Zillertalbahn am Rettenbachferner

Medienberichte rund um den Wintersport: Aktuelle TV-Tipps, Presseartikel, Unfallmeldungen und Diskussionen zu Nachrichten aus der Alpinwelt.
Antworten
Benutzeravatar
Dachstein
Mount Everest (8850m)
Beiträge: 9461
Registriert: 07.10.2005 - 19:49
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Salzburg
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 7 Mal

Zillertalbahn am Rettenbachferner

Beitrag von Dachstein »

Ein Spektakel im Spektakel verspricht der Auftritt des historischen Dampfrosses am Rettenbachferner zu werden. Dort wird nämlich heute das Science-Fiction-Schauspiel "Mars 2068" aufgeführt, 10.000 Besucher werden dazu erwartet.

Geheimes Gastspiel

Das Gastspiel der Ziller­talbahn (ZB) auf dem ewigen Eis des Rettenbachferners haben die Event-Macher bis zuletzt geheim gehalten. Man rechnet logischerweise mit einem Aha-Erlebnis, wenn da auf dem mittels Lichteffekten zum Marsboden umfunktionierten Gletschereis ein richtiger Dampfzug heranschnauft.

460 Laufmeter Gleis wurden für die galaktische Bahnfahrt verlegt. Das Verlegen der Gleise war übrigens kein Problem. Man konnte sich Schrauben oder Nägel ersparen, die Schwellen wurden auf dem Gletscher verlegt und sind am Untergrund angefroren.

Mit einem riesigen Tieflader ist die aus der Gründerzeit der Bahn stammende Lok II samt zwei Anhängern von Jenbach nach Sölden gekarrt worden. Und logischerweise stellen die Zillertaler Bahnbetreiber auch den Lokführer und Heizer. Josef Stöckl und Frank Vetterlein sind für die einmalige Gletscherfahrt ausersehen worden.

Dass man über so viel Gleismaterial verfügt, ist ein reiner Zufall. Die ÖBB haben vor zwei Jahren in Niederösterreich eine Bahnlinie aufgelassen, deren Schienenmaterial für die schmalspurige Zillertalbahn geeignet ist. Da deren Schienennetz ab Herbst auf einer Länge von rund sieben Kilometern zweispurig ausgebaut wird, hat man sich das Schienenmaterial aus Niederösterreich gesichert. Übrigens zum Nulltarif, nur der Abbau musste übernommen werden.

Werbeeffekt

Die Fahrt über den Rettenbachferner wird von den ZB-Chefs als äußerst werbewirksam eingestuft. Wobei es sich nicht um das erste Gastspiel der Bahn außerhalb des Ziller­tales handelt. Es gab schon Auftritte in Hamburg und anderen Städten, der (kleinere) Hobbyzug ist sogar schon durch die Wiener Stadthalle gedampft.
Quelle: http://www.tirol.com/chronik/unterland/35229/index.do

Wird sicher genial ausschauen, wenn eine Dampflok über den Gletscher fährt. Das nenne ich mal wieder einen Einfall à la Sölden :wink:

MFG Dachstein

Benutzeravatar
lanschi
Mount Everest (8850m)
Beiträge: 9691
Registriert: 04.02.2004 - 19:45
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Großraum Salzburg
Hat sich bedankt: 92 Mal
Danksagung erhalten: 300 Mal

Beitrag von lanschi »

Noch mehr zu Mars:2068 [ORF.at]
Am Freitag ist die Uraufführung in Sölden
Am Freitag wird auf dem Rettenbachferner in Sölden der Kampf zweier Medienkonzerne auf dem Mars inszeniert. Die Erwartungen seitens der Veranstalter sind derart groß, dass man sich mit Superlativen erschlägt.

Zwei Millionen Euro für einen Abend
Die Medienkonzern auf dem Mars wollen nur eines: Die ungeteilte Aufmerksamkeit der Erdbewohner, die kommerzielle Herrschaft in unseren Wohnzimmer.

