Schmugglerjagd in Samnaun: Der Zoll in Aktion

Medienberichte rund um den Wintersport: Aktuelle TV-Tipps, Presseartikel, Unfallmeldungen und Diskussionen zu Nachrichten aus der Alpinwelt.
Antworten
Benutzeravatar
snowflat
Moderator
Beiträge: 16030
Registriert: 12.10.2005 - 22:27
Skitage 25/26: 3
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 249 Mal
Danksagung erhalten: 3471 Mal
Kontaktdaten:

Schmugglerjagd in Samnaun: Der Zoll in Aktion

Beitrag von snowflat »

Schmugglerjagd in Samnaun

von Dagmar Gehm

25. Januar 2006: Inspektor Leonhard Schweighofer setzt zur wilden Verfolgungsjagd an. Der Gejagte ergreift in kühner Schußfahrt die Flucht und gibt den Brettern die Sporen, daß der Schnee aufstiebt und die übrigen Wintersportler verschreckt das Weite suchen. Scharf peitscht bei minus sechzehn Grad der Fahrtwind ins Gesicht, doch der Rächer aller entgangenen Zolleinnahmen hat zwei Verbündete: seine Versiertheit im hochalpinen Gelände und dreißig Jahre Erfahrung, davon zwanzig in der am höchsten gelegenen Zollstation Europas, an der grünen Grenze zur Schweiz, die jetzt weiß ist und amtlich EU-Außengrenze heißt.

Der Freizeitschmuggler hat, obwohl viel jünger, keine Chance. Zu kurzatmig, zu untrainiert, zu langsam. "Halt, stehenbleiben! Zollkontrolle", ruft der österreichische Beamte filmreif und zum wiederholten Male, bis endlich der Schurke die Sinnlosigkeit seines Fliehens begreift und eine skikursschöne Kantenbremsung in den Schnee legt. "Entkommen ist noch keiner", sagt der Gesetzeshüter, "irgendwann müssen sie alle stehenbleiben." In mäßiger Zerknirschung öffnet der Fremde den prallen Rucksack, der überquillt von Schnaps, Zigaretten und Parfüm. Dann holt er auch noch eine Rechnung hervor, die ihn als Käufer einer sechshundert Franken teuren Uhr ausweist. Daß er sie schon am Handgelenk trägt, rettet ihn nicht. Der deutsche Urlauber muß 156,84 Euro zahlen - eine Abgabenerhöhung in Form des doppelten Zolls. Damit kann er sich der Strafe entziehen. Hätte er die Uhr in der Europäischen Union gekauft, wäre sie billiger geworden.

Ein Kilo Marihuana

Der Zöllner am Tiroler Idjoch hat ein feines Gespür. Wie jemand seine Spuren zieht, wenn er aus dem Lift steigt, wie er um sich blickt, bevor er sich in die Fallinie stürzt, was er trägt, wie sich sein Rucksack wölbt, nichts entgeht Schweighofer. Es ist ein Gespür für Schnee im doppelten Sinne, denn auch der Drogenhandel nimmt zu. Sein bisher größter Fund war ein Kilo Marihuana. Einmal hätten sich einige Snowboarder dreist neben die Zollhütte gesetzt und einen Joint geraucht, erzählt er. Pech für die Jungs, denn Schweighofer und seine Kollegen sind in ihren Skianzügen als Zöllner nicht mehr erkennbar. Um effizienter auf Streife gehen zu können, haben sie vor zehn Jahren die Uniform abgelegt. Hundert Prozent mehr Aufgriffe gibt es seitdem, denn die wenigsten rechnen mitten auf der Skipiste mit einer Kontrolle.

Es ist ein harter Job hier oben auf 2756 Meter Höhe mitten in der Silvretta Arena Samnaun/Ischgl, der grenzübergreifenden Skiregion zwischen der Schweiz und Österreich, einem weitläufigen Gebiet mit mehr als zweihundert Pistenkilometern und vierzig Liften. Etwa ein Drittel der Pisten liegt auf Schweizer Seite, mit vorwiegend blauen und roten, also leichten bis mittelschweren Abfahrten. Anspruchsvoller und steiler wird es auf österreichischer Seite. Dafür rühmt sich Samnaun der weltweit ersten Seilbahn mit Doppelstockgondeln, die je hundertachtzig Personen zum Alp-Trida-Sattel befördern können; und eines Gourmet-Restaurants direkt an der Piste, dem "Marmotte" auf der Alp Trida.

