Gefahren und Schäden bei Blitzeinschlägen in Seilbahnen

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motorschaden
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Beitrag von motorschaden »

Ich weiß jetzt nicht genau, wie ich das beschreiben soll, aber ich versuchs mal:

Ein Sessel, wie er unten auf dem Foto ist, ist ja eigenlich nur über diese beiden Gummischeiben (siehe Pfeile) mit der Aufhängung verbunden. Er wäre also isoliert, darum sind diese beiden Teile noch mit einem Stück leitendem "Seil" verbunden (hat man zumindest bei der älteren Aufhängung immer gesehen). Wenn jetzt also ein Blitz in einen Sessel direkt einschlagen würde, ist doch sicher diese einzige leitende Verbindung zu wenig, um die ganze Energie abfließenzulassen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das gesund für einen Menschen ist!
Oder ist es so, dass diese Gummischeiben auch aus einem leitenden Gummi sind, wie bei den Rollen?


Ich denke aber, dass ein Blitzeinschlag direkt in einen Sessel, eher selten ist, weil doch die Stützen noch höher liegen!
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trincerone
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Beitrag von trincerone »

Also ich vermute mal, dass erstens die dünnen Gummischeiben da in ihrer Durchschalgfestigkeit nicht ausreichend sind, um die Potenialunterschiede, die bei einem Blitzschlag auftreten, zu isolieren. Abgesehen davon, vermute ich, dass es für die Personen egal ist, wie dick die Seile an dieser Stelle sind, die du beschrieben hast, weil der Strom dort eh durch muss - durch die Leute zu fließen bringt ja nicht. Dünne Seile werden höchstens hießer bzw. reißen dann. Weiterhin kann ich nicht beurteilen, wieviel wahrscheinlicher es nun ist, dass der Blitz eine Stütze trifft. Ich denke aber, dass die Höhe kaum einen Unterschied macht. Wenn das Potential im Raum des Sessels nunmal höher ist, geht der Blitz dahinein. Eher könnte wohl die direkte Erdung der Stützen eine Rolle spielen. Ich denke aber aus den oben in meinem letzten Post genannten Gründen, dass es Blitzschalg direkt in einen Sessel für die Insasses fatal ist.

Alles aber nur Überlegungen, wie es tatsächlich aussieht, weiß ich nicht.
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Ram-Brand
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Beitrag von Ram-Brand »

Auch der Untere Teil des Sessels ist geerdet. Müßt ihr mal drauf achten.

Ich glaube auf dem Bild kann man es sogar erkennen.
Schaut mal in das rechte Loch von der Aufhängung. Da ist eine schwarze Leitung.
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d-florian
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Beitrag von d-florian »

zu der möglichkeit dass ein sesel in einen sessel einschlägt ist eine seite vorher ja schon ein kommentar, als in der EUB grindelwald FIrst ein Blitz 2 Kabinen vor dem user in die Kabine einschlug. Außerdem steht in den spannfeldern zwischen den stützen nun mal nix anderes außer dem seil und dem sessel! Also halte ich das schon für möglich dass ein blitz direkt in einen sessel einschlägt, auch wenn es nicht unbedingt oft vorkommt aber für möglich halte ich das durchaus schon! ist eben nur die frage was passiert denen die in dem sessel sitzen passiert und was an der bahn für schäden entsehen?!
stimme dabei trincerone in den meisten punkten zu aber ob es wirklich so ist weiß ich auch nicht! ist wohl etwas für die seilbahnexperten sowie die physiker usw :wink:
..aber scheiß drauf.. Weltcup ist nur einmal im Jahr....
Jürgen P.
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Beitrag von Jürgen P. »

Hallo


Ich kenne mich in diesem Bereich zwar nicht wirklich aus, möchte aber auch meine Sichtweise zum Thema schildern.

