Lawinen-Sprengmeister im Dauereinsatz
Auf Nummer sicher gehen lautet dieser Tage die Devise. In größeren Skigebieten werden nach und nach Lawinen abgesprengt.
Die enormen Schneefälle haben die lokalen Lawinenkommissionen (LWK) auf Trab gehalten. In Absprache mit den Sprengmeistern wurden Schneeprofile erstellt und Lawinen abgesprengt.
Grundsätzlich werden fünf Sprengarten unterschieden. Eine sehr kostenintensive Variante ist jene, bei der der Sprengmeister den Sprengstoff aus einem Hubschrauber abwirft. Eine weitere Möglichkeit ist die Gasex- oder Avalhexsprengung. Diese funktioniert nach dem Prinzip der Luftexplosion. Die Ladung besteht aus einem Gemisch von zwei Gasen, wird im Herbst aufgeladen und per Funk gezündet. "Das ist auch sehr teuer, aber an nicht zugänglichen Stellen immer noch billiger als eine Lawinenverbauung", erklärt Wolfgang Moosbrugger, Geschäftsführer der Reuttener Seilbahnen.
Eine dritte Möglichkeit ist die Lawinensprengbahn. Dabei wird der Sprengstoff ähnlich einer Seilbahn zur Abschussstelle transportiert. Gesprengt wird dabei mit Lawinit, einem gelartigen Sprengstoff in Form einer Wurst - umgangssprachlich auch Nudel genannt - je 2,5 Kilo schwer. Die Kosten pro Nudel liegen bei zirka 36 Euro. Moosbrugger: "Im Schnitt werden je nach Schneefall und Temperatur 2,5 bis 7,5 Kilo gleichzeitig gezündet. Am Neunerköpfle in Tannheim haben wir zwei solche Sprengbahnen."
Die vierte Variante ist der Lawinengalgen. Dieser steht - wie am Hahnenkamm - meist oberhalb eines steilen Hanges, der lawinengefährlich erscheint und während des Winters immer wieder abgesprengt wird. Einzelsprengungen im freien Gelände werden wiederum nach heftigen Verfrachtungen ober- oder unterhalb von Schneewächten vorgenommen.
Durch die Sprengungen bekommt die LWK zusätzliche Antworten auf die aktuelle Lawinengefahr.
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Jay
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Tiroler Tageszeitung berichtet: