Adelboden-Lenk (CH) / 24.-28.2.2006 / Karten ergänzt!

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Chasseral
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Adelboden-Lenk (CH) / 24.-28.2.2006 / Karten ergänzt!

Beitrag von Chasseral »

Adelboden-Lenk 24.2.-28.2.2006

Die terminlichen Zwänge innerhalb meiner Familie erlauben es leider nur selten, gemeinsam - also vierköpfig – Skiferien zu verbringen. So war ich in dieser Saison bis Mitte Februar bereits 3mal in den Skiferien, aber noch nicht mit meiner Frau. Bislang hatten nur 2mal meine Tochter und 1mal ein Forumler dieses zweifelhafte Vergnügen. Über die Fastnachtszeit ergab sich dann ein 4 1/2 tägiges Zeitfenster für Skiferien ohne Kinder. Wir haben uns für Adelboden-Lenk entschieden, da hier folgende Vorzüge zu vereinen sind: Sehr abwechslungsreiches Gelände für Pistenskilauf, sehr gute Infrastruktur mit modernen Anlagen und Beschneiung, vollkommenes Entfliehen vor dem Alltag und gute Erreichbarkeit vom Oberrhein aus. Das mit der Alltagsflucht geht allerdings nur bei einer gezielten Quartierwahl. Dazu später mehr. Freeride-Möglichkeiten mit Hochtouren-Feeling findet man hier nicht, aber da meine Frau gewalzte Pisten bevorzugt, schlägt das in diesem Fall nicht zu Buche.

Hier zunächst noch ein Hinweis: Die Panoramakarte ist am Ende des Einführungstextes zu finden. Die lässt sich in separatem Fenster öffnen und erleichtert die Orientierung.


Die Skiregion

Die Skiregion besteht aus einem „Kernskigebiet“ und 4 weiteren einzelnen Skibergen. Dieser Bericht befasst sich nur mit dem Kerngebiet. Dieses Kerngebiet wiederum umfasst die 5 Sektoren Silleren, Chuenisbärgli, Hahnenmoos, Bühlberg und Metsch, welche zu einem 100-Pistenkilometer-Areal verbunden sind. Diese 5 Sektoren wurden bis vor 3 Jahren von eigenständigen Liftgesellschaften betrieben. Fusionen haben dazu geführt, dass im Kerngebiet jetzt nur noch 2 Gesellschaften tätig sind, die inzwischen auch an einem Strang ziehen – sehr zum Vorteil der Gebietsentwicklung. Plakatives Beispiel dieser guten Zusammenarbeit ist die großzügig angelegte Beschneiungsanlage, welche zu einem gemeinsamen hydraulisch gekoppelten Gesamtsystem ausgebaut wurde. Das Kirchturmdenken scheint im Berner Oberland auf dem Rückzug zu sein. An dieser Stelle bietet sich nochmals ein Blick in die Vergangenheit an:


Historie

Bis 1989 bestand das Kerngebiet nur aus den Sektoren Hahnenmoos, Bühlberg und Metsch. Silleren war noch nicht erschlossen und das Chuenisbärgli war ein eigenständiger Skiberg wie dies auch Tschenten, Engstligen, Elsigen, Betelberg und Fleckli (der ist inzwischen LSAP) sind bzw. waren. Die Region war damit insbesondere um Adelboden herum gekennzeichnet von einzelnen Skibergen und das etwas größere Gebiet um den Hahnenmoospass war nur durch eine längere Anfahrt per Postauto zu erreichen. Dies war eine Besonderheit – manche würden es auch ein Manko nennen – von Adelboden im Vergleich zu den anderen renommierten Skiorten der Schweiz, zu denen Adelboden seit langem gehörte.

1989/90 kam dann die Erschließung des Silleren-Gebiets, welche Beachtung verdient und das Skigebiet aus Adelbodener Sicht radikal veränderte. Zum einen handelt es sich um eine der ganz wenigen Neuerschließungen in dieser Größenordnung in der Schweiz innerhalb der letzten 20 Jahre; immerhin wurden 1 EUB in 3 Abschnitten sowie 4 Schlepplifte gebaut. Zum anderen wurde damit das Chuenis an das Hauptskigebiet angeschlossen und der Busverkehr ins Skigebiet hatte ein Ende. Auf die verbliebenen Einzelgebiete hat diese „Aufrüstung“ der Kernregion gegenläufige Effekte: Einerseits ist die Gesamtregion attraktiver geworden und lockt insgesamt mehr Gäste an – davon profitieren auch die Einzelberge. Andererseits entzieht das Kerngebiet den Einzelbergen Publikum. Es ist schwer zu sagen, wie diese Effekte genau wirken. Das Fleckli wurde inzwischen aufgegeben, Elsigen hat Mitte der 90er noch mal erweitert (auch beachtlich), Tschenten und Engstligen bewegen sich zwischen Erfolgen, ernsthaften Problemen und Plänen hin und her. Der Betelberg ist quasi aussen vor und hat ein Stammpublikum, welches einigermassen unbeeinflusst vom Kerngebiet bleibt. Insgesamt aber wage ich die Feststellung, dass von dem professionellen Ausbau der Kernregion die Gesamtdestination profitiert hat. Die genannten und für die Schweiz eher untypischen Erweiterungen deuten darauf hin, dass die Genehmigungsverfahren für Anlagen in dieser Region sachlich und ohne allzu große Polemik und politische Diskussion durchgeführt werden. Die Zusammenarbeit aller Beteiligten ist hier konstruktiv und produktiv. Dies dokumentiert sich auch in den geradlinigen Verbesserungsplänen der Gegenwart und Zukunft.


Das Kernskigebiet heute

Das Kerngebiet erstreckt sich über 5 Vorgebirgs-Gipfel (Silleren, Höchsthorn, Lavey, Luegeli, Metschstand) und bietet damit eine starke landschaftliche Abwechslung und grosse Weitläufigkeit. Die wilden Flanken des Wildstrubelmassivs liegen zum Greifen nah, bleiben dennoch für die Liftanlagen unantastbar. Die Pisten liegen im Höhenbereich zwischen 1300 und 2200 Meter. Die Waldgrenze liegt meist bei 1600 Meter (Allgäu lässt grüssen), so dass der weitaus überwiegende Teil der Pisten über waldfreie Almwiesen führt - gut bei schönem Wetter, eher problematisch bei Nebel und Schneefall. Die guten Almwiesen haben weiterhin den positiven Effekt, dass es wenig Stein gibt und keine grossen Schneehöhen erforderlich sind. Eine Schneehöhe von 50 cm bietet hier oft schon perfekten Pistengenuss. Die umfangreiche Beschneiung tut ein Übriges.

Es gibt 4 Einstiegsmöglichkeiten in dieses Skigebiet, jeder Einstieg ist jedoch mit gewissen topografisch bedingten Nachteilen verbunden.
1. Silleren: Die Sillerenbahn (C7/C8') beginnt im Talboden bei Oey unterhalb Adelbodens und führt in 3 Abschnitten (2 betriebliche Sektionen) über fast 5 km bis auf den Sillerenbühl. Die ersten beiden Abschnitte sind sehr flach, der letzte kurz und steil. Infolge dessen ist die Talabfahrt im untersten Abschnitt nur ein Ziehweg, eine Walzenbreite breit oder schmäler, führt teilweise durch die Sohle einer Schlucht und erfordert an 2 Stellen anstossen. Landschaftlich ist diese Passage jedoch beeindruckend und durch die geschützte Lage ist sie ausgesprochen schneesischer - oft bis zum Saisonschluss. Vom Dorf Adelboden führt eine EGPB als Zubringer hinunter nach Oey.
2. Chuenisbärgli: Die neue KSB-4 Chuenisbärgli (C14) ist jetzt auch mit einem vernünftigen Parkplatz ausgestattet und fast im Talboden platziert, so dass sie für einen Ersteintritt in Frage kommt. Der Nachteil ist hier, dass man in einer der beiden Zwischenstationen in die Sillerenbahn einsteigen muss, um weiter zu kommen. Dies könnte in Stosszeiten zu Wartezeiten führen.
3. PB Metsch: Diese Pendelbahn (B1) befindet sich auf der Lenker Seite und erlaubt einen schnellen Einstieg in das Gebiet. Nachteil ist hier, dass es keine Talabfahrt gibt (Gelände zu steil und nicht schneesicher)
4. Bühlberg: Hier muss man mit dem PW oder dem Postauto ein schmales Bergsträsschen überwinden, um zur KSB (B5) zu kommen.

