Luxusziel Piste

Medienberichte rund um den Wintersport: Aktuelle TV-Tipps, Presseartikel, Unfallmeldungen und Diskussionen zu Nachrichten aus der Alpinwelt.
Antworten
Jay
Moderator a.D.
Beiträge: 5019
Registriert: 11.07.2002 - 01:06
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 1042 Mal
Danksagung erhalten: 460 Mal

Luxusziel Piste

Beitrag von Jay »

Die Presse berichtet:
Luxusziel Piste?

VON BARBARA HUTTER (Die Presse) 26.11.2005

Winterferien. Österreich wird teurer, die Preise für Skipässe und Hotels sind gestiegen. Sparen kann man aber trotzdem: im Osten Österreichs oder mit Pauschalen.



Johann Schenner stellt sich der Kritik. Für den Chef der Tourismussparte in der Wirtschafts kammer Österreich sind die Preise für Skiurlaub und Winterferien in Österreich "angemessen". Ein Luxusziel sei Österreich aber nicht.


Unmut war laut geworden, nachdem die Liftbetreiber ihre Tarife für den kommenden Winter um rund drei Prozent erhöht hatten und die Hotellerie in der Hochsaison um vier Prozent mehr verlangt. Berücksichtige man die gebotenen Leistungen, seien die Preise "durchaus günstig", sagt Schenner. Die Ausstattung einer Tiroler Skiarena - von der Zahl der gut gepflegten Pisten bis zur übrigen Infrastruktur - sei mit jener eines Skigebiets in den neuen EU-Ländern seriöserweise nicht zu vergleichen.


Dass neben vielen anderen Vergnügungen auch der Skiurlaub teurer wird, überrascht kaum. Am Arlberg etwa kostet der Sechstagepass 189 Euro, um fünf mehr als im Vorjahr, und damit erstmals weniger als im Skizentrum Kitzbühel. Kitz hat nach der Errichtung der neuen Liftverbindung zum Wilden Kaiser kräftig nachgezogen - um 14 Euro. Teurer als der Arlberg sind heuer auch Ischgl und Serfaus mit je 194 Euro und Obergurgl mit 190.

Aber auch in den alteingesessenen Wintersportgebieten rund um Österreich sind die Liftkarten teurer geworden. Südtirols Großraumskipass "Dolomiti Superski" kostet heuer um vier Euro mehr, in der Ortler Skiarena rund um Vinschgau und Meran ist der Preis für die Sechstageskarte um ganze 13 Euro gestiegen. Sogar die preisstabile Schweiz hat nachgezogen: Das mondäne St. Moritz hat beim Sechstagespass zwölf Euro aufgeschlagen - Kostenpunkt jetzt 219 Euro - und Zermatt hält nach wie vor die Alpen-Spitze mit 241 Euro, vier Euro mehr.


Wie sollen sich Familien mit Kindern das leisten? Die Touristikmanager der Skigebiete haben durchaus unterschiedliche Pläne. Mit Rabattaktionen und zusätzlichen Anreizen etwa hofft Österreichs größter Skiregionenverbund, "Ski Amadé", auf leicht steigende Gästezahlen für die kommende Saison. Gerade aus den "neuen EU-Ländern" erwarte man einen kräftigen Zuwachs, also aus den Regionen, wo Skifahren günstiger ist als in Österreich - etwa in der Hohen Tatra in der Slowakei, in Slowenien oder Tschechien. Ski Amadé will Anfängern mit der "Geld-Zurück-Garantie" Lust auf Skiurlaub in Österreich machen: Wer im Fünftagekurs nicht Ski fahren lernt, erhält die Kosten für den Skikurs, Skipass und die Skimiete zurück, zusätzlich werden sogar 50 Prozent der Übernachtungskosten rückerstattet. Der Paulschalpreis für das "Learn to Ski"-Paket beträgt 650 Euro, einzige Bedingung ist die Buchung von mindestens sieben Nächtigungen.

Ski Amadé setzt außerdem auf "Familienzuckerln", zum Beispiel den "Junior Weekend Discount" mit bis zu 35 Prozent Rabatt auf Kinder- und Jugend-Skipässe am Wochenende. Die Liftpreise betragen je nach Alter 12 oder 21 Euro. Pro Familie zahlen nur zwei Kinder, ab dem dritten ist der Skipass gratis.

Kinder sind die "Gäste der Zukunft", das weiß auch Johann Schenner. Damit schlägt er in dieselbe Kerbe wie der Präsident des Österreichischen Skiverbandes, Peter Schröcksnadel, der für Kinder grundsätzlich freie Fahrt fordert. Im Sinne dieser "skifahrerischen Nachwuchspflege" spricht sich auch Schenner für Gratis-Liftkarten für Kinder aus: "Als Altersgrenze für Gratisfahrten für Kinder und Jugendliche in der Begleitung ihrer Eltern kann ich mir 15 Jahre vorstellen." Gemeinsam mit der Hotellerie ließen sich preislich interessante Angebote entwickeln.

Die Ski-Amadé-Manager Rudolf Egger und Christoph Eisinger sind wenig begeistert von diesem Konzept. Sie haben für den Winter 2005/06 rund 42 Millionen Euro in die Bergbahnen gesteckt. "Wenn man nichts verlangt, wird auch nichts mehr investiert", gibt Eisinger zu bedenken. Außerdem würden so nur die Erwachsenen-Tickets teurer.


Wer sparen will, ist in den Skigebieten im Osten Österreichs gut aufgehoben oder sollte ermäßigte Packages buchen. Oder umsteigen auf Langlaufen oder Schneeschuhwandern. Das sei jedoch noch keine Alternative, meint Freizeitforscher Peter Zellmann: "Für die nächsten fünf Jahre bleiben diese Soft-Versionen bestenfalls Ergänzungen des Angebots. Der Winterurlaub bleibt weiterhin Skiurlaub." Oder Board-Urlaub.

Skiurlaub sei dabei selten psychische Erholung, Alternativen wären durchaus vernünftig. Aber, so Zellmann: "Wir sind, was Freizeit und Urlaub betrifft, eben nicht vernünftig."

Benutzeravatar
YESHAR
Wurmberg (971m)
Beiträge: 1078
Registriert: 03.08.2004 - 18:37
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Buchen / Odenwald
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

...

Beitrag von YESHAR »

^^ Man gönnt sich ja sonst nichts ... Spaß beiseite, hoffentlich bleiben die Preissteigerungen bei manchen Gebieten im Rahmen des erträglichen ..... :twisted:
LINUX IS LIKE AN INDIAN TENT: NO GATES, NO WINDOWS AND AN APACHE INSIDE!
------------------------------------------
Antworten

Zurück zu „Medienberichte“