Schweiz: Mit dr Poscht auf den Gipfel

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Beitrag von snowflat »

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Schweiz: Mit dr Poscht auf den Gipfel


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^^Abgehoben: Hoch über dem Rhonetal liegt die Moosalp auf 2048 Metern ...


Von Uwe Rasche

Auf den steilsten Straßen auch in den letzten Winkel des Landes: Die Schweizer Postautos lassen nur wenig aus. Und nehmen jeden mit - seit 100 Jahren.


Gleich. Gleich kommt's wieder... "Tüüü-taaa-tooo" macht das Dreiklanghorn, als wir auf die nächste Kurve zusteuern, wo die Fahrbahn hinter dem Fels verschwindet. Und dann noch mal, "Tüüü-taaa-tooo", bevor der Bus vorsichtig durch die enge Kehre zieht - mit den Rädern fest auf dem Asphalt, aber einem Teil der Karosserie über dem Abgrund schwebend.

Gegenverkehr kann an einer solchen Stelle wirklich keiner gebrauchen. Und die Strecke von Stalden rauf auf die Moosalp in den Walliser Bergen besteht aus vielen solchen Stellen. Deshalb ist sie auch so beliebt: spektakuläre Ausblicke, ein bisschen Nervenkitzel und ganz oft "Tüü-taa-too". Das Warnsignal, mit dem die Postkutscher einst aus der Ferne ihr Kommen antröteten, darf einfach nicht fehlen bei einer Fahrt mit dem Postauto.

Die Post ist das öffentliche Verkehrsmittel schlechthin

Die gelben Busse gehören zur Schweiz wie Käse, Schokolade und das Matterhorn. Sie sind das öffentliche Verkehrsmittel der Eidgenossen schlechthin, und das seit nunmehr 100 Jahren. Am 1. Juni 1906 nahm die erste Postauto-Linie zwischen Bern und Detlingen den Betrieb auf und leitete damit das Ende der Pferde-Post ein. Heute umfasst das von der Schweizer Post betriebene Busnetz 10 363 Kilometer, dreimal mehr als das der Bahn. Züge bieten vielen Menschen Platz, kommen aber nicht überallhin; die Feinverteilung übernimmt der Bus. Für viele Bergdörfer sind die "Poschtis" bis heute die einzige Verkehrsanbindung.


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© Anita Affentranger
... Für die gelben Busse ist das keine Hürde


Die Busse befördern vereinzelt noch immer Briefe und Pakete. Aber vor allem Passagiere, 100 Millionen im Jahr. Dabei legen sie täglich eine Gesamtstrecke zurück, mit der man sechsmal die Erde umrunden könnte. 2000 Fahrzeuge sind im Einsatz, vom Linien-Schulbus bis zur komfortablen Reise-Car mit Toilette, Klimaanlage und Video. Ein Fernseher an Bord ist allerdings das Überflüssigste bei einer Postauto-Reise. Denn genau darum lässt man sich ja chauffieren: um den Blick frei zu haben für das Schweizer Natur-Kino - schneebedeckte Alpengipfel, türkisfarbene Seen, saftig grüne Wiesen. Und natürlich auch: um bei manch waghalsiger Serpentinenstrecke nicht selbst am Steuer sitzen zu müssen. Das überlässt man besser einem erfahrenen Chauffeur - ja, so nennen sich die Busfahrer in der Schweiz, mit bergstiefelharter Betonung auf der ersten Silbe und offenem "O": Tschófför!

Besuch der Eringer Kampfkühe

Unserer heißt Richard Abgottspon. Seit 16 Jahren schraubt er den Bus auf die Moosalp. Auf gut 2000 Meter. Und wieder runter auf 800. In einem der Dörfchen dazwischen ist er geboren. Man kann sagen, er kennt die Strecke. Und seine Fahrgäste. "Die Touristen drängeln sich immer um die Plätze auf der rechten Seite, wo man ins Tal hinabschauen kann", erzählt der 48-Jährige. "Nach der dritten Kurve sitzen dann viele von denen links." Die Einheimischen nehmen die Fahrt gelassener. "Dies ist mein Weg zur Arbeit, und ich schlafe regelmäßig ein", sagt die Frau in der Sitzreihe hinter uns. Herr Abgottspon lacht: "Das ist eigentlich das schönste Kompliment, das man als Chauffeur bekommen kann." Oben angekommen, gibt's Applaus. Dann strömen die meisten zum Restaurant, das berühmt ist für sein deftiges Raclette vom offenen Holzfeuer. Manche machen auch die halbstündige Wanderung zu einem Aussichtspunkt, wo man von Viertausendern geradezu umzingelt ist. Andere sind wegen der 130 Eringer Kampfkühe gekommen, die hier oben weiden. Es ist ein Schauspiel, wenn die schwarzen Ungetüme wie Sumo-Ringer aufeinander losgehen - und dann am Nachmittag ganz friedlich, aber unter großem Glockengebimmel in den Stall trotten.


