Autobahn-Verkauf und PKW-Maut ?

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Soll das deutsche Autobahnnetz verkauft werden?

Ja, aber nur wenn die Benutzung weiterhin kostenfrei bleibt
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3%
Ja, ich bin auch bereit eine PKW-Maut zu entrichen, bei entsprechenden anderen Entlastungen
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38%
Ja, ich bin auch bereit eine PKW-Maut zu entrichen, ohne entsprechenden anderen Entlastungen
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Nein, die Autobahnen sollen nicht verkauft werden und in der Hand der Regierung bleiben
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Ist mir egal, habe keine Meinung (Autofahrer)
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Ich fahre kein Auto
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snowflat
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Autobahn-Verkauf und PKW-Maut ?

Beitrag von snowflat »

So richtig wollte bis gestern kein Politiker darüber sprechen und vor der Wahl sowieso nicht. Nun ist die Bundestagswahl vier Wochen her und die SPD geht mit CDU/CSU in die Koalitionsgespräche, nachdem beide Lager Ihre Mannschaften vorgestellt haben. Einer ist u.a. Peer Steinbrück (SPD) designierter Verkehrsminister, der gestern seine Gedanken über den Verkauf des deutschen Autobahnnetzes kundgetan hat.
Hier die Berichterstattung von www.heute.de :

Autobahn-Verkauf und Pkw-Maut?


Steinbrück: "Müssen sorgfältig abwägen"

Zur Sanierung der Staatskasse hat der designierte Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) den Verkauf des Autobahnnetzes und damit letztlich die Einführung einer Pkw-Maut nicht grundsätzlich ausgeschlossen. In einem Zeitungsinterview hatte Steinbrück auf die Frage, ob die große Koalition über den weiteren Verkauf von Staatsvermögen, zum Beispiel den Verkauf Autobahnnetzes nachdenke, gesagt: "Wir müssen das sorgfältig abwägen. Die Diskussion darüber beginnt gerade und ich bin in keiner Weise festgelegt."

Es gebe zur Lösung der staatlichen Finanznöte keinen "goldenen Topf mehr unter dem Regenbogen", so der designierte Finanzminister. Er machte wenig später jedoch deutlich: "Ich möchte klarstellen, dass ich mich in keiner Weise für die Einführung einer Pkw-Maut ausgesprochen habe." Eine solche Position aus einem Zeitungsinterview in der "Bild am Sonntag" herzuleiten, sei eine Unterstellung.

Ein Sprecher des scheidenden Verkehrsministers Manfred Stolpe (SPD) sagte, es gebe keine Überlegungen zum Verkauf der Autobahnen, was die Einführung einer PKW-Maut bedeute. Stolpe lehne dies ab. Nach Informationen der "Bild am Sonntag" ließ das Verkehrsministerium jedoch bereits konkrete Berechnungen erstellen, wie viel der Verkauf des Autobahnnetzes einbringen könnte.

Milliarden wert

Das Institut "Prognos" bezifferte den Wert des rund 12.000 Kilometer langen Autobahnnetzes in Deutschland demnach auf 127 Milliarden Euro. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung habe für Autobahnen und Bundesstraßen zusammen den Wert von 213 Milliarden Euro genannt.
Verkehrsministeriumssprecher Dirk Inger zu den von der "BamS" zitierten Berechnungen, diese stammten aus einer Studie des Jahres 2002 mit dem Ziel, Wegekosten für die Lkw-Maut zu berechnen und nicht, Autobahnen zu verkaufen. "Das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge." Zudem habe die Verkehrsministerkonferenz der Länder erst Ende vergangener Woche beschlossen, dass es in Deutschland keine Pkw-Maut geben solle. Auch für die Einführung einer Autobahnvignette gab es keine Mehrheit.

Investmentbanken mit Interesse?

