Schweizer Heimatschutz will historische Seilbahnen retten

Medienberichte rund um den Wintersport: Aktuelle TV-Tipps, Presseartikel, Unfallmeldungen und Diskussionen zu Nachrichten aus der Alpinwelt.
Antworten
Benutzeravatar
vhaemmerli
Vogelsberg (520m)
Beiträge: 621
Registriert: 03.05.2005 - 20:37
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Ort: Lenzburg
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 3 Mal

Schweizer Heimatschutz will historische Seilbahnen retten

Beitrag von vhaemmerli »

Schweizer Heimatschutz will historische Seilbahnen retten


Der Schweizer Heimatschutz will sich für den Erhalt historischer Seilbahnen engagieren. Dies ist ein eigentlicher Kurswechsel, denn in früheren Jahren hatte die Stiftung den Bau einzelner dieser Seilbahnen bekämpft. [sda] - "Heute sind die Bahnen gebaut und die Standpunkte haben sich geändert", sagte Philipp Maurer, Generalsekretär des Schweizer Heimatschutzes, zu einem in der Walliser Tageszeitung "Le Nouvelliste" erschienenen Artikel.

Die Situation sei vergleichbar mit jener beim Bau der grossen Hotels anfangs des 20. Jahrhunderts. Damals habe sich der Heimatschutz gegen deren Erstellung gewehrt und heute seien einige dieser Hotels als ausserordentliche Bauwerke anerkannt.

Der Heimatschutz macht geltend, dass regelmässig ältere Seilbahnen durch neue ersetzt würden. Auch stünden immer wieder Schliessungen und Stilllegungen zur Diskussion, weil Konzessionen ausliefen oder die Bahnen zu wenig ausgelastet seien. Dadurch drohten bedeutende historische Seilbahnen verloren zu gehen.

Die Fahrt mit einem nostalgischen Sessellift sei aber ein ähnlich emotionales Erlebnis wie die Reise in einer alten Dampflok oder ein Flug mit einer Ju 52. Deshalb fordert der Heimatschutz für dieses "wertvolle Kulturgut" die gleiche Sensibilität wie für Raddampfer, historische Zugkompositionen oder Flugzeuge.

Dieses Ziel will der Heimatschutz mit drei Massnahmen erreichen. Zum einen soll ein gesamtschweizerisches Inventar der historischen Seilbahnen erstellt werden. Weiter fordert er, dass einzelne herausragende Seilbahnen möglichst rasch zu benennen seien. Diese müssten im Originalzustand bewahrt werden.

Schliesslich sollen für die Betriebsbewilligungen von historischen Seilbahnen Sonderregelungen mit speziellen Erleichterungen vereinbart werden.

In der Regel gelten Betriebsbewilligungen für Seilbahnen während 20 Jahren. Sie können verlängert werden, wenn die Seilbahn nach aktuellem Stand der Technik betriebssicher ist.
Bild
Saison 06/07: 32 Skitage

Benutzeravatar
Dachstein
Mount Everest (8850m)
Beiträge: 9461
Registriert: 07.10.2005 - 19:49
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Salzburg
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 7 Mal

Beitrag von Dachstein »

Generell finde ich so etwas gut, jedoch sollte man nicht auf die Idee kommen, dass man Bahnen, die ersetzt gehören (weil sie nicht mehr zeitgemäß und Hauptzubringer sind) plötzlich unter Schutz stellt. Gegen den Erhalt einzelner Bahnen ist jedoch nichts einzuwenden. Und die Österreicher machen soetwas nicht und kommen auch nie auf solche Gedanken. Ich hoffe stark, dass der Funke auch zu uns überspringt.

MFG Dachstein
Benutzeravatar
k2k
Moderator a.D.
Beiträge: 7999
Registriert: 03.10.2002 - 01:01
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 72 Mal
Danksagung erhalten: 18 Mal

Beitrag von k2k »

Sehr gut, einige haben die Problematik scheinbar verstanden. Es lebe die VR101 :D
"Seilbahnen sind komplexe technische Systeme. Sie sind Werke innovativen vielschichtigen Schaffens und bilden ein spannungsvolles Zusammenspiel technischer und wirtschaftlicher, politischer, sozio-kultureller und landschaftlicher Faktoren." (Schweizerisches Bundesamt für Kultur)
Benutzeravatar
Manfred
Massada (5m)
Beiträge: 103
Registriert: 01.02.2005 - 16:34
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Ort: Graz
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Beitrag von Manfred »

Altes Gerümpel gehört ins Museum !

wenn daneben eine hochmoderne Anlage zur Verfügung steht wird aber niemand etwas gegen die Erhaltung vor Ort haben :roll:
Benutzeravatar
GMD
Ski to the Max
Beiträge: 12604
Registriert: 25.02.2003 - 13:09
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 39 Mal
Danksagung erhalten: 211 Mal