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© Anita Affentranger
Entrückt Ein typisch schweizerisches Empfangskomitee wartet an der Haltestelle Moosalp. Der Schilderbaum zeigt an, wie weit man hier oben vom Rest der Welt entfernt ist


Kleine Abenteuer im Linienverkehr, davon finden sich jede Menge im Postauto-Programm: die knapp halbstündige Fahrt von Visp nach Visperterminen zum Beispiel, zu den höchstgelegenen Rebstöcken Europas, wo auf über 1000 Metern die weiße Heida-Traube wächst - und die Chauffeure unterwegs Weinseminare halten könnten, weil sie im Nebenberuf fast alle Winzer sind. Oder von Meiringen zur Gletscherschlucht Rosenlaui im Berner Oberland, wo eiskalte Wassermassen durchs Gestein donnern und Arthur Conan Doyle so beeindruckt war von der Landschaft, dass er ganz in der Nähe bei den Reichenbachfällen seinen Sherlock Holmes in den Tod stürzen ließ. Und wer einmal so richtig tief in den Sitz gedrückt werden will, steigt in Reichenbach in das Postauto Richtung Griesalp. Zahlt 16,80 Franken, etwa 10 Euro, und darf sich dafür auf einen extrem schrägen Spaß freuen: bis zu 28 Prozent Steigung, die steilste Postauto-Strecke überhaupt. Und sicher auch eine der engsten. So sehr einen die Schönheiten links und rechts des 14 Kilometer langen Weges fesseln, die blumengeschmückten Holzhäuser, die Gebirgsbäche, das Grün der Farne - so oft kehrt der Blick ungläubig nach vorn zurück: Passen wir da wirklich durch? "An manchen Stellen musste ich vorsichtshalber ein bisschen vom Fels wegsprengen", sagt Chauffeur Ernst Portenier, während er gelassen seine Zentimeterarbeit verrichtet.

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© Anita Affentranger
Gestaut 220 Meter hoch ist der Damm, der aus dem Tessiner Fluss Verzasca den Lago di Vogorno macht


Kniffelige Kurzstrecken sind nicht die einzige Spezialität der Postautos. Schon in den 1920er Jahren ging es auf große Fahrt über die Schweizer Alpenpässe, auf Vollgummireifen und in offenen, allenfalls durch ein Segeltuchverdeck geschützten Wagen. Cool war das, sich in einem solchen "Car Alpin" die Bergluft um die Ohren wehen zu lassen, in jeder Hinsicht. Heute verkehren klimatisierte Reisebusse auf acht so genannten Route-Express-Lines. Von Chur nach Bellinzona zum Beispiel, die Via-Mala-Schlucht passierend und dann über den San Bernardino. Von Flüelen nach Linthal, via Klausenpass mit seinen Haarnadelkurven. Von St. Moritz nach Lugano, vorbei an Kastanienwäldern und dem Comer See. Natürlich kann man auch bei diesen mehrstündigen Panorama-Fahrten unterwegs zu- oder aussteigen. Auf der Strecke von Brig nach Domodossola, kurz hinter der Haltestelle Rothwald Post, muss unser Bus vor einer Baustellenampel warten. Aus dem Ford Mondeo vor uns steigt ein Mann, kommt an die Fahrertür, wird eingelassen und klärt irgendetwas mit dem Chauffeur. Wenige Haltestellen später sitzt der Mann mit seiner Frau im Bus. Als er das Postauto im Rückspiegel sah, habe er spontan beschlossen, das Auto stehen zu lassen, erzählt der Österreicher. "Wir fahren jetzt noch ein Stückchen mit, durchwandern dann eine Schlucht und kommen genau da wieder raus, wo unser Wagen geparkt ist."


