ich möchte hier mal ein Thema ansprechen, das mich zur Zeit aufs extremste ärgert. Vandalismus. Unsere Stadt (Köln) sieht einfach nur widerlich aus, sehr viele beschmierte Häuser, beschmierte Bahnen und zerkratzte Scheiben aller Orten. Ich war zwei Wochen in Kärnten, dort ist vielleicht 5-10 % von dem Mist.
Meine Frage:
1. Wie ist das bei euch in der Gegend ?
2. Was wird dagegen getan ?
3. Wie seht ihr das ganze ?
4. Wie sieht das ganze eigentlich bei Seilbahnen aus ?
Bei der Dreiländereckbahn waren viele Gondeln zerkratzt.
Also bei uns gibts auch manchmal Gravitie und Vandalismus, aber die werden dann am nächsten Tag sofort wieder übermalt! Ich denk das gibts in der Stadt mehr wie hier am "Land"!
Bei den Seilbahnen is das ganz schlimm mit den zerkratzen Fensterscheiben bei den Gondeln, das Aufstechen der Polster am Sessellift, das Beschmieren der Fahrbetriebsmittel mit wasserfestem Stift, das Abreißen von Aufklebern, das Ansenngen der Plexiglasscheiben in der Gondel, usw. Da könnt ich ewig so weiter machen.
Ich hab auch die Erfahrung gemacht das das meistens Jugendgruppen oder angeheiterte machen! Natürlich is es dann nachher nimand gewesen, aber ich habs schon öfter erlebt das der dann mit Farbe und Pinsel den ganzen Tag die Wand gestrichen hat (wie peinlich wenn die Gondel immer voll ist und dich jeder auslacht.
Naja ... also Berlin ist sowieso nicht mit irgend so einem kleinen Dorf in Kärnten zu vergleichen
Naja, manche Stadtteile sehen bei uns echt aus wie die Bronxe, also lauter Graffitie, Fenster zugenagelt und solche Sachen, ist schon krass, z.B. im Vergleich zu der herausgepitzen City. Da kümmert sich aber niemand drum und bietet auch ne schöne Erde für Subkultur und solche Sache, hat echt Stil, wenn man in soner alten Industrieanlage mit lauter alten Maschinen und überall Graffities auf nem Punkkonzert ist
Ursprünglich komm ich aus der Gegend Essen/Düsseldorf da ist es nicht anders als in Köln. Inzwischen studiere ich in Münster und zumindest die Busse sind im Vergleich wesentlich gepflegter.
Bei uns in Zürich gibt es am meisten Probleme in der S-Bahn. Steht ein Zug über Nacht in Freien, ist er am Morgen ziemlich sicher versprayt. Die SBB als Betreiberin lässt die Abstellgleise inzwischen nachts sogar bewachen, um das Problem in den Griff zu bekommen. Erwischt es eine Komposition trotzdem, wird sie so schnell als möglich gereinigt. Bisher nicht gelöst hat man das Scratcher-Problem. Man hat mit einer Spezialfolie auf den Fenstern experimentiert, das scheint aber nicht den gewünschten Erfolg gebracht zu haben. Trams und Busse sind hingegen grafittifrei, da sie die Nacht in einem Depot verbringen. Aber auch hier sind Scratcher am Werk, wenn auch seltener.
Bei Grafittis bin ich geteilter Meinung. An kahlen Betonmauern und Brückenpfeilern stören sie mich gar nicht, ganz im Gegenteil. Bei Wagen und Geböuden hingegen ist es für mich klare Sachbeschädigung, ausser der Besitzer ist damit einverstanden. Teilweise wurden auch schon Grafitti im Auftrag des Eigentümers gesprayt.
Eigentlich wollte ich nix zu diesem Thema schreiben, jetzt tue ich es aber doch:
Gerade eben bin ich an einem Spielplatz vorbeigelaufen. Der Begrenzungszaun wurde zertreten!
Vandalismus kommt eben leider überall vor...
je größer die stadt, je niedriger die gesellschaftliche schicht im entsprechenden stadtteil, je mehr jugendliche "assozialer" Familien, desto ärger ist das von dir gesagte phänomen.
In den Skigebieten: Allerdings gibts auch bergbahnen, die nix machen.. im Kühtai z.B. ist der Anteil an städtischen Jugendlichen sehr hoch, und der Vandalismus sehr groß (Brandspuren an den Bubbles, zerstörte Sachen in den WC-Anlagen) .. aber die machen auch nix mehr, also an den WCs, kann ich mir kaum vorstellen, daß da - höchstens 1x im jahr - die zerstörte Klobrille ersetzt wird...
starli hat geschrieben:je größer die stadt, je niedriger die gesellschaftliche schicht im entsprechenden stadtteil, je mehr jugendliche "assozialer" Familien, desto ärger ist das von dir gesagte phänomen.
Das ist zwar eine etwas heikle Behauptung, aber ich sehe das durchaus genauso.