Wie die "BamS" weiter berichtet hatte, sind internationale Investmentbanken bereits an das Finanz- und das Verkehrsministerium herangetreten und haben sich um die Finanzierung von Großprojekten wie den Verkauf des Autobahnnetzes beworben. Mit dem Verkauf der Autobahnen ließe sich die Bundesschuld laut "BamS" von derzeit 890 Milliarden Euro um rund 15 Prozent senken. Der Finanzminister müsste dann pro Jahr rund sechs Milliarden Euro weniger Zinsen zahlen und könne diese Summe für Zukunftsprojekte einsetzen.
Die Union lehne entsprechende Überlegungen entschieden ab, sagte ein Sprecher der Unionsfraktion am Sonntag in Berlin. Der Verkauf des Autobahnnetzes bedeute letztendlich die Pkw-Maut. Die deutschen Autofahrer seien schon heute unter anderem durch Öko- und Mineralölsteuer "über Gebühr belastet".

Steuersenkungen ausgeschlossen

Im Intervew mit der "Bild am Sonntag" hatte Steinbrück Steuersenkungen strikt abgelehnt. Deutschland habe nach der Slowakei bereits die niedrigste Steuerquote in Europa, sagte der SPD-Politiker. Er rechne fest damit, dass die EU-Kommission die Einhaltung des Euro-Stabilitätspakts ab 2007 fordern werde. Steinbrück lehnte im Interview auch die von der Union im Wahlkampf propagierte Erhöhung der Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte zur Senkung der Sozialversicherungsbeiträge nicht ab. Er vermute, dass die Union auch darüber in den Verhandlungen diskutieren wolle, sagte er weiter.
Zu diesem doch etwas brisantem Thema würden mich Eure Meinungen interressieren. Denn letztendlich benötigt doch der größte Teil der Alpinforum-User unsere Autobahnen um in die Alpen zu gelangen und dort unsere Sucht nach Pulverschnee, Seilbahnen, geilen Pisten ... zu befriedigen. Oder im beruflichen Altag, sei es als Vertreter oder auf dem Weg zur Arbeit.

Meine Meinung ist die folgende:

Ich wäre für den Verkauf des deutschen Autobahnnetzes mit der wahrscheinlichen Folge einer PKW-Maut, die ich unter folgenden Bedingungen auch unterstützen würde:
=> Einer entsprechenden Zusatzbelastung muss eine Entlastung folgen, in Form von einer Senkung der Mineralölsteuer und/oder der Kfz-Steuer.
=> Die aus der PKW-Maut resultierenden Erlöse werden zum größten Teil für den Erhalt und Ausbau des Bundesstrassennetzes verwendet (der Käufer muss vertraglich daran gebunden werden)
=> Die Maut muss entfernungsabhängig sein, also kein "Pickerl" für einen entsprechenden Zeitraum (mittlerweile hat sich das System für die LKW-Maut bewährt)

Begründung für meine Position:

=> Eine Gesellschaft wird wesenlich effizienter ein Autobahnnetz betreiben als die staatliche Hand, weil sich der Käufer expliziet dem Zuständigkeitsbereich der Autobahnen verpflichtet erklären muss. Als effizient meine ich z.B. eine schnellere Durchführung bei Baumaßnahmen und dem Bedarf vorausgeplante Kapazitätserweiterungen, als dem Bedarf hinterherzubauen.

=> Auch ausländische PKW's müssen für die Benutzung bezahlen, so wie wir es im Ausland auch machen müssen.

Ich würde mir aus dem Verkauf eine Verbesserung des Autobahnnetzes erhoffen, denn vielerorts geht es einfach nicht schlechter, wie z.B. auf einem Teilstück der A7 zwischen Hamburg und Hannover das bereits noch aus den 30er Jahren stammt, zwar teilweise ausgebessert ist, sich aber grausam fährt :evil: :twisted:

So, und nun ihr ...
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Beitrag von Turm »

  • Ich bin gegen einen Verkauf der Autobahn, aber gerne bereit eine pauschale Maut zu bezahlen, wenn im Gegenzug die KFZ-Steuer gesenkt wird.
Soweit so gut. Die Autobahnen sind das Tafelsilber des Bundes und einer der Gründe, warum trotz anderer schlechter Rahmenbedingungen noch in Deutschland überhaupt produziert und exportiert werden kann. Sie sind das Rückrat unserer Infrastruktur. Durchreisende nutzen diese Autobahnen i.d.R. kostenlos, und wenn sie einen großen Tank haben kommen sie zudem auch noch ohne zu Tanken nach Österreich oder in die Schweiz.