Genug der Nachteile – was ist der Lohn, in dieses Skigebiet einzusteigen? 4 Einstiege – 5 Skiberge – dies verspricht ein Höchstmass an Abwechslung! 17 Anlagen bedienen 100 km Skipisten in allen Steilheitsgraden und Himmelsrichtungen. 9 schwarz markierte Pisten garantieren Fahrspaß, die gleichmässig steilen Carvingpisten am Metschberg und Sillerenbühl sind grandios und auch lange Abfahrten sind möglich. Hier erlebt man ein munteres „Geschaukel“ von Berg zu Berg. Auch die Einkehrstationen sind einen Besuch wert und versprechen mehrtägige Abwechslung. Nicht zu finden sind hier Höhendifferenzen von mehr als 1000 Metern und lange Freeride-Routen. Das Skigebiet erstreckt sich nunmal mehr in die Fläche als in die Höhe. Aufpassen sollte man beim Wechsel der Sektoren. Dies ist fast in allen Fällen ohne Schieben möglich, aber nur wenn man die richtigen Verbindungen wählt. Hier sollte man im Zweifelsfall vorher nachfragen.

Ein grosses Plus dieses Gebiets ist die hervorragende und moderne Infrastruktur. Die Beschneiung ist wie bereits erwähnt sehr grossflächig und der Anlagenpark zählt zu den modernsten der Schweiz. Folgende Daten sollen dies demonstrieren (Stand ab Winter 2006/2007):
- Die 10 Hauptanlagen mit mehr als 1 km Länge sind allesamt Kabinenbahnen oder kuppelbare Sesselbahnen (1 PB, 2 EUB, 3 KSB-6, 3 KSB-4, 1 KSB-3).
- Von den 5 kürzeren Hauptanlagen (1 DSB, 4 BSL) werden nur 2 benötigt, um die Startpunkte aller Pisten zu erreichen (Höchsthorn, Guetfläck).
- Die 2 restlichen Anlagen sind Übungs-Schlepplifte, die EGPB in Adelboden ist eine reine Zubringeranlage.

Zusammengefasst: Man benötigt 12 Anlagen, um durch das komplette Gebiet zu kommen, davon sind die 10 längsten schnell und komfortabel (Bühlberg-KSB bereits inbegriffen). Auch in Adelboden-Lenk sind weitere Verbesserungen geplant. Hier ist man aber in der beneidenswerten Position, bereits auf einem modernen Anlagenbestand aufsetzen zu können. Das Thema eines Ersatzes von Anlagen der ersten Generation stellt sich überhaupt nicht mehr.
Ebenfalls schön sind die Liftöffnungszeiten, die bei einigen Anlagen von 8.30 bis 16.50 Uhr reichen.


Kurzbeschrieb der Sektoren

Silleren:
1 EUB-6, 1 KSB, 1DSB, 3SL; schöne Carvingpisten an der Aebi KSB-6 (C9); kupiertes Gelände mit vielen Pisten und wenig Betrieb am BSL Stand (C12); lange Talabfahrt, die unterhalb Aebi zum Ziehweg wird (55, 69); Pistentipp: Piste Vordersilleren (Stand-Bergläger - Nr. 56) mit schönen "Kamelbuckeln". Skigipfel: Sillerenbühl

Chuesnibärgli:
1 KSB, 1SL; durchweg anspruchsvolle schwarze und rote Pisten zwischen Höchsthorn und Boden auf Almgelände. Verbindung nach Silleren über Zwischenstation Eselsmoos oder über Ziehweg nach Bergläger (dort teilweise stossen). Pistetipp: Weltcuppiste (80) mit Start am Höchsthorn (84). Skigipfel: Höchsthorn

Hahnenmoos:
1 EUB-4, 2 KSB; kupierte Pisten am Luegeli; glatte, sonnige Pisten am Lavey; lange Übungspiste Hahnenmoos-Geils; zentral gelegen, Verbindung in alle anderen Sektoren; alles baumfrei. Pistentipp: Klusi (40) am Lavey mit sehr schönen und steilen "Kamelbuckeln". Skigipfel: Lavey und Luegeli

Metsch:
1 PB, 2 KSB, 1SL; Am Metschberg selbst unglaublich breite und gleichmässig ebene Pisten mit mittlerem Gefälle (25, 26); Am Guetfläck-SL (B4) immer bester Schnee bei wenig Betrieb (20); Die Nebenpisten (28, 30, 45) mit einigen kurzen sehr steilen Stücken. Landschaftlich besonders schön sind die langen Verbindungspisten nach Geils (44 und 45). Skigipfel: Metschstand

Bühlberg:
1 KSB, 1SL; nur blaue Pisten, lange Hauptpiste (35) sehr zu empfehlen bei Schlechtwetter, da dort einige Bäume stehen; die Piste ist zwar flach, aber gleichmässig breit und lädt geradezu zu Genusscarven ein.

Einkehrtipps: Hahnenmoosbar, Raviolihaus (Chüjer-Stube Geilsweide am Lavey), Beizli am Chuenisbärgli



Planung unseres Aufenthaltes

Ich habe Adelboden-Lenk jetzt zum dritten Mal besucht. Dabei habe ich jedes Mal mein Quartier im Berghotel Hahnenmoospass bezogen. Dies bringt mir zahlreiche Vorteile ein:
- Ich wohne mitten im Skigebiet und kann morgens auf die unverspurte Piste.
- Die Frage des richtigen Einstiegspunktes ins Skigebiet stellt sich mir gar nicht Ich bin sofort da wo ich hin will!
- Ich werde definitiv nicht mit Alltagsstress und Autoabgasen konfrontiert.
- ich kenne bereits einen Teil der Stammgäste und die Betreiberfamilie, was immer unterhaltsame Abende garantiert.
- Das Berghotel entspricht als schlichte Herberge mit gutem Essen (und Wein) sowie vernünftigen Preisen genau meinem Geschmack.
Seit vergangener Saison ist dem Hotel eine Schirmbar angegliedert, in der sich die Zeit zwischen Betriebsschluss der Lifte und Abendessen vergnüglich verbringen lässt. Das Berghotel liegt unmittelbar neben der Bergstation der Hahnenmoos-EUB (C1) in fast 2000 Meter Höhe. Da es direkt auf der Passhöhe liegt, kann man auf beide Seiten abfahren.
Die Lage fernab von Straßen erfordert jedoch eine gezielte Planung der Anreise.

Wir hatten zusätzlich zeitliche Restriktionen zu beachten. Wir konnten am 24.2. erst um die Mittagszeit wegfahren und damit war die übliche Anreise über Sillerenbahn (Parkieren in Oey) – Ziehweg nach Geils – Hahnenmoos-EUB zeitlich nicht mehr möglich. Eine Alternative wäre die Anreise über den Bühlberg gewesen, ist aber etwas weiter und war in der vergangenen Saison noch mit einer Schleppliftfahrt verbunden. So haben wir uns für den dritten Weg entschieden: Ich habe mir vorher eine polizeiliche Sonderbewilligung zum Befahren der Straße nach Geils besorgt. Dort startet direkt die Gondelbahn zum Hahnenmoospass mit Bergstation direkt neben dem Berghotel. Aber auch dabei ist einiges zu beachten. Bis Bergläger (2. Zwischenstation der Sillerenbahn) kann man mit der Sonderbewilligung ohne zeitliche Restriktion mit dem PW fahren. Ab Bergläger darf man aber direkt nur hinter einem Postauto herfahren, damit die Ausweiche auf halben Weg nach Geils klappt. Dies bedeutete für mich: Ich musste um 16.20 am Bergläger sein, um ab Geils mit der bis 16.50 in Betrieb befindlichen Gondelbahn nach oben zu kommen. Das nächste Postauto würde erst um 16.55 Uhr in Geils ankommen. Die Anreise hat in dieser Form geklappt, ich war um 16.10 Uhr am Bergläger und um 16.35 Uhr sassen wir in der Gondel hoch zum Pass. Hätten wir den Betriebsschluss der Gondelbahn verpasst, dann wäre dies auch kein Beinbruch gewesen. Man hätte uns dann mit dem Schneetöff in Geils abgeholt. Auf diese Art und Weise kam eine Stunde später noch ein Freund hoch zum Pass.