Keine dummen Sprüche

Früher gab es nur einen Grenzübergang, der mit Skiern passiert werden konnte, jetzt sind es drei. Deshalb hält es den Zöllner und seine Kollegen nur selten im kleinen Container gleich unter der Ausstiegsstelle des Sesselliftes, der von der Schweizer Seite heraufführt und ihnen die Schmuggler direkt in die Arme treibt. In dem alten Steinhäuschen, hundert Meter entfernt, das noch immer ein Schild mit der Aufschrift "Staatsgrenze" trägt, hatten sie es gemütlicher, doch dann wurde der Lift versetzt. "Es ist auch nicht immer einfach, zehn Stunden am Tag in den Skistiefeln zu stecken", sagt Schweighofer. Doch er ist es gewohnt, genauso, wie er Eiseskälte bis minus dreißig Grad wegsteckt.

Nichts ist ihm fremd, keine Ausrede, keine dummen Sprüche, nicht von seinen Landsleuten, nicht von den Deutschen, der größten Sündergruppe, und nicht von der wachsenden Zahl an Schmugglern aus Rußland, Polen oder dem Baltikum. "So naiv sind manche, daß sie mit zwei Paar Skiern aus Samnaun herüberkommen, mit einem Paar an den Füßen und dem zweiten, brandneuen Paar geschultert wundert sich der Zollbeamte.

Schlangen vor Tankstellen

Fast jeder Urlauber in Ischgl fährt mindestens einmal hinüber auf die andere Seite vom Berg, in die zollfreie Enklave Samnaun, um einzukaufen. Dort kommen auf achthundert Einwohner mehr als fünfzig Duty-free-Geschäfte und acht Tankstellen mit Preiswertsprit, der Liter Super bleifrei zu neunzig Cent. Zwischen fünf- und sechshundert Autos rollen täglich über die Grenze, mit dem letzten Tropfen hin, mit Kanistern voller Benzin und den Kofferraum voll mit zollfreier Ware zurück. Ob amerikanische Zigaretten oder französisches Parfüm, immer handelt es sich um Originalware, und manchmal geht sie seltsame Umwege. So wird die Schweizer Schokolade zuerst ins Zollfreilager Hamburg exportiert und dann reimportiert. Dadurch wird sie billiger als in der Schweiz selbst.

Sogar der berühmteste Sohn von Samnaun, Martin Hangl, 1989 Weltmeister im Super-G und Miterfinder des Carvings, betreibt heute neben einer Skischule ein Sport- und Duty-free-Geschäft. Mutter Caroline war die erste Skilehrerin im Tal, und bodenständig sind alle sieben Kinder geblieben, als "Hangl AG" fest in dem Engadiner Bergort verwurzelt. Wie die übrigen Geschäftsleute warnt Martin Hangl seine Kunden nicht ausdrücklich vor den Zöllnern auf dem Idjoch. "Doch jeder bekommt einen Einkaufsführer mit der erlaubten Mengenangabe ausgehändigt. Das Weitere bleibt seiner persönlichen Entscheidung überlassen." Das gilt auch für seine osteuropäischen Kunden, die in der 1850 Meter hoch gelegenen Enklave sehr markenorientiert sind und "richtig zuschlagen".

Sprudelbäder statt Katzenwäsche

Mit einer gewissen Koketterie hat der älteste Hangl-Bruder Andreas seine Apres-Ski-Hütte oberhalb von Samnaun-Dorf "Schmuggleralm" getauft. Ohne Hast bleiben dort bis zum Abend nur die Samnauner Gäste hocken, denn wenn die "Eintagsfliegen" den zollfreien Ort wieder verlassen haben, kehrt er zu seiner eigentlichen Bestimmung als angenehm ruhiges Bergdorf zurück. Die meisten Samnauner gehen vor zehn Uhr morgens oder am späten Nachmittag einkaufen, wenn die Lifte wieder geschlossen sind. Am Abend frönt man der Bündner Küche, die durch die verschiedenen kulturellen Einflüsse viele Varianten aufweist und im "Hotel Haus Homann" mit zwei Hauben gekrönt wird. Sozusagen an der Quelle werden Käsefondue und Raclette in der Schaukäserei von Samnaun-Laret serviert; im Sommer ist die Sennerei per Milchpipeline direkt mit der Alp Bella verbunden.

Eher übersichtlich gestaltet sich das Nachtleben. Im Pulk ziehen Gäste wie Saisonarbeiter, die meisten aus Ostdeutschland und Tirol, zur "Sunshine Bar" in Laret oder zum "Kuhstall" in Samnaun-Dorf und später weiter ins "Why not", die Disco im "Hotel Post", in der manchmal tatsächlich die Post abgeht. Schon seit ein paar Jahren schwappt die Wellness-Welle in fast jedem Hotel hoch, nun in Form von diversen Sprudelbädern und luxuriösen Saunalandschaften. Von der Not früherer Zeiten ist man dort Lichtjahre entfernt.