Es kommt häufig vor, das ein Blitz in eine Seilbahn einschlägt. Ein Blitz sucht sich den einfachsten Weg - und da bietet sich eine Stahlkonstruktion am Berg an. Liftstützen und Seilbahnstationen sicherlich in erster Linie - da sie den Blitz auf direktem Weg zum Boden leiten. Auch Einschläge in die Seile sind üblich. Auf der Interalpin wurde ein Seilkontrollsystem gezeigt - man zeigte Seilbeschädigungen, u.a. auch Blitzeinschläge die einzelne und mehrere Litzen beschädigten. Bei geringfügigen Beschädigungen ist das wohl kein Problem. Ich glaube, der Strom wird bevorzugt an der Oberfläche abgeleitet - ein Kunststoffkern nimmt dabei eher weniger Schaden. Allerdings wird die Schmierung im betroffenen Bereich verdampfen, was zu Spätfolgen führen kann.
Die Idee, das eine kleine Kunststoffisolation einen Blitz aufhalten könnte finde ich allerdings schon etwas seltsam. Der Blitz hat es schließlich geschafft, etliche duzend oder sogar hunderte Meter in Luft zurückzulegen. Da schafft er es auch, eine Strecke von wenigen cm zu überspringen.
Bei geschlossenen Kabinen denke ich auch, das sie als Faradayscher Käfig wirken. Zumindest wenn sie ein metallisches Skelett haben.
Bei Sesseln - nun, wenn die baumelnden Beine den tiefsten Punkt darstellen und der Blitzeinschlag ziemlich in der Nähe erfolgt könnte ich mir schon vorstellen, das es etwas ungemütlich wird. Bei einem direkten Treffer hat man vermutlich Pech. Aber da die Betreiber darauf achten, das die Anlagen bei Gewitter nicht benutzt werden, ist es wohl wahrscheinlicher, von einem Betonkübel getroffen zu werden der vom Himmel fällt.
Bei Schleppliften halte ich die Gefahr für deutlich höher - unabhängig vom Schleppseil oder dem Material der Bügel.
Da ein Blitzeinschlag im Seil über die Stützen abgeführt wird ist es vielleicht noch von Bedeutung, wo sich der Sessel (o.ä.) innerhalb des Spannfeldes zum Zeitpunkt der Entladung befindet und wie weit er vom Boden entfernt ist (und von der Leitfähigkeit des Untergrundes...).

Beste Grüße

Jürgen Pellengahr
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trincerone
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Beitrag von trincerone »

Jürgen P. hat geschrieben:, ist es wohl wahrscheinlicher, von einem Betonkübel getroffen zu werden der vom Himmel fällt.
:D

Kurze Frage: baumelnde Beine, tiefster Punkt: worauf willst du hier hinaus? Der Mensch im Sessel hat doch über den Sessel, Seil und Stütze schon quasi Erdpotential, ein erneuter Überschlag zum Boden ist folglich eher unwahrscheinlich aufgrund des Verhältnismäßig hohen Luftwiderstandes. Oder habe ich dich da missverstanden?

Warum siehts du die Gefährdung beim SL größer, unabhämgig von den Materialien? Wegen der Spannungstrichter um die Stütze(n)?

Und warum ist nach deiner Meinung die Position im Spannfeld bei Fahrbetriebsmitteln ohne Bodenkontakt von Bedeutung? Wenn die Sütze den Strom zur Erde leitet, dürfte der Sessel, der von meterweise Luft umgeben ist, hervorragend isoliert sein.

Natürlich treten beim Blitz Ströme auf, die in der Lage sind, hunderte Meter Luft zu durchschlagen, aber wenn sie erstmal einen Leiter treffen, der geerdert ist, glaube ich nicht, dass es einen zweiten Lichtbogen gibt, dafür ist der Widerstand des Leiters i.A. zu gering, so dass hier quasi die gesamte elektrische Energie abfließt.

Ich denke weiter, dass es nicht so sehr darauf ankommt, was nun höchter Punkt etc ist, sondern viel mehr, wo Ladungen sammeln. Wenn beispielsweise die Luft stark positiv geladen ist, dann wird sich ein einzlener Metallstab mit Bodenkontakt vermutlich an seiner Spitze stark negativ aufladen (bis hin zum bekannten Elmsfeuer). Diese konträre Ladung macht eine exponierte Metallspitze geradezu prädestiniert für einen Blitzschlag bzw. im Beispiel (wo die Spitze negativ geladen ist) entsteht der Blitz hier und geht in die positiv geladene Wolke.

