Quelle: SüddeutscheZugspitze: Fluchtpunkt vor der Sommerhitze
Eine Jacke sollte schon mitnehmen, wer sich auf den höchsten Berg Deutschlands begibt: Neben erfrischenden Temperaturen erwartet den Besucher im Sommer ein Gipfel-Spezial-Programm - auch bei Nacht.
Von Monika Küspert
Bleiern und schwül liegt die Hitze über dem Land. Wer ihr entfliehen will, muss entweder über eine Klimaanlage verfügen, in den Keller umziehen - oder hoch hinauf steigen. Am besten gleich so hoch, wie es in Deutschland überhaupt geht.
Der Weg auf die Zuspitze ist kurz und selbst für Fußschwache leicht zu bewältigen - mit den Kabinen der bayerischen Zugspitzbahn von Grainau aus oder von Ehrwald mit der Tiroler Zugspitzbahn. Das karge, schneebedeckte Zugspitzplateau (jawohl, schneebedeckte!) erreicht man in weniger als zehn Minuten. Von hier aus scheint der Gipfel schon ganz nah. Erklimmen sollten ihn allerdings nur Bergwanderer mit entsprechender Ausrüstung, der kurze Aufstieg über Schneereste ist nicht ohne.
Doch auch wer nur vor der aktuellen Sommerhitze flüchten will, ist hier genau richtig. Unbedingt sollte man eine Jacke mitnehmen, denn bei kühlem Wind liegen die Werte nur bei rund 10 Grad. Die wärmste, jemals gemessene Temperatur betrug 1954 auf dem Gipfel nur 17 Grad. Mit einer Brotzeit im Münchner Haus und einem sensationellen Panoramablick, der bei klarer Sicht bis München reicht, wird man allerdings mehr als entschädigt.
Übrigens: Den Namen Zugspitze erhielt der Grenzberg zwischen Deutschland und Österreich durch die vielen Lawinenzüge im Winter an den Steilhängen.
Erstbesteigung unter "mehrmaligen Lebensgefahren"
Im August 1820 bestieg der Landvermesser Josef Naus mit seinem Gehilfen Maier und einem Bergführer zum erstenmal die Zugspitze. Er hatte vom königlich topographischen Büro den Auftrag, den Berg zu vermessen. „Unter außerordentlichen Mühen“ und „mehrmaligen Lebensgefahren“ erreichte er den Gipfel. Dort konnte er aber nur fünf Minuten verweilen, nachdem er ein rotes Taschentuch an einem Gehstock hinterlassen hatte. Die drei Abenteurer mussten dann „mit Donnerwetter, Schauern und Schneegestöber“ den gefährlichen Abstieg wagen.
Rund 100 Jahre später, am 5.Juli 1926, feierten die Tiroler Bergbauern eine Sensation: Die Tiroler Zugspitzbahn eröffnete ihren Fahrbetrieb. Erstmals konnten nicht nur Bergsteiger die sensationelle Aussicht auf der knapp 3000 m hohen Zugspitze genießen. „Himmelsstürmerin“ nannte und nennt man die Seilbahn auf Deutschlands höchsten Berg.
Wer das alles noch genauer wissen möchte, sollte die Ausstellung „Faszination Zugspitze“ unterhalb des Panorama-Gipfelrestaurants besuchen. Dort wird die Geschichte des Berges und der Bau der ersten Seilbahn mit beeindruckenden Film- und Fotodokumenten gezeigt.
Theater an der Talstation
2003 wurde die Tiroler Zugspitzbahn komplett neu gebaut und etwa 100 Meter von ihrer Originaltrasse seitlich versetzt. Das war nötig, da man mit der modernen, rund 100 Personen fassenden Kabine, keine Kurven fahren kann.
Zu Ehren des 80. Geburtstages der „Himmelsstürmerin“ wird das Theaterstück „Die Bergbahn“ von Odön von Horváth am authentischen Standort der alten Talstation der Tiroler Zugspitzbahn auf einer überdachten Theater-Freilichtbühne von 5.7. bis 9.9.06 aufgeführt.
Wer es romantisch mag, kann die Zugspitze „by Night“ genießen: Von Juni bis September bietet die Zugspitzbahn Nachtfahrten an. Von der Aussichtsterrasse ist bei gutem Wetter eine grandiose Rundumsicht vom Piz Bernina über den Ortler, die Wildpitze bis zum Großglockner garantiert. Als Vollmond-Extra gibt es ein Glas Prosecco gratis. Außerdem hat das Panorama-Gipfelrestaurant geöffnet. Und jeden Mittwochabend werden zusätzlich Fondue-Abende angeboten.
Zugspitze: Fluchtpunkt vor der Sommerhitze
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Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!
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Ahja, mit der alten 70(? 100?) Personen - Kabine ist man eine Kurve gefahren? Ich glaub eher, die meinen 1990 (91? oder so), als man nicht mehr den Umweg über's Kammhotel nehmen wollte...2003 wurde die Tiroler Zugspitzbahn komplett neu gebaut und etwa 100 Meter von ihrer Originaltrasse seitlich versetzt. Das war nötig, da man mit der modernen, rund 100 Personen fassenden Kabine, keine Kurven fahren kann.