Die Sturheit der Älpler

Das abgelegene Tal von Samnaun wurde im späten neunten Jahrhundert von Bauern aus dem Unterengadin auf der Suche nach neuem Weideland besiedelt, zunächst nur in den Sommermonaten, vom dreizehnten Jahrhundert an dauerhaft. Es war ein karges Leben, vieles mußte man in Tirol besorgen und dafür Zollabgaben entrichten. Gesuche beim Bundesrat in Bern, das Tal dicht an der österreichischen Grenze zum Zollausschlußgebiet zu erklären, wurden immer wieder abgelehnt. Doch die Samnauner blieben stur, bohrten weiter, gaben nicht auf. So lästig wurden die Bauern mit ihren ständigen Gesuchen, daß Samnaun am 4. Juni 1892 endlich zur zollfreien Zone erklärt wurde, befristet bis zum Bau einer eigenen Zufahrtsstraße in die Schweiz. Im Jahr 1913 war es dann zwar soweit. Doch nun hätte auch der Schweizer Staat Zollstellen einrichten, die entsprechende Infrastruktur und die Beamten stellen müssen. Das wäre teuer geworden, die Kosten hätten den Ertrag aus den Zolleinnahmen überstiegen. Also blieb alles beim alten.

Erst in den sechziger Jahren, als das Schlachtvieh nicht mehr nach Österreich, sondern wegen der höheren Preise in die Schweiz verkauft wurde, mußten sich die findigen Älpler wieder etwas Neues einfallen lassen, um ihre Zollfreiheit zu nutzen. Also begann man, mit Benzin, Spirituosen, Tabak, Parfüm und Kosmetika zu handeln. Eine Sondergewerbesteuer wurde eingeführt auf jedes verkaufte Produkt, damit sich nicht nur einige Familien eine goldene Nase verdienten. So fließen von jedem Liter Benzin zwanzig Rappen in die Gemeindekasse, von einem Liter Spirituosen vier Franken. Auch die Verwendung des Geldes wurde genau festgelegt, es sollte in die Land- und Forstwirtschaft sowie in den Tourismus fließen. Diesem Obolus verdanken Gäste wie Einheimische unter anderem die kostenlose Benutzung des Ortsbusses, der von morgens bis spätnachts alle fünf Weiler des Tals miteinander verbindet.

Die Söhne sollen es besser haben

Hand in Hand mit der Zollfreiheit geht von jeher auch der Schmuggel. Zur Hochkonjunktur nach den beiden Weltkriegen drückten die österreichischen Zöllner beide Augen zu, wenn ein Tiroler Bäuerlein aus der gut versorgten Schweiz Lebensnotwendiges über die grüne Grenze brachte - oder hungrige Hänflinge wie der jetzt siebzigjährige Franz Salner aus Ischgl, der in den vierziger Jahren die Mutter und seine neun Geschwister versorgen mußte, weil der Vater im Krieg war. Zu Hause gab es fast nichts, doch Samnaun war voller Schätze wie Mehl, Kaffee und dem preiswerten Zuckerersatz Saccharin. Noch heute, so sagt er, gebe es in Kappl eine "Saccharin-Siedlung", erbaut vom Schmuggel mit Zuckerersatz.

Über das Gesicht des Älplers, dem Sonne, Wind und Höhenluft markante Spuren eingezeichnet haben, zieht ein Lächeln: "Mein Bruder und ich waren sehr gute Skiläufer, und wir haben die Schmugglerpfade gut gekannt. Wenn aus der Nacht der Ruf ,Halt, Zollwache' ertönte, haben wir Fersengeld gegeben. Die alten Zöllner auf ihren selbstgeschnitzten Brettln konnten uns nie erwischen." Später hätten sie die Beamten mit Butter geschmiert, schließlich seien sie genauso arme Schlucker gewesen wie sie selbst. Inzwischen besitzt der einstige Schmuggler ein Vier-Sterne-Hotel und ein Appartementhaus, das er seinen Söhnen hinterlassen wird, "damit sie nicht schmuggeln müssen".