Ich denke, es ist sinnvoll sich zu überlegen, was kann sich wie aufladen und wie kann ein Entladung am effektivsten stattfinden. Im Prinzip gehts immer um die Frage, wo liegt welches Potential, wo welcher (wenn auch nicht ohmscher) Widerstand, wie kann folglich ein möglichst effizienter Potentialausgleich stattfinden.

Ansonsten weiß Claus vielleicht noch Rat?
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mic
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Beitrag von mic »

...fragt doch mal bei blitzschutz.de nach!
http://blitzschutz.de/cgi-bin/forum.cgi
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Oscar
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Beitrag von Oscar »

Wenn du im Sessel sitzt und deine Beine baumeln lässt ists doch genauso wie mitm Vogel auf der Hochspannungsleitung da passiert diir nix sag ich mal, weil der Blitz durch die Stahlkonstruktionen abgeleitet wird. Aber lass mich da gerne eines besseren belehren ;)
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trincerone
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Beitrag von trincerone »

@oscar: strommäßig mag das stimmen, aber wenn die Hochspannungsleitung 30.000° C heiß wär, würd der Vogel da auch nid lang drauf sitzen... ;)

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Downhill
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Beitrag von Downhill »

Hmm, wieviele Schlepplifte werden bei "Sommertemperaturen" (bei kalten Temperaturen gibt's in den Alpen keine Gewitter) benutzt? Höchstens welche von Sommerrodelbahnen, und ob ein Gewitter dann sooo plötzlich aufzieht daß die Bahn nicht vorher geschlossen werden kann, glaub ich nicht :gruebel:
Sollte es doch mal in einem sehr seltenen Fall beim skifahren sein (April, 20° oder so), kann man immer noch abhauen aus einem Schlepplift...
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trincerone
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Beitrag von trincerone »

@downhill: wir reden von Sommerskiliften auf dem Gletscher, das ist doch völlig offensichtlich... ;)
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Downhill
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Beitrag von Downhill »

Hmm, das hab ich tatsächlich übersehen :oops:

Als ich August 2003 in Tux war bei der Affenhitze, wär ein Gewitter nichtmal so unwahrscheinlich gewesen. Und dann mitten am GW-Hang mal eben schnell nen Unterschlupf suchen gegen den Blitz... :gruebel:
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Oscar
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Beitrag von Oscar »

trincerone hat geschrieben:@oscar: strommäßig mag das stimmen, aber wenn die Hochspannungsleitung 30.000° C heiß wär, würd der Vogel da auch nid lang drauf sitzen... ;)
Hmm ja mit der Hitze das is natürlich möglich...
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trincerone
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Beitrag von trincerone »

Und dann mitten am GW-Hang mal eben schnell nen Unterschlupf suchen gegen den Blitz...
Hockst dich halt inne Spalte.... :P ;D ;)
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d-florian
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Beitrag von d-florian »

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Jürgen P.
.. Aber da die Betreiber darauf achten, das die Anlagen bei Gewitter nicht benutzt werden, ....
Also das die Betreiber darauf achten dass keiner die Seilbahn benutzt, wenn Gewitter ist und ein Blitz einschlägt ist wohl klar! Aber das tun sie denk ich auch um Schäden an der Bahn zu verhindern, da man ja zumindest in einer Eub oder Pb sicher sein sollte!