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© Anita Affentranger
Warten Am Busbahnhof Visp startet das Postauto zur Moosalp mehrmals am Tag


Das wohl reizvollste und Außergewöhnlichste, was der Postauto-Fahrplan zu bieten hat, sind die so genannten Mehr-Pässe-Touren, die von Juni bis Oktober möglich sind. Zum Beispiel eine 479 Kilometer lange Rundfahrt mit vier Alpenüberquerungen am Stück, ohne Umsteigen. Und das ganze Auf und Ab quasi innerhalb eines Bürotags; 9.20 Uhr Abfahrt, 17.31 Uhr Rückkehr. Von Meiringen geht es an der Aareschlucht vorbei auf den Grimselpass, dann ein Stück hinunter zum Dorf Gletsch, mit Blick auf den neun Kilometer langen Rhonegletscher, bevor sich der Bus wieder aufschwingt zum Nufenen, dem mit 2478 Metern höchsten befahrbaren Pass der Schweiz - und einer Logensicht auf die Berner Alpen. Dann wieder abwärts zum Tessiner Wander- und Ski-Ort Airolo und wieder rauf auf den berühmten Gotthardpass, die am meisten befahrene Nord-Süd-Verbindung Europas. Und schließlich noch die Sustenpassstraße, die über nicht weniger als 25 Brücken und durch 23 Tunnel führt.



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© Anita Affentranger
Trutzig In Sonogno im Tessiner Verzascatal zeigt der Schweizer Flagge


Es ist verlockend, sich eine solche Tour bis zum Urlaubsende aufzusparen. Aber auch gewagt. Als wir am Tag vor unserer Abreise in Meiringen in den Bus steigen, regnet es in Strömen, und unterwegs zu sehen gibt es: Nebel, graue Wolken, ein Stückchen Fahrbahn - sonst nichts.

Doch auch diese Blindfahrt in einem fast leeren Bus wird noch zu einem kleinen Erlebnis. Außer dem Chauffeur und uns sind nur noch zwei Männer an Bord. Ein gut gelauntes Duo, das sich am Wetter nicht im Geringsten zu stören scheint. Es sind, wie sich bald herausstellt, Postauto-Chauffeure. Sie hätten mal Abwechslung gebraucht, erzählen sie, von ihrer Dienststrecke im Kanton Aargau, flaches Land, Regionalverkehr, die längste Tour 14 Kilometer. Wir lernen: Wenn Postauto-Chauffeure sich einen Kurzurlaub gönnen, dann unternehmen sie eine Fahrt mit dem Postauto. Das hat was. Begeistert fachsimpeln die beiden mit dem Fahrer, machen Digitalfotos von Haltestellenschildern, werfen auf den Passhöhen einen Blick aufs Außenthermometer: knapp über null Grad.

Und während der eine gerade erzählt, dass er zu Hause "eine kleine Privatsammlung" habe, 260 gelbe Busmodelle in Miniaturgröße, da klingelt bei dem anderen das Handy. Und wie klingelt das wohl? In Cis-e-a, einem Dreiklang aus dem Andante der Ouvertüre zu Gioacchino Rossinis Oper "Wilhelm Tell". Oder anders gesagt: "Tüüü-taaa-tooo".
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!

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Beitrag von snowflat »

Auch die FAZ berichtet über das Jubiläum:
Hundert Jahre Postauto

Von Volker Mehnert

Es ist das akustische Signal einer Erfolgsgeschichte: Tüü, taa, tooo, so tönt das Horn und kündigt das Postauto an. Noch das entlegenste Tal wird von den Bussen erreicht und sogar das Dörfchen Juf mit seinen vierzig Einwohnern, eine Graubündner Siedlung auf mehr als zweitausend Meter Höhe, die höchste Station der Postautos. Auf der Strecke von Tschingel im Kiental zur Griesalp hinauf schrecken die gelben Busse auch vor einer Steigung von achtundzwanzig Prozent nicht zurück. Schmale Straßen, im Winter über Schnee, enge Serpentinen, die höchsten Pässe - das alles sind keine Schwierigkeiten für den geübten Postautofahrer. Er und sein gelbes Gefährt gelten vielmehr als Personifizierung Schweizer Tugenden: freundlich, zuverlässig, pünktlich. Das Postauto ist für die Schweiz, was die Postkutsche einst für den Wilden Westen Amerikas war: ein Verkehrsmittel, das sich im Laufe der Zeit zum Mythos entwickelt hat. Im Unterschied zur Postkutsche aber ist das Postauto quicklebendig.