Lust auf Nervenkitzel

Es beginnt zu dämmern, höchste Zeit, den letzten Lift nach Samnaun zu erwischen. Aus dem Schweizer Sessellift steigen nur noch wenige Skiläufer am Idjoch aus, um die lange Abfahrt nach Ischgl anzutreten. Wenn man den letzten Lift verpaßt, wird es teuer. Hundertfünfzig Euro kostet die achtzig Kilometer lange Fahrt im Taxi von Samnaun nach Ischgl. Umgekehrt bleiben manchmal Samnauner Urlauber beim Apres-Ski in Ischgl hängen. Die meisten feiern dann einfach durch.

Zum letzten Mal schießt Schweighofer wie ein geölter Blitz quer über die Piste und stoppt einen überraschten Skifahrer mitten im eleganten Carvingschwung: "Grüß Gott, Zollkontrolle! Haben Sie etwas eingekauft?" Der junge Mann aus Feuchtwangen versucht erst gar nicht zu entkommen. Mit zwei Stangen Zigaretten ist er zwar nur ein kleiner Fisch, gemessen an dem fetten, den der Zöllner lieber nicht erwähnt und dessen Namen die Einheimischen nur flüstern, denn er soll von seinem Duty-free-Laden in Samnaun Ware in sein Zweitgeschäft in Ischgl verschoben haben - auf Skiern. Trotzdem muß der junge Bayer jetzt knapp neunzig Euro zahlen. Wäre er nicht erwischt worden, hätte er zwanzig Euro gespart. Kein Verhältnis zu den hundert Euro, die er locker am Abend in Ischgl verpraßt. "Es war halt wegen des Nervenkitzels", gibt er zu, "damit ich es später beim Apres-Ski meinen Kumpels erzählen kann." "Das sagen sie alle", seufzt der Kontrolleur, schließt den Container ab und verspürt nur noch einen Wunsch: Endlich raus aus den harten Skistiefeln.
Quelle: Frankfurter Allgemeine
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!

Benutzeravatar
schifreak
Jungfrau (4161m)
Beiträge: 4469
Registriert: 22.11.2002 - 06:59
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: München Giasing
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 4 Mal

Schmuggler

Beitrag von schifreak »

Ich würde sagen, daß ja Ischgl eigentlich net unbedingt n Tagesausflugsgebiet sondern eher was für Urlauber iss-- da könnt man doch öfter die erlaubte Menge mitnehmen, ohne Ärger zu bekommen. Und das wird dann im Auto gesammelt, und dann ab nach Hause damit.
Oder iss es so, daß im Ischgler Tal die Autofahrer des öfteren kontrolliert werden-- so wie früher im sogenannten ``Zollgrenzbezirk `` ?

Mir persönlich hat da noch nie jemand was wollen-- war aber auch noch nie Einkaufn in Samnaun. So oft komm ich da auch net hin.
Am Besten wärs halt, wenn man mit mehr Nichtrauchern rüberfährt, und jeder dann ne Stange Glimmstengel mitnimmt. So kann auch nix passiern.

Und gottseidank-- bei Sprit gibts keine Zollmengen-- außer bei großen LKW , nur Reservesprit darf net über 20 Liter betragen-- iss auch wegen Explosionsgefahr... s gibt Leut, die nehmen 4 20 Literkanister mit ins Auto... Unvernunft höchsten Grades...
Fabi,alpiner Schifreak

TSC 2012-13, Stand 20.01.2013 - 17 Sektionen Bike, 20 Schitage in Tirol ; Zillertal, Stubaital, Ötztal, Kitzbühel,Schiwelt , Schijuwel Alpbach ;
↓ Mehr anzeigen... ↓
Benutzeravatar
Theo
Matterhorn (4478m)
Beiträge: 4537
Registriert: 22.08.2003 - 19:37
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Zermatt
Hat sich bedankt: 177 Mal
Danksagung erhalten: 919 Mal
Kontaktdaten:

Beitrag von Theo »

Naja, mit einem grossen RKenne da ne kleine geschichte bei unsucksack in Ischgl Ski zu fahren sollte man vielleicht doch besser bleiben lassen.