@downhill:
Wiedersprech dir jetzt mal vollkommen was Gewitter im Winter angeht!!!
Dass es im Winter nicht so heftige Gewitter wie im Sommer gibt ist wohl klar aber ich weiß selbst von letztem Februar, dass es da bei uns in der Rhön ein kleines Gewitter gab und das war mittags gegn 13 Uhr wärend dem Skibetrieb :!:
DAraufhin wurde dieser bis ca 13.30 unterbrochen weil man nicht wußte was noch kommt! denn auch wenn es im winter schneit und stürmt heißt dass nicht dass es dabei keine Entladungen geben kann! Ist zwar selten aber kommt vor wie man ja auch daran sieht dass vor 2 Jahren in Obertauern die Hundskogelbahn für 2 Tage wegen Blitzeinschlag still stand! Aktuelles Beispiel vom Wochenende ist Wohl die PPB am Pitztalergletscher, wlche auch von einem Blitz getroffen wurde...
Un ich denke im Winter während SChneefalls oder so ist nicht klar zu sehen dass sich ein Gewitter anbahnt, so wie es im Sommer wohl eher der Fall ist um zum Sommerski zu kommen! Wobei man sich auch hier vertun kann, denn im Gebirge kann immer etwas ganz schnell aus dem nichts aufziehen aber das weiß wohl jeder hier selbst wie schnell das manchmal geht! nur wenn dann mal der erste Blitz unverhofft zuckt und dieser schon in den Lift eingeschlagen hat, braucht man ihn nicht mehr ausschalten da er dann schon aus sein wird :roll:
Zuletzt geändert von d-florian am 21.09.2005 - 19:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Jürgen P.
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Beitrag von Jürgen P. »

Hallo


>baumelnde Beine, tiefster Punkt: worauf willst du hier hinaus?

Mein Gedankengang dabei ist, das ein Sessel mit baumelnden Beinen nicht als Faradayscher Käfig wirkt. Im Falle, das der Blitz nicht nur durch das Stahlseil und die nächste Stütze abgeführt wird (und das kann bei großen Spannfeldern schon eine lange Strecke sein), wird er den direkten Weg vom Sessel zum Boden nehmen. So stelle ich mir das zumindest vor.


>Der Mensch im Sessel hat doch über den Sessel, Seil und Stütze schon >quasi Erdpotential, ein erneuter Überschlag zum Boden ist folglich eher >unwahrscheinlich aufgrund des Verhältnismäßig hohen Luftwiderstandes.

Könnte sein - würde ich mich aber nicht drauf verlassen.

Ich sehe auch die Seilbahnelektronik als Problematisch an. Wenn eine Seilbahn nicht rechtzeitig leergefahren wird und infolge eines Blitzeinschlages ausfällt, so sitzt man im gefärdeten Bereich fest. Keine schöne Vorstellung.


>Warum siehts du die Gefährdung beim SL größer, unabhämgig von den Materialien?
>Wegen der Spannungstrichter um die Stütze(n)?

Was sind Spannungstrichter?

Nein. Ich meine, das das Seil vom Blitz auch dann verfolgt wird wenn es aus Kunststoff (oder meinetwegen Hanf) besteht. Es ist eine Störung in der Luft und wirkt wie der Abgasstrahl einer Rakete als "Ionisationskeim". Der darunter aufrecht stehende Skifahrer leitet natürlich wieder verhältnismäßig gut.
Bei allen Seilbahnen (mal von Standseilbahnen und Funischlitten abgesehen) wirkt natürlich das darüber verlaufende Seil als Blitzableiter. Nur ist dieser Blitzableiter nur an der Stütze ideal - ansonnsten verläuft er erst einmal eine längere Strecke Waagerecht - nein, schlimmer noch - er entfernt sich zu den Stützen hin vom Boden. Ob das als Schutzmechanismus ausreicht hängt sicherlich auch davon ab, wie stark der Blitz ist (und es gibt unterschidliche Blitzarten) und wie weit sich der Sessel vom Boden befindet. Aber wie gesagt - alles nur meine Meinung. Ausprobiert habe ich's nicht ;-)


Beste Grüße

Jürgen Pellengahr
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trincerone
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Beitrag von trincerone »

Mein Gedankengang dabei ist, das ein Sessel mit baumelnden Beinen nicht als Faradayscher Käfig wirkt. Im Falle, das der Blitz nicht nur durch das Stahlseil und die nächste Stütze abgeführt wird (und das kann bei großen Spannfeldern schon eine lange Strecke sein), wird er den direkten Weg vom Sessel zum Boden nehmen. So stelle ich mir das zumindest vor.
Ich denke, diese Vorstellung ist unzutreffend aus folgendem Grund:

