SCHNEEARME ZUKUNFT? Forscher mit düsteren Prognosen

Medienberichte rund um den Wintersport: Aktuelle TV-Tipps, Presseartikel, Unfallmeldungen und Diskussionen zu Nachrichten aus der Alpinwelt.
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snowflat
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SCHNEEARME ZUKUNFT? Forscher mit düsteren Prognosen

Beitrag von snowflat »

Und dieser Bericht in diesem Winter :lol: , diesen Winter hats ja auch mal ausreichend Schnee (für fast jeden) ...
SCHNEEARME ZUKUNFT? Forscher mit düsteren Prognosen

Trotz des schneereichen Winters haben Experten für den Wintersport düstere Prognosen. Der sommerliche Skitourismus auf Gletschern sei schon zum Erliegen gekommen, sagt der Salzburger Glaziologe Heinz Slupetzky.


Gletscher als Absicherung im Winter?
Das Schmelzen aller dafür früher geeigneten Gletscher sei für die Krise des sommerlichen Gletscherskilaufes verantwortlich.

Die hochgelegenen Skigebiete könnten in Zukunft nur noch den klassischen Wintertourismus absichern, wenn im Tal kein Schnee mehr vorhanden sei.

Ende der meisten Skigebiete?
Der allgemeine Temperaturanstieg werde in einigen Jahrzehnten das Ende der meisten Wintersporteinrichtungen zur Folge haben, fürchtet neben dem Salzburger Gletscherforscher Slupetzky auch der deutsche Klimaforscher Hartmut Graßl.

Beide referierten bei einer Fachtagung im angrenzenden Bayern.
Quelle: ORF
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!

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TPD
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Beitrag von TPD »

Es stimmt, dass man im Sommer auf einigen Gletscher nicht mehr Skifahren kann. In Zukunft wird sich diese Situation sicher noch verschärfen. Aber die Schlussfolgerung ein heisser Sommer habe negative Auswirkungen auf den Winter bezweifle ich sehr. Der jetzige Winter beweist ja gerade das Gegenteil .
https://www.skichablais.net, seit 20 Jahren über Bergbahnen der Region Chablais und Umgebung.
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Beitrag von PB_300_Polar »

Forscher behaupten hingegen, dass alle 30-40 jahre ein Gletscher schmilzt und danach wieder wächst.

Also mal langsam !
Der Schnee kommt.....
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Nuno
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Beitrag von Nuno »

PB_300_Polar hat geschrieben:Forscher behaupten hingegen, dass alle 30-40 jahre ein Gletscher schmilzt und danach wieder wächst.

Also mal langsam !
Guter Witz, darf ich mal fragen nach einer Quelle?
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PB_300_Polar
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Beitrag von PB_300_Polar »

Ja darfst du, Quelle: TV Reportage

Das war die mit den Gletschern, stand auch im Forum als Tipp!
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Nuno
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Beitrag von Nuno »

PB_300_Polar hat geschrieben:Ja darfst du, Quelle: TV Reportage

Das war die mit den Gletschern, stand auch im Forum als Tipp!
Ganz gut recherchiert sind solchen Aussagen aber nicht, und dieser "Forscher" waren betrunken, oder? Die Gletscher im Alpenraum schmelzen seit etwa 1850 fast ständig zurück, bis auf einige Unterbrechungen (z.B. um 1980 das letzte mal).

Heinz Slupetzky ist by-the-way einer der bekanntsten gletscher-forscher denen es gibt. Ich weiss nicht wie man sich in der Regel auf "TV Reportage" verlassen kann (kenne es schliesslich nicht), aber diese Aussage ist regelrechte UNSINN.
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Huppi
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Beitrag von Huppi »

Aber so abwegig liegt das ganze nicht! Ich kann mir schon vorstellen, dass die Gletscher in 40 Jahren wieder wachsen werden!

Gruß -=[Tribal]=-
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Dachstein
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Beitrag von Dachstein »

Tribal hat geschrieben:Aber so abwegig liegt das ganze nicht! Ich kann mir schon vorstellen, dass die Gletscher in 40 Jahren wieder wachsen werden!