In einem anderen Topic haben ich auch schon über die Zerstörungswut bei EUB-Gondeln geschrieben - und muß ehrlich sagen, daß ich dafür abslout kein Verständnis aufbringen kann.
Die angesengten Bubbles oder Edding-Schmierereien gehen noch relativ schnell und sind deshalb als spontan zu werten. Aber die ausgehebelten Glasdächer und die verbogenen Schutzgitter erfordern doch relativ viel Kraft und Zeit. Das ist kein "Langeweiletrip", sondern Zertörungswut und geplante Absicht.
Dagegen tun kann man eigentlich nichts. Aus dem einfachen Grunde, daß man die Herrschaften zumeist nicht in flagranti erwischt.
Und wenn, dann sollte man mit Anzeigen wegen Sachbeschädigung nicht zimperlich sein. Wände schrubben lassen kann eine Alternative sein, aber wenn mal einer einen Bubble gezahlt hat, dann sengt er keinen mehr an an.
Aus Imagegründen wird so etwas nicht gemacht - wobei ich mich frage, ob es dem Image nicht vielleicht zuträglicher wäre, wenn man gegen diese Deppen hart und auch öffentlich vorgeht. Daß es auch die anderen sehen.
Ja, in Skigebieten wie Lech und Kitzbühel ist der Grad des Vandalismus wesentlich geringer, als bei den jungen und hippen Skigebieten wie Sölden oder Ischgl. Vor allem weil die Leute dort auch viel öfter einen über den Durst trinken
Find eigentlich schade, dass die Leute nicht realisieren, dass wir letztendlich für den Schaden in den Ticketpreisen bezahlen müssen.
Außerdem: wenn ihr grad die Besuffskis ansprecht... mit denen machen manche Gebiete ja auch gut Kohle (Ischgl etc.). Da können sie dann ruhig auch ab und zu ein paar Kabinenfenster reparieren, wenn sie schon die Leute mit teuren Getränken abzocken
Für uns in den "neuen Bundesländern" kam das Problem Vandalismus nach der politischen Wende stark zur Geltung.
Zuerst Schmeiereien auf allen möglichen Flächen, dann Zerkratzen von Scheiben.
Zwei Anmerkungen zu den anderen Beiträgen:
Richtig ist, je größer die Stadt, desto mehr Zerstörungen. Ein typisches Phänomen der anonymen Masse Großstadt. Jedoch stellt man immer wieder fest, dass es eben nicht nur soziale Randgruppen sind, die hinter dieser Erscheinung stehen. Abiturienten und auch Studenten sind überdurchschnittlich vertreten. Lediglich bei Zerstörungen nach Fussballspielen dominiert intellektuelle Unterentwicklung.
Was die Anzeige bei derartigen Straftaten anbelangt - leider ist es in Deutschland so, dass sog. Ersttäter, zumal wenn sie unter 18 sind, mit Samthandschuhen angefasst werden. Die Strafen werden meist vom Papa bezahlt (warum hat man außerdem gute Anwaltskontakte?), ein paar Stunden Sozialarbeit, das wars.
In der DDR wurden derartige Vorfälle, soweit sie überhaupt passierten, öffentlich gemacht (mit Namen und Adresse) und in den Arbeitskollektiven der Eltern diskutiert. Glaubt mir, 99% haben sich dann sehr um ihre Sprößlinge gekümmert.
Heute aber haben wir halt "persönliche Freiheit" - auch die Freiheit zu Zerstörung von Sachwerten und Mitmenschen. Oder ist euch schon einmal zu Ohren gekommen, dass sich jemand um das Opfer kümmert? Nur als Täter hat man die Chance, kostenlose Reisen (unter Resozialisierungsvorwand) bis in die entferntesten Länder vom Staat gesponsort zu bekommen.
Es ist für mich übrigens einer der Hauptgründe, meinen Urlaub in Österreich zu verbringen, nicht an jeder Brücke, in jedem Ort Schmierereien zu sehen. Kärnten und auch das Salzburger Land sind in dieser Hinsicht wirklich Spitze.
Damit wir uns nicht falsch verstehen - Sprayer können wahre Kunstwerke schaffen. Aber den richtigen "Kick"gibt`s halt nur bei'm illegalen sprayen und scratchen.
Man müßte die Strafen viel höher machen. Damit es richtig weh tut und ein schweine Geld kostet.
Aber da kommt dann der Richter und sagt: Das macht du aber nicht noch 100 mal, geh mal vor dem Krankenhaus die Behindertenparkplätze fegen!
Als ich das letzte mal im Frankfurter Raum mit der S- Bahn gefahren bin habe ich es nicht geschafft ein Platz ohne verkratzte Scheiben zu finden. Außerdem waren alle Sitze verschmorrt.
Und da will die Bahn noch weitere Leute entlassen, die sollten lieber noch ein paar einstellen die auf ihre Züge aufpassen.