Krippenstein (AT) / 18.02.2006 / Erste Orientierungsversuche

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Gletscherfloh
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Krippenstein (AT) / 18.02.2006 / Erste Orientierungsversuche

Beitrag von Gletscherfloh »

Anfahrt: Zug (ab Wien 6h34) über Atnang Puchheim nach Obertraun (Ankunft 10h30), dann mit Busshuttle zur Seilbahntalstation
(Rückfahrt: Abfahrt Obertraun 17h28 Ankunft Wien 21h30)

Wetter: bewölkt, oben recht windig (Südwind), zeitweise recht sonnig

Temperatur: im Tal kurz nach 17h00 ca. 4 Grad, tagsüber sicher noch wärmer, oben knapp unter Null Grad (geschätzt)

Schneehöhe: 130-300 cm (offiziell, dürfte auch stimmen)

Schneezustand: im Gelände:oben windgepresster, gesetzter Schnee, in mittleren Lagen tw. Bruchharsch, unten feucht. Pisten: oben weich/trocken/griffen, mittel: griffig, unten: schmierig/griffig

Geöffnete Anlagen: alle

Offene Pisten: alle

Wartezeiten: Talstation Obertraun: zweimal auf 2. Gondel, Schönberg: immer gleich durch zur nächsten Gondel (generell durchgängiger Betrieb der Seilbahnen ohne Fahrplanintervalle), Anlagen oben keine Wartezeiten (auch keine Leute in den Liften)

Gefallen: grandiose Landschaft mit herrlichem Panorama und atemberaubenden Tiefblicken, viele tolle Details (z.B. gefrorene Eiskaskaden unmittelbar neben dem Skihang etc.), tolle Geländeabfahrten mit allen alpinen Gustostückerln, herrliche Carvingpiste, sehr nette Hütten, klassische Seilbahntechnik und -architektur wie aus dem Lehrbuch von anno dazumal, ....

Nicht gefallen: im Gelände gabs halt nicht die Powder-Verhältnisse, die man sich wünscht, aber Skifahren ist ein Bergsport und da muss man
sich letztlich auf alle Schneeverhältnisse einstellen

Fazit Krippenstein ist tatsächlich Kult

Nach all den vielen Berichten über den Krippenstein, den vielen Geschichten, die um dieses Gebiet ranken hab ich mich heute schliesslich aufgerafft und das Gebiet mal in Form eines Tagesausflugs von Wien aus erkundet. Das hatte zwar zur Folge, dass ich im Prinzip nur einen Halbtag zum Skifahren hatte (letztlich war ich kurz vor 12h00 auf dem Krippenstein oben), aber ich habs auf keinen Fall bereut.

Alles was hier im Forum bisher positives über den Krippenstein berichtet wurde, stimmt zu hundert Prozent bzw. wenn überhaupt, wurde eher untertrieben !! Ich mag mir gar nicht ausmalen, welches tolles Erlebnis der Krippenstein dann erst bei optimalen äusseren Bedingungen (will heissen mindestens 30-40 cm frischer Pulverschnee) sein muss.

Der Krippenstein bietet all das was viele der weitaus bekannteren, grösseren, moderneren und überlaufeneren Skigebiete nicht mehr bieten wollen und können. Nämlich ein einzigartiges Flair plus eine Vielseitigkeit aus skifahrerischer Sicht, die man bei einem oberflächlichen Blick auf die nackten Lift- und Pistenzahlen (bzw. das Pistenpanorama) nie und nimmer vermuten würde.

Obwohl ich netto nur 4h Stunden im Skigebiet war, konnte ich

* lange Schussstrecken geniessen (bzw. mich über meine nicht-gewachsten und generell lahmen Tourencarver ärgern)

* hervorragend präparierte Carvinghänge befahren (die Pistenpräparierung war aufgrund der geringen Skifahrerzahl selbst bei der letzten Abfahrt kurz nach 16h00 besser als in manch anderen Gebieten am vormittag)

* mich steile Naturbuckel"pisten" runterquälen

* in (fast) unberührten, schattigen Mulden doch noch so etwas wie Pulverschneefeeling geniessen

* meine Technik im (immerhin relativ gutmütigen) Bruchharsch versuchen zu verbessern

* rechtzeitig die Richtung ändern um doch nicht über plötztliche Felsabbrüche drüber zu springen (respektive abzustürzen)

* im steilen Hochwald die Bäume als natürliche Slalomstangen verwenden

* mit spannenden Seilbahnen herumgondeln

* günstig und gut in einer gemütlich-urigen Hütte essen

* etc.