Ich hätte also nichts dagegen für eine Autobahnvignette wie in Österreich oder der Schweiz zu zahlen. Da ja der Deutsche Autofahrer die Autobahnen schon bezahlt hat wäre es dann nur recht, wenn im Gegenzug die KFZ-Steuer verringert werden würde, oder die Mineralölsteuer gesenkt werden würde, so dass nicht auch noch die letzte Tankstelle in Grenznähe pleite geht.

Das ist meine Bescheidene Meinung hierzu.
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Beitrag von F. Feser »

=> Einer entsprechenden Zusatzbelastung muss eine Entlastung folgen, in Form von einer Senkung der Mineralölsteuer und/oder der Kfz-Steuer.
Das darfst du SO nicht durchsetzen.
Du kannst entweder:

1. die Mineralölsteuer senken, ein Quartal später die Maut (ich bin für 100 - 150 ¤ Vignette) einführen.

2. Maut einführen, ein Quartal später die Mineralölsteuer senken.

SOBALD das in einem Atemzug genannt wird, hat es keinerlei Chance in Brüssel durchzukommen, weil das ganze dann eine Bevorzugung der Deutschen Autofahrer wäre.
Wenn man aber das System getrennt einführen will, dann ist das Deutsche Volk wieder zu dumm das zu kapieren, bzw. zu misstrauisch und fängt das schreien an.

Zur Maut an sich: es ist für mich kein Thema im Jahr ne Vignette für 150 ¤ zu zahlen, von mir aus auch Benutzungsbezogen. Hauptsache die Hollies, Dänen und Wackes zahlen endlich fürn Transit!
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snowflat
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Beitrag von snowflat »

Alpin-Forum|LSAP hat geschrieben:
SOBALD das in einem Atemzug genannt wird, hat es keinerlei Chance in Brüssel durchzukommen, weil das ganze dann eine Bevorzugung der Deutschen Autofahrer wäre.
Gut, dass Du das nochmal erwähnst. Hätte ich dazuschreiben sollen ... war/ist mir bekannt, da die letzte Regierung diesen Fehler ja bei der LKW-Maut gemacht hatte, als es darum ging, dass die heimischen Unternehmer noch mehr belastet werden. Da gab man damals die Lösung an, den Unternehmern auch (ich glaube am Jahresende) Teile der Mineralölsteuer zurückzuerstatten. Das rief dann die Europäische Kommission auf den Plan:
Die Europäische Kommission hatte am 23. Juli ein Prüfverfahren eingeleitet, ob die zur Harmonisierung der unterschiedlichen Wettbewerbsbedingungen im europäischen Güterverkehr von deutscher Seite geplanten Ausgleichsmaßnahmen mit den Vorschriften des EG-Vertrages über Beihilfen vereinbar sind.
Zitat aus 2003
Woraufhin Herr Stolpe zum Rapport antreten durfte.

Dieser Fehler darf natürlich nicht gemacht werden ... eine gewisse Zeitspanne sollte schon zwischen Be- und Entlastung liegen.