Das ist bei uns genau gleich. Ich kenne da eine kleine Geschichte.
7 Männer werden von cerviniua her kommend beim Ausstieg aus der Bahn auf Testa Grigia kontrolliert, Resultat insgesamt 2 Liter Wein zuviel.
Zahlen hatten sie nicht im Sinn, den guten roten dazulassen wäre sowiso eine Sünde gewesen.
Also das Sackmesser mit dem Korkenzieher rausgenommen und gleich mal 2 Flaschen geöffnet. Ein paar Gläser waren in Cervinia glücklicherweise auch eingekauft worden und so wurde der edle Tropfen direkt an der Grenze gleich mal ausprobiert.
Anschliessend hat man sich lächelnd von den Zöllnern verabschiedet und die Talabfahrt angetreten, die leeren Flaschen wurden den Zöllnern zur fachgerechten Entsorgung überlassen.
Benutzeravatar
mic
Moderator a.D.
Beiträge: 9435
Registriert: 05.11.2002 - 11:40
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Ort: Nhl
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 2 Mal

Beitrag von mic »

Ich würde sagen, daß ja Ischgl eigentlich net unbedingt n Tagesausflugsgebiet
sorry...da muß ich wiedersprechen wo sollen sonst die vielen Leute herkommen die sich im Skigebiet tummeln? Ischgl hat ja "nur" 10000 Betten.
Mal abgesehen von den vielen Bussen die mal dort sehen kann.
Oder iss es so, daß im Ischgler Tal die Autofahrer des öfteren kontrolliert werden
kontroliert wird da seit dem neuen Polizeiposten schon aber wegen Alk!

Toll finde ich übrigens das man im Sommer in Ischgl die Schmuglerkarte kaufen kann und mit den 5 Bahnen dann nach Samnaun und zurück fährt. :lol:
Benutzeravatar
Turm
Wurmberg (971m)
Beiträge: 1080
Registriert: 29.11.2004 - 20:46
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: ja
Ort: Kuchl
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Beitrag von Turm »

Selber schuld die ganzen Rucksackvorneträger, wenn sie sich erwischen lassen. :D

In meiner Westentasche hat schon die ein oder andere Flasche Schnaps den weg nach Ischgl gefunden, kontrolliert worden bin ich nie. Okay ich betreibe das nicht gewerbsmäßig und bewege mich wohl immer unterhalb des Limits (so viel Schnaps trinke ich dann doch nicht). Wenn man natürlich mit dem Bergsteigerrucksack mit 60 Kilo 20 Stangen Marlboro über den Berg karrt dann braucht man sich nicht wundern.

Das mit dem Davonfahren käme auf einen Versuch an. Bis zur Idalpe käme ich sicherlich, aber wie von dort aus weiter ist die Frage.. Talabfahrt wäre zu offensichtlich, da stehn's dann an einer engen Stelle und machen dicht. Vorschläge?
Feeling down when the winter has come
frozen feet and the snowflakes are falling
I don't like the town when the winter has come
dirty streets and it's cold outside
IRONIE!
↓ Mehr anzeigen... ↓
Benutzeravatar
buzi
Vogelsberg (520m)
Beiträge: 720
Registriert: 07.10.2005 - 00:59
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Ort: Studium: Malsch(bei KA), sonst: Schömberg/Nordschwarzwald
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Beitrag von buzi »

Yeah, ich schlage vor ein neues Topic zu eröffnen:

Wie bescheiße ich den Zoll in Ischgl besonders einfach, gut und effektiv!
:lol: :lol: :lol: :lol:
Benutzeravatar
GMD
Ski to the Max
Beiträge: 12604
Registriert: 25.02.2003 - 13:09
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 39 Mal
Danksagung erhalten: 211 Mal

Beitrag von GMD »

Turm hat geschrieben:Das mit dem Davonfahren käme auf einen Versuch an. Bis zur Idalpe käme ich sicherlich, aber wie von dort aus weiter ist die Frage.. Talabfahrt wäre zu offensichtlich, da stehn's dann an einer engen Stelle und machen dicht. Vorschläge?
Es bleibt eigentlich nur die Talabfahrt. Steigst du in einen Lift, sitzt du sowieso in der Falle.
Probably waking up
Benutzeravatar
Huppi
Moderator a.D.
Beiträge: 3222
Registriert: 09.01.2006 - 23:11
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: ja
Ort: Bad Tölz
Hat sich bedankt: 35 Mal
Danksagung erhalten: 105 Mal

Beitrag von Huppi »

Wenn ich in Ischgl bin, nehme ich mir immer ein paar Stangen Zigaretten mit! Aber da ich seit 2 Wochen Nichtraucher bin, hat sich das für mich auch erledigt! :lol: Ich wurde noch nie kontrolliert und habe noch nie etwas von einer "Grenzkontrolle" gesehen!

