Hosp-Sager sorgt für Empörung
Für Riesenaufregung sorgt im Burgenland eine Aussage der Tiroler Landesrätin Anna Hosp (ÖVP) zur Lebenssituation der Burgenländer. Hosp hatte sich im Zusammenhang mit der Kaufkraft über Kleidung und Häuser der Burgenländer geäußert.
Vergleich gezogen
Die Tiroler Naturschutzlandesrätin hatte am Donnerstag im Zusammenhang mit einer OGM-Kaufkraftstudie, bei der Tirol hinter dem Burgenland den letzten Platz belegt, dem Tiroler Privatradio Life Radio ein Interview gegeben.
Darin zog sie einen Vergleich mit dem Burgenland, der nun im Burgenland für gehörige Empörung sorgt.
Hosp wörtlich:
"Wenn Sie burgenländische Häuser angeschaut haben, wissen Sie, was bei denen Haus heißt. Das ist bei uns eine bessere Garconniere. Wenn man sieht, wie die Menschen dort gekleidet sind und was sie für Fahrzeuge haben, dann glaube ich, wissen wir, dass wir in Tirol doch im Schnitt sehr gut zu leben haben", sagte Hosp wörtlich.
SPÖ fordert Entschuldigung
Im Burgenland erntete die Politikerin dafür Kritik von allen Seiten. Die SPÖ forderte nach Bekanntwerden des Interviews bereits am Donnerstagabend eine Entschuldigung.
"Hier offenbart sich eine besondere Arroganz, mit der ÖVP-Politiker auf arbeitende Menschen herabsehen", sagte SPÖ-Landesgeschäftsführer Georg Pehm.
"Beleidigung für Burgenländer"
"Diese Aussagen sind eine Beleidigung für alle Burgenländerinnen und Burgenländer", erklärte Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ).
Offensichtlich sei der ÖVP-Politikerin der enorme Aufholprozess des Burgenlandes entgangen, meinte der Landeschef: "Ich lade die Frau Landesrätin ein, ins Burgenland zu kommen, damit sie ein Bild von den tatsächlichen Lebensbedingungen in unserem Land bekommt."
Schelte von der FPÖ
Schelte kam am Freitagvormittag auch von Burgenlands Freiheitlichen: Landesparteisekretär Norbert Hofer sprach von "dümmlichen und beleidigenden" Aussagen.
Rücktrittsforderung
"Wir Burgenländer haben es nicht notwendig, uns von einer Dame, die als Politikerin 14.000 Euro monatlich verdient, wegen unseres niedrigen Durchschnittseinkommens demütigen zu lassen", sagte Hofer.
FPÖ-Landesparteiobmann Johann Tschürtz ortete gar "Handlungsbedarf bei Bundeskanzler Schüssel, Landeshauptmann Van Staa und LH-Stellvertreter Steindl" und forderte die Tiroler Landesrätin zum Rücktritt auf. Eine Politikerin, die "ein ganzes Bundesland" beleidige, habe in einer Spitzenfunktion nichts verloren, meinte Tschürtz.
Kritik auch aus der ÖVP
Auch die ÖVP Burgenland verurteilte die Aussagen von Hosp. Freitagnachmittag forderte Landeshauptmann-Stellvertreter und ÖVP-Landeschef Franz Steindl eine Entschuldigung von Hosp.
"Taktlos, letztklassig und niveaulos"
Als "taktlos, letztklassig und niveaulos" bezeichnet Steindl die Aussagen der Tiroler Landesrätin.
Hosp solle ihre unqualifizierten Aussagen sofort zurücknehmen und sich bei den Burgenländerinnen und Burgenländern für diese Beleidigung offiziell entschuldigen, forderte Steindl. Das habe er auch bei einem persönlichen Anruf in der Tiroler Landesregierung gefordert.
Auch Grüne üben Kritik
"Die Aussagen der Tiroler Landesrätin Hosp disqualifizieren sich von selbst. Solche Menschen können uns nicht beleidigen", sagte die Landessprecherin der Grünen, Grete Krojer, am Freitagnachmittag.
Fotowettbewerb ausgerufen
"Ich bin mir aber sicher, dass unsere Häuser dem Vergleich mit Tiroler Garconnieren jederzeit standhalten. Wir laden daher zum Fotowettbewerb 'Meine bessere Garconniere' ein und werden Landesrätin Hosp zeigen, wie schön die Häuser im Burgenland sind", so Krojer.
Hosp mit Erklärungsversuch
Hosp selbst sagte am Freitag, sie habe niemanden beleidigen wollen, sehe aber ihren subjektiven Eindruck vom Burgenland objektiv bestätigt.
Tiroler Naturschutzlandesrätin Hosp durchgedreht ...
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Tiroler Naturschutzlandesrätin Hosp durchgedreht ...
Die Tiroler Lederhosen-Alpenkitsch-Architektur ist ja ab und an hier ein Thema. Interessant dazu, was eine Tiroler Spitzenpolitikerin dazu meint (und gleich dazu im Vergleich zur Bauweise in anderen Bundesländern), wenn sie mal vergisst, das noch verbliebene Restgehirn vor dem Denken einzuschalten
- gerrit
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Dieser Sager dürfte den gleichen psychologischen Hintergrund haben wie der von Stoiber über die Ostdeutschen. Um im eigenen Land / Region / etc. gut dazustehen bzw. den eigenen Bereich zu loben macht man andere herunter (was wahrscheinlich von der Intention gar nicht mal böse gemeint ist), nur als Politiker sollte man eigentlich soweit geschult sein, daß sowas nicht passiert.
Erinnerungen: meine Berichte seit 2005 (bzw. 1983)
Daß wir echt waren, werde ich auch noch erfinden! (Josef Zoderer)
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