Zug von Wien Südbahnhof bis Payerbach-Reichenau, dann mit Bus bis Hirschwang-Raxseilbahn. Mit Bus retour bis Payerbach-Reichenau dann mit Taxi bis Semmering-Passhöhe. Mit Taxi bis Spital am Semmering, dann mit Zug retour bis Wien-Südbahnhof.
Wetter: wolkenlos, morgens Hochnebel bis ca. 900m. Am späten Nachmittag Wolkenfelder von Norden. Bei der Heimfahrt spätestens ab Wr. Neustadt leichter Schneefall.
Temperatur: ganztägig frostig, in der Sonne jedoch relativ angenehm
Schneehöhe:
Rax Talstation: ca. 40-50 cm. Raxplateau: 160 cm (offizielle, vom SL gut einsehbare Schneemessstation).
Semmering/Hirschenkogel: 70 - 120 cm (geschätzt)
Schneezustand: griffig bis hart, tw. etwas rutschig, im Gelände sehr kompakter (gesetzter) Altschee, tw. Bruchharsch, tw. vereist
Geöffnete Anlagen: alle
Offene Pisten: alle
Wartezeiten: de facto keine (am Semmering ab und an mal 2-3 Gondeln vorbeigelassen, auch am Sessellift durchgehen bis zum Förderband ohne Anstehen/Warteschlange)
Gefallen: traumhaftes Wetter, Landschaft mit tollen Panoramablicken, interessante und spannende Geländeabfahrt an der Rax, schöne, mittelsteile Pisten am Semmering
Nicht gefallen: mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr umständlich (dadurch auch Rückgriff auf Taxis); Bedingungen im Gelände nicht (mehr) optimal; Pisten für meinen Geschmack fast etwas zu hart. Unfallbedingte 40 min Verspätung bei der Zugfahrt zurück nach Wien.
Nachdem mich gestern abend Dieter Wissekal noch mit ensprechenden Auskünften versorgt hatte, gings heute also bereits um 6h57 vom Wr. Südbahnhof los. Tatsächlich ist die Verbindung von Wien zur Rax (einem der klassischen Hausberge Wiens) sehr gut. Ca. um 9h00 stand ich an der Talstation des SL am Hochplateau und konnte die dortigen leichten Pisten testen. Traumhaft die Ausblicke von der Bergstation der Raxseilbahn. Bei herrlicher Fernsicht (nur tief unten im Tal verschwand alles im Nebelmeer) konnte man sogar die riesigen Windräder im Gipfelbereich des Pretul (südlich vom Stuhleck erkennen).
Allerdings war ich hauptsächlich wegen der Variantenabfahrten bzw. Tourenmöglichkeiten auf die Rax gekommen (der SL ist wirklich nur ein Zusatzangebot). Aufgrund der Schneebedingungen (Altschnee, harschig etc.) und da ich allein war, verzichtete ich auf die mögliche Tour (ca. 1 - 1.5 h Aufstieg) mit langer Abfahrt durch den Gr. Kesselgraben und wählte zum Testen mal die sogenannte Lahngrabenabfahrt im unmittelbaren Nahbereich der Seilbahntrasse. Wie erwartet waren die Bedingungen alles andere als optimal. Harter, kompakter Altschnee und tw. gefrorene Altspuren garniert mit ein paar beinahe eisigen abgerutschten Stellen machten selbst die einfache und harmlose Querung des Steilhangs über den die Seilbahntrasse führt zu einem kleinen Abenteuer. Schlimm war dann auch der steile und mit Slalomstangen in Form von Bäumen gespickte Hang bis zur sogenannten Gsollwiese (ca. 1200m). Hier führt dann der eigentliche Lahngraben nach links zurück zur Seilbahntrasse und zur Talstation, während die einfachere Standardabfahrt (Schöller) weiter nach rechts in Richtung Knappenberg zieht.
Die Einfahrt in den Lahngraben war bei diesen Bedingungen auch alles andere als genussreich. An den schattigen Stellen fand sich noch einigermassen brauchbarer, kompakter Altschnee, überall dort wo Sonne hinkommt, gabs jedoch harschige Stellen, garniert mit vereisten alten Skispuren. Die ersten Höhenmeter gerieten daher (und auch aufgrund meines mangelnden Könnens, Kraft und Selbstvertrauen) eher zum alpinen Abstieg auf Ski, denn zu Schwunggirlanden. Ungläubig starrte ich eine alte Spur an, die de facto gerade den Steilhang (und tw. durch nur meterbreite Lücke zwischen den Bäumen) nach unten führte. Ich hingegen wählte an manchen Stellen eher das Abrutschen
Diese Problemzone ging dann letztlich mehr und mehr in eine gut ausgefahrene rinnenähnliche Grabenabfahrt mit Buckelpistencharakter über, die dann durchaus griffig war. Endlich stellte sich dann doch sowas wie Skigenuss ein. Die letzten paar hundert Meter gings dann (immer flacher werdend) ziemlich unterhalb der Seilbahn direkt zur Talstation.
Dort angekommen entschloss ich mich kurzfristig weiter zum Semmering zu fahren, da mich ein nochmaliges Befahren der Rax-Talabfahrten bei diesen Bedingungen nicht wirklich reizte (nichtsdestotrotz liess die Abfahrt ihre Qualitäten bei entsprechenden Tiefschneeverhältnissen erkennen ... dann zählt sie wohl zu den eindruckvollsten Variantenabfahrten in Österreich).
Mit Bus und Taxi gings also rauf zum Semmering. Dort angekommen, war ich gleich mal überrascht, dass sich der Andrang an den Liften (und auch in den Restaurants/Skihütten) angenehm in Grenzen hielt. Die zweite Überraschung war das Ausmaß an "Internationalität". Ich kenne den Semmering noch von den 80er Jahren her, als das Gebiet - etwas heruntergekommen - ganz deutlich in der Hand der Wiener war. Heute ist nicht nur alles modernisiert, sondern wirkt dank der zahlreichen slowakischen und ungarischen Ausflügler/Urlauber auch gleich internationaler (es waren sogar japanische SkiläuferInnen vor Ort
Positiv ist mir auch aufgefallen, dass es einige Hänge bzw. Pistenränder gibt, die als klassische Buckelpisten von der modernen "Präparierungswut" verschont bleiben (leider galt das nicht für die Piste 9, obwohl speziell als Buckelpiste ausgeschildert war sie planiert).
Gegen 16h15 gings dann per Taxi zum nächsten vernünftigen Bahnhof (am Bahnhof Semmering selbst bleiben kaum Züge stehen