Gruß -=[Tribal]=-
Benutzeravatar
Turm
Wurmberg (971m)
Beiträge: 1080
Registriert: 29.11.2004 - 20:46
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: ja
Ort: Kuchl
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Beitrag von Turm »

GMD hat geschrieben:Es bleibt eigentlich nur die Talabfahrt. Steigst du in einen Lift, sitzt du sowieso in der Falle.
Naja so pauschalisieren würde ich das jetzt nicht. Der Zöllner kann ja nicht in Menschenmengen einzelne Personen ausmachen .. ich dachte da eher an so etwas wie .. Richtung Talabfahrt einbiegen nen haken schlagen, an unbemerkter Stelle Jacke umdrehen, wechseln, oder die Zollfreie Ware an jmd anderen weitergeben und dann in die Gratbahn oder so abhauen ..

Das soll jetzt weder ne Anleitung sein noch habe ich das selbst je gemacht oder in erwägung gezogen zu tun. Sind nur ein paar Gedanken aus meiner Phantasie :D
Feeling down when the winter has come
frozen feet and the snowflakes are falling
I don't like the town when the winter has come
dirty streets and it's cold outside
IRONIE!
↓ Mehr anzeigen... ↓

Benutzeravatar
mic
Moderator a.D.
Beiträge: 9435
Registriert: 05.11.2002 - 11:40
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Ort: Nhl
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 2 Mal

Beitrag von mic »

...wenn ich mal in Not komme schnalle ich mir die Felle an! :idea:
Oder einfach mehrfach am Tag rüber fahren. Die Kontrolle dort oben fand ich schon immer lächerlich!

Die Schmucklerkarte gibts auch im Winter!
Benutzeravatar
Downhill
Moderator a.D.
Beiträge: 6672
Registriert: 13.11.2002 - 21:58
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Germering
Hat sich bedankt: 576 Mal
Danksagung erhalten: 673 Mal

Beitrag von Downhill »

mic hat geschrieben:Oder einfach mehrfach am Tag rüber fahren
Am besten zu dritt: einer steht mit großem Rucksack an der Alp Trida, einer an der Idalpe. Der dritte fährt dann pro Tag je 15x Idjoch bzw. Flimsattel. :lol:
Dove vai senza sci?
Wege entstehen, indem man sie geht.
Benutzeravatar
Turm
Wurmberg (971m)
Beiträge: 1080
Registriert: 29.11.2004 - 20:46
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: ja
Ort: Kuchl
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Beitrag von Turm »

Downhill hat geschrieben: Am besten zu dritt: einer steht mit großem Rucksack an der Alp Trida, einer an der Idalpe. Der dritte fährt dann pro Tag je 15x Idjoch bzw. Flimsattel. :lol:
DER MASTERPLAN!!

Fragt sich nur noch, ob man die Rolex für 15.000 EUR dann in ihre Einzelteile zerlegen muss damit man sie mit rüber nehmen darf :D
Feeling down when the winter has come
frozen feet and the snowflakes are falling
I don't like the town when the winter has come
dirty streets and it's cold outside
IRONIE!
↓ Mehr anzeigen... ↓
Benutzeravatar
mic
Moderator a.D.
Beiträge: 9435
Registriert: 05.11.2002 - 11:40
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Ort: Nhl
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 2 Mal

Beitrag von mic »

Genau- das muß besser organisiert werden. :wink:
Benutzeravatar
GMD
Ski to the Max
Beiträge: 12604
Registriert: 25.02.2003 - 13:09
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 39 Mal
Danksagung erhalten: 211 Mal

Beitrag von GMD »

mic hat geschrieben:Genau- das muß besser organisiert werden. :wink:
Richtig! Fliegen wir doch einen Experten ein. Wie wäre es mit Burt Lancaster?
Probably waking up
Benutzeravatar
snowflat
Moderator
Beiträge: 16030
Registriert: 12.10.2005 - 22:27
Skitage 25/26: 3
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 249 Mal
Danksagung erhalten: 3471 Mal
Kontaktdaten:

Beitrag von snowflat »

Schweiz: In Samnaun gibt es viele Markenprodukte zu Schnäppchenrpeisen
Schmuggeln auf Skiern hat hier schon Tradition


Seit mehr als 100 Jahren genießt das Skidorf den Status einer zollfreien Zone. Doch wer nicht aufpasst, zahlt am Ende teuer drauf.

Von Stephan Brünjes

Wie bitte?" Der Snowboarder glaubt, er hat sich verhört. "Zollkontrolle, bitte öffnen Sie Ihren Rucksack", wiederholt Inspektor Leonard Schweighofer deshalb ruhig, aber bestimmt. Der Snowboarder tut es, kramt für den Zöllner widerwillig die Innereien seines Rucksacks hervor und sucht dabei irritiert die nähere Umgebung ab: Ist da nicht doch eine versteckte Kamera und dies alles ein schlechter Scherz? Leonard Schweighofer zerstreut solche Zweifel mit einer Nachhilfeminute in Erdkunde: Der Sonnenbrillenmann erfährt, dass er soeben mit dem Ausstieg aus dem schweizerischen Sessellift nach Österreich eingereist ist und dass hier - jenseits der EU-Grenze - für bestimmte Dinge Steuern fällig sind. Nicht jedoch für Schal, Ersatzhandschuhe und Müsliriegel - der Snowboarder darf weiterfahren.