Da ich erst die Fotos (leider sind die tw. grün-stichig geworden ...) sortieren und auswählen muss, gibts nähere Infos dann später, wenn ich die Fotos hochlade bzw. attache. Vorerst mal nur eine Übersichtskarte mit den wichtigsten Pisten/Varianten.
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Skigebiet Krippenstein (blau: Carvingpiste (11km-1500 Hm) - rot: Varianten (v.l.n.r.: Imisl, Anger, Schönberg)
Skigebiet Krippenstein (blau: Carvingpiste (11km-1500 Hm) - rot: Varianten (v.l.n.r.: Imisl, Anger, Schönberg)

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Gletscherfloh
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Beitrag von Gletscherfloh »

Im folgenden einige der Fotos, wobei ich aus Gründen der Übersichtlichkeit versucht habe die Fotos zu Themen zu organisieren. Leider hab ich aus technisch-organisatorischen Gründen zur Zeit keinen FTB-Zugang, daher die Fotos nur als attachments.

Ich beginne mit dem Thema Seilbahnen und Skigebietsinfrastruktur. Mit seinen klassischen Pendelbahnen, der Bundesheer-Gondelbahn und der traditionellen Architektur der Seilbahnstationen ist der Krippenstein ja geradezu ein Eldorado für den Seilbahnliebhaber.
Dateianhänge
Blick zur Karsthochfläche - Das Gebiet ist auch ein Eldorado für Schneeschuhgänger, Langläufer (FKK-Loipe !) und Tourengeher
Blick zur Karsthochfläche - Das Gebiet ist auch ein Eldorado für Schneeschuhgänger, Langläufer (FKK-Loipe !) und Tourengeher
Bei Krippenbrunn (1568m) gibts eine urig-gemütliche Skihütte als Einkehrmöglichkeit entlang der 11 km langen, präparierten Talabfahrt
Bei Krippenbrunn (1568m) gibts eine urig-gemütliche Skihütte als Einkehrmöglichkeit entlang der 11 km langen, präparierten Talabfahrt
Und das sind die Gondeln besagter BH-Bahn bei der Bergfahrt
Und das sind die Gondeln besagter BH-Bahn bei der Bergfahrt
Die Kaserne OBerfeld hat eine eigene kleine Gondelbahn als Zubringer - Hier eine der Stützen nahe Krippenbrunn
Die Kaserne OBerfeld hat eine eigene kleine Gondelbahn als Zubringer - Hier eine der Stützen nahe Krippenbrunn
Die Bundesheer-Kaserne Oberfeld nahe der Gjaidalm (Schutzhütte)
Die Bundesheer-Kaserne Oberfeld nahe der Gjaidalm (Schutzhütte)
Die Liftanlagen direkt im Skigebiet sind quasi nur Rückbringer, Verbindungslifte - für Wiederholungsabfahrten weitgehen uninteressant. Hier die Bergstation der 4SB
Die Liftanlagen direkt im Skigebiet sind quasi nur Rückbringer, Verbindungslifte - für Wiederholungsabfahrten weitgehen uninteressant. Hier die Bergstation der 4SB
Die Krippenstein-Lodge ist der Treffpunkt und Basisstation (Nächtigungsmöglichkeit) der Freerider
Die Krippenstein-Lodge ist der Treffpunkt und Basisstation (Nächtigungsmöglichkeit) der Freerider
Gjaidalmbahn (Sektion III) bei der Bergfahrt
Gjaidalmbahn (Sektion III) bei der Bergfahrt
Gondel der Sektion III im Detail
Gondel der Sektion III im Detail
Gondel der Gjaidalmbahn (Sektion III) mit dem wuchtigen Bau der Bergstation Krippenstein
Gondel der Gjaidalmbahn (Sektion III) mit dem wuchtigen Bau der Bergstation Krippenstein
Die Gondeln kreuzen sich hoch über der Variante Angeralm
Die Gondeln kreuzen sich hoch über der Variante Angeralm
Atemberaubend der hohe Abstand über Grund
Atemberaubend der hohe Abstand über Grund
Die Gondel der Krippenstein-Seilbahn im Detail
Die Gondel der Krippenstein-Seilbahn im Detail
Der wuchtige Bau der Bergstation Krippenstein mit der einfahrenden Gondel
Der wuchtige Bau der Bergstation Krippenstein mit der einfahrenden Gondel
Talstation der Dachsteinbahnen - Idealtyp traditioneller Stationsarchtitektur - dahinter die Trasse der Sektion I - Schönbergalm
Talstation der Dachsteinbahnen - Idealtyp traditioneller Stationsarchtitektur - dahinter die Trasse der Sektion I - Schönbergalm
Der Blick vom Bahnhof zum Krippenstein zeigt schon, dass das Gelände nicht für die heute üblichen Anlagen geeignet ist
Der Blick vom Bahnhof zum Krippenstein zeigt schon, dass das Gelände nicht für die heute üblichen Anlagen geeignet ist
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Beitrag von GMD »

