PNP (Freyung) vom Donnerstag, 06. Juli 2006
250 PS rücken 1500 Festmetern Holz zu Leibe
Kettenfahrzeug »Königstiger« verbreitert Sessellifttrasse am Großen Almberg - So entsteht zusätzliche Abfahrtspiste
von Monika Wachtveitl.
Mitterfirmiansreut. Der Wald rund um den Sessellift am großen Almberg steht zu dicht und gefährdet die Lifttrasse. Vor Monaten schnitt schon ein Hubschrauber mittels einer Längssäge große Äste ab - seit eineinhalb Wochen rückt nun ein 250 PS starker Prozessor dem Wald zu Leibe. 1500 Festmeter Holz werden besonders links der Sessellifttrasse gefällt.
»Die Sicherheit der Trasse steht für uns an oberster Stelle«, erklärt Philippsreuts Bürgermeister Alfred Schraml. So kämpft sich nun seit mehreren Tagen ein Spezialkettenfahrzeug aus Schirmling bei Straubing durch den dichten Wald und verbreitert die Trasse um 20 bis 25 Meter auf der linken Seite. Über die Hälfte ist schon geschafft. Rechts der Trasse werden ebenfalls Buchen und Fichten vom Prozessor innerhalb weniger Minuten einfach umgelegt. »Mit meinem speziellen Harvesterkopf, an dem mehrere Sägen und Greifräder installiert sind, umklammere ich zuerst den Baum«, erklärt Gerhard Urlbauer, der die Riesenmaschine bedient. »Dann wird er umgeschnitten, entastet und vom Harvesterkopf auch gleich auf die richtige Länge geschnitten. «
200 Festmeter schafft der Prozessor im Durchschnitt - auf dem schwierigen Gelände am Almberg schafft Urlberger allerdings nur zwischen 120 und 150 Festmetern. Die gefällten Bäume werden dann an mehreren Sammelstellen entlang der Lifttrasse zentral abgelegt - bis der »Holzrückzug« kommt. Das Holz, zum Schluss werden es über 1500 Festmeter sein, wird dann von einem speziellen Radfahrzeug ans untere Ende des Almberges zur Abfuhrstelle gerückt und auf Lkw geladen. »Der Wald hier gehört zum Forstbetrieb Neureichenau, der das Holz dann verkauft«, erklärt Schraml. Das dafür nicht verwertbare Holz und die Äste würden zu Hackschnitzeln gehexelt.
35 000 Euro ohne Mehrwertsteuer kostet laut Schraml der Einsatz des Spezialfahrzeuges am Großen Almberg, das auch die Waldränder noch selektiv durchforstet und für Skifahrer und Seiltrasse eventuell gefährliche Bäume umschneidet. »Aber das ist sicherheitstechnisch einfach notwendig. «
Und weil die Lifttrasse nun so viel freie Fläche links und rechts hat, wird sogar eine zusätzliche Abfahrt eingerichtet - eben links und rechts der Sesselliftbahn. Dafür soll auch ein kleiner Bach am Ende der Abfahrt teilweise in einem Rohr fließen.
»Damit wir die gesamte Fläche nutzen können, müssen wir alles geschlagene Holz abtransportieren und dann mit der Rohdung beginnen«, erklärt Bürgermeister Schraml. Steine müssen beseitigt, der Boden geglättet und vor allem die Wurzelstöcke entfernt werden.
»Die großen Wurzelstöcke sollen bis zu 15 Zentimeter unter der Oberfläche gefräst werden«, sagt Schraml. Gehe dies nicht, müssten Bagger ran. Das koste allerdings zusätzlich. Schraml veranschlagt bis jetzt für die Rodung der vier Hektar großen Fläche rund 25 000 Euro. All dies muss vom Zweckverband Wintersportzentrum Mitterfirmiansreut-Philippreut finanziert werden. Für die Vergabe des Rodungsvertrages ist allerdings das bayerische Amt für Landwirtschaft und Forsten zuständig.
Zusätzlich zum großen Almberg schlägt sich der Prozessor auch am Almwiesenlift in die Bäume - er verbreitert die Zufahrt vom Almwiesenlift bis zum Kirchenlift. Auch nimmt Urlberger ein rund 100 Meter langes Teilstück am kleinen Almberglift in Angriff, damit auch hier die Seiltrasse besser gesichert ist. »Das kostet dem Zweckverband nochmal rund 40 000 Euro«, rechnet Schraml. Insgesamt würden sich die Gesamtkosten dann auf mehr als 100 000 Euro belaufen. »Dann ist die Sessellifttrasse wirklich bestens gesichert, für die Skifahrer gibt es eine neue Abfahrt und auch die Taleinfahrt wird ohne Bäume als Hindernis möglich sein«, freut sich Schraml.
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Trassenausholzung in Mitterfirmiansreut
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Wenn ich das lese muss ich mich ehrlich gesagt schon fragen, ob die Bäume nun wirklich wegen der Sicherheit gefällt wurden...Und weil die Lifttrasse nun so viel freie Fläche links und rechts hat, wird sogar eine zusätzliche Abfahrt eingerichtet
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