Oben angekommen sahen wir dank Nebels erstmal gar nichts, die Bise war wieder mal am Werk und führt hier regelmässig zu diesem Effekt. Ist aber nicht weiter schlimm, denn diese Wetterlage bringt immer auch Aufhellungen und am Anreisetag war ohnehin kein Skifahren mehr vorgesehen. Weiter geht’s dann im Bilderbericht. Zunächst mal ein paar Daten des Aufenthaltes.


Daten des Aufenthaltes

Schneehöhe und -qualität: 50 - 100 cm Pulver; nur auf den letzten Metern am Chuenisbärgli auch mal firnig

Wetter: Wechsel aus Sonne, Wolken, Nebel und leichtem Schneefall, Temperaturen -5 bis 0 Grad - also ideal, Witterung insgesamt in Ordnung

Geöffnete Liftanlagen: alle (BSL Höchsthorn am 25.2. wegen Seilreparatur geschlossen)

Geöffnete Pisten: alle ausser Berglipiste (37)

Am meisten gefahren: KSB-4 Luegeli (C3) und BSL (jetzt KSB-6) Bühlberg (B5)

Am wenigsten gefahren: BSL Höchsthorn (C15) - nur 1mal gefahren, etwas Pech wegen Seilreparatur und Nebel

Am meisten eingekehrt: Hahnenmoosbar und Raviolihaus

Gefallen:
- Pisten mit viel Abwechslung (Gelände, Trassierung, Weitläufigkeit)
- Gute Bedinungen
- Keine Wartezeiten durch perfekt dimensionierte Liftanlagen
- Viele Pisten im Verhältnis zu Liftanzahl und -kapazität, dadurch viel Platz auf der Piste
- 180-Grad-Einstiege an den KSBen (Bühlberg bekommt auch einen :-))
- Schöne, zentral gelegene Unterkunft
- Angenehme Atmosphäre und sehr freundliches Liftpersonal
- Gute Unterhaltung mit Stammgästen

Weniger gefallen:
- Permanenter Nebel am Höchsthorn
- Fehlen von unpräparierten Routen (eine kurzen Buckelpiste gibts oben am Luegeli), aber darauf war ich eingestellt


Pistenplan:

Durch Anklicken lässt er sich in höherer Auflösung in einem separaten Fenster öffnen. Dies ist zu empfehlen, dann sind auch die Pisten- und Liftnummern zu erkennen. Diese finden sich im Einführungstext und den Bildunterschriften wieder.

Bild
^^ Pistenplan


Ich kann diese Tour leider nicht komplett mit Bildern dokumentieren, da sich um die Mittagszeit des ersten Skitages meine Digitalkamera endgültig verabschiedet hat. Am dritten Skitag konnte ich mir dankenswerterweise nochmals eine Kamera ausleihen, um damit Fotos vom Gstaad-Abstecher zu machen. Bei der Abfahrt und der Rückkehr sind dabei auch noch einige Bilder von Adelboden-Lenk entstanden.

Nachdem wir Freitags bei der Anreise auf dem Hahnenmoos keine 50 Meter Sichtweite hatten, sah es Samstag morgen deutlich besser aus - wenn auch noch kein Kaiserwetter war.

Bild
^^ Blick aus der Hoteltür in Richtung Osten auf die Hahnenmoos-Gondel (C1) mit Lastbarelle. Der Skitag beginnt auf unverspurten Pisten. Links im Hintergrund der Sillerenbühl, dort werden bald die ersten Gäste aus dem Tal ankommen. Hier haben wir noch eine ganze Zeit "Ruhe".


Bild
^^ Wir holen die Ski aus der Garage und schnallen sofort an. Der Blick in Richtung Westen zeigt blauen Himmel - bei Bise kommt das vor, selbst wenn im Osten alles vernebelt ist.


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^^ Nochmal Blick in Richtung Westen (gegen die Lenk); das Wetter wird rasant besser.


Bild
^^ Wir kommen an der Talstation der KSB-6 Metschstand (B3) an - wir sind die ersten. Auch in der Lenk gibt es Talnebel wie man sieht.


Bild
^^ Die breiten, gleichmässigen Carvingteppische am Metschberg. Im Hintergrund die KSB-4 Milkabahn (B2).


Bild
^^ Wir nähern uns dem Talnebel am Metschberg.


Bild
^^ Trotz der unglückliche Sesselabbildung bringe ich dieses Bild aus der KSB-6 Metschstand (B3), da es sehr viel zu sehen gibt: In der Bildmitte das Gebäudeensemble am Hahnenmoospass bestehend aus (von rechts nach links) Berghotel, Bergstation Gondelbahn, Ferienlager, Framhüsi und Privathaus. Am unteren Bildrand der BSL Brenggen (B6) mit Tipi und grossem Funpark. Links oben die Bergstation der KSB-3 Lavey (C2). Von dort ist komplett die Piste über den Bergrücken zum Hahnenmoospass zu erkennen (49). Am linken Bildrand ist exakt mittig die Bühlberg-Bergstation (B5) zu erkennen.


Bild
^^ Blick vom Metschberg auf den Glacier de la Plaine Morte. Aus einer anderen Perspektive sind die Gletscherlifte von Crans-Montana zu erkennen. Diese habe ich jedoch leider nicht mehr ablichten können.


Bild
^^ Genusspiste am Guetfläck (B4 / 20). Trotz leichter Wellen wunderbar zum Carven und dank Schlepplift nie viel Betrieb. Man Beachte: Wir haben Samstag am Fastnachts-Wochenende!


Bild
^^ Bergstation KSB-4 Luegeli (C3) mit Piste und Buckelpiste. Der Ziehweg im Vordergrund führt zu den steilen Kamelbuckeln der Piste Klusi (40) und deshalb zu Recht schwarz markiert.


Bild
^^ Weiter unten auf der Klusi (40): Blick zurück auf die drei Kamelbuckel - für eine präparierte Piste sind dei ganz schön steil, vor allem der oberste.


Bild
^^ Blick auf den kompletten Lavey-Hang. Die KSB-3 Lavey (C2) ist bis zur Bergstation zu sehen. Die Piste Lavey schwarz (51) verläuft unmittelbar links der Liftanlage. In der unteren Bildhälfte zieht die EUB-4 Geils-Hahnenmoospass (C1) nahezu horizontal durchs Bild. Ganz unten rechts in der Ecke ist die KSB-4 Luegeli (C3) zu sehen. Die Piste Nr. 49 Lavey-Hahnenmoos verläuft exakt entlang des sichtbaren Horizontes in der linken Bildhälfte.


Bild
^^ Die Habegger-EUB-4 zum Hahnenmoospass (C1) auf voller Länge von etwa 1700 Meter.


Bild
^^ Nochmal diese Bahn (C1), geknipst aus der KSB-3 Lavey (C2). Die zugehörige Piste (48') befindet sich überwiegend rechts ausserhalb des Bildes.


Bild
^^ Die KSB-3 Lavey (C2). Mit 2160 P/h, Singlespur und 180-Grad-Einstieg eine der leistigsfähigsten Bahnen, die ich kenne. Sie schaufelt effektiv mehr als 2000 P/h nach oben. Das gelingt den meisten KSB-6 nicht. Aber sie muss auch so sein, denn sie ist sowohl Beschäftigungsanlage als auch Verbindungsbahn in beide Richtungen. Die Bahntechnik ist 20 Jahre alt, die Stützen annähernd 40 Jahre. Hier steht in absehbarer Zeit Ersatz an. Dann wird es auch Haubensessel geben. Auch wenn ich die nur selten für nötig halte - hier sind sie angebracht. Die Bahn verläuft auf ihren kompletten 1700 Metern Länge auf einem offenen Hangrücken und da ziehts manchmal barbarisch.