Der Weg den die elektrische Energie zurück legen muss um Erdpotential (also den Boden) zu erreichen, ist völlig irrelevant. Von Bedeutung ist alleine der elektrische Widerstand des Weges, der zurückgelegt werden muss. Solange außer Luft nichts da ist, ist der Gesamtwiderstand der Luft natürlich näherungsweise dort am geringsten, wo der Weg am kürzesten ist. Daher gibt es dann natürlich indirekt einen Zusammenhang zwischen Blitzkanal und kürzesten Weg zum Boden. Sobald aber andere, bessere Leiter zur Verfügung stehen, folgt der Strom dem Weg, dessen elektrischer Widerstand am geringsten ist. Bei Ohmschen Leiter beispielsweise teil sich der Strom proportional zum relativen Kehrwert der Widerstände. Selbst wenn Luft kein Ohmscher Leiter ist, kann man doch sagen, dass bei vielleicht ein paar hundert kOhm Widerstand bei Abfließen durch das Seil und die Stütze, der enorme Widerstand der Luft zwischen Sessel und Boden einen Überschlag quasi ausschließt, meine ich.

Jürgen P.
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Beitrag von Jürgen P. »

Hallo


Du glaubst also, dass man in einem Sessel sicher ist.
Nun - Deine Herleitung finde ich zwar plausibel, würde mich im Zweifelsfall aber nicht darauf verlassen.
Wie gesagt - ist nicht grade mein Fachgebiet.


Beste Grüße

Jürgen Pellengahr
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Beitrag von trincerone »

Nein, ich glaube, dass man in einem Sessel schwere Verletzungen in Form von Verbrennungen erleiden würde und ich kann mir auch vorstellen, dass Hetz und / oder insbesondere Gerhirn zumindest temporär aufgrund der ennormen Feldstärken beeinflusst werden.

Aber ich denke, dass man nicht Teil des Stromflusses wird.
Jürgen P.
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Beitrag von Jürgen P. »

Hallo

Um mich vollends mit meiner Unwisenheit zu outen hier noch eine These:
Ein Blitzeinschlag verursacht eine plötzliche Potentialänderung. Da die Ladungen primär auf der Oberfläche abfließen und der Sesselinsasse mit baumelnden Beinen (ja, natürlich im Sommerskigebiet) nicht in einem Faradayschen Käfig sitzt, liegt auf seiner Oberfläche auch das hohe Potenzial an. In seinem Inneren liegt aber noch das Erdpotential an. Also erfolgt eine Ladungsverschiebung - ein Stromfluß, der neben einer Temperaturerhöhung auch für eine Elektrolyse sorgt.
Natürlich wird dabei auch die Körpereigene "Elektronik", also die Nerfenbahnen, Gehirn und Muskeln (Herzmuskel) in Mitleidenschaft gezogen. Ist so wie bei der Seilbahn - kann zum Totalausfall führen.

Na, was haltet Ihr davon?


Beste Grüße

Jürgen Pellengahr
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Beitrag von Chasseral »

trincerone hat geschrieben:Na ja, ich weiß es ja nicht, aber ich denke mal, dass die thermische Energie ausreicht, einen Menschen schwer zu verletzen. Dazu kommt, dass ich nicht weiß, wie der meschliche Körper - insbesondere Hezmuskel und Gehinr, auf derart hohe Feldstärken reagieren.

Beim Schlepplift weiß ich nicht, aus welchem Material das Seil zum Bügel besteht: ist dort Metall eingeflochten?

Angemerkt sei noch, dass ein Seilbahnseil mit 54mm in etwa die gleiche Dicke hat, wie der Leiter in einem 400 kV Erdkabel, wobei bei letzerem der Leitwert besser sein dürfte, da es meines Wissens aus Aluminiumoder Kupfer besteht. Diese Kabel werden - wenn ich dsa richtig gelesen habe - unter Vollast zulässigerweise bis zu 90°C heiß, bei Stromstärken, die im Bereich von einigen kA liegen. Die Stromstärken bei Blitzentladungen liegen ca. um den Faktor 20 darüber bei etwas schlechterem Leitwert des Seils, jedoch dauert eine solche Entladung nur sehr kurz an (Millisekundenbereich). Darin dürfte der Grund dafür liegen, dass das Seil nicht total versagt, vermute ich. Hingegen dürfte die Temperatur im unmittelbaren Bereich des Einschlags ennorm sein, da es sich dort wohl um einen Plasmakanal handelt. Temperaturen von punktuell 30.000 °C sind wohl nicht ungewöhnlich. Insofern ist denke ich schon mit schweren Verletzungen der Insassen bei Blitzschalg in einen Sessel zu rechnen. Bezüglich des Seils scheint auch hier die kurze Einwirkungsdauer nicht auszureichen, um den gesamt Seilquerschnitt zu verlüssigen, was mich aber zugegebenermaßen überrascht.

