Silberstreifen am Horizont?

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vhaemmerli
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Silberstreifen am Horizont?

Beitrag von vhaemmerli »

Silberstreifen am Horizont?
Piz-Nair-Aktionäre vertrauen auf den Verwaltungsrat
Die gegenwärtige Lage der AG Luftseilbahn Corviglia–Piz Nair ist bedenklich. Verbesserte, aber immer noch mässige Ertragszahlen, sehr hoher Abschreibungsbedarf und die Verzinsung des Fremdkapitals überstiegen im vergangenen Geschäftsjahr den Betriebsertrag massiv und die Gesellschaft muss einen Bilanzverlust von 0,305 Mio. Franken hinnehmen. Als Folge davon sah sich der vom St. Moritzer Bürgermeister Daniel Eichholzer angeführte Verwaltungsrat genötigt, schriftlich auf die Unsicherheit im Bezug auf die Fähigkeit zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit hinzuweisen.
Und auch das laufende Geschäftsjahr 2005/06 hat sich schlecht angelassen, wie der VR-Delegierte Padruot Cantieni gestern vor 58 Aktionären an der Jahresversammlung auf dem Piz Nair ausführte. Blieb der Dezember noch im (bescheidenen) Vorjahresrahmen, so bescherten anhaltende arktische Kälte und orkanartige Winde dem Unternehmen im Februar und März einen empfindlichen Frequenzrückgang: Bis Ende März sind es im Vergleich zum Vorjahr –11,2%. «Wir sind weit unter dem erhofften Ergebnis», stellte Cantieni vor den Aktionären fest.

Kein Kapitaleinschuss der Hauptaktionäre

Diese vertrauen aber offenbar nach wie vor fest auf den siebenköpfigen Verwaltungsrat. Jedenfalls gabs zu keinem Traktandenpunkt Nachfragen und erst recht nicht Opposition. Dabei hatte VR-Präsident Eichholzer nur vage angekündigt, wo denn ein Silberstreifen am Horizont herrühren könnte. Eichholzer verwies auf Möglichkeiten zur Senkung der Abschreibungsbelastung und auf die Perspektiven, die von den laufenden Kooperationsgesprächen zwischen den sieben Oberengadiner Bergbahnen eröffnet würden. «Die im Verwaltungsrat werden das schon richten», sagte einer der Aktionäre auf Anfrage und deutete an, dass im Notfall wohl auch auf die Hilfe der Grossaktionärsfamilien Niarchos und Guinness gehofft werden dürfe.
Eine Perspektive, die VR-Präsident Eichholzer nicht teilt und auch nicht schätzt. Die beiden Familien hätten sich beim Bau 1953 und bei der Kapitalaufstockung für den Neubau 2002 stark engagiert «aus Goodwill, nicht für ein Renditeobjekt». Er ist zuversichtlich, dass die Piz Nair AG den Ausweg nicht über einen Kapitaleinschuss findet, sondern allein bzw. mit anderer Unterstützung: «Jetzt sind die Leute vor Ort gefragt.»

Leistungsauftrag und -abgeltung

Wie er im Anschluss an die Versammlung auf Anfrage sagte, seien mehrere Massnahmen geplant. Zum einen soll die Abschreibungsfrist nicht mehr generell auf 15 Jahre festgesetzt, sondern je nach Anlagenteilen auf 20 und mehr Jahre ausgeweitet werden. Damit wäre der Abschreibungsbedarf zu senken. Dieser war im vergangenen Jahr von 0,2 auf 0,8 Mio. Franken hochgeschnellt. Weitere Entlastungen auf der Aufwandseite sollen die Synergien aus dem zur Debatte stehenden Schulterschluss aller sieben Oberengadiner Bergbahnen bringen. Eichholzer denkt unter anderem an Einsparungen im Versicherungsbereich, in der Administration und bei der Pistenpräparierung.
Zu einem Plus auf der Einnahmenseite soll ein Leistungsauftrag der Gemeinde St. Moritz mit der entsprechenden Abgeltung verhelfen. «Wir generieren ebenfalls Wertschöpfung für die St. Moritzer Bergbahnen», sagt Eichholzer. Ein Anliegen, das in St. Moritz offenbar anerkannt ist, vergütete die Gemeinde der Piz Nair AG für die Coop-Aktion im letzten Sommer doch 50 000 Franken. Rund 0,2 Mio. Verlust fährt die Piz-Nair-Bahn jeden Sommer ein – die Summe, die sich Eichholzer für seine Gesellschaft von der Gemeinde St. Moritz wünschen würde. Die Anfrage nach einem Leistungsauftrag sei jedenfalls gestellt, sagte er.
Mit günstigeren Abschreibungsbedingungen, Synergie-bedingten Einsparungen und der St. Moritzer Leistungsabgeltung wäre Eichholzer zuversichtlich, dass die Piz Nair AG kostendeckend arbeiten könnte.
Quelle: Engadiner Post Autor: Urs Dubs
Ort: 7500 St. Moritz
Datum: 04.04.2006
Rubriken: Diverses, Politik, Tourismus
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Saison 06/07: 32 Skitage

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