Das Weltcupfinale ist ad acta gelegt
Gar keine Skirennen im Winter 2007/08 im Oberengadin?
Als ehrgeizig aber realistisch beurteilte Hugo Wetzel, Präsident der Alpine Sports Events St. Moritz/Engadin (ASESE), Ende März vor dem St. Moritzer Gemeindevorstand das Ziel, im Frühling 2008 im Oberengadin eine Art «Mini-WM» durchzuführen. Will heissen die Weltcupfinals in den fünf FIS-Disziplinen Ski alpin und nordisch, Snowboard, Telemark und Freestyle. Was Ende letzter Woche am FIS-Kongress in Portugal bereits zu hören war («Engadiner Post» vom 27. Mai), ist nun definitiv: Im Oberengadin wird es in zwei Jahren kein Weltcupfinale geben. Das bestätigte ASESE-Vorstandsmitglied Sigi Asprion auf Anfrage der «Engadiner Post». Asprion war zusammen mit Wetzel und Martin Berthod am FIS-Kongress in Vilamoura an der Algarve gewesen.
Zwei Mio. Franken fehlen
5,5 Mio. Franken hätte der Grossanlass gekostet, lediglich 3,5 Mio. waren zugesichert. 1,5 Mio. Franken aus der Veranstaltung und 1,8 Mio. vom Internationalen Skiverband (FIS). «Die fehlenden zwei Mio. Franken waren nicht aufzutreiben», bedauert Asprion das Scheitern der Pläne. Auch ein Weltcupfinale «nur» im Bereich Ski Alpin werde nicht mehr weiterverfolgt. 2007 findet das Finale wie schon 2005 auf der Lenzerheide statt.
Für die Organisation des Weltcupfinales wären die Finanzen nicht die einzige Knacknuss gewesen. Infrastruktur-Fragen waren noch nicht gelöst, beispielsweise die der sanierungsbedürftigen Olympiaschanze oder der fehlenden Langlaufloipen mit FIS-Homologierung für Weltcuprennen im Oberengadin. Auch die Datenkollison mit dem 40. Engadin Skimarathon war ein Diskussionspunkt. Schliesslich wären auch die TV-Übertragungen nicht gesichert gewesen. Weil im gleichen Jahr die Fussball-Europameisterschaft stattfindet, hätte sich das Schweizer Fernsehen auf die Berichterstattung über die alpinen Skirennen beschränken müssen.
Jetzt droht St. Moritz im alpinen Rennkalender 2007/08 zwischen Stuhl und Bank zu fallen. Die traditionellen Dezember-Termine sind bereits von anderen Veranstaltern belegt. Den Oberengadinern bleibt nichts anderes übrig als zu hoffen, dass Val d’Isère, der WM-Ort 2009, seine Rennen wieder freigibt. Der Terminkalender ist zurzeit noch provisorisch und dürfte bis im Herbst definitiv vorliegen. Gemäss Asprion wären für St. Moritz alpine Weltcuprennen im Winter 2007/08 sehr wichtig, dies vor allem auch im Hinblick auf die WM-Kandidatur 2013. «Wir haben in Gesprächen mit den FIS-Verantwortlichen in Portugal klar gesagt, dass wir in den Rennkalender wollen», sagt Asprion. Idealerweise im Dezember, möglich wäre aber auch der Januar.
Werbeplattform für WM 2013 fehlt
Das Weltcupfinale 2008 wäre für die WM-Kandidatur eine ideale Werbeplattform gewesen, weil im gleichen Jahr in Südafrika die Wahl des WM-Ortes stattfindet. Die ASESE hält gemäss Asprion am WM-Ziel 2013 fest. «Das müssen wir. Auch vor dem Hintergrund, dass wir vielleicht ein- bis zweimal antreten müssen bis es klappt.» Diese Erfahrung haben die St. Moritzer bereits einmal gemacht. Die WM 2003 wurde den Oberengadinern auch erst im dritten Anlauf zugesprochen.
Am FIS-Kongress, der am vergangenen Samstag zu Ende gegangen ist, wurde das deutsche Garmisch-Partenkirchen als alpiner WM-Ort 2011 bestimmt. Damit wird zum sechsten Mal in Folge ein europäischer Veranstalter berücksichtigt. Kandidaturen aus Übersee hat es keine gegeben. Sollte eine solche für die WM 2013 eingehen, würde das wohl die Chancen für St. Moritz erheblich schmälern. Auf der anderen Seite bleibt abzuwarten, ob Schladming (Oe), das gegen Garmisch-Partenkirchen mit sechs gegen neun Stimmen nur knapp unterlegen ist, wieder antritt. Und das dürfte wesentlich davon abhängen, ob Salzburg mit seiner Olympia-Bewerbung 2014 erfolgreich ist. Sollten die Spiele 2014 tatsächlich in Österreich staffinden, wäre die Ski-WM 2011 kaum im gleichen Land. Damit würden die Aktien von St. Moritz wieder steigen…
Alles reine Spekulation. Sicher ist nur, dass in St. Moritz am kommenden 9. Dezember Damen-Weltcuprennen stattfinden werden. Geplant ist eine Abfahrt und eine Super-Kombination mit Super-G und Slalom.
Quelle: Engadiner Post Autor: Reto Stifel
Ort: 7500 St. Moritz
Datum: 01.06.2006
Rubriken: Sport, Tourismus
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@ vhaemmerli: ökonomisch gesehen hast du natürlich recht. Nur wird die Vergabe leider nicht nach diesem Kriterium gemacht und anderseits ist die WM natürlich auch ein Werbeträger, den sich andere Orte nicht entgehen lassen wollen. Jeder will ein Kuchenstück.
Das ist zwar pure Staatsgeldverschwendung, welche aber den Skifahrer freut, da er an mehreren Orten eine gut ausgebaute Infrastruktur vorfindet.
Das ist zwar pure Staatsgeldverschwendung, welche aber den Skifahrer freut, da er an mehreren Orten eine gut ausgebaute Infrastruktur vorfindet.