EU-Osten fährt auf die NÖ Skigebiete ab

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gernot
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EU-Osten fährt auf die NÖ Skigebiete ab

Beitrag von gernot »

"Kurier" vom 07.02.2006
Ressort: Chronik
Seite: 11
Ausgabe: N.Ö/Süd,Morgen



EU-Osten fährt auf die Skigebiete ab

"Der Semmering ist der letzte Berg von Hamburg, aber der erste von Ungarn." Unter diesem Motto macht die Tourismusregion NÖ-Süd seit 15 Jahren den Besuchern aus dem Osten die heimische Bergwelt schmackhaft. Mit Erfolg. Mittlerweile kommen bis zu 25 Prozent der Skifahrer aus den neuen EU-Staaten.

Vor zwölf Jahren besuchten rund 100.000 Skifahrer pro Saison den Semmering, heute sind es über 400.000. Mindestens ein Drittel davon reisen aus den neuen östlichen EU-Staaten an. "Das sind mehr als die gesamten Skifahrer vor zwölf Jahren", zieht Tourismusdirektor Erich Schabus einen handfesten Vergleich.

nachtpiste

Bei den Bergbahnen am Hirschenkogel weiß man den Gast aus Ungarn, Tschechien und Slowakei zu schätzen. Alleine 18 Prozent aller in der vergangenen Saison ausgegebenen Liftkarten wurden von den Vertriebspartnern in diesen drei Ländern vermarktet. Vor Ort würden noch einige Prozent hinzukommen, schätzt Sprecher Franz Perner. Gezeigt hat sich, dass Gäste aus dem Raum Bratislava selbst eineinhalb Stunden Fahrzeit in Kauf nehmen, um am Abend unter Flutlicht über den Hirschenkogel zu wedeln. Für den Bereich Bratislava fährt ab heuer am Wochenende ein Erlebniszug direkt auf den Semmering.

Überglücklich über die ausländischen Wintersportler ist man in St. Corona am Wechsel. "In Österreich ist das Skifahren rückläufig. Wir haben nur durch die vielen Gäste aus Ungarn und der Slowakei einen zunehmenden Kundenstrom", verrät der Betriebsleiter der Bergbahnen, Herbert Gröger. Bis zu 25 Prozent macht der Anteil der Ost-Gäste auf den Pisten aus, bei den Nächtigungen sind es noch weit mehr. 60 Prozent sogar im größten Hotel von Mönichkirchen. Im Vier-Sterne-Haus Thier geben sich Ungarn und Slowaken die Türklinke in die Hand. "Der Anteil der Gäste aus dem Osten ist in den vergangenen Jahren immer mehr geworden. Die Leute haben jetzt genügend Geld, um hier einen schönen Winterurlaub zu verbringen", so Hotelier Franz Thier.

Dass kann der Geschäftsführer der Skischaukel Mönichkirchen-Mariensee, Gerald Gabauer, nur bestätigen. "Die ausländischen Besucher bringen nicht mehr so wie früher ihre Jause selbst mit. Sie konsumieren jetzt auch kräftig in den Hütten", weiß der Liftchef, der auf die neue Situation reagiert hat: An den Liftkassen sitzen bereits zwei Ungarisch sprechende Mitarbeiter.

nachholbedarf

Kaum vom osteuropäischen Kuchen mitgenascht hat bisher Puchberg am Schneeberg. "Mit einem Schlepplift kann man keine Werbung machen", gibt Fremdenverkehrsobmann Martin Wanzenböck zu. Mit dem im Dezember eröffneten Vierersessellift, dem Salamander-Express, sind diese Zeiten vorbei: Ab sofort will man speziell in Ungarn werben. Keinen Cent hat bisher der Unterberg in Werbung in den Reformländern gesteckt. "Wir haben ein paar Gruppen aus Ungarn die regelmäßig kommen, mehr aber nicht", so der Chef der Liftbetriebe, Friedrich Schwiglhofer.

Übrigens: Geblieben ist bis heute der Vorwurf, Ost-Skifahrer hätten günstigere Tarife. Zu Unrecht. Reisebüros im Osten erhalten Kartenkontingente zu Gruppentarifen - wie sie jeder Österreicher auch bekommt.

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