Bild
^^ Hier ist links der Lavey Bahn das empfehlenswerte Ravioli-Haus (Chüjer-Stube Geilsweide) zu sehen. Rechts im Bild Talstationsgebäude des ersten Lavey-Liftes - ein Poma-Lift, der erst hier begonnen hat.


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^^ Blick von der Lavey-Bergstation auf die exponierte Piste Nr. 49 in Richtung Hahnenmoospass.


Bild
^^ So sieht der Lavey-Hang von oben aus.


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^^ Im Osten ist das Wetter weiterhin schlechter als im Westen. Der Talnebel steigt langsam höher. Unterhalb der Bildmitte sieht man den Sillerenbühl mit der Sandige-Boden-Piste (63). Ganz rechts ist die Bergstation des BSL Stand (C12). Dorthin führt die Piste Nr. 55.


Bild
^^ Eine der kürzesten Sesselbahnen, die es auf diesem Planeten gibt (C6), bringt uns von Rehärti in Richtung Chuenisbärgli. Eines der wenigen Bilder, auf denen ich auch mal zu sehen bin. :-)


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^^ Leicht vernebelt: Die Weltcuppiste (80) am Chuenisbärgli mit der nagelneuen KSB-4 (C14).


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^^ Blick von der Weltcuppiste auf das neblige Dorf Adelboden.


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^^ Eine der excellenten Carvingpisten zwischen Sillerenbühl und Aebi (66). Komischerweise bin ich hier aber eher selten anzutreffen. Ich fahre meistens dort wo weniger los ist und das hier ist der Haupthang im ganzen Gebiet.


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^^ Die Schirmbar in Orange am Sillerenbühl. Jetzt deutet sich massiv eine Wetterverschlechterung an.


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^^ Das letzte Bild, das ich meiner alten Nikon entlocken konnte, aufgenommen am Sillerenbühl: Im Vordergrund der TSL Tanzboden (C11). Links oberhalb der Bildmitte die Bergstation Lavey. Direkt darunter die Bergstation des BSL Stand (C12); dieser zieht diagonal durch die Bildmitte nach rechts unten und wird rechts der Bildmitte von der schwarzen Piste Augschummi (57) gekreuzt. Diese läuft exakt vertikal von oben nach unten durchs Bild - knapp rechts der Bildmitte.

Jetzt war die Kamera futsch und das Wetter wurde immer schlechter. Ab 15.30 uhr und pünktlich zur Einkehr ins Ravioli-Haus begannt es zu schneien. Am Folgetag (Sonntag) genau das gleiche Spiel: Vormittags schön, dann Wetterverschlechterung und ab 15.00 Uhr Schneefall.


Bild
^^ Von diesem Sonntag habe ich nur ein einziges Bild - aufgenommen von einem Freund. Es zeigt den wieder einmal leeren und fantastischen Guetfläck-Hang (B4/20).


Am Montag war ein Abstecher nach Gstaad angesagt (Anschluss-Tageskarte erhältlich). Ich konnte mir eine Kamera ausleihen, aber morgens war alles in Frage gestellt. Die Bise blies heftig über den Pass und trotz dem stürmischen Wind war es brutal neblig. Aus dem Hotelfenster konnte man kaum die 20 Meter entfernte Schirmbar erkennen. Das war um 7.00 Uhr so und auch um 8.45 gab es keine Veränderung. Die Bahn stand auch noch still. Im Hotel regte sich wenig, kein Mensch hatte Lust aufs Skifahren bei diesen Bedingungen. Ich stellte eine gewagte Überlegung an, die sich bald als richtig herausstellen sollte. Dem Unverständnis der anderen Gäste zum Trotz standen wir um 8.50 Uhr bei dichtestem Nebel auf unseren Skiern. Was ich mir überlegt hatte: Der Wind drückt den Nebel von Osten gegen den Pass auf der Westseite musste sich durch den Düseneffekt ein lokaler Hochfdruck einstellen und den Nebel auflösen. Wir sollten also wie geplant in Richtung der Lenk abfahren. 100%ig sicher war ich mir nicht, aber ich sollte Recht behalten. Bereits an der Brenggen-Talstation (B6) hatten wir mehr als 100 Meter Sichtweite und an der Milka-Bahn schien die Sonne - aber auch nur da! Direkt über der Milka-Bahn hatte sich ein Wolkenloch mit Sonnenschein gebildet, das trotz dem heftigen Wind an Ort und Stelle blieb. Der Wind war so heftig, dass die Milka-Bahn nur langsam fuhr und immer wieder anhalten musste. Wir fuhren 3mal auf der leeren Piste bis die PB (B1) viele Leute nach oben brachte und wir mit dem Ziel Gstaadt nach unten fuhren. Hier die Fotos:


Bild
^^ Über der Milkabahn kommt blauer Himmel und der Wildstrubel ztaucht kurz auf. Man kann an Wolken und Schneeflocken das kapriolenhafte Wetter erahnen.


Bild
^^ Sie fährt langsam aber sie fährt - die Milkabahn (B2) meine ich - nicht meine Frau; letztere fährt auch, aber eher schnell - zumindest auf einer so excellenten Piste. Wie oben geschrieben - diesen blauen Himmel gabs an diesem Morgen nur hier!


Der Gstaad-Abstecher selbst ist hier dokumentiert. Zu erwähnen ist noch, dass der Kabinenführer der PB Metsch (B1) extra für unsere Talfahrt eine Sonderfahrt eingelegt hat, damit wir unten um 9.38 Uhr unseren Bus zum Bahnhof bekommen. Die Hilfsbereitschaft der Leute hier ist wirklich bemerkenswert!


Zurück von Gstaad kamen wir am späten Nachmittag über den Bühlberg - per Postauto.

Bild
^^ Von der Bergstation des Bühlberg-Liftes (B5) bietet sich dieses Bild des Hahnenmoos-Ensembles: Links ein Privathaus, rechts daneben Framhüsi, Ferienlager und Berghotel. Die Gondelbahn-Bergstation erkennt man nur, wenn man weiss wo. Am rechten Bildrand ist die Bergstation des Brenggen-Lifts (B6) zu erkennen. Wie man sieht, haben wir jetzt richtiges Kaiserwetter. Pünktlich zum Betriebsschluss um 17.00 Uhr sollte ews dann wieder zumachen und schneien. Mit sowas kann man leben. :-)


Bild
^^ Der 180-Grad-Einstieg (Hier Metschstand (B3)) bringt es mit sich, dass man nicht immer in der gewünschten Zusammensetzung auf dem Sessel landet. Dafür werden aber alle Plätze besetzt, was der kapazität zugute kommt. Die Sessel fahren im Einstiegsbereich aber nur 0,35 m/s, was zu sehr engen Sesselabständen führt.


Bild
^^ in der KSB-6 Metschstand (B3)


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^^ Blick auf Brenggenlift (B6), Hahnenmoos und Lavey


Bild
^^ Und nochmal in die KSB-4 Luegeli; die verläuft erst recht flach und zieht dann steil nach oben. Da oben ist aber nicht die Bergstation sondern erst mal eine Kuppe, hinter der es weiter geht. Vorn die Piste Chummi (42).


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^^ Hinter der genannten Kuppe geht die Bahn wieder erst flach und dann steil, diesmal aber bis zur Bergstation wie man sieht.


Bild
^^ Blick zurück


Der Dienstag war durchwachsen. Ein früher, aber gelungener Saisonabschluss!
Zuletzt geändert von Chasseral am 10.11.2006 - 22:15, insgesamt 8-mal geändert.
Winter 2012/13: 22 Skitage
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Michael Meier
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Beitrag von Michael Meier »

Wow der neue Pistenplan schaut toll aus!

Meine absolute Lieblingsbahn in diesem gebiet die 4KSB Luegi. Erschliesst auch weitaus die abwechslungsreichsten Pisten. Ich mag solche Hänge.
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F. Feser
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Beitrag von F. Feser »

wie du oben schon geschrieben hast: ein "Kernkompetenz" Bericht.