Genau das hatte auch kürzlich ein deutscher Skifahrer vor. Über ach so klamme Finger klagte er, und den Rucksack auf seinem Rücken möge Schweighofer daher doch bitte selbst öffnen. Der Zöllner trat hinter den Mann, worauf dieser seine plötzlich wieder geschmeidigen Hände in die Skistöcke stemmte und davonbrausen wollte. Doch Schweighofer stand schon auf der Bindung des Möchtegern-Ausreißers. Die Folge: Statt Weltcup-Start legte der Mann eine Kreisliga-Schwalbe in den Schnee und sein Schmuggelgut gleich mit: Zigarettenstangen, Schnapsflaschen und teures Parfüm für die liebe Gattin purzelten aus seinem Rucksack. Genau das hatte der Zollinspektor erwartet. Skifahrer, bepackt wie Nikoläuse, sind ihm verdächtig - meist zu Recht.

Die meisten kommen den Berg hoch aus Ischgl und carven auf der anderen Seite die breiten Pisten hinunter bis nach Samnaun. Hinein in einen gemütlichen Ort ohne Ischgls Ballermann-Sound, Kitzbühels Laufsteg oder St. Moritz' Bettenburgen. Dafür mit netten Pensionen und Hotels, in denen so manche Holzvertäfelung an Jugendzimmer der seligen 1970er-Jahre erinnert. Ein er-starrtes Skiurlaubs-Museum also? Nein, vielmehr ein vitales Dorf mit implantierter Shopping-Meile: Auf 800 Einwohner kommen mehr als 50 Geschäfte. Jede ihrer Fassaden verkündet unübersehbar fett dieselbe Botschaft - mal lockt glitzerndes Airport-Design mit "Watches and Jewellery tax free" die Schnäppchenjäger in die Läden, mal der verwitterte Butterfahrt-Charme am "Zollfrei-Center Erica".

Billiger Zucker oder teure Klunker, Markenbutter oder Markenkleidung, fast alles ist in Samnaun 16 bis 20 Prozent billiger als in Deutschland und Österreich. Und das schon mehr als 100 Jahre. Damals konnten die Samnauner das Lebensnotwendige nur aus dem benachbarten Österreich über einen Ochsenkarrenweg in ihr entlegenes Bergdorf schaffen. Und weil schweizerische Zöllner an der Grenze den armen Bauern oft ihr letztes Geld abknöpften, nervten die Geschröpften ihre Regierung jahrelang mit dem Wunsch nach einer zollfreien Zone. Gewährt im Jahre 1892, ist sie heute ein Garant für den sichtbaren Wohlstand der Samnauner: Mit der weltweit ersten Doppeldecker-Bahn schaukeln sie bis zu 180 Skifahrer gleichzeitig in Zwei-Etagen-Gondeln hoch zum Alp-Trida-Sattel, wo sie zum Finale der Skisaison Ende April umsonst und draußen gerne mal Tina Turner oder Rod Stewart rocken lassen. Und wenn zu Saisonbeginn wegen Schneemangels nur 30 statt 230 Pistenkilometer der gemeinsam mit Ischgl betriebenen Silvretta-Skiarena befahrbar sind, dann lassen die großzügigen Samnauner alle Urlauber gratis los, und zwar so lange, bis der Schnee kommt. Oder der österreichische Zöllner . . .

Zusammen mit fünf Kollegen fährt Leonard Schweighofer Streife im Skigebiet, inzwischen mit guten Chancen - wegen geschickter Tarnung: In ihrem "Skianzug-Zivil" sind sie nicht mehr von Urlaubern zu unterscheiden. Bis vor 15 Jahren hingegen waren sie oft Verlierer im hochalpinen Räuber- und Gendarmspiel, wegen ihrer schmucken, weithin sichtbaren Uniformen. Heute können Hobbyschmuggler gegen Schweighofer kaum gewinnen, schon gar nicht mit Anfängerfehlern wie dem mit der Uhrenschachtel: "Wer sich unten in Samnaun eine Rolex für 13 000 Euro kauft, der möchte auch die edle Schachtel behalten", erzählt der 50-jährige Zöllner . Also wird die "Beute" verteilt: Die Uhr ans Handgelenk, die Schachtel in den Rucksack des Kumpels. "Wenn der erwischt wird, erzählt er uns entweder, er habe die Schachtel gefunden oder vom Juwelier als Liebhaberstück geschenkt bekommen", berichtet Schweighofer und grinst: "In Deutschland sammeln anscheinend mehr Menschen Uhrenschachteln als Briefmarken."