Ich danke für die schönen Fotos. Ich habe noch ein paar Fragen:

-Beim Bild mit den kreuzenden Kabinen sieht man rechts von ihnen im Hintergrund eine Stahlkonstruktion, die wie eine grosse Portalstütze aussieht. Was hat es damit auf sich? Starkstromleitung?

-Was ist eine FKK-Loipe? Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es Leute gibt, die nackt Langlauf betreiben. Da holt man sich doch den Kältetod!
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Beitrag von Gletscherfloh »

GMD hat geschrieben:Ich danke für die schönen Fotos. Ich habe noch ein paar Fragen:

-Beim Bild mit den kreuzenden Kabinen sieht man rechts von ihnen im Hintergrund eine Stahlkonstruktion, die wie eine grosse Portalstütze aussieht. Was hat es damit auf sich? Starkstromleitung?

-Was ist eine FKK-Loipe? Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es Leute gibt, die nackt Langlauf betreiben. Da holt man sich doch den Kältetod!
Freut mich, dass dir die Fotos gefallen. Diese Stahlkonstruktion (Portalstütze) gehört tatsächlich zu einer Reihenfolge von Stützenkonstruktion neben der eigentlich Trasse der Seilbahn. Ich glaub darüber wurde in anderen Krippenstein-Berichten schonmal diskutiert - kenne jetzt aber das Ergebnis nicht (evtl. Überreste einer alten Materialseilbahn ?). Ich werde mal diesbezüglich das Forum durchsuchen ...

Zur FKK-Loipe: Ich hatte ja anfangs auch keine Ahnung :wink:. Die gibts wirklich (auch im urprünglichen Wortsinn). Und zwar an der Gjaidalm. Wird als weltweitig einzigartig beworben. Ist wahrscheinlich eher für den Frühjahr gedacht (und wohl auch eher ein Werbegag).
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Beitrag von Gletscherfloh »

Weiter gehts nun mit dem eigentlichen Bericht, wo ich die verschiedenen (offiziellen) Varianten sowie die bekannte Carving-Piste anhand von dokumentierten Fotos darstellen möchte.