Gruß -=[Tribal]=-
Man muss es so ausdrücken: es gibt verschiedne Modelle, welche die Zukunft der Gletscher mehr oder weniger vorhersagen können. Manche haben die Aussagekraft von Kaffeesudleserei, andere wieder nicht. Was passiert, ist aber noch lange nicht vorhersehbar. Auch sind Langzeitvorhersagen sehr sehr problematisch und werden bekanntlich von den jetztigen Trends angeleitet. Jede Vorhersage ist mit gewissen Fehlern behaftet. Je besser die Daten, desto geringer die Fehler. Wie sich die Fehler genau auswirken ist ebensowenig bekannt, wie die Fehler an sich.

Was wirklich geschieht, steht in den Sternen, aber in 10 Jahren wissen wir definitiv mehr.

MFG Dachstein

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Nuno
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Beitrag von Nuno »

Tribal hat geschrieben:Aber so abwegig liegt das ganze nicht! Ich kann mir schon vorstellen, dass die Gletscher in 40 Jahren wieder wachsen werden!

Gruß -=[Tribal]=-
Ich glaube es war poniert als war es einen langjährigen Trend mit 30-40 Jahrigen Perioden. Dies ist schlichtweg falsch, und hat mit Wissenschaft nichts zu tun. Was im Zukunft passieren wird, wisst eh keiner, aber die Trend deutet doch ganz klar auf Aufwarmung, sowohl im Sommer als im Winter. Ob die Gletscher in 40 jahr wieder wachsen ist genauso viel oder wenig Zufall als die Situation in 10, 100 oder 1000 Jahren. Dieser Vorhersage kann keiner auf wissenschaftlichen Grund machen (weiteres abschmelzen schon eher), und wem an so was glaubt ist nur naiv.
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tEns0r
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Beitrag von tEns0r »

es soll sich in den naechsten 50 jahren die Temperatur um ein paar grad erhöhen wordurch die schnefall grenze um ein paar hundert meter steigt es gibt sogar schon pläne wie in Ischgl das ganze gebiet zu über dachen und Kunstbeschneien
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maartenv84
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Beitrag von maartenv84 »

Stand heute hier in der Zeitung: In den Niederlanden in 2006 ist der kumulierte abweichung vom durchschnittstemperatur -86°C (in 72 Tagen). Bin mal gespannt wie das weiter entwickelt.
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PB220DR
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Beitrag von PB220DR »

Das war jetzt ein Schnee reicher Winter, dass heist nicht das es im nächstem auch so ( für uns toll) wird... Ich bin auch der MEinung, das die Gletscher Zurück gehen bis nix mehr da ist, und wenn sie doch mal wachsen sollten, dann lange nicht so das es von bedeutung wäre... Hoffentlich, bleiben uns die Schneereichen Winter, weil ohne das weise Gold, ists doch kein Winter oder????
Pistenbully, das Fahrzeug der Zeit, viel Comfort und stets bereit.
PistenBully: Ohne uns wär jede Piste nur aus Schnee......
Pistenbully kaum einer zieht eine längere Spur....
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Emilius3557
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Beitrag von Emilius3557 »

Wie ja Slupetzky richtig darstellt hat der anhaltende Massenverlust der Gletscher wenig mit dem winterlichen Neuschneeintrag zu tun, sondern umso mehr mit übernormal temperierten Sommern, in denen es zu warm für die Abschmelzperiode unterbrechende Neuschneeeinträge vor allem in Juni und Juli ist.
Natürlich sind übernormale Schneehöhen dem Massenaufbau nicht abträglich, diese Schneemengen kann ich im zentralalpinen Gletscherbereich aber bisher nicht erkennen.
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buzi
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Beitrag von buzi »

SF09/06
Auch Extrem-Winter ist Folge des Klimawandels

Erwärmung der Meere und Atmosphäre bringt immer mehr Stark-Niederschläge und Stürme

Winter ohne Ende trotz Erwärmung der Atmosphäre: Ein Widerspruch? Nein, sagen die Experten. Richtig kalte Winter werden zwar seltener, doch an immer heftigere Regen- und Schneefälle werden wir uns gewöhnen müssen.