Alpin-Forum|LSAP hat geschrieben:
Wenn man aber das System getrennt einführen will, dann ist das Deutsche Volk wieder zu dumm das zu kapieren, bzw. zu misstrauisch und fängt das schreien an.
Ja, glaube ich auch. Somal wohl, wenn überhaupt erst die Be- und dann die Entlastung kommt.
"Boah, dann ham wir ja in der Übergangsphase ne Doppelbelastung." :kapierichnicht: :bahnhof: (Bitte ldiesen Komm nicht ernstnehmen) :wink:
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Beitrag von McMaf »

Im Prinzip hab ich auch nichts gegen den Verkauf der Autobahnen und der damit verbundenen PKW-Maut. Wie Flo schon sagte wäre ein pauschale Vignete am bequemsten. Aber ich frage mich, wie das dann durchgesetzt wird, wenn verschiedene Autobahnabschnitte an verschiedene Betreiber verkauft werden. Wollen die dann nicht selber den Preis bestimmen? Also auf sowas wie in Frankreich, nach jedem neuen Autobahnabschnitt wieder neu zahlen, hätte ich ja wohl mal überhaupt kein Bock.
Ansonsten bin ich der Meinung dass das ne gute Lösung sein kann einiges zu sparen im Bereich der Infrastruktur. Und wie schon gesagt, würden einige Abschnitte dann vielleicht endlich zügiger ausgebessert. Alles in allem sehe ich eher die Vorteile. Bedingung ist nur, dass niemand an unserer schönen Geschwindigkeitsunbegrenzung rütteln darf. ;)
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snowflat
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Beitrag von snowflat »

Nee, auf so ein Theater wie in Frankreich habe ich auch kein Bock :bindagegen:

Wenn verkauft wird, dann nur an EINEN Betreiber !!!

Hier ein Auszug aus der FAZ zum Thema Belastung durch Entlastung und ein Rechenbeispiel:
(...)

Ausgleich durch Senkung der Mineralölsteuer

Nach Steigers Plänen sollen die Autobahnen in die Hände privater Betreiber-Konsortien übergeben werden und soll eine streckenabhängige Gebühr für Pkws und Motorräder in Höhe von durchschnittlich 4 Cent je Kilometer eingeführt werden. Eine Mehrbelastung der Verbraucher soll durch eine Senkung der Mineralölsteuer um 30 Cent je Liter abgemildert werden. „Bei einem Durchschnittsverbrauch eines Fahrzeuges von 8,5 Liter auf 100 Kilometer würde eine Senkung der Mineralölsteuer um 30 Cent je Liter eine Entlastung von 2,55 Cent je Kilometer bedeuten”, rechnet Steiger vor.

„Die tatsächlichen Zusatzkosten für die Autobahnnutzung von 1,45 Cent je Kilometer würden durch die gleichzeitige Entlastung bei der Nutzung von Landstraßen für die meisten Autofahrer mehr als kompensiert.” Der Hauptverband der Bauindustrie, der eine Netz-Teilprivatisierung vorgeschlagen hat, will eine Studie zur Autobahn-Privatisierung präsentieren. Darin werden drei Varianten untersucht: der vollständige Verkauf der Autobahnen ebenso wie die Vergabe an einen privaten Konzessionär und der Betrieb durch eine private Gesellschaft des Staates nach dem Modell der österreichischen Asfinag.
McMaf hat geschieben:
Bedingung ist nur, dass niemand an unserer schönen Geschwindigkeitsunbegrenzung rütteln darf.
Mittlerweile haben wir ja fast mehr Begrenzungen wegen Straßenschäden als freie Fahrt. :<

@Alpin-Forum|LSAP: Wir waren uns ja schon einig, dass Be- und Entlastung getrennt erfolgen müssen (dass kommt in dem ARtikel wiederum nicht zur Geltung). Sei daher hier nochmal erwähnt :!:
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Beitrag von kaldini »

Ich bin gegen einen Verkauf aber für eine Maut. Punkte sind ja schon genannt.
master00max
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Beitrag von master00max »

McMaf hat geschrieben:Im Prinzip hab ich auch nichts gegen den Verkauf der Autobahnen und der damit verbundenen PKW-Maut.
Ich will dir ja nicht zu nahe treten. Aber: Verdienst du dir dein Geld schon selbst?