Ich beginne mit der Variante Imisl, eine Geländeabfahrt, die sicherlich zu den grossen der Alpen gezählt werden kann, hat sie doch 1000 Hm Unterschied, in der sich zahlreiche schöne Skihänge idealer Steigung hintereinander reihen. Zudem liegt sie in landschaftlich herrlicher alpiner Lage, direkt neben den steilen Felsabbrüchen auf der Westseite des Krippensteins, die zudem von zahlreichen Eiskaskaden verziehrt sind. Anfangs liegt die Abfahrt zur Gänze oberhalb der Baumgrenze, dann findet sich schütterer Wald und letztlich führt dann die Abfahrt über ausgeschlagene Waldschneise runter um bei ca. 1000m in die präparierte Piste einzumünden (auf der Piste gibts dann nochmal mehr als 400 Hm runter bis zur Seilbahn-Talstation.
Da zwischen den Felswänden und den steilen (tw. bewaldeten) Westhängen, die zum Graben indem die präparierte Piste entlang führt nicht sehr viel Platz ist, findet man die Imisl nach längeren schneefalllosen Perioden meist als ausgefahrene Natur-Buckelpiste (vor allem in den unternen, engeren Bereichen bzw. Waldschlägen) vor. Interessant war, dass ich am Samstag - mit Ausnahme eines Tourengehers, der die Strecke bergauf ging - keinen einzigen Menschen dort getroffen habe. Leute, die das sonst übliche Getümmel nicht so sehr mögen, sind also offensichtlich gut aufgehoben am Krippenstein :wink:.
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Die Abfahrt führt landschaftlich sehr schön direkt entlang von beinah senkrechten Felswänden
Die Abfahrt führt landschaftlich sehr schön direkt entlang von beinah senkrechten Felswänden
Rückblick zur oberen Eisgrupe - einer der schönen Steilhänge neben den Westabbrüchen des Krippensteins
Rückblick zur oberen Eisgrupe - einer der schönen Steilhänge neben den Westabbrüchen des Krippensteins
Schöner Tiefblick aus der Variante Imisl runter zum Hallstätter See
Schöner Tiefblick aus der Variante Imisl runter zum Hallstätter See
Etwas weiter unten - Rückblick Richtung Gjaidalmbahn. Der besagte Tourengeher kämpft sich tapfer durch einen kurzen steilen Aufschwung
Etwas weiter unten - Rückblick Richtung Gjaidalmbahn. Der besagte Tourengeher kämpft sich tapfer durch einen kurzen steilen Aufschwung
Die oberse Mulde der Imisl mit Gjaidalmbahn im Hintergrund. Hier fanden sich auch noch unverspurte Stellen - allerdings keine so tolle Schneequalität (windgepresst)
Die oberse Mulde der Imisl mit Gjaidalmbahn im Hintergrund. Hier fanden sich auch noch unverspurte Stellen - allerdings keine so tolle Schneequalität (windgepresst)
Abzweigung der Variante nach rechts von der präparierten Piste
Abzweigung der Variante nach rechts von der präparierten Piste
Zuletzt geändert von Gletscherfloh am 21.02.2006 - 15:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Gletscherfloh »

Weiter gehts mit Variante Nummer 2, der Angertalabfahrt. Diese führt durch eine riesige, stark gegliederte Mulde unterhalb der Sektion II der Krippensteinbahn. Praktisch die ganze Mulde eignet sich zum Befahren, sodass auch nach längeren Schneefallpause sich immer noch unberührter Tiefschnee findet (so auch am Samstag, allerdings mit der bereits erwähnten eingeschränkten Schneequalität).
Die Mulde zieht sich dann runter durch schütteren Wald, recht steil und aufgrund von steilen Tobeln und Felsabbrüchen etwas Obacht erfordernd zur Angeralm (ca. 1300m) und zum Angeralmegg (1164m), wo es dann durch steilen Hochwald runter zum Imislvariante geht. Auf dem allerletzten Stück der Imisl gehts dann wiederum bis zur präparierten Piste. Auch in der Angeralmabfahrt verteilen sich die Skifahrer so dass man sich nicht gerade gegenseitig auf die Skispitzen tritt ...
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Last exit Angeralmegg - das letzte Stück durch engen Hochwald ist dann nicht unschwer und für Ungeübte sicher etwas heikel
Last exit Angeralmegg - das letzte Stück durch engen Hochwald ist dann nicht unschwer und für Ungeübte sicher etwas heikel
Snowboarder in Action
Snowboarder in Action
Rückblick zur Seilbahn, Sektion II
Rückblick zur Seilbahn, Sektion II
Im Wald gibts immer wieder Tobel und Felsabbrüche - nicht ungefährlich, v.a. bei schlechter Sicht
Im Wald gibts immer wieder Tobel und Felsabbrüche - nicht ungefährlich, v.a. bei schlechter Sicht
Eindrucksvoll der Tiefblick direkt runter nach Obertraun
Eindrucksvoll der Tiefblick direkt runter nach Obertraun
Unverspurten Tiefschnee gabs noch reichlich - allerdings mit fragwürdiger Qualität (tw. Bruchharsch)
Unverspurten Tiefschnee gabs noch reichlich - allerdings mit fragwürdiger Qualität (tw. Bruchharsch)
Skifahrer im oberen Teil der Angeralm - je nach Lust kann man sich mehr an die verspurte Hauptroute halten oder abseits davon unberührte Hänge suchen
Skifahrer im oberen Teil der Angeralm - je nach Lust kann man sich mehr an die verspurte Hauptroute halten oder abseits davon unberührte Hänge suchen
Blick auf den oberen Teil der riesigen, gegliederten Abfahrtsmulde
Blick auf den oberen Teil der riesigen, gegliederten Abfahrtsmulde
Der Einfahrtshang in die Variante Angeralm - mehr oder weniger direkt von der Bergstation Krippenstein, je nach Bedingungen kann man die ersten Meter noch auf der Piste des 4SB bleiben um dann bei Gelegenheit in den Hang abzudrehen
Der Einfahrtshang in die Variante Angeralm - mehr oder weniger direkt von der Bergstation Krippenstein, je nach Bedingungen kann man die ersten Meter noch auf der Piste des 4SB bleiben um dann bei Gelegenheit in den Hang abzudrehen
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Beitrag von k2k »