Laser-Show, Satelliten, Seilbagger und rund 300 Beteiligte verschlingen für einen einzigen Abend zwei Mio. Euro.

Aufbau und Pflege der Marke Sölden
Werbe-Fachmann Thomas Pupp setzt auf die Breitenwirkung dieser Idee. Mit klassischer Werbung könne man nur schwer so viel Aufsehen generieren.

Pupp: "Man spricht zwar bereits davon dass die 'Eventitis' krankhafte Züge angenommen hat, man kann aber nachrechnen wie viel Fläche in den Medien dafür verwendet wurde und wie viel diese Fläche mit klassischen Werbeinseraten kosten würde. Diese zwei Mio. Euro sind als eine Investition in den Aufbau und in die Pflege der Marke Sölden zu sehen."

Der Veranstalter selbst nennt keine Gewinn-Verlust-Rechnung.

Gigantomanie, Werbe-Coup oder Geldvernichtung, ein Zuschauer-Rekord wird es schon auf Grund der abgelegenen Gletscherbühne keinen geben. Bezüglicher anderer Rekorde lassen wir uns überraschen.
Spektakel am Rettenbachgletscher
Am Rettenbachgletscher (Ötztal) werden derzeit die letzten Vorbereitungen für eine große Freiluft-Theateraufführung getroffen. "mars:2068" heißt das Stück und ist, wie die Inszenierung "Hannibal" letztes Jahr, ein Riesenspektakel.

Zwei Millionen Euro
300 Leute arbeiten seit Monaten an den Kulissen. Am Freitag, den 21. April ist es dann so weit. Um halb acht Uhr abends wird das Spektakel über die Bühne gehen.

Das Schauspiel kostet zwei Millionen Euro, Sponsor ist Red Bull-Erfinder Dietrich Mateschitz. Trotz der hohen Kosten gibt es nur eine Aufführung.

8.000 Zuseher erwartet
Sölden ist zwar zum Wochende hin nicht ausgebucht, allerdings wird eine eigene Chartermaschine zahlungskräftige Gäste aus Russland zum Spektakel auf den Gletscher bringen. Überhaupt lasse sich beobachten, dass das Gletscherschauspiel eine hochpreisige Klientel anzieht. Über Buchungen dürfen sich vor allem Vier- und Fünfsternhotels freuen. Am Freitag werden rund 8000 Zuseher aus dem Inn und Ausland in Sölden erwartet.

Wer dieser Tage in Sölden seinen Urlaub verbringt, dem bietet sich am Rettenbachgletscher ein utopisches Bild.

Auf Pistenbullies montierte Krane schleudern Tänzer im Duett durch die Lüfte, ein Teleskopkran, ausgefahren auf 50 Meter lässt Darsteller auf einem Motor reitend schweben, Pistenraupen und Bagger sind rund um die Uhr im Einsatz.

Know How der ESA
Mit "mars:2068" hat die europäische Weltraumbehörde (ESA) an einem Projekt angedockt, welches am 21. April 2006 visionär und mit künstlerischen Mitteln in jene Zukunft blicken lässt, welche die internationale Organisation in ihren namhaften Missionen im Weltraum wissenschaftlich erforscht.

"Wir wollen gerade der Jugend auf kreative Art die Faszination Raumfahrt näher bringen", so ESA Sprecher Bernhard von Weyhe zur eingegangen Kooperation. Die ESA gewährt somit dem künstlerischen Produktionsteam von "mars:2068" einen direkten Zugang zu ihrem fachspezifischen Know How.
Benutzeravatar
PB_300_Polar
Alpspitze (2628m)
Beiträge: 2779
Registriert: 11.11.2004 - 17:57
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Ort: Karlsruhe
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Beitrag von PB_300_Polar »

Know How der ESA
Mit "mars:2068" hat die europäische Weltraumbehörde (ESA) an einem Projekt angedockt, welches am 21. April 2006 visionär und mit künstlerischen Mitteln in jene Zukunft blicken lässt, welche die internationale Organisation in ihren namhaften Missionen im Weltraum wissenschaftlich erforscht.