Tüü, taa, tooo - cis-e-a: Die Tonfolge kennt in der Schweiz jedes Kind. Sogar Touristen aus Amerika und Asien haben sie bald internalisiert, auch wenn die wenigsten Besucher wissen, daß sie, wie sollte es anders sein, aus der Ouvertüre zu Rossinis Oper "Wilhelm Tell" stammt. Der Dreiklang der Alpenpost hat sich in die Herzen von Helvetia eingespielt und fordert in unübersichtlichen Kurven Vorfahrt für den alpinen öffentlichen Nahverkehr. Jahrzehntelang wies dieses Signal auch auf eine Verkehrsregel ganz besonderer Art hin: Solange die Schweizer Bergstraßen noch unbefestigt waren, durfte der schwergewichtige Postbus bei Begegnungen die Bergseite der Straße benutzen. Autofahrer hatten auf die Talseite auszuweichen, auch wenn sich damit der Rechtsverkehr manchmal vorübergehend in Linksverkehr verwandelte. Erst 1953 wurde diese Regel aufgehoben.

Ein Anfang voller Pannen

Die eingängige Tonfolge ist nicht das einzige Erkennungszeichen der Postautos. Die Farbe Gelb ist mindestens ebenso wichtig für den Mythos, der sich bei den Schweizern auf gleicher Augenhöhe mit Schokolade, Appenzeller Käse und dem Matterhorn befindet. Im Jahr 2002 ließ die Schweizerische Post die Farbe Postgelb sogar beim Institut für geistiges Eigentum als Marke eintragen. Nur die Post darf seither ihre Produkte mit dem kräftigen Gelb markieren.

Längst ist vergessen, daß die tönenden Postautos zunächst weder gern gesehen noch besonders erfolgreich waren. Die erste, am 1. Juni 1906 von der Oberpostdirektion eingerichtete Linie zwischen Bern und Detlingen blieb lange Zeit die einzige. Wegen der vielen Pannen wurde eine zweite Verbindung zwischen Bern und Papiermühle schnell wieder eingestellt, die Pferdekutschen kamen zurück. "Ein lärmendes, ratterndes, stinkendes Postauto tritt an die Stelle der heimeligen Pferdepost", war in der "Berner Zeitung" zu lesen, und diese Berufung auf eine bewährte Tradition hatte etwas für sich: Die klassische Pferdepost funktionierte nämlich überaus zufriedenstellend. Allein im Jahr 1913 beförderten die Schweizer Postillione mit zweieinhalbtausend Pferden, zweitausend Kutschen und tausend Schlitten fast zwei Millionen Reisende. Der Widerstand gegen die neue Technik war deshalb groß. In Graubünden wurden Automobile erst nach zehn Volksabstimmungen erlaubt, und noch bis 1961 bediente eine Pferdepost die Strecke von Avers nach Juf.

Armeelastwagen für die Post

Doch das Ende des Ersten Weltkrieges brachte für die Postautos den Durchbruch: Die Post durfte damals hundert Armeelastwagen kostenlos übernehmen und umbauen. "Car alpin" nannten sich die Wagen, ihr Scherenverdeck ließ sich bei schönem Wetter vollständig öffnen. So konnte 1919 die erste Paßverbindung über den Simplon eröffnet werden. Von 1921 an wurden die Paßlinien Grimsel, Furka, Oberalp und San Bernardino regelmäßig befahren.

Die Postautos kamen lange Zeit aus Schweizer Produktion. Die ersten drei Fahrzeuge stammten sogar von drei verschiedenen Firmen: Saurer, Martini und Berna. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, als einheimische Fabriken wegen des wirtschaftlichen Aufschwungs die Nachfrage nicht mehr befriedigen konnten, bestellte die Post dann bei Alfa Romeo eine Serie von Bussen. Doch auch sie sollten für weitere Jahrzehnte die einzigen ausländischen Exemplare bleiben. Saurer, der wichtigste Fahrzeuglieferant, wurde erst 1982 von Daimler-Benz übernommen.

Jeden Tag sechsmal um den Äquator

Der Erfolg der Schweizer Postautos läßt sich allerdings höchstens in zweiter Linie mit dem Dreiklang und der Farbe Gelb erklären. Wichtiger ist die von Anfang an erfolgte Einbindung in das Verkehrsnetz der Schweizerischen Bahnen. Das Postauto verstand sich zu keiner Zeit als Konkurrenz zur Bahn, sondern immer nur als deren Ergänzung. Längere zusammenhängende Busverbindungen sind deshalb selten, sie bleiben auf wenige touristische Expreßlinien beschränkt. Statt dessen beginnen die gelben Postautostrecken in der Regel an den Bahnhöfen der SBB, an denen sie sich strahlenförmig aufsplittern. Die Bahn ist für den Fernverkehr zuständig, das Postauto übernimmt die Feinverteilung der Fahrgäste auf Kurzstrecken.