Super! Wir hatten Anfang Januar nur Zeit für die Variante Schönberg, bei ähnlichen Verhältnissen. Irgendwann muß ich da auch noch mal hin, aber diese Saison wird's wohl nix mehr,
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Beitrag von Salzprinz »

hallo! ich kenne das gebiet als einheimischer ebenfalls als einzigartig und wirklich genial. unter den salzkammergutlern hat die krippensteinseilbahn aber nicht den besten ruf - vor allem nach letzten politischen entscheidungen merkt man, dass man sich in einer geschützten werkstätte befindet. das beginnt bei der mangelnden schneeräumung der parkplätze und setzt sich bei mangelndem service und zu vermissender freundlichkeit/information fort. schon fast genial, wie man null aufwand in das freeride-gebiet so gut vermarkten kann. das meine ich nun nicht einmal zynisch, frage mich aber erstens, ob man angesichts der starken öffentlichkeitsarbeit nicht zumindest eine mindestmarkierung im nicht ungefährlichen gebiet als orientierungshilfe setzen kann; zweitens führt mich das zur fragen, wie das ganze haftungstechnisch aussieht - man will das freeride-gebiet für die massen vermarkten, tut aber nichts für deren sicherheit. die dag wird sich das aber wohl überlegt haben ....
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Beitrag von Gletscherfloh »

Salzprinz hat geschrieben:hallo! ich kenne das gebiet als einheimischer ebenfalls als einzigartig und wirklich genial. unter den salzkammergutlern hat die krippensteinseilbahn aber nicht den besten ruf - vor allem nach letzten politischen entscheidungen merkt man, dass man sich in einer geschützten werkstätte befindet. das beginnt bei der mangelnden schneeräumung der parkplätze und setzt sich bei mangelndem service und zu vermissender freundlichkeit/information fort. schon fast genial, wie man null aufwand in das freeride-gebiet so gut vermarkten kann. das meine ich nun nicht einmal zynisch, frage mich aber erstens, ob man angesichts der starken öffentlichkeitsarbeit nicht zumindest eine mindestmarkierung im nicht ungefährlichen gebiet als orientierungshilfe setzen kann; zweitens führt mich das zur fragen, wie das ganze haftungstechnisch aussieht - man will das freeride-gebiet für die massen vermarkten, tut aber nichts für deren sicherheit. die dag wird sich das aber wohl überlegt haben ....
Interessante Aspekte. Als Aussenstehender sind einem ja regionsinterne Konflikte (die ja fast an der Tagesordnung in den meisten Tourismusdestination sind) etc. meist nicht zugänglich. Mangelndes Service/Freundlichkeit ist mir nicht aufgefallen - ich bin in diesem Belange aber auch ziemlich anspruchslos (ich freu mich, wenn die Seilbahn ohne Absturz oben ankommt ... Seilbahnfahren ist bei mir auch immer mit bisschen mulmigen Gefühl verbunden :wink:).

