Quelle: Tiroler LandeszeitungSölden warnt junge Randalierer per Postwurf
Im ersten Atemzug des neuen Jahres wünschten die Längenfelder und Sölder Touristiker ihren Einheimischen alles Gute - im zweiten kommt das Aber.
In einem Brief an alle Haushalte schreiben sie - ab Absatz Nummer zwei - wie einige wenige Kinder und Jugendliche "in rüder und ruppiger Art" Gäste beschimpften, in Skibus und Bergbahn randalierten. Die Touristiker bitten alle Eltern, ihre Kinder so zu beeinflussen, dass diese "ein zivilisiertes Verhalten" an den Tag legen.
"Es gibt zwei, drei kleine Gruppen, die sich den Gästen gegenüber sehr rüde verhalten", beklagt sich der Prokurist der Sölder Bergbahnen, Hansjörg Posch. Sogar zu einigen Akten von Vandalismus sei es in Restaurants gekommen.
Die Touristiker sahen dringenden Handlungsbedarf: Der Flugzettel an die Haushalte sollte auf die unannehmbaren Verhaltensweisen aufmerksam machen; und sie drohen gleichzeitig, den rüden Jugendlichen die Skipässe dauerhaft zu entziehen.
Am vergangenen Mittwoch war es so weit: "Es gab vier Abnahmen von Skipässen", sagt Posch. Für drei Burschen und ein Mädchen endete mit der Abgabe der Saisonkarte die Skisaison am Rettenbachferner.
Die Maßnahme sei nicht überzogen: "Wir geben Millionen aus, um Gäste nach Sölden zu bringen", sagt Posch. Diesen Einsatz könne man sich nicht durch die Jugendlichen gefährden lassen. "Wir müssen den Leuten klar machen, woher der Wohlstand in unserer Region kommt", sagt Bergbahnen-Chef Jack Falkner. TVB-Geschäftsführer Peter Marko führt derzeit auch Gespräche, um im Sommer den Jugendlichen die Bedeutung des Tourismus nahe zu bringen.
Hans Haid, Direktor der Hauptschule Längenfeld, erklärt, ihm sei der harte Ton des Touristiker-Briefs unverständlich. "Die Verfasser des Schreibens werfen alle Jugendliche in einen Topf. Unsere Jugendlichen sind nicht schlimmer als anderswo in Tirol."
Ist es mittlerweile nicht normal, dass sich einige wenige Jugendliche so (danben) benehmen. Ich glaube da ist es egal ob D, A, CH oder andere Länder. Nur hängt halt z.B. in Sölden der Tourismus dran. Daher kann man die Befürchtungen der Bergbahnen verstehen (Skipassabnahne ist voll i.O.), interessant wäre der komplette Wortlaut des Briefes, um zu urteilen, ob die Verteilung gerechtfertigt war. Aber wie der Lehrer schon sagt, kann der Brief auch dafür sorgen, das schnell alle Jugendlichen in einer Schublade landen, was den Unschuldigen gegenüber natürlich nicht gerecht wäre ...