Sollte ich bei diesen Überlegungen einen Denkfehler gemacht haben, möge man noch bitte korrigieren.
Aus meiner Sicht 100% richtig. Was mich vor allem erstaunt ist, dass deine Annahmen bezüglich 400-kV-Erdkabel absolut rtichtig sind (54mm, 90°, wenige kA). Woher kennst du dich damit aus? p.s.: Die mir bekannten 400-kV-Erdkabel (Paris, Berlin, Wien + einige Ständte auf anderen Kontinenten) haben allesamt Kupferleiter. Bis 150 kV kommen auchg Aluminiumleiter zum Einsatz.
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6x Andorra, 1x Spanien, 12x Deutschland, 3x Österreich
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trincerone
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Beitrag von trincerone »

Da ich ich mir erstens für Naturwissenschaft i.A. interessiere (Mathe / Physik-LK, Luft- und Raumfahrtechnikstudium zumindest 4 Semester) und mich insbesondere dieses Thema interessiert, ich aber auch gemerkt habe, dass ich mit meiner "Hausphysik" nur sehr allgemeine Aussagen treffen kann, habe ich versucht, vergleichbare Themenbereiche zu finden, zu denen fundierte Erkenntnisse vorliegen. Aus diesen wollte ich dann versuchen anhand von Überschlagsabschätzungen zumindest grobe Erkenntnisse abzuleiten, wie ein Blitzschlag auf ein Seil wirken könnte. Ich hatte vermutet, dass ein derart hoher Stromfluss das Seil völlig zerstören würde, gleichzeitig aber in diesem Topic gelesen, dass dies in der Praxis nicht geschieht. Dem wollte ich auf den Grund gehen. Am geeignetsten schien mir das Höchstspannungsnetz zu sein, weil hier erstens sehr fundierte Erkenntnisse und Erfahrungen vorliegen und gleichzeitig dies der einzige mir bekannte technische Bereich ist, dessen Ströme und Spannungen wenigsten annähernd in die Größenordnung derer von Blitzen kommen (und da liegen wir bez. der Spannungen immer noch um Faktor 100 bis 1000 daneben, aber bei den Strömen, auf die es heir ankommt, wenigstens nur Faktor 10 - 20). Aus diesem Grunde habe ich versucht, Erkenntnisse über auftretende Temperaturen und nötige Zugfestigkeiten bei Freileitungen des Höchstspannungsnetzes gesucht, u.a. auch weil die Seile zumindest ähnlich dimensiniert sind und auch unter einer gewissen mechnischen Spannung stehen, was mir für einen Vergleich sinnvoll erschien. Stattdesse fiel mir dann erstmal eine Dissertation in die Hand, die den wirtschaftlichen Einsatz von VPE-Kabeln auf langen Distanzen untersucht. Das fand ich durchaus faszinierend, so dass ich mich darin festgelesen hab. Da das etwas länger gedauert hat und ich parallel für Freileitungen erstmal keine vergleichbar präzisen Daten finden konnte, habe ich mich dann auf das Zitieren dieser Dissertation beschränkt, zumal mir mittlerweile wieder Zweifel an der Vergleichbarkeit kamen, schon aufgrund der Tatsache, dass es bei dem Höchstspannungsnetz ja zumindest bezüglich der einzelnen Ader um Wechselstrom geht. Außerdem ist eine Dauerbelastung nicht mit einer einmaligen Schockbelastung zu verlgeichen (so wie der dynamische Bruch auch bei anderen Kräften auftritt, als der Zugbruch etc). Schließlich hatte ich mittlerweile herausgefunden, dass unmittelbar an der Einschlagsstelle des Blitzes Temperaturen von 30.000° C etwa auftreten, so dass mir klar war, dass dort alleine die potentielle Versagensstelle liegt und nicht in dem Seil als ganzen an einer beliegigen Stelle aufgrund des Stromflusses. Daraus wiederum ergab sich zwangsläufig, dass nur die kurze Einwirkungsdauer Grund sein konnte, für ein Überleben des Seiles, weil die genannte Temperatur ansonsten in jedem Fall zum Versagen führen würde. Da ich das gelesene über VPE Kabel aber dennoch sehr interessant fand und der Auffassung war, dass es ihm Rahmen dieser Diskussion sinnvoll wäre, überhaupt mal ein paar Vergleichswerte zu haben, um die Größenordnung vorstellbar zu machen, habe ich die Dissertation dann doch kurz zitiert. So kam das dann zu stande.