Bei uns in Österreich ist das Road Pricing (kilometerabhängige PKW-Maut) ebenfalls angedacht. Anvisiert ist ein Preis von 5 bis 10 Cent pro Autobahnkilometer, der aber in Spitzenzeiten (z.B. Früh-, Nachmittags- und Abendverkehr) auch wesentlich höher liegen kann.

Bei einem Durchschnittspreis von 7,5 Cent pro Kilometer würde eine Fahrt zwischen den beiden größten österreichischen Städten Wien und Graz (hin und zurück) bereits 27 € kosten. Und das für den "Katzensprung" von nur 180 Kilometern zwischen den beiden Städten. 27 € sind bereits wesentlich mehr als ein Drittel des Preises, den die bisherige Jahresvignette in Österreich kostet. Und das bei einer Fahrt außerhalb der Stoßzeiten, also wenn die meisten Leute schon an ihrem Arbeitsplatz sein müssen oder bereits in der Gondelbahn sitzen wollen.

Eine aliquote Entlastung der Konsumenten bzw. Autofahrer ist - zumindest in Österreich - nicht geplant. Warum auch? Schließlich dient eine Maut primär dazu, Budgetdefizite zu minimieren. Es wäre unsinning, auf der einen Seite auf der Autobahn abzukassieren und dafür an der nächsten Tankstelle das dadurch eingenommene Geld wieder zu verschenken.

Lasst euch daher nicht täuschen, dass durch eine (kilometerbezogene) PKW-Maut eure Fahrtkosten gleich bleiben oder sogar gesenkt würden! Wenn der Staat genug finanzielle Potenz hätte, hätte er uns auch in Zeiten hoher Benzinpreise über die Mineralölsteuer entlasten können. Das hat er nicht getan. Warum sollte er es daher tun, wenn wir Maut zahlen würden?

Noch ein einfaches Rechenbeispiel zur Verdeutlichung: Bei einer jährlichen Fahrleistung von 10.000 Kilometern auf Autobahnen hätten wir bei einem Durchschnittspreis von 7,5 Cent pro Kilometer bereits Mehrkosten von 750 €. Die angekündigten "Entlastungen" werden hingegen höchstens ein Tropfen auf den heißen Stein sein.
Laurenz Neumann
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Beitrag von Laurenz Neumann »

Sers
Schließlich dient eine Maut primär dazu, Budgetdefizite zu minimieren.
Die Mauteinnahmen sind zweckgebunden und gehen an die Asfinag, die diese wiederum in die Autobahnen steckt. Der Finanzminister kann damit direkt keine Löcher stopfen. Wenn aber durch höhere Mauteinnahmen der Staat weniger Geld in die Erhaltungen in die A/S-Straßen stecken muß, kann diese Geld woanders besser genutzt werden.

Bei uns pendeln jeden Tag viele Leute Krems-Wien mit dem Auto. Das sind 70km, daneben besteht ein guter öffentlicher Anschluß.
Mit der PKW-Maut würde man diese an sich unnötigen Pendlerverkehr von den Straßen bekommen.
Grüße

master00max
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Beitrag von master00max »

Laurenz Neumann hat geschrieben:Die Mauteinnahmen sind zweckgebunden und gehen an die Asfinag, die diese wiederum in die Autobahnen steckt. Der Finanzminister kann damit direkt keine Löcher stopfen.
Das stimmt natürlich. Aber die Asfinag hat ja an ihrem eigenen milliardenschweren Loch auch schon schwer genug zu schleppen.

Die Asfinag in die Autonomie zu entlassen, ihr die Möglichkeit zu geben, Maut zu kassieren, und auf der anderen Seite diese Maut durch eine verringerte Mineralölsteuer zur Gänze wieder den Bürgern zurückzugeben, wäre nur wieder eine andere Art der Quersubventionierung der Asfinag. Also eine Beibehaltung des Status quo.

Es soll aber Geld (für den Staat) gespart werden. Bei einer Privatisierung müsste er nicht mehr für die horrenden Schulden der Asfinag geradestehen. Aber warum sollte er im Gegenzug dafür Steuern senken?
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