Wenn es schneit, dann ordentlich: Die erwärmte Luft kann mehr Feuchtigkeit transportieren, starke Niederschläge, wie zuletzt auch in Salzburg, sind die Folge. Die Winter werden, dem Foto zum Trotz, immer milder. Foto: Schweinöster
Wenn es schneit, dann ordentlich: Die erwärmte Luft kann mehr Feuchtigkeit transportieren, starke Niederschläge, wie zuletzt auch in Salzburg, sind die Folge. Die Winter werden, dem Foto zum Trotz, immer milder.
Foto: Schweinöster

Dürre und Waldbrände, dann wieder sintflutartige Regenfälle und Hochwasser. Jetzt ein Winter, der nicht weichen will, mit anhaltend tiefen Temperaturen und lange nicht mehr gesehenen Schneemengen. Von einer Erwärmung des Klimas ist im Moment bei uns nichts zu spüren. Und doch gehören die heftigen Schneefälle dieses Winters bereits zu den Folgen, die uns der Klimawandel beschert. Für die kommenden Jahrzehnte rechnen Klimatologen mit einem Anstieg der Starkniederschläge – und zwar sommers wie winters. Richtig kalte Winter mit wochenlangen Minusgraden, wie sie in unseren Breiten bisweilen vorkommen, werden vermutlich seltener. Sicher ist das aber nicht: Versiegt eines Tages der wärmende Golfstrom, heißt es ganz warm anziehen in Europa. Sicher ist hingegen nur eins: Wir sind schon mitten im Klimawandel und wir müssen lernen, damit zu leben – und vor allem: zu überleben.

Auch dieser Winter zeigt: Der Klimawandel ist da!

Mit weiteren Wetter-Extremen und Temperaturanstiegen wird zu rechnen sein

Klimaexperte Erwin Mayer verlangt sofortiges Umdenken. Foto: Greenpeace
Klimaexperte Erwin Mayer verlangt sofortiges Umdenken.
Foto: Greenpeace
Das heißt: Noch viel stärkere Investitionen als in der Vorwoche von der Bundesregierung beschlossen in den Hochwasser-, Lawinen- und Murenschutz, massive Bauweise von Gebäuden, damit diese auch extreme Schneelasten, heftige Stürme und lokale Tornados aushalten, größte Anstrengungen bei der Reduktion des Schadstoff-Ausstoßes, starkes politisches Engagement beim Kampf gegen die Regenwald-Vernichtung – und noch vieles mehr!
Die Erwärmung der Erdoberfläche ist ein Faktum, das von keinem Wissenschafter in Zweifel gezogen wird. Von 1850 bis heute stieg die Durschnittstemperatur der Erde um 0,7 Grad Celsius an. Neun der zehn wärmsten Jahre in der Klimageschichte der Erde waren neun der vergangenen zehn Jahre. Bis zum Jahr 2100 soll die Erwärmung noch einmal um 1,8 bis 5,9 Grad zunehmen. Wissenschafter der BOKU Wien haben etwa für den Flachgau einen Temperaturanstieg bis 2040 um zwei Grad errechnet. In den Gebirgsgauen soll es im selben Zeitraum sogar um über drei Grad wärmer werden.
Mit dramatischen Auswirkungen: In normalen Wintern dürfte die Schneegrenze weiter nach oben wandern, die Gletscher weiter rasch abschmelzen, die Vegetation in den Alpen sich rasch verändern und der Grundwasserspiegel sinken. Trotzdem muss man vermehrt mit extremen Niederschlägen und auch mit harten Wintern wie dem heurigen rechnen. Denn durch die wachsenden Temperaturunterschiede der einzelnen Meeresregionen kommt wesentlich mehr Dynamik ins Klimageschehen. Die Hurricans der vergangenen Saison mit katastrophalen Folgen etwa für die Städte New Orleans und Cancun haben einen ersten Vorgeschmack geliefert. Die erwärmte Luft kann mehr Feuchtigkeit vom Atlantik und vom Mittelmeer nach Österreich transportieren.
„Insgesamt gibt es bislang nur in Vorarlberg mehr Niederschläge, aber Starkniederschläge nehmen in ganz Österreich zu. Im Winter bedeutet das etwa ein Meter Neuschnee in 24 Stunden, wie das vor den Lawinenabgängen in Galtür der Fall war. Solche Ereignisse werden wahrscheinlicher“, meint Erwin Mayer, Klimaexperte von Greenpeace.