Deshalb ist das Bild vom gelben Eroberer der alpinen Bergwelt eigentlich ein wenig überholt. Denn im Zeitalter des öffentlichen Massenverkehrs sind die Bergrouten höchstens noch nostalgische und werbewirksame Ausnahmestrecken. Den größten Teil ihres Verkehrs wickelt die Post im Nahverkehr der Ballungsräume ab. Mehr als zehntausend Kilometer Straßen, dreimal soviel wie das Schienennetz der SBB, befahren die Postautos. Fast achthundert Linien befördern mit zweitausend Fahrzeugen hundert Millionen Passagiere im Jahr. Pro Tag fahren Postautos umgerechnet sechsmal um den Äquator. Daß der gelbe Mythos auch alltagstauglich ist, haben inzwischen auch andere gemerkt: Im französischen Jura und im Elsaß hat die Schweizer Post in den vergangenen Jahren verschiedene Ausschreibungen für den Betrieb des öffentlichen Nahverkehrs gewonnen und das System der Anbindung an den Bahnverkehr ins Nachbarland übertragen. Und wer weiß: Vielleicht erklingt das Tüü, taa, tooo in naher Zukunft auch vor unserer Haustür.

Expreß-Routen: Von Mitte Juni bis Mitte Oktober verkehren Postautos auf acht touristischen Routen durch die Schweizer Berge. Die Expreß-Busse durchqueren mehrmals täglich alpine Landschaften in Graubünden, im Wallis und im Tessin. Über die genauen Verbindungen informiert eine kostenlose Fahrplankarte.

Vier-Pässe-Rundfahrt: Von Meiringen geht die Fahrt über die Pässe Grimsel, Nufenen, Gotthard und Susten. Die achtstündige Tour mit kurzen Aufenthalten auf den Paßhöhen findet täglich zwischen Ende Juni und Ende September statt.

Ausstellungen: Das Museum für Kommunikation in Bern zeigt vom 2. Juni bis zum 3. September eine Sonderausstellung über mit dem Titel „reisegelb“, in der die Geschichte des gelben Mythos auf Rädern dokumentiert wird. Das Verkehrshaus der Schweiz in Luzern präsentiert vom 8. Juni bis zum 20. August unter dem Motto „Swiss Innovations“ Altes, Neues und Zukünftiges zum Thema Postauto.

Information: PostAuto Schweiz, Aareckstraße 6, CH-3800 Interlaken, Tel.: 0041/33/78288877, Internet: www.postauto.ch; Schweiz Tourismus, Postfach 160754, 60070 Frankfurt, Tel.: 00800/10020030 (kostenlos), Internet: www. myswitzerland.com.
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Beitrag von snowflat »

Im Postauto über Alpenpässe

Ein echtes Stück Tradition: Das Postauto gehört zur Schweiz wie der Käse oder die Schokolade. Von Juni an haben Gäste wieder die Möglichkeit, in diesen Gefährten die Alpenpässe zu überqueren. Auf zehn Routen sind die gelben Busse unterwegs - teilweise bis Ende September und manche sogar bis in den Oktober hinein, so die Aussage von Schweiz Tourismus in Frankfurt. Neu ist der "Panorama Route Express" in den Kantonen Luzern und Obwalden. Er startet in Schüpfheim zwischen Bern und Luzern und fährt in etwa 75 Minuten bis Giswil.

In der Broschüre "Schweizer Alpen 2007 - Unterwegs auf den schönsten Postauto-Linien" können sich Urlauber über die einzelnen Angebote informieren. Zudem gibt es 58 Tipps für Ausflüge im Anschluss an die Fahrten. Die Broschüre ist bestellbar im Internet unter www.myswitzerland.com und unter der gebührenfreien Telefonnummer Tel. 00800/10 02 00 30. Sie enthält neben einer Schweizer Landkarte, in der alle Postauto-Routen verzeichnet sind, auch Fahrpläne, Routenbeschreibungen und Fotos zu den Postauto-Linien.
dpa

erschienen am 19. Mai 2007
Quelle: Hamburger Abendblatt
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Beitrag von Wombat »

Neu ist der "Panorama Route Express" in den Kantonen Luzern und Obwalden. Er startet in Schüpfheim zwischen Bern und Luzern und fährt in etwa 75 Minuten bis Giswil.
Da gibts doch schon eine Line. Was soll also da neu sein. :gruebel: Der Name? :respekt:
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