Einmal geschnappt, lassen die Zöllner nicht locker: Name und Ausweis des Schachtel-Schacherers bitte, Hotel oder Ferienwohnung werden auch notiert. Kurz darauf kommt Besuch - die österreichische Finanzpolizei. "Wir finden die Uhr", sagt Schweighofer mit fester Stimme und entschlossenem Blick, "wenn nicht im Hotel, dann später beim Schmuggler daheim." Amtshilfe macht's möglich und aus der kleinen Ski-Schieberei wird für den Urlauber eine Begebenheit der Kategorie "Mein schlimmstes Ferienerlebnis". Denn egal, ob Rolex, Diamantcollier oder Zigarettenstangen - Schmuggelware wird eingezogen und anschließend versteigert. Es sei denn, der schmuggelnde Sparfuchs möchte die glitzernde Ware wiederhaben. Dann muss er sie erneut kaufen, im Falle der Rolex für weitere 13 000 Euro. Zuzüglich zu dem in jedem Fall fälligen Strafzoll.

Nein, bei weitem nicht jeder Samnaun-Gast ist ein Schmuggler, winkt Zöllner Schweighofer ab. Denn dann wäre Samnaun-Stammgast Edmund Stoiber ja auch einer. Aber Deutsche sind immer noch Schweighofers "Hauptkunden", auch wenn Russen und Tschechen mächtig aufholen, wie er sagt. Egal, woher sie kommen - für alle, die was zu verbergen haben, hat der Inspektor mit dem akkuraten Schnäuzer ein geheimnisvolles Gespür: "Wie sie aus dem Lift kommen, mit ausgebeulten Jacken, wie sie sich dabei auffällig unauffällig benehmen, nicht erst Sonnenbrille und Mütze zurechtrücken, sondern kurz schauen und dann ohne Startvorbereitungen talwärts sausen." Weitere Details möchte er nicht verraten. Nur so viel verrät er noch: In solchen Fällen genügt ein kurzer Blickkontakt zwischen ihm und seinem Kollegen Hans Walzthöni - und nichts wie hinterher. Mit ihren kurzen Skiern sausen sie die rote Piste Richtung Ischgl hinab und haben bisher noch jeden eingeholt.

Doch manchmal müssen sie gar nicht erst los. Dann kommen die Schmuggler zu ihnen. Quasi frei Haus, zu Europas höchster Zollstation auf dem Flimssattel, 2756 Meter über Normalnull. So wie die drei Snowboarder, die sich direkt neben Schweighofers Vier-Quadratmeter-Büro-Container auf die verwitterte Holzbank fläzten. Von dort zog wenig später ein süßlicher Geruch in des Zöllners feine Nase. Er nahm ihnen nicht nur die Joints ab, sondern auch ein Kilogramm Rauschgift. Leo Schweighofer hat eben eine gute Nase.
Quelle: Hamburger Abendblatt
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!
Benutzeravatar
TPD
Moderator
Beiträge: 6770
Registriert: 09.03.2003 - 10:32
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: (Region Bern)
Hat sich bedankt: 292 Mal
Danksagung erhalten: 178 Mal
Kontaktdaten:

Beitrag von TPD »

So wie die drei Snowboarder, die sich direkt neben Schweighofers Vier-Quadratmeter-Büro-Container auf die verwitterte Holzbank fläzten.
Ui, die waren wohl schon ziemlich bekifft, dass sie gerade vor dem Zollhäuschen einen Joint anzündeten :lol:
https://www.skichablais.net, seit 20 Jahren über Bergbahnen der Region Chablais und Umgebung.
Benutzeravatar
Theo
Matterhorn (4478m)
Beiträge: 4537
Registriert: 22.08.2003 - 19:37
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Zermatt
Hat sich bedankt: 177 Mal
Danksagung erhalten: 919 Mal
Kontaktdaten:

Beitrag von Theo »

Die höchste Zollstation Europas ist Testa grigia mit 3480müM.
Passend zu dem Thema ist auch der Name des Mulitkomplexes der Hangl Brüder, die Schmuggleralm.

Antworten

Zurück zu „Medienberichte“