Warnung vor „Völkerwanderung“

Klimatologe Ernest Rudel, Hohe Warte Wien, warnt vor Panik. Foto: privat
Klimatologe Ernest Rudel, Hohe Warte Wien, warnt vor Panik.
Foto: privat
Die mittlere Schneebedeckung sei in Österreich bereits um zwei bis drei Wochen zurückgegangen, Ski fahren unter 1500 Meter Seehöhe werde zunehmend unmöglich sein, „aber wenn es schneit, gibt es mehr Schnee als früher“, so Mayer. Um dem drohenden Klimakollaps zu entgehen, brauche es massive Einsparungen bei C02 und anderen treibhausrelevanten Gasen. Einsparungen in den Industrienationen zwischen 60 und 80 Prozent der derzeitigen Emissionen seien bis 2050 notwendig, um zumindest unter einer Erwärmung von zwei Grad (gerechnet seit 1850) zu bleiben. „Gelingt das nicht, wird es noch weit dramatischere Auswirkungen geben als jene, die wir heute schon beobachten können“, warnt Mayer.
Apokalyptische Prognosen von Klimaforschern sind keine Seltenheit mehr. Der berühmte deutsche Klimaexperte Mojib Latif warnte erst im vergangenen Jahr vor einer „Heißzeit“. Versiegendes Grundwasser und verheerende Dürre könnten in Europa eine Völkerwanderung auslösen. Gegensteuern könne man nur durch ein radikales Umdenken und die intensive Nutzung von Sonnenenergie statt Erdöl und Kohle.

Komplexe Zusammenhänge

Weniger dramatisch sieht Ernest Rudel, Leiter der Klimaabteilung auf der Hohen Warte in Wien, die Situation. Zwar werden „warme Witterung und heiße Sommer häufiger“, bestätigt auch Rudel, doch ob die Klimaerwärmung vom Mensch allein verursacht sei, könne man beim derzeitigen Stand der Forschung nicht sagen. „Es ist nicht sinnvoll, den Menschen Angst zu machen“, meint Rudel und verweist auf die komplexen Zusammenhänge zwischen Temperatur, Klima und Emissionen.
Doch auch Rudel kritisiert den Verbrauch fossiler Energie: „Erdöl und Kohle haben sich in Jahrmillionen angesammelt. Diese in 200 Jahren zu verbrauchen ist nicht nur wirtschaftlich problematisch, sondern verändert auch die Zusammensetzung der Atmosphäre. Diese Entwicklung kann man nicht gutheißen.“

Stefan Tschandl
Quelle: www.salzburger-fenster.at
:: Der Klimaschock und seine Folgen
Die Folgen der klimatischen Veränderung machen sich in einigen Regionen der Welt schon heute bemerkbar.
ARTE | 20.03.2006 | 19:00
ARTE | 27.03.2006 | 17:20
An Beispielen aus Ozeanien, Afrika, Asien und Nordamerika zeigt die Dokumentarreihe die Auswirkung auf das Leben der Menschen. Der erste Teil zeigt was in Tuvalu, einer kleinen Inselgruppe im Südpazifik, das Schmelzen der Pole und der daraus resultierende Anstieg des Meeresspiegels bewirkt.


Die letzten Tage von Tuvalu
Das Schicksal von Tuvalu, einer kleinen Koralleninselgruppe im Südpazifik, deren Tage vermutlich gezählt sind, zeigt deutlich die Gefahren der Klimaveränderung, vor denen Wissenschaftler weltweit warnen. Der winzige polynesische Archipel mit seinen 11.000 Einwohnern, dessen Inseln im Durchschnitt nur knapp zwei Meter über dem Meeresspiegel liegen und eine Gesamtfläche von lediglich 26 Quadratkilometern haben, droht als erstes Land der Welt im Meer zu versinken - eine direkte Folge der globalen Erwärmung und des Treibhauseffekts.

