Kind raste mit Kunststoffreifen gegen Baum
Im Kindergelände der Bergbahnen Kappl ist am Freitag ein fünfjähriges Mädchen mit einem Kunststoffreifen der "Tubingbahn" irrtümlich auf die Skipiste geraten und 200 Meter talwärts gerast. Schließlich prallte das Kind gegen einen Baum.
Fünfjährige konnte nicht mehr anhalten
Das fünfjähriges Mädchen aus den Niederlanden hatte am Freitagnachmittag die "Tubingbahn" im Kindergelände der Bergbahnen Kappl (Bezirk Landeck) benutzt, wobei sie mit einem Förderband der Anlage in dem Reifen zunächst bergwärts transportiert wurde.
Auf der Skipiste schaffte es die Fünfjährige nicht mehr, mit dem Kunststoffreifen anzuhalten. Südlich der Talstation des "Hirschenbadliftes" kam das Mädchen dann von der Piste ab und geriet in ein Waldstück. Dort prallte es gegen den Baum.
Das Kind erlitt trotz Schutzhelm schwere Kopfverletzungen und wurde in die Innsbrucker Klinik geflogen.
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Jay
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Tiroler tageszeitung berichtet:
Unfallserie mit Fun-Rodeln: ein Schwerverletzter
Innerhalb kürzester Zeit verunglückten in Tirol drei Urlauber mit einem Tube-Reifen. Pech oder sind diese Fun-Rodeln samt Bahn zu gefährlich?
Die Unfallserie mit Happy-Rodeln reißt nicht ab: Der jüngste Vorfall passierte Sonntagnachmittag in Elbigenalp: Ein Belgier (34) rutschte mit einem aufblasbaren Gummireifen über eine steile Böschung auf einen Feldweg. Dabei warf ihn der Räumschnee vom Gerät, der Urlauber schlug mit dem Kopf auf dem Weg auf. Mit Verletzungen an der Nase und einer Gehirnerschütterung musste er ins Spital geflogen werden.
Unterdessen sucht man in Kappl nach der Ursache von zwei Unfällen, bei denen ein dreijähriger Bub und ein fünfjähriges Mädchen verwickelt waren: Zwei Mal binnen zweier Wochen waren dort Kinder mit einem Gummireifen auf der Skipiste verunglückt.
Der Bub raste in einen abgestellten Pistenratrak, das Mädchen gegen einen Baum. Beide wurden schwer verletzt. Die Polizei ermittelt und wird demnächst dem Bezirksgericht die Anzeigen vorlegen.
Trotz Helm verletzt
Josef Wechner, Chef der Kappler Bergbahnen, ist schockiert: "Wir möchten möglichst jeden Unfall vermeiden", betont er. Allerdings seien die beiden Vorfälle jeweils Verkettungen unglücklicher Umstände gewesen: "Am Samstag waren es die Eltern, die beim Ausstieg hinter die Aufsichtsperson gegangen waren."
Dort hätten sie die fünfjährige Tocher im Gummireifen sitzen lassen - "und die Schnur ausgelassen." Die Folge war fatal: Das Mädchen kam ins Rutschen, sauste über die Skipiste in einen Wald und prallte gegen einen Baum. Trotz eines Helms erlitt das Kind aus den Niederlanden schwere Kopfverletzungen.
Auch beim ersten Vorfall, der sich vor zwei Wochen ereignete, kann Wechner keine Schuld des Personals erkennen: "Damals hatte ein Geschwisterteil einen Tube an der Aufsicht vorbeigeschwindelt." Oben am Ausstieg hatte es dann seinen dreijährigen Bruder über die Skipiste "geschickt". Die rasante Fahrt endete am Schild eines Pistengerätes.
"Die Sicherheitsvorkehrungen an der Tubingbahn selbst sind in Ordnung", beteuert Wechner. Aber man habe die Problematik am Ausstieg bemerkt: "Wir haben jetzt einen zusätzlichen Zaun aufgerichtet."
Und das Personal achtet noch mehr auf die ohnehin vorgegebenen Sicherheitsrichtlinien: Nämlich, dass man erst an der Tubingbahn selbst in den Reifen steigen darf.
Am Samstag hatten die Bergbahnen den Betrieb der Tubingbahn eingestellt: "Es ging darum festzustellen, ob der Fehler bei uns lag", erklärt Wechner. Für ihn steht nun fest, "dass die Unfälle zwei Mal in einem Bereich geschehen sind, der von uns kaum zu beaufsichtigen ist".
Strenge Kontrollen
Auch in anderen Tiroler Skigebieten mit speziellen Tubing-Bahnen wurde man durch die Vorfälle hellhörig. Ein Rundruf der Tiroler Tageszeitung ergab, dass jetzt noch mehr darauf geachtet werde, dass die Reifen ordnungsgemäß benützt werden. Wer sich mit den Gummireifen auf den dafür vorgesehen Tubing-Bahnen bewege, brauche keine Angst zu haben, heißt es.
27.02.2006 21:46