Abgängigkeit eines Snowboarders in Kitzbühel

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Jay
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Abgängigkeit eines Snowboarders in Kitzbühel

Beitrag von Jay »

Anzeiger-News berichten:
Kitzbühel

Ein 28jähriger israelischer Staatsangehöriger war am 06.03.2006, um 09.45 Uhr, mit zwei Freunden auf den Hahnenkamm in Kitzbühel unterwegs, wo sie sich trennten und jeder selbstständig im Skigebiet dem Wintersport nachging.


Am 06.03.2006, um 21.25 Uhr, meldeten die zwei Freunde die Abgängigkeit des Israelis, nachdem dieser nicht in seine Urlaubsunterkunft zurückgekehrt war. Im Zuge der Erhebungen konnte erhoben werden, dass der Skipass des Vermissten um 15.04 Uhr das letzte Mal bei der Talstation der Sesselbahn „Steinbergkogel-Berg“ eingeloggt worden war. Die noch in der Nacht eingeleitete Suchaktion im Skigebiet Kitzbühel mit den Bergrettungen der Ortsstellen Kitzbühel, Jochberg und Kirchberg in Tirol musste abgebrochen werden und wurde in den Morgenstunden des 07.03.2006 wieder aufgenommen.

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br403
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Beitrag von br403 »

Hmm, es gibt nur die Bahn Steinbergkogel - Gipfel, nicht aber Berg. Und dann wusste ich garnicht, dass es dort oben Drehkreuze gibt, normalerweise muss man in Kitz nur unten durchs Drehkreuz...komisch.
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snowflat
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Beitrag von snowflat »

Wieder aufgetaucht:
Kitzbühel: Abgängiger Israeli nahezu unversehrt aufgefunden
Der 28-Jährige vermisste Snowboarder wurde nach einer Suchaktion Dienstagmittag gefunden.

Bild
Adi Gadot war zur Untersuchung im Spital.
Bild: Fusser


Jener vermisste Israeli konnte heute Mittag nach einem Suchflug durch den Polizeihubschrauber nahezu unversehrt aufgefunden werden.

Laut Polizei hatte er sich in eine Hütte im Gebiet Brunnalm gerettet und dort übernachtet. Unverletzt, aber mit leichten Unterkühlungserscheinungen wurde er dort geborgen und zur Beobachtung ins Krankenhaus eingeliefert.

Der Urlauber war seit Montag Abend im Skigebiet Steinbergkogel in Kitzbühel abgängig.

Sechs Ortsstellen der Bregrettung nahmen unter größter Lawinengefahr die Suche nach dem vermissten Snowboarder auf.
Quelle: tirol.com
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!
Jay
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Beitrag von Jay »

Ein ausführlicher Bericht aus den Anzeiger News:
Bezirk

Wenn Urlauber in Kitzbühels Schigebieten ihr Talent überschätzen, sind selbst erfahrene Bergretter oft machtlos. Zeitnot und Risiko sind bei solchen Suchaktionen ständige Begleiter

Nicht zum ersten Mal riskierten engagierte Männer dieser Tage ihre eigene Gesundheit, um einem ihnen unbekannten vermissten Urlauber das Leben zu retten. Eine Suche nach der sprichwörtlichen Stecknadel im Heuhaufen, denn das Kitzbüheler Schigebiet ist riesig. Ausgerechnet hier wird Anfang der Woche ein 26-jähriger israelischer Snowboarder vermisst. Seine Überlebenschancen sind verschwindend gering.
Letzte Liftfahrt:
15:04 – Steinbergkogel
Es ist Monatg, halb zehn Uhr in der Nacht, als zwei Männer bei der Polizeiinspektion Kitzbühel melden, dass ihr Freund heute nicht ins Quartier zurückgekehrt sei. Zusammen sind sie am Vormittag noch mit der Hahnenkammbahn aufgefahren. An der Bergstation haben sich die drei aus Israel stammenden Urlauber dann getrennt, jeder für sich wollen sie die Schiregion erkunden. Treffpunkt machen sie keinen aus. Der 26-Jährige hat es vor allem auf die schwierigen Abfahrten, abseits der gesicherten Pisten abgesehen. Er ist von seinem snowboarderischen Können überzeugt.
Die Nachforschungen der Alpinpolizei und der Kitzbüheler Bergbahn ergeben, dass der Urlauber gegen 15 Uhr zum letzten Mal seine Karte an der Steinbergkogel Talstation gesteckt hat. Wegen seines Sechs-Tage-Passes lasssen sich seine Fahrten bis zu diesem Zeitpunkt genau verfolgen. Doch nun fehlt jede Spur.
Gegen halb elf Uhr in der Nacht schrillen bei sämtlichen Bergrettern der näheren Umgebung dann die Handys. Die meisten von ihnen schlafen bereits, müssen am nächsten Tag pünktlich am Arbeitsplatz erscheinen. Doch es geht um Leben und Tod, denn bei diesen Temperaturen wird eine Nacht im Freien zum Überlebenskampf. Selbst die Hahnenkammbahn wird für die bevorstehende Suchaktion noch einmal hochgefahren.
Drei Stunden Schlaf müssen reichen
Bei stürmischen Schneetreiben und mehreren Graden unter Null fahren die Männer der drei betroffenen Ortsstellen Jochberg, Kirchberg und Kitzbühel sämtliche Pisten ab, durchsuchen die Waldränder und rufen unentwegt nach dem Vermissten.
Gegen 2.30 Uhr wird der Einsatz schließlich ergebnislos abgebrochen. Sämtliche Gräben und freien Abfahrten können nicht abgesucht werden, aufgrund der erheblichen Neuschneemengen herrscht große Lawinengefahr. Um vier Uhr fallen die Bergretter schließlich tot müde ins Bett.
Doch die Nacht ist kurz. Bereits um 7.30 Uhr am nächsten Morgen beginnt die Suchaktion von neuem. 51 Mann, darunter zwei Alpinpolizisten und sechs Hundeführer der Ortsstellen Kirchberg, Jochberg, Kitzbühel, St. Johann, Westendorf und Hopfgarten, stehen im Einsatz.
„Die Wetterbedingungen könnten fast nicht schlimmer sein“, so Einsatzeiter Alexander Semonsky. „Doch vielleicht hat er Glück und ist nicht schwer verletzt. Dann kann er sich womöglich in eine Hütte retten. Wir geben die Hoffnung nicht auf.“ Und die Männer wurden für ihren Einsatz belohnt.
Als keiner mehr an das Wunder glaubte
Gegen Mittag, als man die Suche beinahe erfolglos abbrechen hätte müssen, entdeckte ein Suchtrupp den Snowboarder völlig erschöpft in einer der Brunnalmen im Gemeindegebiet Kirchberg. Unverletzt wird er ins Krankenhaus geflogen.
„Ich bin so froh, dass mich endlich wer gefunden hat.“ Adi Gadot weiß, wieviel Glück er gehabt hat. „Ich bin immer tiefer in den Schnee geraten, bis ich nicht mehr weiter kam. Ich habe versucht, wieder hinauf zu kriechen, doch dann wurde es dunkel und so habe ich die Tür von einer Hütte aufgebrochen. Ich bin die ganze Nacht dagesessen und habe meine Füße massiert. Schlafen konnte ich nicht, nur warten, bis mich endlich jemand findet“, schildert Gadot, der drei Tage zuvor erst seinen 26. Geburtstag feierte, die schlimmsten Stunden seines Lebens. Beinahe wäre es sein letzter gewesen, doch nun kann er gleich zwei Geburtstage feiern...
Sabine Gratt
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