Quelle: Tiroler LandeszeitungPistenraupenfahrer: Die Männer aus der eisigen Stille
Rund 700 Pistenraupenfahrer walzen jeden Abend Tirols Pisten glatt. Einer davon ist Walter Müller. "Ein absoluter Traumberuf", schwärmt der Fulpmer.
Wenn die Skifahrer ihre Bindungen öffnen, DJ Ötzi in der Schirmbar "Anton, Anton!" singt, lange Schatten sich über den Alpenhauptkamm werfen, dann starten Walter Müller und seine neun Männer ihre Dieselmotoren. Sie steigen in ihre Pistenraupen, werfen die Türen zu, schalten die Scheinwerfer ein. "Guat Burschen, los gehts! - Hannes, du hängst dich an meine rechte Seite."
Pistenraupen fahren ist wie Raumschiff Enterprise fliegen. Wie Captain Kirk sitzt Walter auf einem Fernsehsessel, die Füße hat er ausgestreckt. In der linken Hand hält er zwei Hebel zum lenken, in der rechten einen Joystick. "Mit dem steuere ich das Schild." Auf einem kleinen Bildschirm, neben dem Joystick, flimmern Pfeile, Punkte und Striche. Sie zeigen Walter, was sein Pistengerät gerade mit seinen 430 Pferdestärken macht.
Walter ist der Leitwolf der Gruppe; und er fährt einen Leitwolf. "So heißt das Modell." Mit 20 Stundenkilometern zieht er den Daunferner am Stubaier Gletscher hinunter. Hannes und Peter fahren schräg versetzt hinterher. Der Himmel über den Stubaier Alpen glüht goldrot, im Tal liegt die Dunkelheit. Walter blickt aus der schaufenstergroßen Frontscheibe, bekommt funkelnde Augen. "In solchen Momenten, da weiß man, dass man einen Traumjob hat. Ich kann mir nichts Besseres vorstellen!"
Der Weg zur perfekten Piste hat drei Eckpfeiler: "Immer wieder nach hinten schauen, immer mit dem Schneeschild arbeiten, und nie einen Rand aufwerfen." Unter einem Rand versteht Walter die Naht zwischen zwei Walzspuren. "Die hohe Kunst ist es, das Schild so zu stellen, dass die nachfahrende Pistenraupe über den Rand drüberwalzt." Es dauere rund ein halbes Jahr, bis Nachwuchs-Raupenfahrer den richtigen Umgang mit dem Schild beherrschen.
Der Daunferner, eine langgezogene Eiszunge, ist nun gleichmäßig präpariert wie ein Stück Wellpappe. Walter wendet, fährt Richtung Bergstation Gamsgarten. Vor dem Gebäude sammeln sich alle zehn Raupen, fädeln sich schräg versetzt hinter ihrem Leitwolf auf. Walter steigt aufs Gaspedal, zieht am rechten Pistenrand Richtung Schaufeljoch hoch. Oben angekommen, eröffnet sich der Blick nach Sölden: Dutzende Lichter und Lichtlein schwirren und zucken am Giggijoch und Rettenbachferner. "Früher haben wir öfters mit den Sölder Kollegen über CB-Funk geplaudert. Irgendwie hat sich das dann aufgehört. Leider eigentlich."
Seit 22 Jahren fährt Walter am Stubaier Gletscher Pistenraupe. Früher, erzählt er, war Pistenraupen fahren mehr Traktor fahren als Raumschiff fliegen: "Die alten Ratraks hatten Bremse, Kupplung und Gangschaltung. Statt einer Fräse zogen sie eine Kunststoffwalze hinter sich her." Die Pistenqualität, sagt er, "stand in keinem Verhältnis zu dem, was wir heute gewohnt sind".
Vom Schaufeljoch auf über 3000 Metern tritt Walter die Talfahrt an. Wo tagsüber bis zu 11.500 Skifahrer ihre Schwünge ziehen, herrscht um 19 Uhr Einsamkeit. Der Dieselmotor und die Hydraulikpumpe spielen die leise Begleitmusik.
Über die Wilde Grub'n fahren die Männer talwärts. Im Kegel einer abgesprengten Lawine hinterlassen die Neuntonner ihre gewellten Abdrücke. Walter nennt sie "die perfekte Piste".
Pistenraupenfahrer: Die Männer aus der eisigen Stille
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Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!
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- PB_300_Polar
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Wie ich am Stubaier war, ist mir aufgefallen, dass man die Wilde Grub'n beschneit und auch präpariert! Zumindest kam ein Pistenbully herunter.PB_300_Polar hat geschrieben:@Text: Dachte bis dato, dass die Pistengarage am Stubaier nicht im tal ist, hört sich aber danach an.
MFG Dachstein
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- PB_300_Polar
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