Elektrische Energie und Freileitungen haben mich schon als Kind fasziniert. Einerseits technisch, andererseits optisch und nicht zuletzt auch, weil ich diesen Kontrast faszinierend finde, dass man die ungeheure Energie, die da durchgeht, nicht sehen kann, wohl aber anders war nehmen, akkustisch z.B. inform des Koroaeffektes. Diese etwas bedrohliche Stimmung diese Verbreiten (ins. das Knistern ist doch irgendwie unangehm) finde ich weiter auch faszinierend.

Am Stilfser Joch gibt es eine große italiensiche Freileitung, die aufgrund einer Geländekante extrem dicht vorne am Parkplatz langeht. Man kommt an dieser Stelle extrem dicht an die Leitungen heran, viel dichter als sonst. So eine Distanz ist schwer zu schätzen, aber es sind wohl anscheinend etwa 6 - 7 m. Diese Stelle ist faszinierend, man meint die Energie fast zu spüren.

Ein paar Bilder vom September 2004:

http://www.trincerone.com/mm/elec-a.jpg
http://www.trincerone.com/mm/elec-b.jpg
http://www.trincerone.com/mm/elec-c.jpg
http://www.trincerone.com/mm/elec-d.jpg


Hier sieht man es besonders gut (Link wegen der Größe des Bildes). Unbedingt anschauen und mal nach rechts scrollen: dann mal Leitungssdicke betrachten bzw. die Lampe im Hintergrund um einen groben Eindruck zu bekommen, wie dicht man dort an der verdammten Leitung steht.



http://www.trincerone.com/mm/IMG_7830.jpg



Na ja, wie ich auf Kris' Bildern neulich sehe, haben sie mittlerweile die gesamte Straße und den Parkplatzbereich weitläufig abgesperrt: Gefahr eines Lichtbogens! Sie haben festgestellt, dass der Sicherheitsabstand hier unterschritten wurde, und deshalb alles abgesperrt. Da der Sicherheitsabstand für derartige Leitungen meines Wissens 4m beträgt (es ist meines Wissens eine 220 kV Leitung) und ich davon ausgehe, dass sie wohl eher von Bussen oder sowas ausgegangen sind bez. des Unterschreitens, schätze ich, dass es ab Kopfhöhe vielleicht noch so 5,5 m - 6,5 m sind bis zu den Leitungen. Allerdings in dem für Autos zu befahrenden Bereich (der jetzt wegen des zu geringen Abstandes gesperrt wurde). In dem Bereich für Fußgänger ist es dann nochweniger ... ! Wie dem auch sei: diese Photosession hat jedenfalls für ordentlich Adrenalin gereicht, es brizzelt das man meint, eine falsche Bewegung und man steht im Lichtbogen... :?