Beitrag von GMD »

Oh wie mich diese Nachricht freut! Endlich haben auch die Behörden erkannt, dass ein Stück Schweizer Tourismus- und Technikgeschichte verloren zu gehen drohte.
Probably waking up
Benutzeravatar
Theo
Matterhorn (4478m)
Beiträge: 4537
Registriert: 22.08.2003 - 19:37
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Zermatt
Hat sich bedankt: 177 Mal
Danksagung erhalten: 919 Mal
Kontaktdaten:

Beitrag von Theo »

Was soll denn dass jetzt wieder sein?
Die neue Art dringend notwendige Investitionen zu verhindern und so dem ungeliebten Tourismus endgültig das Genick zu brechen.
Naja: Irgend etwas muss man ja versuchen wenns schon mit den Einsprchen nicht mehr so recht klappen will.

Meine Meinungen dazu:

1. Alter Schrott gehört ersetzt.

2. Der schweizerische Heimatschutz soll die schützenswerten Anlagen
( wieso bin ich nicht schon vor Lachen tot vom Sesel gefallen ) übernehmen und an einem geeigneten Standort ein Freilichtmuseim machen.
Da können sie dann PB's mit zwei Zugseilen, Standseilbahnen welche mit Wasser im tawärtsfahrenden Wagen bewegt werden, offene Giovanola 2er Gondelbahnen, Seitwärts KSB's mit Dampfantrieb, im Uhrzeigersinn fahrende Dreiecksift mit lauter Zwirbel-Linkskurfen und Holzbügeln , DSB's mit Rundrophrstützen welche vor lauter Rostlöchern selbst von Experten als Fachwerkstützen eingestuft werden, und alles andere was nicht mal der beste Schrotthändler von Hinternicaragua mehr verwenden kann, aufstellen.
Das ganze muss mit eigenen Mitteln finaziert und 365 Tage betrieben werden und darf kein defizit erwirtschaften.

Selbstverständlich gehören dem Heimatschutz sämtliche Steuergelder sofort gestrichen.

Liebe Schweizer, nehmt euch doch ein Beispiel an den Österreicher.
Die freuen sich alle, dass nächstes Jahr die Galzigbahn durch ein modernes Funitel ersetzt wird und die PB endlich verschwindet.

Fazit: Der Bundesrat muss dringend eine Sondersitzung einlegen und ein paar Millionen lockermachen.
Die Schweiz braucht nämlich dringend ein neues IRRENHAUS.
Benutzeravatar
Dachstein
Mount Everest (8850m)
Beiträge: 9461
Registriert: 07.10.2005 - 19:49
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Salzburg
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 7 Mal

Beitrag von Dachstein »

Die freuen sich alle, dass nächstes Jahr die Galzigbahn durch ein modernes Funitel ersetzt wird und die PB endlich verschwindet.


Ich denke mal, dass man nicht unbedingt eine Hauptzubrineranlage als Museumsbahn stehen lässt, aber was ist dagegen einzuwenden, wenn in einem Riesengebiet ein Einersessellift stehen bleibt? Zum Beispiel die Grünbergbahn in Gmunden (ist zwar kein ESL aber trotzdem erhaltenswert) oder der ESL Steinbergkogel in Kitzbühel? Kann doch nicht so schlimm sein.
Als Beispiel sollte man sich ganz einfach mal die Zugsförderungsleitung (Traktionsstandort) Selztal in Österreich nehmen. Dort hat Nostalgie auch nebem der 1016 und 1116 noch Platz. Die 3 Museumsloks werden von den dortigen Eisenbahnern liebevoll geplegt und ihre Ausfahrten sind immer gut besucht. So etws nennt man Traditionsspflege! Warum sollte das in Skibegieten nicht möglich sein?

MFG Dachstein
Michael Meier
Aconcagua (6960m)
Beiträge: 7332
Registriert: 18.06.2002 - 21:50
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 10 Mal

Beitrag von Michael Meier »

:lol: Genau! für die Walliser.

Ich fände das Prima denn

1.) Da wo schützenwerte Anlagen stehen ist das die finanzielle nicht geraderosig. Meist Einzelanlagen die schon Jahre mit roten Zahlen kämpfen denn aus irgend einem Grund sind sie einfach an vom Schuss. Tiefe Lage, schlechte erreichbarkeit oder sonst irgend was das verhindert, das der Rubel rollt. Für diejenigen ist sicher hilfreich wenn sie keinen Doppelmayr mehr im Nacken haben der unbedingt seine verkaufsquoten erhöhen. Es ist ein indirekter Schutz vor hirnlosen Normanpassungen. Etwas das 50 Jahre ohne Fehler und Unfall gelaufen ist, ist plötzlich nicht mehr sicher, obwohl die Arbeiter in handarbeit die Anlage liebevoll pflegen währen an andere Ort KSB's runter knallen nur weil ein Liftwart von tuten uns blasen keine Ahnung hat.