"Wir wollen gerade der Jugend auf kreative Art die Faszination Raumfahrt näher bringen", so ESA Sprecher Bernhard von Weyhe zur eingegangen Kooperation. Die ESA gewährt somit dem künstlerischen Produktionsteam von "mars:2068" einen direkten Zugang zu ihrem fachspezifischen Know How.
das sagt dazu die ESA:
http://www.esa.int/esaCP/SEMAUZNFGLE_Germany_0.html
Der Schnee kommt.....
Seilbahnfreund
Nebelhorn (2224m)
Beiträge: 2299
Registriert: 20.07.2002 - 03:15
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Leingarten
Hat sich bedankt: 70 Mal
Danksagung erhalten: 167 Mal
Kontaktdaten:

Beitrag von Seilbahnfreund »

Hier die Kritik zur Aufführung von tirol.com:
Unspektakuläre Lepka-Inszenierung am Rettenbachferner

Das Science-Fiction-Schauspiel "Mars:2068" - medienwirksam und teuer am Sölder Gletscher inszeniert - funktionierte weder inhaltlich, noch formal.

Freitagabend, 20.15 Uhr, auf 2700 Meter Seehöhe: Am Rettenbachferner beginnt nach europaweiter medialer Vorankündigung das Schauspiel "Mars:2068".

Kein Besucheransturm

Die Vorabinformationen lassen Großes erhoffen: In wochenlanger Arbeit haben unter dem bereits für "Hannibal" verantwortlichen Regisseur Hubert Lepka 700 Mitarbeiter ein zwei Millionen Euro teures, einstündiges und nur einmal aufzuführendes Science-Fiction-Spektakel vorbereitet. Antike Tragödie und Zukunfts-Reality-Show sollen aufeinander treffen, Schauspiel auf Hightech-Inszenierung, Gletscherlandschaft auf geballten Technikeinsatz. Extrem- und Spitzensportler sollen einen zusätzlichen Anreiz zum "Schauspiel der Superlative" schaffen.

Trotzdem sind nur etwas mehr als die Hälfte der erwarteten 10.000 Besucher gekommen, Transport- und Veranstaltungslogistik arbeiten reibungslos, Stehplätze mit bester Sicht auf die futuristisch designte Bühne aus bunten Schneequadern sind heute keine Mangelware.

Die Handlung ist rasch erzählt und doch reichlich verwirrend: Mars-Reporter Paris erobert die Zuneigung Helens, die jedoch die Braut des erfolgsverwöhnten Medienagentur-Chefs Laos ist. Was folgt, ist ein medialer "offener Quotenkrieg im All".

Inhaltsfrei

Wortfetzen dringen aus den Lautsprechern, Zitate, Geräusche und Musik vermischen sich zu einem unverständlichen akustischen Rahmen, der als Kunst getarnt verschleiern soll, um was es am Rettenbachferner wirklich geht: inhaltsfreie, monumentale Effektanhäufung zu Marketingzwecken.

Sinnlos fährt eine Dampflokomotive von links nach rechts, Düsenjets und Kunstflieger lärmen über der Gletscherarena, Schauspieler agieren fast unsichtbar und ganz unverständlich. Ski-Doos, Speed-Skifahrer und umgebaute Pistenraupen machen die inhaltliche und formale Unordnung perfekt. Kein blinkendes Ufo, kein Kirmes-Techno, kein sinnloser Lastwagen am Hebekran kann daran etwas ändern.

Chaotisch Inszeniert

Die Stunde am Gletscher wird lange, die zunehmende Kälte interessanter als das auf der Bühne Gebotene: ein fades Stück, chaotisch inszeniert und zu Recht wenig bejubelt.

