Jöchelspitzbahn vor Aus gerettet

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Seilbahnfreund
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Jöchelspitzbahn vor Aus gerettet

Beitrag von Seilbahnfreund »

Bericht von tirol.com:
Mit 2,5 Mio. Euro Schulden drohte der Lechtaler Bergbahn im 27. Betriebsjahr die Insolvenz.

"Es war ein Fünf-vor-Zwölf-Ergebnis", atmet Geschäftsführer Michael Schretter sichtlich auf. "Die Verhandlungen mit den Banken und Lieferanten waren äußerst schwierig und zeitaufwändig, jetzt ist alles unter Dach und Fach." Der Schuldenberg von 2,5 Millionen Euro habe sich schleppend bereits seit der Gründung angehäuft und mittlerweile auch die Stammfirma Schretter in Reutte belastet.

Ein halbes Jahr währte der Kampf um den Erhalt der einzigen Großanlage im Lechtal. In einem außergerichtlichen Ausgleich konnte ein Großteil der Schulden bereinigt werden. Frisches Kapital und Engagement kommen von Radomir Gabric, Geschäftsführer der Flugschule Airsport 2000 in Bach und neuer Gesellschafter der Lechtaler Bergbahnen.

Er wurde neben Bachs Vizebürgermeister Franz Kammerlander auch als neuer Geschäftsführer bestellt. Vorerst hält die Paragleitflugschule nur die Mehrheit der Anteile, in der Folge wird eine komplette Übernahme angestrebt. Aus der derzeitigen Geschäftsführung scheidet Egon Brandhofer aus, Michael Schretter bleibt nach eigenen Worten vorerst im Team. Ob Gemeinde und Tourismus, die bisher mit 20 und zehn Prozent beteiligt waren, ganz austeigen bzw. jeweils ein Prozent halten werden, sei noch nicht entschieden.

"Im ganzen Lechtal ist ein Aufatmen zu spüren, dass die Bahn erhalten bleibt. Der Lift hat einen hohen Stellenwert - bei Einheimischen wie Touristen. Im Sommer wird die Aufstiegshilfe vor allem durch die Paragleiter, die 28 Prozent des Umsatzes ausmachen, gut angenommen, im Winter ist die Jöchelspitze ein beliebtes Familienskigebiet," freut sich Kammerlander. Ein Wegfall der Bahn hätte Nachteile für das ganze obere Lechtal gebracht. Und Fluglehrer Gabric fügt hinzu: "Eine Flugschule kommt ohne eine Aufstiegshilfe nicht aus. Wir haben im Lechtal keine Alternative zur Jöchelspitzbahn. Ein Aus hätte bedeutet, dass wir uns nach einem neuen Standort umsehen hätten müssen, Gedanken in diese Richtung gab es bereits. Zum Glück sieht die Zukunft jetzt wieder besser aus." An einen großen Ausbau des Liftes sei zwar nicht zu denken, in erster Linie ginge es um den Erhalt der Bahn. Trotzdem gäbe es gewisse Pläne, die aber noch nicht spruchreif seien.

Zunächst kommt am Montag eine neue Pistenraupe, die alte hatte im vergangenen Winter gestreikt. "Außerdem ist eine Beschneiungsanlage bis zur Bergstation ein Muss", sagt Kammerlander. Sechs Mitarbeiter beschäftigt die Bahn im Sommer, neun im Winter. "Zunächst bleibt alles beim Alten," so der einhellige Tenor der Geschäftsführung, und weiter: "Das Personal ist hochmotiviert, jetzt hoffen wir natürlich auf viele Skifahrer."

Und Radomir Gabric zuversichtlich: "Für uns ein Vorteil, dass es noch nicht geschneit hat. Aber jetzt kann es losgehen. Ich hoffe auf einen tollen ersten Winter."
Gruß Thomas

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snowflat
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Beitrag von snowflat »

Letzten Dezember vor dem Aus gerettet, Ausbaupläne waren vor einem Jahr noch nicht spruchreif, nun liegen die Pläne eines Großskigebietes bereits komplett ausgearbeitet in der Schublade, jedoch fehlt das Geld:
Jöchelspitzbahn wechselt auf die Erfolgsspur

An der Jöchelspitzbahn in Bach wurde im Sommer kräftig gearbeitet. Der
Doppelsessellift der Jöchelspitzbahn ist die einzige große Liftanlage im gesamten Lechtal.

Die Übernahme durch Radomir Gabric, Geschäftsführer der Flugschule "Airsport 2000", brachte nicht nur frisches Kapital sondern auch jede Menge frischen Wind in die Lechtaler Bergbahnen. Die Jöchelspitzbahn, einzige Bergbahn im ganzen Lechtal, konnte durch den neuen Gesellschafter vor knapp einem Jahr vor der Insolvenz gerettet werden. Seither geht es mit der Bahn steil bergauf.

Während der Sommermonate wurde kräftig gearbeitet. So wurde die Piste komplett überholt und verbessert. Die Kamelbuckel wurden bearbeitet, der Engpass beim Steilhang "Lahnerle" ist auf gut 20 Meter verbreitert worden. Auch die Beschneiungsanlage wurde um gut 800 Meter erweitert.

Während nahe der Bergstation die Snowboarder im neuen "Snow Park Lechtal" diesen Winter voll auf ihre Kosten kommen, wurde für Anfänger und Kinder der Bereich um die Talstation adaptiert. "Wir haben einen neuen Babylift errichtet. Außerdem ist es uns gelungen, eine Partnerschaft mit der Skischule Knittel aus Elbigenalp einzugehen. Das war ja in den letzten Jahren immer ein Manko, dass kein direkter Ansprechpartner vor Ort war. Das gehört nun der Vergangenheit an. Jetzt ist immer jemand da", sagt Franz Kammerlander, Geschäftsführer der Jöchelspitzbahn.

Und die Arbeit hat sich offenbar bereits bezahlt gemacht. "Der Saisonstart war gewaltig. Wir hatten allein beim Kartenvorverkauf gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 40 Prozent zu verzeichnen", freut sich Kammerlander, über den gelungenen Start der Wintersaison. Mit ein Grund dafür sind auch die derzeit hervorragenden Schneebedingungen. Kammerlander: "Die Verhältnisse sind super, alle Pisten sind offen."

An weitere konkrete Investitionen wird derzeit noch nicht gedacht. "Wir warten jetzt einmal ab und schauen uns an, wie die Wintersaison verläuft. Dann haben wir immer noch genug Zeit, uns Gedanken über weitere Investitionen zu machen."

Insgeheim träumt Kammerlander noch immer davon, bis ganz auf die Jöchelspitze hinaufzufahren. Er glaubt daran, dass dies nach den neuen Seilbahngrundsätzen möglich wäre: "Die Idee vom Großskigebiet ist noch nicht vom Tisch. Das Projekt liegt komplett ausgearbeitet in der Schublade. Das einzige was fehlt, ist das Geld." Ein nicht ganz unwesentlicher Faktor. Das Großprojekt würde immerhin 36 Mio. Euro verschlingen.
Quelle: Tiroler Landeszeitung
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!
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