2.) Schütz es davor, das sich kleine Finanzschwache Skigebiete überladen und im ruin enden. Gibt in der Schweiz eine grosse Anzahl von Beispielen bei denen sich Skigebiet übernommen haben. Cari2000 hat übrigens seine nigelnagelneue Illegal erstellte KSB noch immer nicht bezahlt bei Garaventa. :lol: So was muss bevormundet werden denn die Verwaltungsräte im Tourismus haben die Weisheit auch nicht mit Löffeln gefressen.

Übrigens Bestes Beispiel Wallis. Was da rum steht sind keine schützenswerte Oldtimer sondern einfach nur Vergammelte, schlecht gewartete und schrottige Anlage ohne jeglichen Geschichtshystorischen Wert. Ruhig ersetzten und in 20 Jahren in die Röhre gucken wenn kein Schnee mehr liegt. Schonmal im Sommer auf das Stanserhorn gefahren. Da kann jemand vor Lachen aus dem Sessel fallen.
Benutzeravatar
jojo2
Fichtelberg (1214,6m)
Beiträge: 1248
Registriert: 07.03.2004 - 18:58
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: nähe köln (Overath)
Hat sich bedankt: 213 Mal
Danksagung erhalten: 65 Mal

Beitrag von jojo2 »

Hi,

generell keine Schlechte Idee.

In Österreich könnte man dann ja z.B. Kramsach weiter betreiben oider den Bichlalmlift.

Und wenn es dafür dann Geld gibt, da noch ein paar andere Anlagen aufstellen die sonst in die Schrottpresse kämen.

Jojo

Benutzeravatar
gerrit
Punta Indren (3250m)
Beiträge: 3383
Registriert: 19.12.2004 - 18:23
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Niederösterreich
Hat sich bedankt: 1124 Mal
Danksagung erhalten: 1318 Mal

Beitrag von gerrit »

Dachstein hat geschrieben:
jojo2 hat geschrieben:
Und wenn es dafür dann Geld gibt, da noch ein paar andere Anlagen aufstellen die sonst in die Schrottpresse kämen.

Jojo
Da sage ich nur noch: neues Seilbahngesetz.

MFG Dachstein
In einem Freilichtmuseum braucht man sich auch nicht an die Bauordnung halten, wenn man abgerissene Gebäude wiedererrichtet.
Da können sie dann PB's mit zwei Zugseilen, Standseilbahnen welche mit Wasser im tawärtsfahrenden Wagen bewegt werden, offene Giovanola 2er Gondelbahnen, Seitwärts KSB's mit Dampfantrieb, im Uhrzeigersinn fahrende Dreiecksift mit lauter Zwirbel-Linkskurfen und Holzbügeln , DSB's mit Rundrophrstützen welche vor lauter Rostlöchern selbst von Experten als Fachwerkstützen eingestuft werden, und alles andere was nicht mal der beste Schrotthändler von Hinternicaragua mehr verwenden kann, aufstellen.
Tolle Idee, in so ein Museum würd ich sicher öfters fahren!
Erinnerungen: meine Berichte seit 2005 (bzw. 1983)
Daß wir echt waren, werde ich auch noch erfinden! (Josef Zoderer)
Benutzeravatar
Petz
Mount Everest (8850m)
Beiträge: 9804
Registriert: 22.11.2002 - 22:26
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Ort: Telfs/Austria
Hat sich bedankt: 922 Mal
Danksagung erhalten: 460 Mal
Kontaktdaten:

Beitrag von Petz »

Finde ich eine gute Idee denn zu technischen Denkmälern gehörten historische Bahnen genauso dazu, allerdings müßte der Erhaltungsaufwandsteil einer historischen Anlage der von den Einnahmen nicht abgedeckt würde subventioniert werden sonst würde jede Anlage "rechtzeitig" abgerissen.
Das neue Seilbahngesetz ist in dem Punkt der Anlagenlebensdauerbegrenzung absoluter Schwachsinn denn wenn eine Bahn dementsprechend gewartet und bis ins Detail geprüft wird habe ich absolut keine Bedenken bezüglich deren Betriebssicherheit. Die treten bei mir eher bei neueren Anlagen zutage.
Wahrscheinlich haben in diesem Punkt die Lobbyisten wieder mal ne Spitzenleistung erbracht und sich dafür einige braune Hälse eingehandelt denn wenn technische Bedenken der wirkliche Hintergrund wären dann hätten diese Regeln für Brücken, Kräne, Eisenbahnen usw. genauso zu gelten !!!
Petz setzt seine Aktivitäten mit Ende Juni 2020 stark zurück. Ich bleibe aber bis auf weiteres in Ausnahmefällen und per PN für Fragen, Hilfe beim Modellbau etc. noch aktiv.
Antworten

Zurück zu „Medienberichte“