DC - AC ... alles Strom?

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Ganz aus dem Bauch heraus - wie werden langfristig wohl die Bahnantriebe aussehen?

DC (Gleichstrommaschine)
3
25%
AC (Asynchronmaschine)
6
50%
AC (Synchronmaschine)
3
25%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 12

Claus
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DC - AC ... alles Strom?

Beitrag von Claus »

Nachdem wir nun schon in mehreren Topics nebenbei auf das Thema der unterschiedlichen Antriebsweisen von Seilbahnen gekommen sind, wollte ich nun doch mal ein Thema dafür eröffnen.

Was haltet Ihr davon? Käfigläufermotoren als Bahnantriebe, welche Vorteile und Nachteile sind Euch bekannt?
Dagegen: Wer ist denn noch ein "Gleichstromfan"?
Und nicht zuletzt sollte die ganz moderne Technik der Direktantriebe aus dem Hause Leitner oder der "Fast-Direktantriebe" von Doppelmayr auch nicht unerwähnt bleiben.

Würde mich wirklich interessieren, was dabei herauskommt.
Zuletzt geändert von Claus am 02.06.2003 - 09:55, insgesamt 1-mal geändert.

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Ram-Brand
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Beitrag von Ram-Brand »

Also ich wäre für Gleichstrommaschinen bei Seilbahnen!

Aber ich denke die Asynchronmaschinen werden sich wohl immer mehr verbreiten. Dank Frequenzumrichter ist es ja heutzutage möglich ganz einfach eine Drehzahlsteuerung auszuführen.
Außerdem gibt es bei einem z.B. Käfigläufermotor keine Kohlebürsten.
Diese Wartung würde entfallen.
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Alex
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Beitrag von Alex »

Ich denk auch dass die Gleichstrommaschinen über kurz oder lang gänzlich von der Bildfläche verschwinden werden.

Bei uns im Aufzugsbau sind die DC - Maschinen jedenfalls schon seit jahren tabu, auch im hochleistungsbereich über 3,00 m/s

Mehr und mehr werden die DC Anlagen mit sparsameren ACvvvf Maschinen modernisiert
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Petz
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Beitrag von Petz »

Ganz klar Käfigläufer in Kombination mit Frequenzrichter, spart auch Bremsbeläge bzw. Widerstand für E - Bremsung beim Gleichstrommotor.

Grüße von Markus
Petz setzt seine Aktivitäten mit Ende Juni 2020 stark zurück. Ich bleibe aber bis auf weiteres in Ausnahmefällen und per PN für Fragen, Hilfe beim Modellbau etc. noch aktiv.
Claus
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Beitrag von Claus »

Naja, nachdem ich das Thema hier angestoßen habe, wollte ich nun auch mal meinen Senf dazugeben:

Das die Gleichstrommaschinen immer weniger werden, ist ja wohl unbestritten. Obwohl die Seilbahnen eines der letzten Refugien von GM sind, wird das wohl auch nicht mehr lange so bleiben.
Vorteil der Gleichstrommaschinen ist aber nach wie vor der robusteste kleinste und billigste Stromrichter, der im Antreibebetrieb (Bremsbetrieb gibt es ja auch noch) das beste Betriebsverhalten bietet.

Zurückführen möchte ich das sukzessive Verschwinden der GM auf die schlechteren Wirkungsgrade und das nicht so unproblematische Bremsverhalten, wie die Asynchronmaschinen es haben. Die Bürsten sehe ich weniger wegen der Wartung, sondern vielmehr wegen der Maschinenraumverschmutzung als Problem an. So oft muß man die Dinger nicht wechseln und so aufwändig ist diese Maßnahme auch nicht, daß man deswegen den Motortyp unter den Scheffel stellen müßte.
Außerdem muß man wissen, daß auch viele Asynchronmaschinen mit einer Bürste laufen. Die verschließt zwar nicht so schnell, da sie nicht über einen Kommutator kratzt, doch das Problem ist damit nicht ganz aus der Welt.

Auch wenn Ihr Euch jetzt wundert, den Asynchronmaschinen spreche ich keine besonders große Zukunft im Seilbahnbau zu. Die Gründe dafür sind vielfältig:
Der bei Gleichstrommotoren oft angewandte Tandemantreib ist nur schwer möglich. Verantwortlich dafür ist die Konstruktion der Maschinen mit dem B-seitig angebrachten Lüfter. Abhilfe könnte man schaffen, wenn man hier einen Motor mit Ständertunnelkühlung verwendet, der auf der B-Seite durchtreibbar ist. Diese Maschinen sind aber im benötigten Leistungsbereich selten. Bisher werden sie hauptsächlich bei Werkzeugmaschinen verwendet.
Außerdem sind auch bei Asynchronmaschinen Getriebe und mechanische Bremsen gleich wie beim Gleichstromantrieb. Hier ist also kein Nutzen in der Umstellung. Im Gegenteil sind die Umrichter für die Asynchronmaschinen erfahrungsgemäß noch recht empfindlich gegenüber Überspannungen und Blitzschläge. Der einzige häufig im Seilbahnbereich eingesetzte Umrichter ist der ABB ACS600. (Natürlich gibt's auch andere - Ihr braucht mir nicht gleich den Kopf anzureißen, wenn Ihr auch schon Ansaldo oder Siemens gesehen habt) Auch die Beschleuniger der DM-Funitels werden über ACS 600 betrieben. Die eben beschriebenen Probleme treten auch hier auf. DM ist wieder auf Getriebebeschleuniger umgestiegen, obwohl das meiner Meinung nach mechanisch gesehen der größte Blödsinn ist.
Aber das ist ein anderes Thema.

Bleibt also noch der Synchronantrieb, dem ich die besten Chancen zuspreche. Kein hochdrehender Teil mehr, kein (oder bei DM zumindest nur noch der langsamdrehende Teil) Getriebe mehr und bestmöglichster Wirkungsgrad. Der Antrieb ist im Vergleich zum Standard-Tandemantrieb schön klein und zumeist auch noch sektoriell aufgebaut, was die Wartung erleichtert.
Tandemantreib ist hier nicht nötig - bei Ausfall der Maschine kann mittels redundantem Wicklungssystem weitergefahren werden. Nur bei Lagerschaden ist es ganz aus - aber das ist heute bei einem Getriebeschaden auch so.

So - nun habe ich wieder genug Diskussionsstoff gegeben, bin gespannt auf Eure Antworten.
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