Vielen Vielen Dank für den Bericht aus Adelboden. Da wird man richtig neidisch und freut sich auf den Winter.

Für mich zählt dieser Beitrag zu den Top 10 Berichten diesen Winter.
Die Historie schön dargestellt, alles ausführlich erklärt, das können nur wenige hier im Forum!

Vielen Dank Oliver!
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Beitrag von Hägar »

Von mir auch wieder mal meinen Senf.

Absolut toller Bericht.

Die Hintergrundinfos gefallen mir gut.
Vermutlich steckt ja hinter jedem kleinen und grossen Gebiet
eine mehr oder weniger spannende Geschichte.

Wie lange hast du dich da hingesetzt und geschrieben.
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k2k
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Beitrag von k2k »

So, endlich auch mal Zeit zum Lesen gehabt. Interessante Gegend, die Schweiz hat sicher ihre Vorzüge. Einer sind die Berghotels, in deren Genuss ich auch schon ab und zu gekommen bin, im Sommer meist aber auch im Winter.

Nur eine Frage, du schreibst von 180°-Einstieg - meinst du 90°-Einstieg oder steigt man da wirklich in Talrichtung ein?
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Beitrag von TPD »

^^
Ja, das hast Du richtig verstanden. Diese Lifte verfügen über einen 180° Einstieg.
https://www.skichablais.net, seit 20 Jahren über Bergbahnen der Region Chablais und Umgebung.
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Chasseral
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Beitrag von Chasseral »

Hägar hat geschrieben:Von mir auch wieder mal meinen Senf.
Absolut toller Bericht.
Die Hintergrundinfos gefallen mir gut.
Vermutlich steckt ja hinter jedem kleinen und grossen Gebiet
eine mehr oder weniger spannende Geschichte.
Wie lange hast du dich da hingesetzt und geschrieben.
Schön, mal wieder was von dir zu lesen! Summa summarum dürfte ich etwa 5 Stunden mit Schreiben und Bilder Bearbeiten zugebracht haben. Spannende Geschichten gibts da noch viele - wenn ich nur an die Geldsammelaktion zur Rettung des Chuenisbärgli denke oder an die Fast-Pleite des Metschgebietes, aber beides definitiv Schnee von gestern. Über die Gesmtregion könnte man seitenweise interessante Dinge schreiben, aber man sollte den Bericht halbwegs übersichtlich gestalten. Falls Fragen kommen, kann man dann nochmal ausführlicher antworten.
k2k hat geschrieben:So, endlich auch mal Zeit zum Lesen gehabt. Interessante Gegend, die Schweiz hat sicher ihre Vorzüge. Einer sind die Berghotels, in deren Genuss ich auch schon ab und zu gekommen bin, im Sommer meist aber auch im Winter.

Nur eine Frage, du schreibst von 180°-Einstieg - meinst du 90°-Einstieg oder steigt man da wirklich in Talrichtung ein?
Ja, es wird in Talrichtung eingestiegen und es gibt keine Einlassschranken. Du hast immer 3 Sessel gleichzeitig, bei denen du aufsitzen kannst. Die Sessel fahren in den Stationen auch nur mit 0,35 m/s. Dadurch kann jeder Platz besetzt werden; eine Singelspur sorgt zusätzlich für diesen Effekt. Die theoretische Kapazität ist dabei - bedingt durch die geometrischen Besonderheiten - lilitiert auf:
2.400 P/h für KSB-6 (sonst 3.600)
2.200 P/h für KSB-4 (sonst 2.880)
2.160 P/h für KSB-3 (sonst ebenfalls 2.160 - also keine Einschränkung)

Der gute Befüllungsgrad der Sessel wiegt diesen theoretischen Nachteil allerdings mehr als auf. Auch kommt es praktisch zu keinen Stillständen, die andernorts durch doppeltes Passieren der Einlassschranken verursacht werden. Adelboden-Lenk kann mit diesen Anlagen extrem hohe Tages-Beförderungszahlen nachweisen, die dieses System als sinnvoll bestätigen.

Als Fahrgast umfährt man dann den kompletten Stationsbogen von 180 Grad.

Mir sind folgende Anlagen mit 180-Grad-Einstieg bekannt:
- KSB-3 Lavey
- KSB-6 Aebi-Sillerenbühl
- KSB-6 Metschstand
- KSB-4 Tschenten (ergänzt)
- neue KSB-6 Bühlberg
- KSB-4 Parwengsattel in St. Stephan
Interessant, dass es diese Technik wohl nur in Adelboden und im Simmental gibt. Detailfotos eines solchen Einstiegs bringe ich dieser Tage.

@Berggasthäuser in der Schweiz: Damit habe ich einige und ausschliesslich positive Erfahrung. Dieser Tage werde ich noch Bilder von denbeiden erwähnten und nicht gezeigten Einkehrstationen bringen. Ich habe sie nicht hier auf dem Rechner.
Zuletzt geändert von Chasseral am 10.05.2006 - 18:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Hägar »

180 Grad Einstieg ist sicher noch am Tschenten. Hier werden auch Fussgänger befördert (tolle Schlittelstrecke).

Ist aus einer Not eraus beim alten Habegger auf den Lavey entstanden. In den Vorschriften gab es so etwas lange gar nicht. Beim Umbau Lavey ging es aber gar nicht anders. Gab dann aus der Not das OK zu so einem Einstieg. 6er Aebi gab dann wieder zu reden. War dann als Versuch und mit Auflagen auf eine gewisse Zeit genehmigt worden. Dies ist auch der Grund, warum das KDO - Holzchalet etwas zu weit Hangwärts steht. Im Notfall hätte dann auf einen 90 Grad - Einstieg hinter dem KDO - Raum umgebaut werden müssen. Seit Aebi ist der Einstieg nun vermutlich devinitiv "Salonfähig"

Adelboden - Lenk hat übrigens nach wie vor die Frequenzverrechnung.
Und so ist jede Gesellschaft darauf aus, am Abend möglichst gute Zahlen zu schreiben. Diese Verrechnungsart hat auch etwas positives auf die Öffnungszeiten.
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Beitrag von Chasseral »

Hägar hat geschrieben:180 Grad Einstieg ist sicher noch am Tschenten. Hier werden auch Fussgänger befördert (tolle Schlittelstrecke).
Jup! Hatte ich vergessen! Aber ist ja auch Adelboden.

Hier habe ich noch Bilder der weiteren genannten Einkehrstationen (zusätzlich zu Raviolihaus) sowie ein Bild vom 180°-Einstieg an der Metschstand-Bahn. Alle diese Bilder stammen aber nicht von diesem Aufenthalt, um den es in diesem Bericht geht.

Bild
^^ Berghotel Hahnenmoospass (Herbstbild)


Bild
^^ Hahnenmoosbar (auch Herbst)


Bild
^^ Beizli am Chuenisbärgli


Bild
^^ 180°-Einstieg
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Beitrag von k2k »

Sehr interessant, Danke für die Erläuterungen und das Bild. Der Sesselabstand in den Stationen scheint sehr eng, ist es nicht problematisch z.B. beim hintersten Sessel in der Reihe nach ganz rechts durch zu rücken?

