei Bahnen in Bezug auf den Investitionsbedarf ähnlich. Sowohl das Skigebiet Hohsaas als auch die Belalp müssen ihre Bahn-infrastruktur modernisieren und die Kapazitäten erhöhen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Unterschied: Die Saaser werden die neue Achter-Gondelbahn auf Hohsaas am 17. Dezember 2005 eröffnen. Rund 12 Millionen Franken investieren die Saaser in diese Bahn; ziemlich genau der Betrag, von dem auch auf der Belalp die Rede ist. Anthamatten: „Natürlich waren dafür neben dem Club auch andere weitreichende Massnahmen zur Gesundung der Finanzen nötig. Aber der Erfolg des Clubs hat massgeblichen Anteil an der Realisierung der Bahn“ Neben der Gondelbahn können zusätzlich die Beschneiungsanlage ausgebaut und ein Skilift ersetzt werden. Ist also die Clubidee der Retter in der Not für die gebeutelte Bergbahnbranche? Georg Anthamatten: „Die Clubidee ersetzt nicht die Notwendigkeit, mit den Finanzen äusserst vorsichtig umzugehen. Die Kosten in der Branche müssen gesenkt werden.“
Neue Möglichkeiten der Seilbahnfinanzierung
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Jay
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Neue Möglichkeiten der Seilbahnfinanzierung
RZ-online berichtet anhand des Beispiels in Hohsaas:
- TPD
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Auf jeden Fall ist es wichtig, dass die Bergbahngesellschaften das Geld für die Investitionen nicht nur bei der Bank ausleihen.
Aber ich sehe den Sinn des Clubs nur bedingt ein.
Bei diesem Club handelt es sich ja im Prinzip um nichts anderes als Obligationen, die mit "Naturalien" verzinst werden. Ok. vielleicht ist eine Clubmitgliedschaft wegen den Steuern attraktiver als Obligationen ?
Desweitern ködern auch viele Bergbahnunternehmen die Leute mit Vergünstigungen bei den Skipässe, Einzelfahrten...etc, wenn man eine gewisse Anzahl Aktien kauft.
Dazu kommt noch die jährliche Generalversammlung, wo die Geschäftsleitung den Aktionären die Zahlen präsentiert. Nun für die meisten Kleinaktionäre ist sicher die Zahlenpräsentation nicht besonders interessant. Aber nach dem offiziellen Teil gibt es meistens ein gutes Essen.
Also dadurch ist der Unterschied zwischen dem Club oder dem Kleinaktionär eher gering.
Und noch was bezüglich Sicherheit.; bei einem Konkurs ist nebst dem Aktienkapital auch der Beitrag der Clubmitgliedschaft futsch...
P.S
Der Begriff Obligationen ist in der Schweiz ein Ausdruck für Wertpapiere, die zu einem festen Zinssatz verzinst werden. Auch die Laufzeit ist normalerweise beschränkt. Nach Ablauf der Laufzeit kauft das Unternehmen die Obligation zum ursprünglichen Verkaufspreis zurück.
Aber ich sehe den Sinn des Clubs nur bedingt ein.
Bei diesem Club handelt es sich ja im Prinzip um nichts anderes als Obligationen, die mit "Naturalien" verzinst werden. Ok. vielleicht ist eine Clubmitgliedschaft wegen den Steuern attraktiver als Obligationen ?
Desweitern ködern auch viele Bergbahnunternehmen die Leute mit Vergünstigungen bei den Skipässe, Einzelfahrten...etc, wenn man eine gewisse Anzahl Aktien kauft.
Dazu kommt noch die jährliche Generalversammlung, wo die Geschäftsleitung den Aktionären die Zahlen präsentiert. Nun für die meisten Kleinaktionäre ist sicher die Zahlenpräsentation nicht besonders interessant. Aber nach dem offiziellen Teil gibt es meistens ein gutes Essen.
Also dadurch ist der Unterschied zwischen dem Club oder dem Kleinaktionär eher gering.
Und noch was bezüglich Sicherheit.; bei einem Konkurs ist nebst dem Aktienkapital auch der Beitrag der Clubmitgliedschaft futsch...
P.S
Der Begriff Obligationen ist in der Schweiz ein Ausdruck für Wertpapiere, die zu einem festen Zinssatz verzinst werden. Auch die Laufzeit ist normalerweise beschränkt. Nach Ablauf der Laufzeit kauft das Unternehmen die Obligation zum ursprünglichen Verkaufspreis zurück.
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