Von Golden in 15 Minuten zur Talstation
Wetter:
Sonnig mit zunehmender Bewölkung am Nachmittag
Temperatur:
genau weiss ich es nicht, aber das war der erste richtig kalte Tag. Start morgens bei -15, mittags oben bestimmt immer noch -7 Grad
Schneehöhe:
30-100 cm
Schneezustand:
nur Naturschnee
Geöffnete Anlagen:
8EUB Golden Eagle Express, 4SB Stairway to Heaven, DSB Pioneer (bis ca. 14 Uhr), 4SB Catamount (ab ca. 14.30 Uhr)
Geschlossene Anlagen:
Ganztägig keine
Offene Pisten:
Offiziell fast alle (106 von 107 oder so), aber einige waren aufgrund der geringen Schneelage und den auf den Pisten wachsenden Büschen nicht befahrbar
Geschlossene Pisten:
s.o.
nicht befahrbar waren aber einige mehr: z.b. 40 Bugablue, 8 Got your goat, 9 Wapiti, 24 Terminator, 20 Pioneer, 23 Race Place, 25 Double Header, 26 Hail Mary
Meisten Gefahren mit:
8EUB Golden Eagle Express
Wenigsten Gefahren mit:
DSB Pioneer, 4SB Catamount
Wartezeiten:
max. 3 Minuten
Gefallen:
Single und Double Diamond-Abfahrten an der CPR-Ridge bzw. den Bowls im oberen Teil
Nicht gefallen:
zu wenig Schnee, kaum präparierte Pisten (näheres im Text)
Fazit: 3,5 von 6 Maximalen.
Abzüge: siehe oben und unten
Pistenplan:
Und auch hier noch ein Textlein dazu:
Nachdem wir am Abend vorher die Rockies durchquert hatten (was kaum mehr als 1 Stunde dauerte) und in Golden Quartier bezogen hatten, ging es am morgen die 15 km vom Tal zum Kicking Horse Resort hinauf. Hinauf ist da fast schon übertrieben, denn mit etwas mehr Steigung wäre die Straße nur halb so lang geworden. Endlich oben angekommen war die 4SB Catamount immer noch wegen technischer Probleme außer Betrieb, so dass die 2SB Pioneer, die wohl normalerweise nicht in Betrieb ist, heute lief. Unser Ziel war aber die 8EUB Golden Eagle Express, die fast alle Hänge des Skigebiets von Kicking erschließt. der Grooming Report machte unsere (genauer gesagt Jens und meine) schlimmsten Befürchtungen wahr: Es waren nur die Übungshänge im Tal sowie der 10 km lange und sehr leichte Ziehweg von der Bergstation der EUB bis ins Tal präpariert. Der Rest der über 100 Pisten wurde seit dem Beginn der Saison wohl seinem Schicksal überlassen. Das führte dazu, dass die vielen schönen Schneisen, die sich durch den Wald herunterziehen, bis auf wenige Ausnahmen kaum befahrbar waren, denn zu den hohen und harten buckeln kamen Steine und Wurzeln, die aufgrund der schlechten Schneelage fast überall durchkamen. Obwohl sich Kicking als Freeride-Resort vermarktet wäre hier doch etwas mehr Pistenpflege und zumindest die Beschneiung einiger direkt herabführender blauer Pisten von großem Vorteil. Uudem ist fraglich, ob das Freerider-Publikum bereit ist, die hohen Preise für die Lodges und Condos an der Talstation zu bezahlen. Für Jens, der absolut nicht von der Buckelpistenfahrerei zu überzeugen war, bestand der tag somit vor allem aus Ziehweg fahren und einigen Carvingschwüngen im unteren Bereich. Am Nachmittag war dann die 4SB Catamount repariert und hätte im Prinzip die breiten Carvingschneisen ideal erschlossen, aber die langsame Geschwindigkeit und das krasse Missverhältnis zwischen Dauer der Auf- und der Abfahrt ließen auch jetzt keinen großen Spaß aufkommen. Wesentlich mehr Spaß hatten dagegen Kaldini, Downhill, Schlitz3r und sogar ich, denn ich entdeckte an diesem tag endgültig den Spaß am Double-Diamond-Pisten- und Buckelpistenfahren. denn davon bietet Kicking Horse extrem viel. Nachdem ich am Tag zuvor in Lake Louise einige schwarze Pisten hinter mich gebracht hatte, dachte ich, bin ich auch in Kicking bereit dafür, aber hier sind die Single Diamond so steil wie woanders die Double Diamonds. So standen Downhill, Kaldini und ich irgendwann am Nachmittag am Grat der CPR-Ridge und schauten etwas ratlos auf die sehr, sehr, sehr steilen und engen Felsrinnen in Richtung Crystal Bowl. Normalerweise hab ich beim Skifahren keine Probleme mit meiner mangelnden Schwindelfreiheit, aber da wurden mir die Knie doch ziemlich weich. Glücklicherweise fanden wir dann doch noch eine einigermaßen breite Rinne nach unten und wenn man den ersten Schwung mal geschafft hatte ging es auch. Das danach im Blut zirkulierende Adrenalin war das Ganze auf jeden Fall wert. Hinter der 4SB Stairway to Heaven liegt die eigentlich noch schwieriger erscheinende Redemption Ridge mit den Abfahrten in die Feuz Bowl, die sich aber als längst nicht so steil (zumindest in dem Teil, in dem ich mit runter bin) und vom Schnee her auch einfacher zu fahren herausstellte wie die CPR-Ridge. Sehr unschön ist dann eben, dass man eigentlich nach jeder dieser Ausflüge ins Gelände wieder ganz zur Base runter muss (entweder Ziehweg oder dreckige Buckel) um dann wieder mit der über 2,5 km langen EUB hoch zu fahren. Wenn man zur Feuz Bowl will braucht man dann auch noch die über 1 km lange 4SB Stairway to Heaven, so dass man nicht oft in das Vergnügen einer Abfahrt kommt. Ganz extrem wird es dann an der White Wall, die Kaldini und Downhill nach einem kurzen Aufstieg erreichten und die ich mir aber ersparte. Das waren dann auch richtige Double Diamonds, wobei mir die einfachen Schwarzen hier eindeutig reichten. Dass auch die weiter unten gelegenen Buckelpisten nicht ganz ohne waren, musste dann Downhill noch am eigenen Leib erfahren. Bei der Querfahrt über einen bewachsenen Buckelhang wollte er sich an einem kleinen Baum festhalten, da ihm die Geschwindigkeit über die riesigen Buckel etwas zu hoch wurde. Dummerweise war der Baum morsch und zerbrach in seiner Hand. so dass er das Gleichgewicht verlierend in Richtung Tal kippte. Dabei fädelte mit seinem Ski genau zwischen zwei Bäume ein, so dass sein Körper talwärts hing, er aber von seinem quer zwischen den Bäumen hängenden Ski gehalten wurde und in dieser Haltung verharren musste, bis Kaldini und ich ihm zu Hilfe eilten. Leider haben wir ihn befreit, bevor wir ein Foto schießen konnten denn er teilte uns ein paar Sekunden nach der Befreiung aus der Bindung mit, dass er unverletzt ist. Fazit des Tages: Ganz nettes Skigebiet für Freerider, aber dafür hat es eigentlich zu wenig Schnee. Die teueren Appartements an der Talstation werden aber wohl leer bleiben, bis das Ganze zumindest im mittleren und unteren Teil Massenpublikum-tauglich präpariert wird.