Ansonsten kann ich mir sehr gut vorstellen daß das Prinzip Vorteile bringt was die Auslastung angeht. Bei manchen EUBs ist der Abstand der Kabinen in den Stationen ja ähnlich klein, da kann man dann gut mal noch schnell nen einzelnen Platz auffüllen bevor die Gondel den Einstiegsbereich verlässt. Das dürfte hier ähnlich funktionieren.
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Beitrag von Chasseral »

k2k hat geschrieben:Der Sesselabstand in den Stationen scheint sehr eng, ist es nicht problematisch z.B. beim hintersten Sessel in der Reihe nach ganz rechts durch zu rücken?...
Ja, es geht gerade noch so ohne Probleme vom Abstand her; weniger Abstand oder mehr Geschwindigkeit im Einstiegsbereich wäre problematisch. Deshalb geht halt auch nicht mehr als 2400 P/h. Dies ist aber wie gesagt eine ganze Menge wenn alle Plätze gefüllt werden.
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Beitrag von Jojo »

Super interessanter Bericht!
Kann mich dem Admin nur anschließen!
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Der vorangegangene Beitrag kann Spuren von Ironie, Zynismus und Sarkasmus enthalten. Sollten sie mit einer dieser Substanzen
in Konflikt geraten oder einfach nicht in der Lage sein, diese zu erkennen, so konsultieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
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Beitrag von Emilius3557 »

Bin auch erst jetzt zum Lesen gekommen und ebenfalls begeistert! Bei Schweizer Skigebieten unterlag ich bis vor kurzem leider einer Art beschränkten Wahrnehmung und habe irgendwie immer nur auf Wallis (Zermatt, 4Vallées) und Samnaun geschaut. Die Klassiker wie "Weißes Hochland" (benutzen sie diese Brand noch?) oder Adelboden-Lenk habe ich irgendwie immer ausgeklammert, dabei besitzen sie ähnlich Kitzbühel perfektes Alm-Skigelände in schneesicheren Staulagen. Diesen Sommer komme ich sicher mehrmals nach Lenk, deshalb besonders interessant.
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Beitrag von miki »

Auch ich lese in der schneefreien Zeit die Berichte mit etwas Verspätung, so habe ich mir erst heute Zeit genommen und deinen Bericht richtig studiert (die Tatsache das der Pistenplan im separaten Fenster öffnet, macht die Orientation wesentlich leichter). Ich kann mich nur meinen Vorrednern anschliessen: das nennt sich Bericht :zustimm: ! Ein kurzer Einblick in die Geschichte des Skigebietes, Erklärungen bei den Bildern - ja, nachdem ich dienen Bericht studiert habe würde ich mir trauen ohne einen Pistenplan in der Tasche in dieses Skigebiet zu fahren.

Ansonsten schreibe ich nochmals das selbe wie bereits bei Mad Banana's bericht im Winter: mir sieht es nach idealem Skigebiet nach meinen Vorstellungen aus :D .

@Chasseral:
Die umfangreiche Beschneiung tut ein Übriges.
Könntest du bitte dazu etwas mehr schreiben - welche Bereiche werden beschneit (natürlich brauchst du nicht jede einzelne Piste zu nennen :wink: ).
Aufpassen sollte man beim Wechsel der Sektoren. Dies ist fast in allen Fällen ohne Schieben möglich, aber nur wenn man die richtigen Verbindungen wählt. Hier sollte man im Zweifelsfall vorher nachfragen.
Ich frage nach: Welche Pisten empfiehlst du?

Nimm dir ruhig Zeit mit den Antworten, ich habe Zeit. Wie du siehst, studiere ich das Gebiet ganz ernsthaft als ein potentielles Urlaubsziel ... das ist mich überhaupt mit einem Skigebiet in der Schweiz ernsthaft befasse ist bei mir schon ein Riesenfortschritt. Und daran sind unter anderem auch dein Bericht sowie der von Mad Banana 'schuldig' :wink: !
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Beitrag von Michael Meier »

Absolut nicht zu Empfehlen sind die Pisten
-45 (lieber via Lavey Aebi)
-61 (lieber via Silleren Aebi)
-60 (lieber über 52)
-33
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Beitrag von Chasseral »

Michael Meier hat geschrieben:Absolut nicht zu Empfehlen sind die Pisten
-45 (lieber via Lavey Aebi)
-61 (lieber via Silleren Aebi)
-60 (lieber über 52)
-33
^^ 45 ist gute Piste, 61 kenne ich jetzt auf Anhieb nicht.
Ich bin sicher, dass Michael Meier nicht 45 und 61 meint, sondern 46 und 62.
60 ist zwar reiner Ziehweg, geht aber komplett ohne stossen. 33 ist nur Ziehweg und bei stumpfem Schnee muss man stossen.

Ist jetzt nur kurze Antwort, aber keine Angst: Über das Auffahrts-Wochenende werde ich zu dieser Thematik ausführlich Stellung nehmen. Auch die von Miki angesprochene Beschneiung werde ich Beschreiben - ebenso den Wechsel in die "abgehängten" Einzelgebiete.

@Marius: Diesen Sommer wirds in der Lenk interessant, wegen dem KSB-Bau am Bühlberg. Ich komme im Herbst vielleicht auch mal hoch.

Also alles Weitere demnächst an dieser Stelle.
Zuletzt geändert von Chasseral am 25.05.2006 - 11:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Michael Meier »

45 ist von Geils nach Bärgläger direkt an der Strasse nach auf der der Bus fährt. Am anfanf muss man da sogar noch ein Stück hochlaufen. Nachher ist es mehr oder weniger eine Berg und Talfahrt. Der letzte Abschnitt ist einigermassen fahrbar. Besser man fährt mit dem Lavey über Stand Aebi zum Eselmoos.
61 vom Bärgläger zum Rehärti. Die 6EUB geht ja vom Eselmoos bis zum Bärgläger wieder runter. Dementsprechend flach ist die Piste. Geht dem Bach entlang über eine Hängebrücke und Endet am 2er Sessellift Eselmoos da wo sich die Talabfahrt vom Aebi trifft. Besser ist es hier, man nimmt vom Bärgläger die 6EUB richtung Silleren und fährt über Aebi zum Eselmoos 2er Sessellift. Oder direkt mit der 6EUB vom Bärgläger zurück zum Eselmoos.
60 ist einfach eine Strasse am Hang entlang. Wenn es viele besucher hat wimmelt es da von Snowboardenden Pistenblockaden. Lieber man nimmt den Skilift stand und gelang von da auf die schwarze Lavey Piste.
33 geht von unterhalb BSL Brenggen zur Talstation Bühlberg. Besser quert man lieber schon oben am Hahnenmosspass zum Bühlberg rüber.
Ah ja vom Aebi Richtung Rehärti die rechte Piste nehmen die ist deutlich abschüssiger. Es sei denn man will über Gilbach
Ansonsten vom Chuonisch zum Eselmoos möglichst weit oben nach links abbiegen. Ist man da zu spät muss man schieben.

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Beitrag von Chasseral »

Michael Meier hat geschrieben:45 ist von Geils nach Bärgläger direkt an der Strasse nach auf der der Bus fährt.
^^ Nein, das ist die 46! Die 45 ist Guetfläck-Luegeli!
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Beitrag von Michael Meier »

Gut dann so. Kann man auf dem Plan aber nicht recht entziffern. Die Piste 46 ist aber wirklich nix!
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miki
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Beitrag von miki »

^^Vielen Dank erst einmal beiden für eure Tips ... freue mich schon auf die Fortsetzung :P !
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Beitrag von Xtream »

ist eigentlich mal geplant "lenk" direkt an das skigebiet anzubinden ???? also ich meine jetzt direkt aus dem ort und warum gibts denn da keine talabfahrt????
Michael Meier
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Beitrag von Michael Meier »

Fährt ein Bus hoch. Lenk Bahnhof-Bühlberg und zurück. Für alles andere ist die Metschbahn. Da hat es auch genügend Parkplätze. 80er Pendelbahn knapp 1km lang ohne Stützen. 10m/s geht ganz Flott.
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Beitrag von Chasseral »

So! Jetzt geht's weiter!!

Um einen Grossteil eurer Fragen zu beantworten habe ich 2 Themenkarten erstellt und auf den Server gelegt.

Dies sind die Themenkarte Beschneiung sowie die Themenkarte Verbindungen.

Beide Karten haben etwa 1600 Pixel Breite und eine Grösse von 1 MB. Damit kann man jetzt vermutlich auch die Pistennummern lesen. Ich empfehle euch, die Karten herunterzuladen und vielleicht sogar auszudrucken. Dann kann man am besten mit meiner folgenden Beschreibung vergleichen.