Die Eismassen der Pole schmelzen und langsam, aber unaufhörlich steigen die Meeresspiegel auf unserem Planeten. Altimetrie-Satelliten wie "Jason", ein Projekt des französischen Weltraumforschungszentrums CNES und der amerikanischen NASA, haben seit 1993 einen jährlichen Anstieg des Meeresniveaus um drei Millimeter gemessen - 50 Prozent mehr als der Durchschnittswert des gesamten 20. Jahrhunderts.

Die Menschen von Tuvalu stehen ohnmächtig den zerstörerischen Auswirkungen der globalen Erwärmung gegenüber. Ungewöhnlich hohe Flutwellen überschwemmen seit einigen Jahren immer wieder den Archipel, die Erosion frisst an den Inseln, die Korallenriffe sterben infolge der höheren Wassertemperatur und die traditionellen Nahrungspflanzen der Inselbewohner gehen ein, weil das durch den porösen Korallenuntergrund im Boden aufsteigende Salzwasser ihre Wurzeln schädigt. Wenn nichts gegen die Erwärmung des Erdklimas unternommen wird, könnten die Bewohner von Tuvalu bald zu den ersten Klimaflüchtlingen werden.

Stellvertretend für viele kleine vom Meer und der Klimaerwärmung bedrohte Inseln ist Tuvalu unermüdlich darum bemüht, Überzeugungsarbeit bei denjenigen Staaten zu leisten, die sich immer noch weigern, das Kyoto-Protokoll zur Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen zu ratifizieren - allen voran die USA.
Quelle: www.sonnenseite.com

