Diavolezza-Aktionäre billigen erste Ausbau-Etappe
Am 50-Jahr-Jubiläum Aufbruch zu neuen Ufern mit 17-Mio.-Projekt
Mit der Vereinigung der beiden Skigebiete Diavolezza und Lagalb will die Diavolezza-Bahn AG wieder mehr Gäste ins Gebiet am Berninapass locken. Die Aktionäre hiessen am Freitag den ersten Ausbauschritt für rund 17 Mio. Franken gut.
Mit der Vereinigung der beiden Skigebiete Diavolezza und Lagalb will die Diavolezza-Bahn AG wieder mehr Gäste ins Gebiet am Berninapass locken. Die Aktionäre hiessen am Freitag den ersten Ausbauschritt für rund 17 Mio. Franken gut.
Mit 1944:37 Aktienstimmen war das Votum der 202 am Freitag zur Jahresversammlung im Pontresiner Rondo erschienenen Diavolezzabahn-Aktionäre ein klares: Ja zur Aufsto-ckung des Aktienkapitals von zwei auf drei Mio. Franken und damit ein Ja zu den verwaltungsrätlichen Plänen für den Skigebietsausbau. Das dreistufige Investitionsvorhaben war den Aktionären bereits vor einem Jahr vorgestellt und seither konkretisiert worden. Es ist ausgelegt auf einen Zeitraum bis 2025 und sieht den Zusammenschluss der Skigebie-te Diavolezza und Lagalb, den Bau zweier neuer Sesselbahnen und den Ersatz der beiden Luftseilbahnen vor, bei dem die Lagalb-Talstation verlegt würde.
Grünes Licht für Skigebiets-Zusammenschluss
Das Aktionärs-Ja zur Kapitalaufstockung gibt der für die Jahre 2007/08 angesetzte Zusammenschluss-Etappe grünes Licht. Eine neue Sesselbahn auf der Alp Bondo soll von der Lagalb-Talstation aus das Skigebiet Diavolezza direkt zugänglich machen. Dort würden zwei neue Pis-ten zur Lagalb geführt. Damit verbunden ist der Ausbau der Beschneiungsanlagen u. a. mit einem Speichersee. Man stehe seit letztem Sommer im direkten Kontakt mit den Landschafts- und Umweltorganisationen und habe von ihnen bislang noch keine Einwände gehört, sagte VR-Präsident Christian Walther an einer Medienkonferenz vor der Aktionärsversammlung. Abgesehen von einem Korridor bei der Alp Bondo liege das beanspruchte Gebiet bereits jetzt in der Wintersportzone, so dass der regionale Richtplan nur partiell anzupassen sei.
Diavolezzabahn-Direktor Peter Dübendorfer hält die erste Etappe technisch «für keine grosse Sache». Fest stehe indessen, dass die weiteren Ausbauschritte abhängig sind vom Unternehmenserfolg und der Nachfrageentwicklung. Vom Unternehmenserfolg her ist die Bahn absolut gesund: Das Fremdkapital liegt bei rekordtiefen 18 Prozent der Bilanzsumme und der erwirtschaftete Cash-Flow ermöglicht eine grosszügige Abschreibungspolitik und die Dividendenausschüttung. Entsprechend liegt der Kurswert der 4000 Aktien beim Dreifachen ihres Nominalwerts von 500 Franken.
Sorge bereitet hingegen die Nachfrageentwicklung. Ihr Rückgang ist der Auslöser für die Projektpläne. Die frühe und lange Schneesicherheit als ehemalige Trümpfe sind durch die Schneeanlagen der Nachbarn überholt. Die Aussicht aufs Berninamassiv und die Abfahrt über den Morteratsch-gletscher wiegen die Inkommodität der Pendelbahnen und die Lücke zwischen den beiden Skigebieten nicht auf. «Dass nicht mehr nur jeder zweite Oberengadin-Gast einmal einen Abstecher ins Skigebiet am Berninapass macht, sondern jeder», wünschte sich Walther, wie er vor den Aktionären sagte.
Walther wie Dübendorfer sind überzeugt, dass die Region Oberengadin mit den Skigebieten Corviglia/Marguns, Furtschellas/Corvatsch und und der vereinigten Diavolezza/Lagalb international wieder mitziehen kann und der Rückstand namentlich gegenüber dem Tirol und dem Vorarlberg wettzumachen sei. Nötig sei dazu nicht die Preisgabe der Landschaft zugunsten von Skigebietserweiterungen, sondern bloss die technische Aufrüstung.
Sechs Mio. von der Gemeinde?
17 Mio. sind für die erste Etappe veranschlagt, davon 7,5 Mio. für die neue Bondo-Bahn, 4,8 Mio. für den Schneeanlagenausbau und den Speichersee und 3,5 Mio. für Pisten, Wege und einen Verbindungslift. Die AK-Aufstockung soll wegen des Agios (Mehrwert zwischen Nominal- und Kurswert) gegen drei Mio. bringen. Von den Banken sollen 7,5 Mio. kommen und sechs Mio. von der Gemeinde. Mit letzterer stehe man in Verhandlungen sagte Walther, der das finanzielle Engagement der Öffentlichen Hand an den Bergbahnen für deren immer wichtiger werdende «Service public»-Leistung für angezeigt hält. Ob die Unterstützung als nachrangig privilegiertes Darlehen einzuräumen sei oder als Bürgschaft, stehe noch nicht fest. Das Konzessionsgesuch soll im kommenden Sommer eingereicht werden, Baubeginn wäre im kommenden Jahr und die Eröffnung ist auf den 29. November 2008 angesetzt.
Immler für Walther
Die Aktionärsversammlung bil-dete den Auftakt zum 50-Jahr-Jubiläum der Gesellschaft, Zu den ersten Gratulanten gehörte der Bündner Wirtschaftsminister Hansjörg Trachsel. Trotz Jubiläum machte er nicht aufs Schönreden: Es sei eine Frage der Zeit, bis in Graubünden die erste Bergbahn geschlossen werde, sagte er. Trotzdem ermutigte er die Diavolezza-Bahn bei ihrem Vorhaben: «Die Rückgänge müssen aufgeholt werden, wir müssen zurück zu den Zahlen von 1990.»
Der scheidende VR-Präsident Christian Walther sieht die Gesellschaft «wie vor 50 Jahren vor grossen Herausforderungen und vor einem mutigen Schritt». Geführt werden soll dieser von einem verschlankten Verwaltungsrat. Neben Walther, der seit 30 Jahren dem Gremium angehörte, traten auch ex Gemeindepräsident Eugen Peter und der frühere Diavolezzabahn-Direktor Robert Bachmann aus dem neunköpfigen Vorstand zurück. Ersetzt wurde einzig Peter, an dessen Stelle neu Robert Turnes die Gemeinde Pontresina vertritt.
Das Mandat des VR-Präsidenten übertrug der sich selber konstituierende Verwaltungsrat dem Pontresiner Ulrich Immler, der seit 2000 dem Gremium angehört.
Die von eine Einlage des Kabarettisten Flurin Caviezel aufgelockerte Aktionärsversammlung ist der Anfang weiterer Jubiläums-Aktivitäten. Dazu zählt auch der für den 1. Oktober angesetzte «Aktionärstag» am Berg.
Quelle: Engadiner Post Autor: Urs Dubs
Ort: 7500 St. Moritz
Datum: 11.04.2006
Rubriken: Diverses, Tourismus
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Saison 06/07: 32 Skitage