Zur Beschneiung:

Die Themenkarte Beschneiung zeigt die beschneiten Pisten und beschneibaren Flächen in dezenter gelber Farbe hinterlegt. Ich hoffe, man kann es eindeutig erkennen. Mit einem grünen Haken sind alle Pisten versehen, die nicht beschneit sind, aber aufgrund ihrer Lage und Bodenbeschaffenheit als schneesicher gelten. Diese Schneesicherheit ist grösstenteils der Grund, warum diese (noch) nicht beschneit sind, Beschneit sind im Grossen und Ganzen alle Hauptpisten und die Verbindungen. Zusammen mit den schneesicheren Pisten ist damit über die gessamte Saison Vollbetrieb gewährleistet. Zeitweilige Pistensperrungen betreffen im Wesentlichen die wenigen weder beschneiten noch grün angehakten Pisten.

Die Bergbahngesellschaften arbeiten auf eine Vollbeschneiung hin, aber aufgrund der dargestellten soliden Ausgangsbasis, bedarf es inzwischen keiner zeitkritischen Ausbaumassnahmen mehr. Man kann die noch ausstehende Beschneiung im Zuge sich bietender "Gelegenheiten" durchführen wie zum Beispiel bei Bahnenerneuerung oder Arbeiten an Strom- und Wasserleitungen.


Verbindungen:

Die Themenkarte Verbindungen zeigt die im Folgenden beschriebenen Verbindungen und Verbindungspisten mit farbigen Pfeilen und Bezeichnungen. Die Farben haben folgende Bedeutungen:

Roter Pfeil und Bezeichnung: Diese Pisten und Verbindungen sind problematisch - man kann und sollte sie meiden.

Orangefarbener Pfeil und Bezeichnung: Diese Verbindungen und Pisten erfordern Stossen bzw. Aufstiege und können nicht vermieden werden - man sollte sie durch die Planung auf 1mal täglich begrenzen.

Grüner Pfeil und Bezeichnung: Als Verbindungspisten besonders empfohlene Pisten.


Hier die Beschreibung im Detail:

Verbindung 1 (Chuenisbärgli-Silleren):
Die mit rotem "1a" bezeichnete Piste Chuenisbärgli-Bergläger erfordert je nach Schneeart Stossen und sollte im Zwiefelsfall vermnieden werden.
Besser ist die Piste zur Station Eselsmoos (grünes 1b). Hier läuft es ohne Probleme bis zur Station.

Verbindung 2 (Silleren-Chuenisbärgli):
Diese Verbindung ist nur über die Station Eselsmoos (orangene 2) möglich. Hier ist kräftiges Stossen und Schwitzen angesagt, bis man den erlösenden Verbindungs-Seillift erreicht hat. Dies ist der problematischste und einzige wirklich störende Schwachpunkt des Gebietes. Mittelfristig planen die BAAG eine Lösung dieses Problems, aber man ist hier noch in der Vor-Konzeption.

Rückweg 3 (Talabfahrt Oey, unterster Abschnitt):
Hier ist an 2 Stellen Stossen angesagt, dies lässt sich nicht vermeiden, wenn man in Oey parkiert hat. Diese Piste wird man aber nur am Ende des Skitages nehmen und die Landschaft dieses Skiwegs durch eine enge Schlucht entlang des Bergbaches entschädigt für die 2 Schiebestellen.

Verbindung/Rückweg 4 (Hahnemoos/Lavey - Bergläger/Rehärti/Eselsmoos):
Völlig abzuraten ist von den Pisten 46, 60 und 68 (hier rote 4c, 4d und 4b). Dies sind nur "Notpisten" und gleichen eher Langlaufloipen. Diese Pisten sind nur zur Bedienung der Unterkünfte in diesem Bereich gedacht sowie für den Fall, dass die Lavey-Bahn ausser Betrieb ist. Dann erfolgt die Entleerung des Gebietes über diese "Pisten". Stattdessen sollte man irgendeine der zahlreichen Pisten Über Lavey/Stand hinab nach Hintersilleren/Aebi oder Vordersilleren/Bergläger nehmen. Exemplarisch habe ich hier meine beiden Favoriten empfohlen: Vormittags die schwarze 57 (grüne 4f, Fortsetzung über grüne 4e) und nachmittags die schwarze 56 (grüne 4g). Die letztgenannte Piste (Vordersilleren) ist eine abwechslungsreiche, gut gewalzte Kamelbuckelpiste. Man sollte sie nur nachmittags nehmen, da vormittags der Zustieg in der Mittelstation Bergläger schwierig sein könnte. Für den Rückweg (Bergläger-Lavey) ist langfristig auch eine Verbesserung geplant, die aber ebenfalls noch im Stadium eines Vorprojektes ist.

Verbindung 5 (Silleren-Geils):
Hier ist es im Prinzip kein Problem, die direkte blaue Piste 60 zu nehmen. Dies ist ein Ziehweg, aber man muss nirgends stossen. Pistenmässig ist es natürlich eleganter, vom Sillerenbühl nach Sandige Böden/Standlift (C12) abzufahren und vom Standlift über die rote 52 (grünes 5) nach Geils abzufahren.

Verbindung 6 (Luegeli - Hahnenmoos-/Laveybahn):
Um vom Luegeli-Bereich wegzukommen, muss man die Hahnenmoos-Gondel oder die Lavey-Bahn nehmen. In beiden Fällen muss man einige Meter aufsteigen. Das ist kein grosses Problem, aber für Komfort-Fanatiker kann es ein Ärgernis sein. Ich weiss nicht, ob dies bei der in Kürze anstehenden Erneuerung der Lavey-Bahn eleganter gelöst werden kann.

Verbindung 7 (Zufahrt Bühlbergbahn):
Von einer Zufahrt zur Bühlbergbahn vom Brenggenlift aus ist abzuraten (rotes 7c oder paralleler Weg weiter oben). Je nach Schneebeschaffenheit kann es hier schlecht vorwärts gehen. Die ideale Zufahrt ist vom Lavey aus über die Pisten 49 (grünes 7a) sowie im Anschluss 37 oder 35 (grünes 7c).

Verbindung 8 (Rückkehr vom Metsch-Gebiet auf die Adelbodener Seite):
Hier gibt es viele Möglichkeiten und nirgends muss man stossen. Meine Favoriten sind die roten Pisten 44 (grünes 8b) und 45 (grünes 8a). Bei beiden wechseln sehr steile Stücke (Die 45 ab Guetfläck-Bergstation ist in Natur sogar schwarz beschildert) mit Kurven und Kuppen ab. Nach unten wird's dann immer flacher, aber man muss keinesfalls stossen. Beide Pisten sind sehr abwechslungsreich und münden in den Luegeli-Bereich. Zum Carven ist es aufgrund der Geländeänderungen nicht so optimal, aber das hat man vorher im Bereich Metsch/Guetfläck bereits ausgiebig genossen.

Verbindung 9 (Hahnenmoos/Bühlberg - Metsch):
Diese Verbindung ist heute (zum Glück) nicht mehr der Rede wert und ich erwähne sie nur für die Leute, deren Besuch einige Jahre zurück liegt. Die Verbindung (Piste 34) war früher alles andere als optimal, ist heute aber durch Pistenkorrekturen und Beschneiung eine ganz normale Piste mit durchweg Gefälle. Deshalb ist sie auch mit einem grünen Pfeil (grüner Nummer 9) dargestellt.

Diese Beschreibung samt der Karte soll die Planung des Skitages erleichtern. Damit kann man problematische Stellen auf ein Minimum begrenzen. Ohne diese Planung kann es etwas unglücklich laufen wie einige Berichte im Forum schon gezeigt haben. Aber wie gesagt: Das Gebiet erstreckt sich mehr in die Fläche als in die Vertikale und da sind die Verbindungen von der Natur her nicht immer so begünstigt. Aber immerhin ist jetzt alles verbunden und mit Hilfe dieses Plans auch ganz gut zu fahren. An weiteren Verbesserungen arbeiten die Gesellschaften mit Hochdruck.