Uuunnnnnnnnnnnddddddddnd *hust*, was für ein Mist hier so zwischendrin verzapft wird....
Berchtesgaden: Droht der Abschied vom Skitourismus?
(6. März 2006) Während sich die Wissenschaftler über den Klimawandel mit steigenden Temperaturen einig sind, hofft die Tourismusbranche weiter auf eine neue Eiszeit. Die strengen und schneereichen Winter der letzten Jahre bestärken Kommunen, öffentliche Einrichtungen und Unternehmer, ungebremst auf das Angebot von Pisten und Seilbahnen zu setzen und sogar Neuinvestitionen ins Auge zu fassen. Eine Strategie, die auch Bürgermeister Stefan Kurz aus Schönau am Königssee verfolgt. Erwartungsgemäß erntete der Vorsitzende der Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee dafür am Samstag bei einer vom Bund Naturschutz im Kur- und Kongresshaus Berchtesgaden im Rahmen des Klimaseminars veranstalteten Podiumsdiskussion kein Verständnis.
Rund 150 Zuhörer waren zur Podiumsdiskussion im Kleinen Saal gekommen. Man sah Vertreter von Forstwirtschaft, Nationalpark, Bund Naturschutz und Alpenverein. Bergwachtangehörige gehörten genauso dazu wie Privatbergsteiger, Skitourengeher und Naturfreunde. Sogar einige Tourismusexperten und Kommunalpolitiker waren gekommen - allerdings nur wenige. Eine Tatsache, die Organisator Paul Grafwallner nicht nachvollziehen kann: »Wir haben jeden einzelnen Gemeinderat im Talkessel angeschrieben. Gekommen sind nur einige, vor allem das Ausbleiben der konservativen Mandatsträger fällt auf«. Immerhin hatte sich CSU-Kreisrat Georg Hackl einige Referate angehört. Klimawandel und Eiszeit Unterstützung hätte Bürgermeister Stefan Kurz auf dem Podium von Bürgermeister Peter Nindl aus Neukirchen am Großvenediger erhalten sollen. Doch der war bei der Anreise sinnigerweise im Schnee stecken geblieben. Eine Steilvorlage, die Stefan Kurz in seinem Anfangsstatement gleich nutzte: »Ich meine, dass das Thema Klimawandel von einigen hochgekocht wird. Es gibt auch Experten, die eine Eiszeit prognostizieren.« Der Bürgermeister erinnerte an die strengen Winter der letzten fünf Jahre und an die Experten-Warnungen in puncto Waldsterben, von dem man fast nichts mehr höre. Bürgermeister Kurz wandte sich am Podium mit seiner Frage direkt an den weltbekannten Klimaforscher Prof. Dr. Hartmut Graßl: »Wie sicher sind Sie mit Ihrer Prognose?« »2005 war das wärmste Jahr, seit Messungen gemacht werden«, kam Graßl gleich auf den Punkt. Als Folge des Temperaturanstiegs um rund ein Grad in den letzten 130 Jahren sieht der Wissenschaftler das Abschmelzen der Gletscher: »Damals waren es im Berchtesgadener Land noch sieben, jetzt gibt es nur noch einen Lappen am Blaueis«. Der gebürtige Ramsauer verwies auf Prognosen, die einen weiteren Temperaturanstieg in diesem Jahrhundert um Werte zwischen 1,4 und 5,0 Grad voraussagen. »Was die Natur in 10 000 Jahren macht, das schaffen wir in einem Jahrhundert, wenn das keine Dramatik ist.« Stefan Kurz blieb dabei: »Wir können keine Veränderungen feststellen und haben deshalb keinen Anlass, etwas zu unternehmen«. Zumal das Berchtesgadener Land nur zum kleinen Teil vom Wintertourismus abhängig sei. Investitionen nicht Sache der öffentlichen Hand Die Klima- und Umweltexperten auf dem Podium waren sich einig, dass Bau und Unterhaltung von Bergbahnen und Liften keine Sache der öffentlichen Hand seien. »Wenn einer meint, dass er noch tätig werden muss, dann ist das seine Privatsache. Ich würde da jedenfalls spontan nicht mehr mein Geld hineinstecken«, argumentierte Prof. Dr. Hans Elsasser, Direktor des Geographischen Institutes der Universität Zürich. Ökonomische Gründe sind es auch, mit denen heute gegen den Bau von Beschneiungsanlagen argumentiert wird. Nachweise, dass sie massiv schädlich für die Natur sind, konnten nämlich bislang nicht erbracht werden, wie auch Prof. Dr. Hartmut Graßl einräumte. Schließlich dürfen in Bayern keine Zusatzstoffe ins Wasser eingebracht werden, die beispielsweise eine Schneeerzeugung auch bei höheren Temperaturen ermöglichen. »Wenn man mit solchen Tricks arbeiten müsste, dann stünde die Investition ohnehin auf wackeligen Füßen«, so Prof. Graßl, der sich an Bürgermeister Kurz wandte. Warum die Gemeinde die Jennerbahn denn nicht kaufe, wenn man mit so guten Wintern rechne, wollte Graßl wissen. Entsprechende Verhandlungen liefen mit dem Hauptaktionär, erwiderte Kurz. Aber nicht wegen zu erwartender guter Geschäfte, sondern weil man befürchte, dass ein privater Investor den Winterbetrieb einstellen könnte. Und gerade den wolle man erhalten, weil viele Vermieter und Hoteliers darauf angewiesen seien. Wasserverbrauch kein Argument gegen Beschneiung Über das Zusatzverbot bei der Beschneiung ist Dr. Christine Margraf, Regionalreferentin des Bundes