Die Öffentlichkeitsarbeit/Marketing ist so eine Sache. Grade Freeride-Gebiete werden ja nicht dadurch bekannt, dass ein Tourismusdirektor von sich aus beschliesst, wir wollen nun diese Marktnische besetzen, sondern entstehen (oft ?) von unten, also von den Freeridern selbst. Kann mich natürlich täuschen, aber mir scheint, dass das so auch am Krippenstein passiert ist und die Tourismusverantwortlichen dann mehr oder weniger versuchen drauf aufzuspringen. Die Krippenstein-Lodge als wichtige Infrastruktur für Freerider ist ja Privatbesitz und ich denke, dass die auch einigen Schwung rein gebracht hat ...
Manchmal (bzw. bei gewissen Zielgruppen) ist weniger Marketing wohl fast auch besser als dieses aufdringliche "möchtegernmodernundhipsein" Marketing a la dem unseligen Ischgl ...

Zu den Sicherheitsaspekten: in der Talstation gibts an sich die üblichen Informationen über Lawinengefahrenbericht, Warnung vor alpinen Gefahren etc. Rechtlich gesehen sollte alles ausserhalb der präparierten Piste freies Gelände sein. Allerdings glaub ich mich an Präzedenzfälle zu erinnern, wo durch "Gewohnheitsrecht" sowas wie eine (halb-)offizielle Abfahrt entstanden ist und gewissen Verantwortlichkeiten dem Seilbahnbetreiber zugefallen sind (weiss jetzt leider nicht mehr wann genau und wo das war ... gab meiner Erinnerung nach da aber mal einen Rechtsstreit in Österreich).

Mindestmarkierungen (Abzweigungsschilder mit Warnhinweis, tw. Orientierungsschilder und Markierungsstangen) gibts in den Varianten fallweise, insbesondere an einigen neuralgischen Stellen. Meines Erachtens war/ist das genügend. Allerdings hatte ich auch durchwegs gute Sicht. Man sollte auch nicht vergessen, dass die Zielgruppe eben nicht der übliche Pistenskifahrer mit Vollkaskomentalität ist, sondern der Geländefahrer, dem man durchaus auch einiges an Eigenverantwortung zumuten kann und sollte (wobei ja bei Zeiten der Helikopter doch recht häufig die Leute aus den Sackgassen rausfliegen muss).

Mir ist auf alle Fälle wieder mal klar geworden, wie sehr mich diese industriell durchorganisierten Skiarenen nerven ... umso mehr freut mich die Tatsache, dass es dazu noch durchaus attraktive Alternativen gibt.

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Beitrag von Gletscherfloh »

Die dritte "offizielle" Variante ist die Schönbergabfahrt. Diese führt nach einer Querung vom Übungslift bei der Talstation der 4SB mit etwas Gegenanstieg zu den Hängen, die relativ steil direkt zur "Mittelstation" (Bergstation Sektion I, Talstation Sektion II) der Krippensteinbahn führen. Dort ist dann Schluss, eine Talabfhart von der Schönbergalm nach Obertraun ist nicht möglich (Felsabstürze).

Leider hab ich mich etwas vertrödelt und als ich dann beim Gegenanstieg zur Variante Schönbergalm merkte, dass es schon 15h15 ist, hab ich lieber umgedreht, da ich fürchtete, dass ich mit der Abfahrt und mit der Wiederauffahrt zum Krippenstein dann doch etwas zu viel Zeit verlieren könnte.

