Volle Kirchen bei den Christmetten - Am Vormittag des Heiligabend: Stromausfall wegen Schneebruchs
von Ingrid Frisch.
March/Bischofsmais. Nicht gerade ruhig und besinnlich hat der Heiligabend in und um Bischofsmais, Bodenmais, March und Teisnach begonnen. Bäume waren wegen des schweren Nassschnees auf Leitungen gefallen. Etwa eine Stunde war am Vormittag die Stromversorgung unterbrochen - auch am Geißkopf, wo Skifahrer im Sessellift fest saßen.
Etwa eine Stunde lang ging nichts mehr: Geschäftsleute mussten ihre Kunden wieder heim schicken, weil weder Waagen noch Kassen funktionierten. Damen in Lockenwicklern saßen beim Friseur fest - keine Trockenhaube, kein Fön pustete Warmluft aus.
Deutlich stärker froren die Skifahrer, die am Geißkopf im Sesselift fest saßen. Denn auch die Geißkopfbahn hatte »nullkommanull Strom«, wie Betriebsleiter Alexander Achatz gestern sagte. Nicht einmal Handys funktionierten rund um den Geißkopf, weil der Sender ausgefallen war. Mit einem Diesel-Hilfsmotor sind schließlich die Fahrgäste aus dem Sessellift geholt worden. Einige Skifahrer reagierten äußerst ungehalten auf den Stromausfall und beschimpften die Kassierer, hat Achatz beobachtet. Für die Ausfallzeit bekamen die Skifahrer eine Stundenkarte gratis.
Der massive Nassschnee hatte die Misere ausgelöst, erklärte gestern Josef Schönhammer, Pressesprecher der EON Bayern. Durch die Schneelast waren Bäume umgeknickt und in Stromleitungen gefallen. Über Weihnachten waren deshalb laut Schönhammer in der Region rund 100 Leute im Einsatz, um die Stromversorgung wieder herzustellen - sowohl vom mobilen Service-Team von EON als auch Dienstleister, die der Stromanbieter zusätzlich mobilisiert hat. Die Mitarbeiter hätten unter großem Risiko bis zur körperlichen Erschöpfung gearbeitet, sagte Schönhammer. Auch wenn alle Ortschaften seit dem ersten Weihnachtsfeiertag wieder Strom haben - die großen Reparaturarbeiten gehen heute weiter.
Wesentlich entspannter waren am Heiligabend die vielen Besucher der (Kinder-)Christmetten. In March waren Kinder wie Erwachsene begeistert von der Kindermette, in der über 40 Kindergartenkinder und Grundschüler die Weihnachtsgeschichte eindrucksvoll in Szene setzten. Christine Mader, Bianca Pöhn und Silke Hanninger vom Familiengottesdienst-Team hatten die Kinder intensiv vorbereitet. Für den richtigen Ton sorgten der Kinderchor mit Julia Tiersch, die Trompetenspieler Thomas Stadler, Michael und Markus Wartner und Siegfried Prinz und Solistin Theresa Kagerbauer.