Talabfahrt in die Lenk: (Frage Xtream)

In die Lenk gibt es keine Talabfahrten, da das Gelände dort recht unwegsam und alles andere als schneesicher ist. Es ist steil und sehr stark gegliedert , eine Piste würde extrem hohen Aufwand für Geländekorrekturen und Beschneiung verursachen. Aus der Historie kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu: An der Lenk wurde lange Zeit der Betelberg als eigener Hausberg favorisiert. Bei Leuten, die auf diesen Berg fuhren, verlor man keine Frequenzen an die Adelbodener Gesellschaften. Dies mag eine Rolle gespielt haben, dass der Betelberg wesentlich früher mit Anlagenerneuerung, Pistenbau und Beschneiung an der Reihe war. Der Betelberg ist aufgrund seiner Dorfnähe nach wie vor der Lenker Hausberg schlechthin. Inzwischen hat man aber ganz offensichtlich den Wert des Anschlusses an die Adelbodener Skiregion erkannt und hat die ausstehenden Investitionen auf der Ostseite des Tals (Metsch / Bühlberg) in rasant kurzer Zeit nachgeholt. Die Seilbahngesellschaften Adelboden und Lenk ziehen jetzt weitgehend an einem Strang für eine leistungsstarke Gesamtregion. Unabhängig davon dürfte der Zug für eine Talabfart vom Metsch oder Bühlberg in die Lenk abgefahren sein. Sinnvoller ist es, die das bestehende Angebot weiter zu verbessern.


Wechsel in die Einzelgebiete:

Bei einem merhtägigen Aufenthalt wird man bestrebt sein, auch die "abgehängten" Einzelgebiete kennenzulernen und so weitere Abwechslung zu finden. Mit dem PW dürfte das nicht in alle Richtungen möglioch sein, da dieser maximal auf einer Seite des Bergrückens parkiert ist. Daher beschreibe ich jetzt die Anfahrt zu den Einzelgebieten ohne PW.

Betelberg:
Der Betelberg dürfte das interessanteste Einzelgebiet sein - zumindest für Leute, die moderne Anlagen erwarten. 2 Sektionen EUB-6 und 2 KSB-4 erschliessen den Berg über zwei Schienen vom Tal aus und werden durch 4 kurze Lifte ergänzt. Hier finden sich einige sehr schöne und lange Pisten, aber auch mehr Leute pro Pistenfläche als drüben im Hauptgebiet.
Zugang vom Hauptgebiet aus: Man fährt zur Bergstation der PB Metsch (B1) und mit dieser bahn nach unten. Ab der talstation verkehrt im Halbstunden-Takt ein Skibus zur Talstation Betelberg. Zeitlich sollte man 10 Minuten vor Bus-Abfahrt an der Bergstation der PB Metsch sein. Der Gondolieri lässt die Bahn schon mal ausserplanmässig losfahren, wenn man sagt, dass in 10 Minuten unten der Bus geht. In einigen Alpenregionen wäre diese Hilfsbereitschaft undenkbar; hier im Berner Oberland ist so etwas für vieel Bedienstete ein selbstverständlicher Service. Zurück geht's dann wieder mit dem Pendelbus.

Tschenten:
Hier führt ab Adelboden eine GUB hoch, die in Schwachlastzeiten im 15-Minuten-Takt fährt, bei stärkerem Betrieb kontinuierlich. Oben gibt es nur einen breiten, aber schön mittelsteilen Hang mit ca. 6 Pistenvarianten. Bedient werden diese von einer KSB-4 und einem BSL. Eine Piste hat sogar Weltcup-Homolgation. Das Gebiet taugt aber nur für etwa 2 Stunden. Bei gutem Schnee und viel Ortskenntnis kann man von oben über freies Gelände wieder über Schermtanne nach Rehärti fahren und damit in das Hauptgebiet. Dies ist aber ortsunkundigen nicht zu empfehlen.
Wie kommt man hin? Man fährt per Skier die Talabfahrt nach Oey und fährt mit der Dorfbahn (EGPB) hoch ins Dorf Adelboden. Dort erreicht man nach etwa 500 Meter Fussmarsch die GUB Tschenten zur Schwandfeldspitz.

Engstligenalp:
Dies ist das höchstgelegene Skigebiet der Region mit 2 Schleppliften oben. Der zugen erfolgt per PB über eine Steilstufe ohne Talabfahrt. Über das Gebiet kann ich keine Wertung abgeben; dies ist das einzige Gebiet der Region, das ich nicht kenne. Man erreicht es ebenfalls von Oey aus per Skibus im Halbstundentakt.

Elsigenalp/Metsch:
Dieses Skigebiet auf halbem Weg zwischen Adelboden und Frutigen erreicht man per PW über eine kriminelle Bergstrasse. Die Zufahrt mittels ÖV kann ich jetzt nicht beurteilen. Das Skigebiet, das sich in die beiden verbundenen Teilgebiete Elsigen und Metsch (nicht zu verwechseln mit der vorher mehrmals genannten Metsch ob Lenk) gliedert, ist sehr abwechslungsreich und interessant - für Leute, die sich nicht an Schleppliften und der Pendelbahn stören. Für KSB-Freaks ist es völlig ungeeignet - so etwas gibt es dort nicht; und das wird es auch vorerst nicht geben. Einige Schlepplifte wurden erst Ende der 90er Jahre als Neuerschliessung gebaut!! Für Adelboden-Gäst, die das Gebiet besuchen wollen, empfehle ich es als Halbtages-Gebiet für die Rückreise. Für Lenk-Gäste wird es unbekannt bleiben.


So, das wars erst mal. Weitere Frage beantworte ich gerne.
Zuletzt geändert von Chasseral am 27.05.2006 - 20:13, insgesamt 3-mal geändert.
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Beitrag von Jojo »

:respekt: Oli! Da hast Du Dir ja mal wieder richtig viel Mühe gegeben! Sehr, sehr informativ. Sollte ich mal nach Adelboden kommen, so werde ich Deinen Verbindungsplan mit Sicherheit mitnehmen!
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Der vorangegangene Beitrag kann Spuren von Ironie, Zynismus und Sarkasmus enthalten. Sollten sie mit einer dieser Substanzen
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Schwiiiiiz
Großer Müggelberg (115m)
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Re: Adelboden-Lenk (CH) / 24.-28.2.2006 / Karten ergänzt!

Beitrag von Schwiiiiiz »

Weltklasse Bericht aus meinen Lieblingsskigebiet! Wirklich Toll! Und die vielen Hintergrundinfos!

Auch ich habe in Lenk das erste mal bekanntschaft mit dem 180grad einsteig gemacht. Stellt nicht das geringste Problem dar, außer das man sich vl das erste mal denkt: "was is den hier los?".

Mein Lieblingslift ist die 4KSB Luegli. Keine Wartezeiten, viele Pisten, keine Leute auf der Piste, tolle Landschaft, beste/schnellste Speedstrecke was ich kenne!
Die "drei Kamelbuckel - für eine präparierte Piste sind dei ganz schön steil, vor allem der oberste" wie du sie nennst sind auch Top. Da kann man die Ski so richtig laufen lassen und über die Kuppen Springen weil überhaupt nichts los ist auf den "drei Kamelnuckel".

Aber auch das restliche Skigebiet ist einfach nur Top. Keine Wartezeiten (bis auf manchmal paar min an der 4KSB Lavey), sehr viele Pisten die von wenigen Liften erschloßen werden (dadurch sehr wenige Leute auf den Pisten), Wunderschöne Landschaft. Was will man mehr?
Skitage 2009/10: 9x Lenk-Adelboden, 1x Gstaad
Skitage 2010/11: 1x Koralpe, 1x Petzen, 1x Weinebene, 3x Warth-Schröcken, 2x Mellau-Damüls, 2x Tauplitz, 1x Klippitztörl, 1x Zauchensee
Skitage 2011/12: 1x Hintertuxer Gletscher, 2.5x Hochzillertal-Hochfügen, 0.5x Spieljoch, 2x Tauplitz, 1x Präbichl, 3x Obertauern, 5x Adelboden-Lenk, 1x Jungfrau/Kleine Scheidegg, 1x Brigels Surselva, 1x Flumserberg, 1x Lenzerheide, 1x Grüsch Danusa, 1x Arosa
Skitage 2012/13: 2x Tauplitz, 1x Präbichl
Skitage 2013/14: 1x Stuhleck, 4x Saalbach-Hinterglemm Leogang, 4x Flachau-Wagrain-Alpendorf
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