Naturschutz in Bayern, froh. Sie befürchtet Auswirkungen auf das Grundwasser und eine »kriminelle« Entwicklung, weil dafür vielleicht sogar einmal Gentechnik eingesetzt werden könnte. Dass die Umweltschützerin von Beschneiungsanlagen allgemein nicht viel hält, wurde schnell klar. Dr. Margraf befürchtet negative Auswirkungen auf den Wasserhaushalt und auf die Fließgewässer. Eine Sorge, die Prof. Dr. Graßl allerdings nicht teilt. »Das Berchtesgadener Land und Oberstdorf sind die nassesten Gebiete in ganz Deutschland«, sagte Graßl. Und weil im Berchtesgadener Land nur punktuell beschneit werde, stehe ausreichend Wasser zur Verfügung. »So viel wie hier vom Himmel herunterkommt, können die gar nicht hochpumpen«, bekräftigte Dr. Hartmut Graßl. Einige wenige Gebiete haben mittlerweile den Rückwärtsgang eingelegt. Sie werben mit Ruhe und Beschaulichkeit, verzichten auf den Bau weiterer Lifte und Beschneiungsanlagen. »Es ist doch eine Illusion, wenn man meint, man müsse dem Gast den Winter mithilfe von Schneekanonen vorgaukeln«, sagte Dr. Christine Margraf. Sie hält Alternativangebote wie Winterwandern für wesentlich zielführender. Allerdings konnte die BN-Regionalreferentin auf Nachfrage von Moderator Christian Schneider von der »Süddeutschen Zeitung« kaum Orte nennen, die alternativen Wintertourismus über eine längere Zeit erfolgreich durchführten. Zu spüren bekommen den Klimawandel bereits die Bergsteiger. Gletscherspalten und abbröckelnde Berge stellen zunehmende Gefahren dar. »Wir werden unser Verhalten am Berg ändern müssen«, sagte Prof. Dr. Heinz Röhle, seit Oktober Vorsitzender des Deutschen Alpenvereins (DAV). Keinesfalls rechnet er allerdings damit, dass das Bergsteigen abnehmen wird: »Schließlich sucht man ja den Kick in den Bergen«. Gedanken wird man sich beim Deutschen Alpenverein aber über die Zukunft so mancher Berghütten machen müssen, deren Standfestigkeit unter dem Auftauen der Permafrostböden leiden könnte. Wo Gletscher und Firnfelder verschwinden, da könnte es auch zu Problemen mit der Wasserversorgung kommen. »Notfalls werden wir die eine oder andere bewirtschaftete Hütte zur Selbstversorgerhütte degradieren müssen«, sagte Röhle. Das Stiefkind Nationalpark Die preiswerten Angebote, die schöne Landschaft und das Brauchtum im Berchtesgadener Land sind für Bürgermeister Stefan Kurz die wichtigsten Merkmale, mit denen die Region werben sollte. Moderator Christian Schneider wollte auch von Prof. Dr. Hartmut Graßl wissen, was er ganz oben auf ein Werbeplakat schreiben würde. »Den Nationalpark natürlich«, sagte der Klimaexperte unter dem Applaus der Zuhörer. Graßl stellte fest, dass die Kluft zwischen der Bevölkerung und dem Nationalpark kleiner geworden ist, »eine Feuer-und-Flamme-Rede eines Bürgermeisters für den Park habe ich allerdings noch nicht gehört.« Die gab es am Samstag auch von Bürgermeister Kurz nicht. Doch immerhin räumte der ein, dass man mit dem Nationalpark künftig noch viel bessere Werbung betreiben müsse. Dass Klimawandel und Wintertourismus gerade im Berchtesgadener Land ein Thema sind, wurde in der anschließenden Diskussion mit dem Publikum deutlich. Während man am Götschen mit erneuter finanzieller Unterstützung der Gemeinde die Umgestaltung des Regionalzentrums Ski alpin in ein Snowboard-Zentrum plant, wünscht man sich am Jenner eine Beschneiung bis ins Tal. Beides stieß bei den Klimaexperten nicht auf Gefallen. Beim Götschen allerdings mehr aus strategischen Gründen. »Snowboard ist Lifestyle. Man sollte daran denken, dass die spezielle Kundschaft eventuell andere Touristen vertreibt«, sagte Prof. Hans Elsasser. Beide Investitionen würde auch Prof. Dr. Graßl wegen des zunehmenden Temperaturanstiegs nicht tätigen, obwohl die nicht selten auftretenden Inversionslagen der letzten Jahre gerade am Jenner oftmals eine Beschneiung im unteren Abschnitt zugelassen hätten. Graßl: »Familienfreundlichkeit, Wandern und Kultur zählen mehr als vorübergehend erzeugte Skipisten oder die Modewelle der Snowboarder«. Zumindest die öffentliche Hand darf nach Ansicht Graßls in derartige Projekte nicht mehr investieren. Immerhin konnte Prof. Dr. Hans Elsasser der zu erwartenden Klimaveränderung für das Berchtesgadener Land mit Schweizer Augenzwinkern auch etwas Positives abgewinnen: »Sie profitieren ja von der Klimaerwärmung, denn Ihre Saison verlängert sich«. Und Elsasser rückte die Dinge am Ende einer sachlich geführten Diskussion auch wieder ins richtige Verhältnis: »Wir sollten uns bewusst sein, dass wir hier über ein Luxusproblem diskutieren. Überlegen Sie einmal, wie die Bevölkerung in Bangladesh unter dem Klimawandel leidet«. Ulli Kastner
Quelle: www.chiemgau-online.de
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