Quelle: Tiroler Landeszeitung35.000 gegen Skigebietserschließungen und Kraftwerksbauten
Skigebietserschließungen und Kraftwerksbauten könnten negative Auswirkungen auf den Tourismus haben, sagt der Österreichische Alpenverein.
Die Weißseespitze mit dem Gepatschferner: Einer der großen Plateau-Gletscher der Ostalpen.
Bild: OeAV
"Die Ötztaler Alpen sind einfach ein Eldorado des Alpinismus", erklärt sich der Raumplaner des OeAV, Peter Haßlacher, die Unterschriftenliste. Nicht weniger als 35.000 Mitglieder verschiedenster Alpenvereine haben die Petition "Hände weg von den Gletschern" unterschrieben. Und dabei gehe es nicht nur um Wünsche rund um die Erweiterung von Gletscherskigebieten, sondern durchaus auch um die Kraftwerkspläne der Tiwag, zumal auf Gletscherbäche davon berührt wären.
Potenzielle Gäste
"Alle Unterschreibenden kennen das Gebiet", erklärt Haßlacher. Inzwischen wurde auch ausgearbeitet, woher die Personen kommen, die sich so massiv für den Gletscherschutz aussprechen: "Mit 19 Prozent führt der Alpenverein in Tirol."
Erstaunlicher ist für den Raumplaner die große Menge aus Ostösterreich: "16 Prozent der Unterschriften sind aus Wien, 15 Prozent aus Niederösterreich und 14 Prozent aus Oberösterreich." Die 35.000 Unterschriften seien in einer "lockeren Art und Weise gesammelt worden", so Haßlacher. Das seien "alles Alpenvereinsmitglieder mit einer hohen emotionalen Bindung an die Ötztaler Alpen". Das würden auch "die vielen Sektionsfahrten in das Gebiet" zeigen und das müsse auch den Tourismus-Verantwortlichen zu denken geben, meint Haßlacher. "Denn das sind nicht nur Schreier aus dem Osten, sondern potenzielle Gäste."
Unter den elf Prozent jener Unterschriften, die aus dem Ausland kamen, befinden sich übrigens auch 700 von der "Sektion Britannia". "Das zeigt, wie international die Diskussion ist."
Gesamtes Szenario
Es geht nicht nur um das Kaunertal oder das Pitztal - wir müssen uns auch in der Kraftwerksdiskussion einbringen", meint Haßlacher. Es sei ein "gesamtes Szenario", das auch auf die Ötztaler Alpen zukomme. "Die neuralgischen Punkte sind die Weißseespitze im Kaunertal, der Linke Fernerkogel, das Rofental und die Gletscherbäche." Würden alle Pläne so realisiert, wie sie derzeit angedacht werden, "dann sind die Ötztaler Alpen in 20 Jahren nicht wiederzuerkennen". Es gelte alle Vorsicht anzuwenden, wenn es um die Umstrukturierung des Tourismus gehe. Dabei beruft er sich auf das Tourismusmagazin "Saison", das in der Frühjahrsausgabe 2005 schrieb: "Gratwanderung - Alpinismus: Ein Jahrhundert lang dominierte der Sommertourismus. Bis er von einer technisch hochgezüchteten Wintersaison überholt wurde. Die Balance wieder zu finden, scheint unglaublich schwer. Trotzdem führt kein Weg daran vorbei."
EU-Landschaftsfonds
Einmal mehr schwebt dem Raumplaner ein regionaler Ausgleich vor. Das Schweizer Aletsch-Gebiet stehe unter Unesco-Schutz. Ein solcher wäre auch für die Plateau-Gletscher der Ötztaler Alpen sinnhaft. Ansonsten "sind alle Fragen und Bemühungen der Nachhaltigkeit obsolet".
35.000 gegen Skigebietserschließungen und Kraftwerksbauten
- snowflat
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Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!
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ie 35.000 Unterschriften seien in einer "lockeren Art und Weise gesammelt worden", so Haßlacher. Das seien "alles Alpenvereinsmitglieder mit einer hohen emotionalen Bindung an die Ötztaler Alpen
Wenn es stimmt, dass es sich fast nur um Alpenvereinsmitglieder handelt, kann es sich dabei nie um eine repräsentative Umfrage handeln!
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molotov
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auch wenn ich sonst eher gegen übertriebenen naturschutz bin, ich muss schon sagen was da geplant ist teilweise schon ne riesensauerei.
mit der erschließung von weiteren gletscherflächen zögert man die auswirkungen der klimaerwärmung doch nur raus.
bei den staudämmen bin ich wieder anderer meinung, der bau ist sicherlich ne belastung aber sie werden einfach gebraucht wenn man wirklich raus der atomkraft und den fossilen energien will
mit der erschließung von weiteren gletscherflächen zögert man die auswirkungen der klimaerwärmung doch nur raus.
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Jay
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Wir reden hier von keiner repräsentativen Umfrage sondern von einer Unterschriftenliste.flo hat geschrieben:ie 35.000 Unterschriften seien in einer "lockeren Art und Weise gesammelt worden", so Haßlacher. Das seien "alles Alpenvereinsmitglieder mit einer hohen emotionalen Bindung an die Ötztaler Alpen
Wenn es stimmt, dass es sich fast nur um Alpenvereinsmitglieder handelt, kann es sich dabei nie um eine repräsentative Umfrage handeln!
Jakob