Dafür gibts ein Luftbild (vom alten Walter Pause-Buch: Die grossen Skistationen der Alpen: Österreich und Bayern, 1968), das einen guten Überblick über diese Abfahrt bietet (rechts im Vordergrund die Sektion II, Schönbergalm-Krippenstein, der Seilbahn):
Bild
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Routenzugang (Querung und Gegenanstieg von rechts unten nach links ansteigend - Spuren sichtbar) zur Variante Schönbergalm
Routenzugang (Querung und Gegenanstieg von rechts unten nach links ansteigend - Spuren sichtbar) zur Variante Schönbergalm
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Beitrag von gerrit »

Bin erst jetzt auf den Bericht gestoßen, freut mich, daß Du meine Begeisterung über den Krippenstein teilen kannst, auch wenn Du eher problematische Verhältnisse hast.
Bezüglich Marketing u. Markierung:
Wir haben darüber im Jänner mit unserem Führer von Outdoor Leadership gesprochen. Er hat uns erzählt, daß die Vermarktung des Gebiets als Freeride-Eldorado zum größten Teil auf den Inhaber von Outdoor Leadership, Heli Putz (nicht der vom Möbelhaus ... :wink: ) zurückgeht, er hat auch die alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung von Red Bull aufgebaut und die Führer von Outdoor Leadership arbeiten jedes Jahr viel im Gelände, die Warntafeln im unteren Bereich der Angeralm (Du hast übrigens einmal Angertal geschrieben, das ist aber in Gastein :wink: ) haben sie auch aufgebaut. Allerdings kommen nun nach Ansicht der Führer ohnehin schon genug Freerider, vor allem sehen sie es als Problem, daß immer mehr Leute, die sich für Freerider halten, im Gelände herumkurven und sich mangels Erfahrung in Gefahr bringen.
Das Problem ist nun, wenn man wirklich überall Hinweisschilder, Zäune und Absperrungen aufbauen würde, dann wäre das Gebiet so wie viele frühere Natur-Areale in der derzeitigen Form zerstört und würde Richtung Massenschilauf für jedermann driften.
Ich bin der Meinung, Gebiete, die noch Eigenverantwortung und Orientierungsvermögen abverlangen, haben durchaus ihre Berechtigung, und wer meint, alleine Probleme zu haben oder auf jeden Fall die besten Hänge befahren zu wollen, der kann sich ja auch einen Führer nehmen.
Der Kauf der Liftkarte alleine beinhaltet nicht, an der Hand genommen und alle Varianten hinuntergeführt zu werden.
Erinnerungen: meine Berichte seit 2005 (bzw. 1983)
Daß wir echt waren, werde ich auch noch erfinden! (Josef Zoderer)
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Beitrag von Gletscherfloh »

@gerrit. Ich teile im grossen und ganzen deine Einschätzungen. So wie der Krippenstein im Moment ist, passt es schon. Zu hoffen bleibt, dass durch den Umbau der Pendelbahnen (soweit ich mich erinnere ist aber nur eine Kapazitätserweiterung geplant, oder ?), der Charakter des Gebiets nicht allzu sehr verändert wird. Hoffentlich wird nie eine EUB oder gar irgendwo eine KSB gebaut, die dann die Massen anzieht und somit einen Begradigungs-/Absicherungskreislauf in Gang setzt.

Die Markierungen der Geländeabfahrten find ich ausreichend. Weniger ist auch hier manchmal besser als mehr (v.a. bei der Krippenstein-Zielgruppe).

Mit Heli Putz habe ich bei meinem Krippenstein-Besuch kurz gesprochen. Er hat mir über die Verhältnisse in den einzelnen Varianten Auskunft gegeben. Zusammen mit der Krippenstein-Lodge ist Outdoor-Leadership sicher der zentrale Player, was den Krippenstein als Freeride-Hot-Spot (auweia ... immer diese Anglizismen :wink:) angeht. Ich bin da ja neugierig was die Davoser mit ihrer "top down" Vermarktungsidee der Pischa als "offizielles" Davoser Freeride-Zentrum zusammenbringen.

Auf alle Fälle werde ich nun auch den Krippenstein als Fixpunkt im Hochwinter einplanen. Auch die Erreichbarkeit mit ÖV spricht ja für sich. Und das Salzkammergut ist eine Region in der Schnee im Winter (im Gegensatz zu den inneralpinen Lagen) kein Fremdwort ist ...
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