Na ja, hab mich schon wieder verquatscht.. sorry... :)
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trincerone
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Beitrag von trincerone »

Nochmal ein kleines Beispiel, über welche Energien wir hier reden:

Verteilerkabine mit "vergessenem" Schruabenschlüssel:

Bild

Zuschalten der Netzspannung 380 V, 10 kA:

Bild

Und die Wand vom Verteilerkasten, nachdem sie Bekanntschaft mit dem Lichtbogen gemacht hatte:

Bild

Hier gibts die Bilder in groß:

http://haweso.ch/html/preverenges.htm
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Chasseral
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Beitrag von Chasseral »

^^ zu den Sicherheitsabständen:
Ich kenne die Werte nur für 110 kV
- 3 Meter für Arbeiten durch Elektrofachkräfte an benachbarten elektrotechnischen Anlagen
- 4 Meter für den Fall, dass elektrotechnische Laien arbeiten oder grössere Genestände verwendet werden müssen "z.B. Leitern" oder Arbeiten ausgeführt werden, die nicht elektrotechnischer Natur sind (z.B. Rasenmähen). Können die Abstände nicht eingehalten werden, sind Abschottungen anzubringen. Diese müssen minimal entsprechend dem Luft-Isolier-Abstand von den aktiven Teilen entfernt sein (bei 110 kV: 110 cm)
- 6 Meter für Verkehrswege (-> Parkplatz); die 6 Meter gelten aber nicht ab Strassenniveau sondern ab der zu erwartenden Höhe der Personen, die hier queren und deren Aktivitäten. Auf einemr normalen Strasse müssten 8 Meter ab Strassenniveau genügen; auf Flächen, wo Arbeitsgeräte transportiert werden, sollten es mehr sein. Dass Fahrzeuge von 4,5 Meter Höhe bei 8 Meter Fahrzeughöhe fahren, ist kein Problem, sofern die Fahrzeuge ein Dach haben bzw. auszuschlissen ist, dass sich Personen ohne Überdachung in dieser Höhe aufhalten.

Für 220 kV beträgt der vorgeschriebene Abstand für Verkehrswege 7 Meter soviel ich weiss.

Das alles habe ich sinngemäss mit meinen eigenen Worten wiedergegeben, da ich zu faul bin, die Bestimmungen rauszusuchen.

@Dissertation VPE-Kabel: Kannst du mir Titel und Autor nennen? Würde mich auch interessieren. Das Problem bei hohen Spannungen ist ja der kapazitive Ladestrom, der mit der Kabellänge rasant zunimmt. Würde mich mal interessieren, was der Autor schreibt. Ich hab zu den Dingen einen gewissen Bezug, denn ich bin Mit-Autor des "Standardwerkes" für Kabeltechnik in der Energieversorgung (Kabel-Handbuch vom VWEW-Verlag). Ich steh da zwar im Vorwort nur als "Mitglied des Redaktionskreises" - offizielle Autoren sind Professoren und Top-Führungskräfte grosser Unternehmen. Tatsache ist aber, dass ich den Schinken zusammen mit einem Kollegen für die 5./6. Auflage völlig neu geschrieben habe. Immerhin hat man im Vorwort die "mühevolle Kleinarbeit" erwähnt. :wink:

@Lichtbogenenergie: Das ist schon gewaltig, was da bereits bei Niederspannung bei Leiterquerschnitten ab 16 mm² abgeht. Wenn ich mal im Bekanntenkreis arbeite und Hausanschlusssicherungen oder Zähler-Vorsicherungen ziehe, dann mach ich das nur mit Helm + Visier.
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Beitrag von Chasseral »

Hier ausm Kabelhandbuch 2 Fotos von 400-kV-Kabeln. (sind genaugenommen 500-kV-Kabel und 110-kV-Kabel, aber der grundsätzliche Aufbau unterscheidet sich kaum von 400 kV - nur die Dimensionen)

- 1mal papierisoliertes Niederdruck-Ölkabel - dieser Typ ist auf der westlichen 400-kV-Teilstrecke in Berlin in Betrieb

- 1mal VPE-isoliertes Kabel - dieser typ ist auf der östlichen 400-kV-Teilstrecke in Berlin in Betrieb.

Durch die 400-kV-Kabeltunnel in Berlin bin ich schon durchgelaufen. Ist schon mal was anderes als unsere Kabelchen.

Jetzt aber bitte im eigentlichen Topic weiter! :wink:
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Oelkabel.jpg
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