Von Klaus Erler
Gruß Thomas
Pistenbully-Fan
Großer Müggelberg (115m)
Beiträge: 435
Registriert: 13.11.2004 - 11:39
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Ort: Benningen Deutschland
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Beitrag von Pistenbully-Fan »

Und so eine Veranstaltung soll sich rechnen?
Pistenbully-Fan
Großer Müggelberg (115m)
Beiträge: 435
Registriert: 13.11.2004 - 11:39
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Ort: Benningen Deutschland
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Beitrag von Pistenbully-Fan »

Für alle, die es interessiert, hier könnt ihr euch noch einpaar Tage Filmausschnitte anschauen. Bullys kommen auch vor. :D
http://your.orf.at/tirolwebcam/bheute/p ... 2006-04-22
Benutzeravatar
tEns0r
Großer Müggelberg (115m)
Beiträge: 285
Registriert: 28.02.2006 - 17:23
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Ort: Hamburg
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Beitrag von tEns0r »

ich hätte es mir gerne angeschaut...
Benutzeravatar
k2k
Moderator a.D.
Beiträge: 7999
Registriert: 03.10.2002 - 01:01
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 72 Mal
Danksagung erhalten: 18 Mal

Beitrag von k2k »

inhaltsfreie, monumentale Effektanhäufung zu Marketingzwecken.
Wer hätte das gedacht :roll:
"Seilbahnen sind komplexe technische Systeme. Sie sind Werke innovativen vielschichtigen Schaffens und bilden ein spannungsvolles Zusammenspiel technischer und wirtschaftlicher, politischer, sozio-kultureller und landschaftlicher Faktoren." (Schweizerisches Bundesamt für Kultur)

Benutzeravatar
mic
Moderator a.D.
Beiträge: 9435
Registriert: 05.11.2002 - 11:40
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Ort: Nhl
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 2 Mal

Beitrag von mic »

...einigen Marketinghansels sollte man einfach das Handwerk legen.
Würden die für das Geld 200000 Söldencaps verschenkt, die dann in alle Welt getragen werden, da hättens viel mehr davon... :wink:
Benutzeravatar
snowflat
Moderator
Beiträge: 16035
Registriert: 12.10.2005 - 22:27
Skitage 25/26: 3
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 249 Mal
Danksagung erhalten: 3470 Mal
Kontaktdaten:

Beitrag von snowflat »

Und Feierabend:
Sölden bricht die Mars-Mission ab: Gewünschter Erfolg blieb aus

Söldens Ausflug auf den Mars war ein kurzer: Das Science-Fiction-Spektakel "Mars:2068" wird nicht mehr wiederholt.

Bild
Das Gletscherspektakel Hannibal wird heuer wieder aufgeführt.
Bild: APA/karthago TV


4500 zahlende Zuschauer brachte "Mars:2068" im letzten Jahr auf den Rettenbachferner. Zu wenig für die Verantwortlichen. TVB-Geschäftsführer Peter Marko bestätigt, dass das zwei Millionen Euro teure Science­fiction-Spektakel nicht den gewünschten Erfolg hatte: "Die Erwartungen sind nicht erfüllt worden, nicht vom Publikum und nicht von der Umsetzung."

Drei mögliche Lösungen wurden diskutiert. "Mars zu verbessern, ein neues Stück oder noch einmal Hannibal aufzuführen", schildert Marko. In der Besprechung habe es gute Ansätze für eine neue Version von Mars gegeben, "aber wir hatten die Sorge, dass wir nicht genug Leute auf den Gletscher kriegen".

Für ein neues Stück reicht die Zeit nicht mehr, also war die Lösung bald klar: Hannibal wird wieder über den Gletscher marschieren. Für Marko kein Beinbruch, im Gegenteil: "Egal, wo ich hinkomme, jeder redet vom Hannibal. Und an manchen Theatern werden Stücke jahrelang aufgeführt." An Hannibal verhaftet bleiben will man trotzdem nicht: "Jetzt haben wir genug Zeit, um parallel an einer neuen Geschichte zu basteln."
Quelle: TT
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!
Antworten

Zurück zu „Medienberichte“